FAQ – Antworten auf häufig gestellte Fragen

ÖKOLOGISCHES GLEICHGEWICHT ...mehr...
NUTZUNGSKONKURRENZ: FOOD VERSUS NONFOOD ...mehr...
MONOKULTUR ...mehr...
ANBAU VON PALMÖL ...mehr...
GENTECHNOLOGIE ...mehr...

 

Ökologisches Gleichgewicht

Für den Anbau von Pflanzen zur Gewinnung alternativer Kraftstoffe wird viel Wasser und Energie benötigt. Geraten dadurch nicht andere Gleichgewichte ins Wanken?
Nein, nicht wenn der Anbau von Rohstoffen den Kriterien zur Nachhaltigkeit folgt. Die „Gute fachliche Praxis“, die der Arbeit von Landwirten und Ölmühlen zugrunde liegt, enthält verbindliche Regelungen für ein „korrektes“ Handeln. Zu diesen zahlreichen Kriterien zählt auch der Anbau standortangepasster Sorten. Der Bedarf an Sonneneinstrahlung und Wasserverfügbarkeit, beispielsweise von Raps, ist optimal auf das natürliche Wasserangebot und an die Bodeneigenschaften Mitteleuropas abgestimmt und führt somit zu hohen Biomasseerträgen. Die Grundsätze der Guten fachlichen Praxis werden in Deutschland von immer mehr Interessensgruppen, auch außerhalb der Landwirtschaft, mitgestaltet. Europaweit setzt die Cross Compliance, welche die Verknüpfung staatlicher Beihilfen mit der Einhaltung umweltrelevanter und anderer Auflagen regelt, Standards. Weltweit jedoch benötigen wir ein geltendes Zertifizierungssystem, das beispielsweise sicherstellt, dass landwirtschaftliche Flächen nachhaltig bewirtschaftet werden und die Artenvielfalt geschützt wird. Für alternative Kraftstoffe zum Beispiel darf kein Baum im tropischen Regenwald abgeholzt werden! OVID unterstützt daher die Bundesregierung bei ihren Bemühungen, die Nachhaltigkeitsverordnung praxistauglich zu implementieren. Der Ölmühlenverband ist, vertreten durch den Dachverband europäischer Ölmühlen, FEDIOL, Mitglied an Runden Tischen für den nachhaltigen Anbau von Ölpalmen (Roundtable on Sustainable Palmoil, RSPO) und für den verantwortlichen Anbau von Sojabohnen (Roundtable on Responsible Soy, RTRS). Hiermit unterstützen die deutschen Ölmühlen aktiv die Entwicklung zukunftsfähiger Anbauregeln für ölhaltige Pflanzen in aller Welt.

 

Nutzungskonkurrenz: Food versus Nonfood

„Kraftstoff vom Acker schadet den Armen“ heißt es oft in den Medien. Wie kann vermieden werden, dass die Nahrungsmittelproduktion und -verteilung weltweit zugunsten von Bioenergie beeinträchtigt wird?
Die aktuelle Debatte übersieht die eigentlichen Ursachen für den weltweiten Hunger: Armut und Verteilungsprobleme. Die zusätzliche Nachfrage nach agrarischen Rohstoffen aus dem Bereich der Bioenergie kann vielmehr einen wichtigen Beitrag zur Armutsbekämpfung leisten. Sie hat nämlich zur Folge, dass das durch hohe Subventionen der Industrieländer künstlich niedrig gehaltene Preisniveau von Agrarstoffen aufgehoben wird. Hieraus ergeben sich zahlreiche Chancen für Entwicklungsländer, weil es sich für sie endlich wieder lohnt agrarische Rohstoffe selbst zu produzieren.

Reicht das Angebot an Rohstoffen aus, um die Nachfrage im Food- und Non-Food-Bereich zu decken?
Angesichts ausreichender Flächen- und Biomassepotentiale muss es keine Konkurrenz zwischen Nahrungsmittelproduktion und energetischer Nutzung von Biomasse geben. Wenn die bestehenden Potentiale gezielt erschlossen werden, können wir sowohl den Nahrungsmittelbedarf decken, als auch den Biokraftstoffbereich versorgen. Hierzu sind jedoch verstärkte Investitionen und politische Steuerung erforderlich. Dennoch können Konkurrenzen regional und zeitlich begrenzt unter dem Druck der Agrarmärkte entstehen. Was die Ölmühlen betrifft, so wird die Ernährungsindustrie bei der Belieferung von Produkten aus Ölsaaten bevorzugt behandelt – nach der Devise „Food first“.

 

Monokultur

Die Nachfrage nach Raps ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Immer häufiger sieht man im Frühjahr Rapsfelder, soweit das Auge reicht. Gibt es eine Gefahr der Monokultur?
Raps ist eine „selbstunverträgliche“ Pflanze und kann daher auf demselben Feld nur alle vier Jahre angebaut werden. In den übrigen Jahren wird auf dieser Fläche z. B. Getreide angebaut.

 

Palmöl

Stimmt es, dass in Indonesien Regenwald für Palmölplantagen gerodet wird?
Ja, leider. OVID betrachtet die Situation mit großer Sorge. Während der Bioenergiebereich mit Richtlinien antwortet, ist die Ernährungsindustrie gegenwärtig damit beschäftigt, selbst Nachhaltigkeitszertifikate zu erarbeiten. Dies geschieht am „Round Table on Sustainable Palm Oil“ (Runder Tisch für nachhaltigen Anbau von Palm-Öl) des WWF (World Wide Fund For Nature), in dem OVID über den europäischen Dachverband FEDIOL mitarbeitet.

 

Gentechnik

Wie steht OVID zur grünen Gentechnik?
OVID hat gegenüber der grünen Gentechnik eine neutrale Position. Auf den internationalen Märkten werden seit vielen Jahren fast ausschließlich Sojabohnen in genmodifizierter Form angeboten und sind somit Standard auf dem Weltmarkt. Voraussetzung einer Nutzung ist, dass von den gentechnisch veränderten Pflanzen kein Risiko für Mensch, Tier und Umwelt ausgeht. In der EU werden die Sicherheitsprüfungen von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) vorgenommen. Wurde die Zulassung erteilt, sollten die Pflanzen für weltweiten Anbau und Vermarktung freigegeben werden. Es ist für die deutsche Ölmühlenindustrie notwendig, nicht von den internationalen Märkten abgekoppelt zu werden.

Informationen zu Fachbegriffen finden Sie in unserem Glossar.