Hintergrund

Öle und Ölprodukte können immer mehr

Berlin, Mai 2008 – Die deutschen Ölmühlen arbeiten intensiv an innovativen Produkten mit maßgeschneiderten Fettsäuremustern. Davon wird die Ernährungswirtschaft ebenso profitieren wie die chemische Industrie. Auch im Futtermittelbereich sorgt die Branche für Wachstumsimpulse.  ...mehr...

Die deutschen Ölmühlen stellen ihre Innovationsstärke immer wieder unter Beweis. Derzeit arbeitet die Branche unter anderem an der Optimierung von Fettsäurezusammensetzungen. Durch die Mischung verschiedener konventioneller Öle mit jeweils unterschiedlichen Fettsäuremustern lassen sich die Eigenschaften neuer und dennoch natürlicher Produkte gezielt beeinflussen. Hierdurch entsteht beispielsweise der zart schmelzende Charakter von Schokolade.

HO-Öle als Absatzrenner für Food- und Non-Food-Sektor
Besonders die so genannten High-Oleic-Pflanzenöle, kurz HO-Öle, bieten vielversprechende Perspektiven. Es handelt sich dabei um Öle mit einem züchtungsbedingt besonders hohen Anteil der einfach ungesättigten Ölsäuren. Das Magazin Raps prognostizierte Anfang diesen Jahres ein Anwachsen des Marktpotentials für HO-Öle von derzeit etwa 50.000 Tonnen auf über eine Million Tonnen im Jahr 2015. Dieses Öl ist problemlos hoch erhitzbar und eignet sich deshalb unter anderem hervorragend als Brat- und Frittierfett. In den USA finden HO-Öle bereits in speziellen Gesundheitsprodukten, z. B. im Babynahrungs-Segment und bei Produkten für Senioren Verwendung. Aufgrund ihrer besonderen Fettsäurezusammensetzung bieten HO-Öle auch eindeutige ernährungsphysiologische Vorteile. So senkt ein hoher Gehalt an Ölsäuren die Blutfettwerte und ist förderlich für Herz und Kreislauf. Aufgrund der chemischen Kennwerte sind HO-Öle auch für die oleochemische Industrie ein bestens geeigneter Rohstoff mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. So kommt dieses Öl unter anderem bereits in Schmierstoffen und Hydraulikflüssigkeiten zum Einsatz sowie bei der Herstellung von Körperpflegemitteln und Kosmetika oder auch Waschmitteln. 

Kunststoffe der neuen Generation
Pflanzenöle verfügen über eine ähnliche chemische Struktur wie die Kohlenwasserstoffe des Erdöls und nicht zuletzt deshalb prognostizieren Fachleute einen klaren Trend: Immer häufiger werden zukünftig fossile Rohstoffe in neuen Kunststoffen durch pflanzliche Rohstoffe aus Ölsaaten ersetzt. Bei der Herstellung von umweltfreundlichen Lösungsmitteln, Farben und Lacken sowie Oberflächenbelägen werden Pflanzenöle bereits vielseitig verwendet. Produkte der Ölmühlen haben in Zukunft möglicherweise noch mehr zu bieten. Wissenschaftler testen zurzeit die Eignung von Rohstoffen aus Ölsaaten für die Herstellung biogener Schmierstoffe, die speziell in Getrieben von Windkraftanlagen zum Einsatz kommen sollen. Auch für die Landwirtschaft bieten sich interessante Perspektiven: So arbeiten Wissenschaftler der Technischen Universität Braunschweig derzeit an einem ehrgeizigen Forschungsprojekt zur Nutzung aus Ölsaaten gewonnener Rohstoffe zur Herstellung biologischer Schädlingsbekämpfungsmittel.


Leistungssteigerung im Futtermittelsektor
Rapsschrot ist als Eiweißträger optimal für die Fütterung von Milchkühen: Die bessere Versorgung der Tiere mit nutzbarem Eiweiß führt zu einer erheblich höheren Milchproduktion. Unerwünschte Inhaltsstoffe im Raps wurden durch konventionelle Zuchtarbeit weitestgehend eliminiert. Seitdem man erucasäurefreie und glucosinolatarme, so genannte 00-Rapssorten anbaut, findet diese preiswürdige und qualitativ hochwertige Eiweißfuttermittelkomponente verstärkt in Mastschweine-Rationen Verwendung. Selbst hohe Mischungsanteile haben sich bewährt. Nach Einschätzung von OVID wird der Trend zum Einsatz von Rapsschrot auch in der Schweine- und Rinderfütterung in den kommenden Jahren anhalten. In Zukunft könnten allein in Deutschland jährlich bis zu drei Millionen Tonnen in der Tierhaltung eingesetzt werden. Interessante Perspektiven bietet überdies eine neue Futterkomponente: Glycerin. Diese Substanz – übrigens ein Bestandteil aller pflanzlichen und tierischen Fette und Öle – kommt in jüngster Zeit verstärkt als energiereiches Futtermittel für Milchkühe und Schweine erfolgreich zum Einsatz.

 

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