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Hier finden Sie aktuelle Presseinformationen zum Verband, seinen Mitgliedern sowie den Themengebieten von OVID. 

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© OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland

 

EU-Kommission dreht Biokraftstoffen den Hahn zu

Ölmühlen-Industrie lehnt Pläne entschieden ab. Entwurf konterkariert EU-Ziele einer nachhaltigen Landwirtschaft, gefährdet die europäische Eiweißfutterversorgung und führt zu weniger Klimaschutz im Straßenverkehr.

Berlin, 30. November 2016. Den heute von der Europäischen Kommission vorgelegten Entwurf der novellierten Erneuerbaren-Energien-Richtlinie weist OVID entschieden zurück. Die Pläne sehen eine stufenweise Absenkung des Anteils konventioneller Biokraftstoffe an den Erneuerbaren Energien im Verkehrssektor von derzeit 7 auf 3,8 Prozent bis 2030 vor. „Mit diesen Plänen hat sich die EU-Kommission erneut vor den Karren der Teller-Tank-Debatte spannen lassen und verkennt die Bedeutung von Biokraftstoffen als wichtigem Rückgrat einer nachhaltigen und ausgewogenen Landwirtschaft und einem bedeutenden Standbein der Ölmühlen“, sagt Wilhelm F. Thywissen, Präsident von OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland. ...mehr

Mit der Obergrenze von 7 Prozent für Biokraftstoffe aus pflanzlichen Ölen, Zucker und Stärke hat sich die EU im Jahr 2015 auf einen für alle Seiten verträglichen und angemessenen Rahmen geeinigt. Dabei war in langwierigen Debatten bereits allen ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekten Rechnung getragen worden. „Es bleibt unverständlich, warum die Kommission von diesem erst vor einem Jahr geschlossenen Kompromiss nun schon wieder abkehren will. Wir als Produzenten benötigen Planungssicherheit und keine Politik nach Gemütslage und Tagesform“, so Thywissen.

Ein Auslaufen konventioneller Biokraftstoffe wie Biodiesel hat fatale Folgen für Landwirtschaft und Klimaschutz. Raps als wichtiger Rohstoff liefert nicht nur Öl für Nahrungsmittel und Biodiesel sowie als Koppelprodukte Lecithin und Glycerin, sondern auch hochwertiges Eiweiß für die Fütterung von Rindern, Schweinen und Geflügel. Die Ackerfrucht verbessert darüber hinaus die Bodenqualität und ist damit unverzichtbar für eine nachhaltige Fruchtfolge. „Heimische, gentechnikfreie Eiweißfuttermittel stehen aktuell hoch im Kurs. Wenn die EU-Kommission Biokraftstoffe zum Auslaufmodell erklärt, sind zusätzliche Importe von Soja notwendig, um den Bedarf an Eiweißfuttermitteln zu decken – mit der Konsequenz von mehr Gentechnik im Tierfutter“, so Thywissen. Allein 2015 wurden durch die Verarbeitung von Raps zu Biodiesel mehr als 12 Millionen Tonnen Eiweißfuttermittel in Europa gewonnen. Das führt zu einem Selbstversorgungsgrad der Europäischen Union von 35 Prozent. Dieser wird zu mehr als der Hälfte von Rapsschrot getragen, in Deutschland sogar zu 80 Prozent. Im Falle eines kompletten Verzichts auf Biodiesel müsste die Europäische Union zusätzlich 14 Millionen Tonnen Sojabohnen aus Südamerika importieren, um die Eiweißfutter-versorgung zu decken. Das würde zu einer Ausweitung des Sojaanbaus führen mit entsprechenden Verlusten an wertvollen Regenwäldern.

Im Straßenverkehr sind Biokraftstoffe die derzeit einzig wirklich funktionierende Alternative beim Klimaschutz: 2015 ersparten sie der Atmosphäre 6,7 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Raps-Biodiesel stößt im Schnitt 70 Prozent weniger Treibhausgase aus als fossile Kraftstoffe.

„Setzt sich die EU-Kommission mit ihren realitätsfernen Plänen durch, führt das neben einem dramatischen Rückgang des Rapsanbaus zwangsläufig zum Aus wichtiger Ölmühlenstandorte in Deutschland mit entsprechenden Verlusten an Arbeitsplätzen und Wertschöpfung“, betont Thywissen. Ölmühlen sind moderne Bioraffinerien. Der vorgelegte Entwurf zur Erneuerbaren-Energien-Richtlinie läuft politischen Bestrebungen einer verstärkten biobasierten Wirtschaft auf europäischer und deutscher Ebene zuwider, bei denen Pflanzenöle fossile Rohstoffe mehr und mehr ersetzen sollen.

OVID fordert das Europäische Parlament sowie den Rat auf, sich in den nun anstehenden Verhandlungen für den Erhalt der 7 Prozent an konventionellen Biokraftstoffen bis 2030 einzusetzen – und damit eine ausreichende Versorgung an Eiweißfuttermitteln, mehr Klimaschutz im Straßenverkehr und eine zukunftsfähige Ölmühlenwirtschaft zu fördern.

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Ölmühlen verkleinern Eiweißlücke

Kann Deutschland auf gentechnikfreies Tierfutter umstellen? OVID hat nachgerechnet. Raps leistet bereits den größten Beitrag zur Eiweißversorgung. Ein kompletter Verzicht auf genverändertes Soja aus Übersee wäre aber teuer und unrealistisch.

Hannover, 15. November 2016. „Eine umfangreichere Bereitstellung von gentechnikfreien Futtermitteln, wie zuletzt vom Lebensmitteleinzelhandel gefordert, wäre auf lange Sicht möglich. Das gelingt aber nur, wenn genügend Anreize wie die Anerkennung und der finanzielle Ausgleich des Mehraufwandes in der Lieferkette klar geregelt sind.“ Dies stellte Petra Sprick, Geschäftsführerin von OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland zum Messeauftakt der EuroTier in Hannover heute fest. Sprick weiter: „Zusätzlich benötigen wir einen stärkeren Anbau von Raps und Soja in Europa sowie höhere Importmengen an zertifiziertem nicht-gentechnisch veränderten Soja. Ein vollständiger Verzicht auf Gentechnik im deutschen Tierfutter würde jedoch die Konkurrenz um verfügbare Agrarrohstoffe enorm verschärfen und zu erheblichen Mehrkosten führen.“ ...mehr

Jährlich verfüttern deutsche Bauern knapp 10 Millionen Tonnen Proteinfuttermittel. Darin sind etwa 3,7 Millionen Tonnen pflanzliche Rohproteine enthalten. Rund 1,3 Millionen Tonnen, also rund 35 Prozent, stammen aus heimischer Produktion. Die fehlenden 65 Prozent, auch „Eiweißlücke“ genannt, importiert Deutschland größtenteils in Form von gentechnisch verändertem Soja überwiegend aus Brasilien.

„Der Handel mit Agrarrohstoffen ist Zeichen einer effizienten Nutzung global knapp werdender Agrarflächen. Jede Pflanze hat ihre Gunstregionen auf der Welt. So gedeihen Weizen und Raps in Europa am besten und Soja in Nord- und Südamerika“, so Sprick. Nach Analyse von OVID könnte die Europäische Union rein rechnerisch eine Menge von 9,3 Millionen Tonnen gentechnikfreien Sojabohnen auf dem Weltagrarmarkt beziehen. Daraus ließen sich 7,4 Millionen Tonnen Sojaschrot zur Fütterung von Rindern, Schweinen und Geflügel gewinnen. Auch diese Menge könnte nur knapp ein Viertel der europäischen Nachfrage von jährlich 33 Millionen Tonnen Sojaschrot decken. Tatsache ist, dass inzwischen 90 Prozent der weltweit verfügbaren Sojabohnen gentechnisch verändert sind. Deutschland könnte zwar theoretisch im Alleingang auf gentechnisch veränderte Futtermittel verzichten. Dies hätte jedoch nach einer Studie des Gießener Institutes für Agribusiness (IAB) massive wirtschaftliche Einbußen von bis zu zehn Milliarden Euro zur Folge. Diese sind im Wesentlichen durch Produktionsrückgänge, der Verlagerung von Produktion ins Ausland und damit dem Verlust an Wertschöpfung begründet. Aus Sicht von OVID wäre besonders die Trennung der Warenströme zur Vermeidung von unbeabsichtigten Vermischungen mit genveränderten Pflanzen eine logistische Herausforderung, die rechtliche Risiken birgt.

Vor diesem Hintergrund wird seit einigen Jahren der europäische Soja-Anbau als heimische Alternative zum gentechnisch veränderten Proteinfuttermittel aus Übersee vorangetrieben. 2015 wuchsen knapp 2,8 Millionen Tonnen Sojabohnen in Europa. Aus dieser Menge lassen sich theoretisch rund 2,2 Millionen Tonnen Sojaschrot produzieren. Der Bedarf in Europa liegt aber mit 33 Millionen Tonnen fünfzehnmal höher. Europäisches Soja aus dem Donauraum wird seit kurzem auch bei ADM in Straubing verarbeitet. Dazu René van der Poel, General Manager der Ölmühle: “Wir stellen eine steigende Nachfrage nach gentechnikfreiem Soja in Deutschland fest. Mit der Umstellung unserer Ölmühle können wir die Bedürfnisse unserer Kunden vor allem in Süddeutschland bedienen.“

Wichtigste deutsche Eiweißfutterpflanze ist Raps. 2015 verfütterten die deutschen Bauern erstmals mehr Raps- als Sojaschrot. „Rapsschrot leistet mit einem Anteil von 80 Prozent den größten Beitrag, um die Eiweißlücke in Deutschland zu verkleinern. Ohne den deutschen Rapsanbau wäre die Lücke um ein Vielfaches größer“, so Dr. Thomas Schmidt, Leiter der Abteilung Futtermittel und Tierernährung bei OVID. Schmidt bekräftigte: „Bei aller Euphorie und den guten Entwicklungen beim Raps- und Sojaanbau in Europa bleibt es unrealistisch die deutsche Eiweißlücke vollständig zu schließen. Auch der geförderte Anbau von Körnerleguminosen kann die Situation nur marginal verbessern. Er wäre hinsichtlich einer effizienten Flächennutzung und im Sinne des Klimaschutzes auch nicht sinnvoll“.“

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Hintergrundpapier: „‘Ohne Gentechnik‘ im Tierfutter - Internationaler Handel, heimischer Anbau und Verfügbarkeiten von Proteinfuttermitteln
Foto Pressekonferenz

Biokraftstoffe bieten Rekord-Treibhausgasminderung aber Absatz sinkt

Berlin, 05. Oktober 2016. Nach dem gestern von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) veröffentlichten Evaluations- und Erfahrungsbericht 2015 stoßen Biodiesel und Bioethanol durchschnittlich 70 Prozent weniger Treibhausgase aus als fossile Kraftstoffe. Damit bieten Biokraft-stoffe eine große Chance für mehr Klimaschutz im Straßenverkehr. „Die jetzt veröffentlichten Zahlen zeigen deutlich: Unsere Branche leistet einen großen Beitrag zum Klimaschutz. Leider nutzt die Bun-desregierung das Potential von Biokraftstoffen nicht aus“, so Petra Sprick, Geschäftsführerin des Verbandes der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (OVID). ...mehr

Aufgrund der deutschen Gesetzgebung ist der Absatz von Biodiesel und Bioethanol hierzulande im vergangenen Jahr um 8,6 Prozent gesunken. Der Anteil erneuerbarer Energien im Straßenverkehr ist damit auf einem langjährigen Tiefpunkt angelangt. „Die deutsche Klimapolitik im Straßenverkehr ver-sagt eklatant, denn sie hat zu einer Steigerung des Marktanteils fossiler Kraftstoffe geführt. Biokraft-stoffe werden aus dem Markt gedrängt“, sagte Elmar Baumann, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB). Deutschland fördert erneuerbare Kraftstoffe, indem die Mineralölindustrie verpflichtet ist, den Treibhausgas-Ausstoß von Benzin und Diesel zu senken. Hierzu können die Mineralölunternehmen zum Beispiel Biodiesel oder Bioethanol beimischen. Im Jahr 2016 muss der Treibhausgasausstoß um 3,5 Prozent gesenkt werden, ab 2017 um vier Prozent und ab 2020 um sechs Prozent. Da Biokraftstoffe heute sehr viel höhere Emissionsreduktionen erreichen als ursprünglich vom Gesetzgeber angenommen, muss die Mineralölindustrie immer weniger Biodiesel und Bioethanol einsetzen, um ihre Reduktionsverpflichtung zu erreichen. „Die neuen Zahlen der BLE belegen, dass bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen nachgesteuert werden muss. Die Treibhausgas-Quote kann und muss schrittweise angehoben werden“, sagte Sprick.

Die Bundesregierung sieht bis zum Jahr 2030 einen Anteil von 20 Prozent Erneuerbare Energien im Verkehr vor, um die langfristigen Klimaziele erreichen zu können. Hierfür werden neben den heutigen Biokraftstoffen, deren Verfügbarkeit begrenzt ist, weitere Optionen wie neuartige Biokraftstoffe, E-Mobilität, Wasserstoff sowie Power-to-Gas und Power-to-Liquid benötigt. „Ein angemessener Beitrag des Straßenverkehrs zu den deutschen Klimaschutz-Verpflichtungen erfordert zwingend eine steigende Treibhausgas-Quote nach 2020. Ohne geeignete Vorgaben fehlt jeglicher Anreiz für die von der Bundesregierung favorisierte Nutzung von erneuerbarem Strom im Verkehr“, sagte Baumann. “

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Evaluations- und Erfahrungsbericht 2015 (BLE)

Soja-Moratorium in Brasilien jetzt dauerhaft

Zum Schutz brasilianischer Regenwälder wurde 2006 das Soja-Moratorium eingeführt und immer wieder verlängert. Nun gilt es unbefristet. OVID begrüßt die Entscheidung.

Berlin, 10.06.2016. Vor wenigen Wochen haben in Brasilien Pflanzenölindustrie (ABIOVE), Getreideexporteure (ANEC), Umweltministerium und Nichtregierungsorganisationen (u.a. Greenpeace und WWF) eine Vereinbarung für die unbefristete Verlängerung des Soja-Moratoriums unterzeichnet.

Das Soja-Moratorium wurde erstmals 2006 von den führenden Sojahändlern in Brasilien beschlossen, um den Raubbau im Amazonas Einhalt zu gebieten. ...mehr

Es untersagt den Handel, die Finanzierung und den Erwerb von Soja, das von Regenwaldflächen stammt, die nach Juli 2008 gerodet wurden. Auch Soja aus Indianerschutzgebieten sowie Formen der modernen Sklaverei sind tabu. Das Moratorium wurde nach 2006 immer wieder verlängert. Seit dem 9. Mai 2016 gilt es nun dauerhaft.

„Endlich ist die Hängepartie beendet. Soja aus Brasilien ist und bleibt nachhaltig. Das war überfällig. Bereits seit 10 Jahren beweist das Moratorium, dass Sojaanbau und Regenwald-schutz in Brasilien Hand in Hand gehen können“, so OVID-Präsident Wilhelm F. Thywissen.

Deutschland importierte 2015 etwa 1,3 Millionen Tonnen Sojabohnen und 1,6 Millionen Tonnen Sojaschrot aus Brasilien. Insgesamt ernteten die Brasilianer im letzten Jahr etwa 98 Millionen Tonnen Soja. Mit 40,1 Millionen Tonnen ging der größte Teil davon nach China. “

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Mehr als zwei Drittel des in Deutschland verwendeten Palmöls sind nachhaltig zertifiziert

Deutsche Wirtschaft setzt immer mehr nachhaltiges Palmöl ein und trägt damit zum Schutz des Regenwaldes und der Biodiversität bei.

Berlin, 03. Juni 2016. Fast 1,5 Millionen Tonnen Palmöl wurden in Deutschland 2013 verwendet. Davon sind mehr als zwei Drittel (68 Prozent) nachhaltig zertifiziert. Das geht aus einer Untersuchung von Meo Carbon Solutions hervor. Petra Sprick, OVID-Geschäftsführerin, sagte dazu: „Seit einigen Jahren gibt es Nachhaltigkeitszertifizierungen, die zusammen mit den freiwilligen Selbstverpflichtungen der deutschen Unternehmen bei der Verwendung von nachhaltigem Palmöl Früchte tragen.“ ...mehr

Von dem in Deutschland insgesamt eingesetzten Palmöl entfallen aktuell mehr als die Hälfte auf den Energiesektor (Transport/Strom). Diese mehr als 750.000 Tonnen sind ausschließlich nachhaltig und werden beispielsweise für die Produktion von Biodiesel verwendet. Laut Biostrom- und Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung darf das Palmöl für diesen Bereich nicht von Regenwäldern oder umgebrochenen Grünlandflächen stammen. Petra Sprick erklärte weiter: „Die deutsche Biokraftstoffindustrie hat damit Standards gesetzt, die zunehmend auch von anderen Branchen in Deutschland übernommen werden. Mittlerweile sind z.B. im Lebensmittelbereich bereits mehr als 185.000 Tonnen und damit mehr als 50 Prozent des in diesem Sektor verwendeten Palmöls nachhaltig zertifiziert. Diesen Trend gilt es fortzusetzen.“

Einen Verzicht auf Palmölimporte nach Deutschland, wie immer wieder gefordert, hält Petra Sprick dagegen nicht für zielführend. Durch einen Boykott würde Deutschland seinen positiven Einfluss auf den Regenwaldschutz aufgeben, und Kleinbauern in Entwicklungsländern würden zusammen mit ihren Familien ihre Lebensgrundlage verlieren. “

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OVID-Statement

zum EFSA-Report „Risiken von 2-,3-MCPD- und Glycidyl-Fettsäureestern in Lebensmitteln auf die menschliche Gesundheit“

Berlin, 6. Mai 2016. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat am 03. Mai 2016 eine wissenschaftliche Stellungnahme über die Risiken von 2-, 3-MCPD- und Glycidyl- Fettsäureestern in Lebensmitteln veröffentlicht. Damit hat sie eine erste umfassende wissenschaftliche Aussage zu potentiellen Risiken vorgelegt. Die ölsaatenverarbeitende Industrie hatte der EFSA relevante Analysedaten zur Verfügung gestellt und sieht sich darin bestätigt, ihren Minimierungskurs mit vereinten Kräften fortzusetzen.

Bereits seit 2008 stellen sich die Pflanzenölhersteller der Problematik: gemeinsam mit Forschungseinrichtungen, Wirtschaftspartnern und Behörden sind Analyseverfahren entwickelt, Entstehungsmechanismen aufgeklärt und Minimierungsmaßnahmen erarbeitet worden. Ergebnis: die unerwünschten Substanzen konnten inzwischen minimiert werden und damit auch die Risiken für die Verbraucher. Die EFSA bestätigt in ihrer Veröffentlichung eine Halbierung der Gehalte von Glycidyl-Fettsäureestern in Palmöl von 2010 bis 2015....mehr...

2-, 3-MCPD- und Glycidyl-Fettsäureester sind unerwünschte Stoffe in Pflanzenölen, die innerhalb des Veredelungsprozesses (Raffination) von rohen Pflanzenölen entstehen können. Dieser Verarbeitungsschritt ist notwendig, um unerwünschte Rückstände wie Geschmacks- und Geruchsstoffe oder eventuell auch von Pflanzenschutzmitteln zu entfernen. Darüber hinaus werden die Pflanzenöle durch die Raffination hitzebeständig und haltbar gemacht.

Pflanzenöle sind unverzichtbarer Bestandteil einer gesunden Ernährung: sie liefern essentielle und damit lebensnotwendige Fettsäuren, die beispielsweise als Bausteine für unsere Körperzellen dienen. Darüber hinaus ermöglichen erst sie die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K.

Die im Rahmen der EFSA-Stellungnahme neu ermittelte tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (TDI) von 0,8 Mikrogramm je Kilogramm Körpergewicht bestärkt die Pflanzenölhersteller, ihren Kurs zur Minimierung mit Hochdruck fortzusetzen. Die Sicherheit und Qualität ihrer Produkte hat für die Branche oberste Priorität!

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Hintergrundinformationen zur Thematik haben wir hier für Sie zusammengestellt

Rapsöl – meistgekauft und kerngesund

Zum Weltgesundheitstag: Warum ist Fett eigentlich gesund?

Berlin, 7. April 2016. Heute ist Weltgesundheitstag. Mit Blick auf unsere Ernährung: Zeit für einen Ernährungscheck. Welches und wie viel Öl und Fett ist gesund?
Lange Zeit galten Fette generell als ungesunde Dickmacher. Zu Unrecht, denn erst sie ermöglichen die Aufnahme der im Salat und anderen Lebensmitteln enthaltenen fettlöslichen Vitamine A, D, E sowie K; überdies liefern sie lebensnotwendige Fettsäuren. Diese dienen beispielsweise als Bausteine für unsere Körperzellen und sind damit unverzichtbares „Mittel des Lebens“.


Aufgrund ihrer lebensnotwendigen Funktionen gehört der moderate Verzehr von Ölen und Fetten zu einer ausgewogenen Ernährung. Je nach körperlicher Aktivität sollte man bis zu 35 Prozent der täglichen Nahrungsenergie in Form von Ölen und Fetten aufnehmen, so aktuelle Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE). Für einen Erwachsenen entspricht das zwischen 60 und 80 Gramm am Tag. ...mehr...

Anlässlich des Weltgesundheitstages empfiehlt sich ein Blick auf die Zusammensetzung der Fette. Neben der Menge ist auch das Fettsäurespektrum von Bedeutung: zu unterscheiden ist zwischen gesättigten, einfach ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Jede Fettsäureart hat unterschiedlich positive Auswirkungen, die sich ergänzen. Unsere Nahrungsfette enthalten diese Fettsäuren in variierenden Anteilen. Insbesondere pflanzliche Öle wie Raps-, Soja-, Sonnenblumen-, Leinöl und Mischungen daraus bringen ernährungsphysiologische Vorteile.

Ein Vergleich der Ernährungsgewohnheiten in den vergangenen Jahren mit den Ernährungsempfehlungen offenbart, dass die deutsche Bevölkerung zu viele gesättigte und zu wenige mehrfach ungesättigte Fettsäuren zu sich nimmt. Daher empfiehlt die DGE, einen Teil der gesättigten Fettsäuren durch mehrfach ungesättigte Fettsäuren zu ersetzen. Dies gelingt, indem als Fettquelle beispielsweise Seefische und spezielle pflanzliche Öle – wie Rapsöl – bevorzugt werden.

Rapsöl ist ein gesundes Multitalent: Es eignet sich sowohl für die heiße Küche zum Frittieren oder Braten als auch für die kalte Küche im Salatdressing. Aufgrund seiner besonders geringen Gehalte gesättigter und hoher Anteile mehrfach ungesättigter Fettsäuren trägt Rapsöl zur Optimierung des Fettsäurespektrums sogar noch besser bei als das gesunde Olivenöl. OVID-Präsident Wilhelm F. Thywissen hierzu: „Die Versorgung mit Alpha-Linolensäure, einer essentiellen Omega-3-Fettsäure, kann Rapsöl deutlich besser bewerkstelligen als Olivenöl.“

Die Empfehlungen der DGE scheinen allmählich zu greifen: Rapsöl ist aufgrund seines Geschmacks und seiner ernährungsphysiologischen Vorteile inzwischen das meistgekaufte Speiseöl.

Das Klima in Mitteleuropa eignet sich hervorragend zur landwirtschaftlichen Erzeugung von Rapssaaten, aus denen das Rapsöl gewonnen wird. Hierfür stehen die deutschen Ölmühlen, die im letzten Jahr 4,2 Millionen Tonnen Rapsöl erzeugt haben und damit Spitzenreiter in der EU sind. Ein weiteres Produkt aus der Rapssaatenverarbeitung ist Rapsschrot, das wichtigste Eiweißfuttermittel in Deutschland.

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Download Infografik - Gesunde Fettsäuren des Rapsöles können Fettkonsum verbessern

69 Prozent der Deutschen bewerten Biokraftstoffe positiv

Laut einer aktuellen Infratest-Umfrage stehen mehr als zwei Drittel aller Deutschen Biokraftstoffen positiv gegenüber. Selbst viele Skeptiker würden Biokraftstoffe tanken, wenn ihnen die Nachhaltigkeit garantiert wird.

Berlin, 21. März 2016. 69 Prozent der Deutschen bewerten Biokraftstoffe grundsätzlich positiv. Dies hat eine repräsentative Umfrage von TNS Infratest ergeben. „Über zwei Drittel der Deutschen befürworten Biokraftstoffe. Die Politik kann auf diese klare Unterstützung der Bevölkerung bauen und Biokraftstoffe im Straßenverkehr für die Erreichung der Ziele des Pariser Klimagipfels nutzen“, sagte Elmar Baumann, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB)....mehr

39 Prozent begründen ihre positive Einstellung zu Biokraftstoffen damit, dass Biodiesel und Bioethanol umweltschonender sind als fossile Kraftstoffe. „Biokraftstoffe verringern den Ausstoß von Treibhausgasen erheblich. Je nach Rohstoff sparen sie zwischen 60 und 90 Prozent Treibhausgas-Emissionen ein im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen“, so Stephan Arens, Geschäftsführer der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP). Um möglichst hohe Reduktionswerte zu errei-chen, wird auf jeder Stufe der Produktionskette von Biokraftstoffen daran gearbeitet, die Prozesse weiter zu optimieren. „Die Biokraftstoffbranche ist Vorreiter in der Entwicklung von nachhaltigen Produktionsprozessen – auch in der Landwirtschaft. Biokraftstoffe sind damit ein wichtiger Baustein für die saubere Mobilität von Morgen“, sagte Arens.

Laut Erhebung ist nur jeder Vierte skeptisch gegenüber Biokraftstoffen eingestellt. Als Hauptgrund für eine ablehnende Haltung wird die Nutzung von Agrarrohstoffen zur Energiegewinnung genannt, was nach Ansicht der Skeptiker zu Hunger führe. Dazu sagte Petra Sprick, Geschäftsführerin von OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland: „Biokraftstoffe haben weder signifikante Auswirkungen auf die Weltagrarpreise noch verknappen sie Lebensmittel. Trotz weltweit steigender Biokraftstoffproduktion sind die Agrarpreise schon seit längerem im Keller und die Läger voll. Im Gegenteil: Bei der Herstellung von Biodiesel aus Raps fällt zu 60 Prozent Schrot an. Diese eiweißhaltige Tiernahrung ist ein wichtiger Baustein der tierischen Veredelungsproduktion und trägt zur Sicherung der Welternährung bei.

Etwa jeder zweite Skeptiker würde Biokraftstoffe tanken, wenn ihm die Nachhaltigkeit garantiert wird. Die ist bereits heute Standard und seit 2011 vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Zur Herstellung von Biokraftstoffen dürfen die Rohstoffe weder von Regenwaldflächen noch von umgebrochenem Grünland stammen: Stichtag ist der 1.1.2008. Dass Landwirte die Vorschriften einhalten, überprüfen unabhängige Auditoren, die wiederum von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung überwacht werden. Die Biokraftstoffindustrie hat mittlerweile Standards gesetzt, die auch andere Branchen zunehmend aufgreifen. Die Mehrheit der Deutschen schätzen Biokraftstoffe deshalb nicht nur als umweltschonend, sondern auch als nachhaltig ein.

Die repräsentative TNS-Infratest Umfrage wurde im Auftrag folgender Verbände der deutschen Biok-raftstoffbranche durchgeführt: der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP), dem Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) und dem Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (OVID).

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Download Infografik - Was denkt Deutschland über Biokraftstoffe
Download Infografik - Warum Biokraftstoffe positiv bewertet werden

Raps toppt Soja

2015 verfütterten deutsche Landwirte erstmals mehr Raps- als Sojaschrot. Andere Eiweißfutter spielten kaum eine Rolle. Der Import von Soja bleibt weiterhin wichtig.

Berlin, 24.02.2016. Mit etwa 4,0 Millionen Tonnen lag der Verbrauch an Rapsschrot in Deutschland im vergangenen Jahr erstmals über dem von Sojaschrot mit 3,9 Millionen Tonnen. Landwirte setzen beide Ölschrote ein, um den Bedarf an hochwertigem Eiweiß von Rindern, Schweinen und Geflügel zu decken....mehr

Rapsschrot wird aus Rapssaaten gewonnen. Sie liefern zu 40 Prozent Öl und zu 60 Prozent Schrot. Der Verbrauch an Rapsschrot hat sich in Deutschland innerhalb von nur 10 Jahren verdoppelt. „Die Rapspflanze ist eine Erfolgsstory. Ihre Saaten liefern nicht nur wertvolles Rapsöl, sondern auch hochwertiges Tierfutter. Sie färbt unsere Landschaften im Mai gelb  und kurbelt die heimische Wirtschaft an", so OVID-Präsident Wilhelm F. Thywissen.

Während Raps überwiegend in Mitteleuropa gedeiht, stammt Soja größtenteils aus Nord- und Süd-Amerika. Seit einigen Jahren wird versucht, die Frucht auch in Europa anzubauen. In Deutschland wuchsen 2015 etwa 34.000 Tonnen Sojabohnen auf 17.000 Hektar. Das sind zwei Tonnen je Hektar. In Südamerika liegt der Ertrag bei rund drei Tonnen.

Zu den alternativen Eiweißfuttermitteln zählen Körnerleguminosen. Das sind zum Beispiel Futtererbsen, Ackerbohnen und Lupinen. Über die letzten zehn Jahre blieb deren Ernte in Deutschland nahezu unverändert bei knapp 0,3 Millionen Tonnen. Zuletzt brachten die Greening-Vorgaben neue Impulse zur Ausweitung des Anbaues. Thywissen dazu: „Körner-leguminosen spielen mengenmäßig eine untergeordnete Rolle. In der Fruchtfolge können sie positive Umweltwirkungen entfalten. Im Gegensatz zu Ölsaaten liefern sie von derselben Fläche aber kein Pflanzenöl. Sie sind daher eine kaum ernstzunehmende Alternative.“

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Hier finden Sie den aktuellen OVID-Brief zum Thema Welternährung