Meldungen

Hier finden Sie aktuelle Presseinformationen zum Verband, seinen Mitgliedern sowie den Themengebieten von OVID. 

 

Palm-, Soja- und Rapsöl sind weltweit die wichtigsten Pflanzenöle

In Deutschland ist weiterhin Rapsöl die Nummer 1, mit rund 60 % des Pflanzenölverbrauchs

Berlin, 15. Mai 2012. Rapssaaten, Sojabohnen und Palmfrüchte sind die weltweit bedeutendsten Ölsaaten bzw. Ölfrüchte: Rund 80 % des Pflanzenöls wird aus diesen drei Pflanzen gewonnen. Insgesamt ist der globale Pflanzenölverbrauch auch im letzten Jahr weiter gestiegen, wie die aktuell veröffentlichten Grafiken von OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland zeigen: Wurden 1991 noch 57 Mio. Tonnen Pflanzenöl weltweit verbraucht, stieg der Verbrauch 2001 auf 89 Mio. Tonnen und erreichte 2011 145 Mio. Tonnen; d. h. allein in den letzten 10 Jahren ist der Pflanzenölverbrauch um 63 % gestiegen. ...mehr

Dabei ist die Ölpalme mittlerweile der wichtigste Pflanzenöllieferant, 2011 wurden ca. 56 Mio. Tonnen Palmöl und Palmkernöl aus der Palmölfrucht gewonnen. Die Palmölproduktion verzeichnet auch das größte Wachstum: 2011 ist rund 10 % mehr Palm- und Palmkernöl produziert worden als im Vorjahr. Asien – allen voran Indien, gefolgt von Indonesien und China – ist der größte Markt für Palmöl. Der Anteil der EU am weltweiten Palmöl-/Palmkernölverbrauch ist mit 10 % relativ gering. „Palmöl ist nicht nur das wichtigste Pflanzenöl für die Versorgung der Weltbevölkerung mit Ölen und Fetten, mit den höchsten Erträgen von bis zu 7 Tonnen Palmöl pro Hektar und zusätzlich maximal 0,8 Tonnen Palmkernöl pro Hektar braucht die Ölpalme auch weniger Fläche als andere Ölsaaten. Erfreulicherweise wird immer mehr nachhaltig produziertes und zertifiziertes Palmöl im Markt nachgefragt; damit werden ökologisch wertvolle Gebiete geschützt“, so Petra Sprick, Geschäftsführerin von OVID.

In Deutschland ist der Pflanzenölverbrauch 2011 leicht gesunken, auf 5,6 Mio. Tonnen. Im Gegensatz zum Weltmarkt ist hierzulande Rapsöl das mit Abstand wichtigste Pflanzenöl und macht rund 60 % des gesamten Verbrauchs in Deutschland aus. Rapsöl wird als Speiseöl und in der Ernährungsindustrie eingesetzt und ist zudem Rohstoff für die Oleochemie, für technische Anwendungen sowie für Biodiesel.

Daten und Grafiken zu Produktion, Handel und Verbrauch von Pflanzenölen weltweit und in Deutschland finden Sie zum Download auf der OVID Homepage: www.ovid-verband.de/unsere-branche/daten-und-grafiken/

Download der Meldung als PDF-Dokument

 

Wer ernährt das globale Dorf?

Herausforderung Welternährung: Nachhaltige Produktionssteigerung und internationaler Agrarhandel sind Schlüsselelemente

Berlin, 28. März 2012. Über die Frage nach dem richtigen Weg zu einer nachhaltigen Versorgung der Weltbevölkerung mit Nahrungsmitteln wird sowohl in der Fachwelt als auch in der medialen Öffentlichkeit kontrovers gestritten. Dabei scheinen die gegensätzlichen Positionen mitunter unüberbrückbar und die Fronten verhärtet. Impulse zur Auflösung dieser Fronten wurden heute in Berlin auf dem Grain-Club-Symposium „Wer ernährt das globale Dorf?“ gegeben und zwischen Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft diskutiert und hinterfragt. ...mehr

Die ausreichende Versorgung mit Nahrungsmitteln von derzeit sieben Milliarden Menschen und prognostizierten neun Milliarden im Jahr 2050 stellt die Agrar- und Ernährungswirtschaft vor enorme Herausforderungen. Während mehr Menschen versorgt werden müssen und sich die Ernährungs- und Lebensgewohnheiten besonders in den Entwicklungs- und Schwellenländern verändern, wird gleichzeitig der Ruf nach Generationengerechtigkeit sowie klimagerechter und nachhaltiger Agrarproduktion laut. Was aber ist nachhaltig, was gerecht? „Die Herausforderung in den nächsten Jahren und Jahrzehnten sind groß, aber eine nachhaltige Versorgung von neun Milliarden Menschen ist machbar. Denn die unterschiedlichen Ansätze in der Agrar- und Ernäh-rungswirtschaft schließen sich nicht wirklich aus. Vielmehr liegt der Schlüssel zur wirksamen Hungerbekämpfung in einer sinnvollen Kombination der unterschiedlichen Produktionsweisen. Eine internationale Arbeitsteilung in der Agrarproduktion und weltweiter Agrarhandel sind hier zwei Schlüsselfaktoren“, so Jens Kaß, Vorsitzender von Grofor (Deutscher Verband des Großhandels mit Ölen, Fetten und Ölrohstoffen e. V.), zur Sichtweise des Grain Clubs.

Prof. Dr. Matin Qaim, Professor für Welternährungsökonomie und ländliche Entwicklung an der Universität Göttingen, betonte in seinem Vortrag die Notwendigkeit Europas, durch eine produktive Landwirtschaft zur Sicherung der globalen Versorgung mit Nahrungsmitteln beizutragen. Er plädierte für eine intelligente Kombination von modernen Technologien mit verstärkter Agrarforschung. Armutsbekämpfung und die Sicherung des Zugangs zu Nahrungsmitteln sind zentrale Aspekte, der beispielsweise durch die Förderung des Kleinbauernsektors in Entwicklungsländern gelöst werden muss. Bei der Wahl der Methoden und Technologien muss Prof. Qaim zufolge pragmatisch vorgegangen werden; dogmatisches Schwarz-Weiß-Denken sei fehl am Platz.

Einen anderen Aspekt brachte Prof. Dr. Norbert Bolz, Professor für Medienwissenschaft an der TU Berlin, ins Spiel, der hinter der fachlich-technischen Fragestellung eine grundsätzliche politische und mediale Auseinandersetzung um die Rolle und das zukünftige Modell von Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung ausmacht. Bolz sieht einen fundamentalen Unterschied zwischen den klassischen Massenmedien, die Themen nicht argumentieren, sondern emotionalisieren und skandalisieren, und den neuen sozialen Medien, die Meinungen sichtbar machen und eine offenere Diskussion ermöglichen können. Darin liegt seiner Meinung nach eine Chance für die gesellschaftliche Auseinandersetzung und der Verfolgung neuer, pragmatischer Lösungsansätze.

In der sich den Vorträgen anschließenden Diskussion wurde vor allem auch die Bedeutung der Bioenergieproduktion und des weltweiten Anstiegs des Verbrauchs von tierischen Produkten kontrovers diskutiert. Einig waren sich alle Diskutanten darin, dass es keine Patentrezepte und monokausale Herangehensweisen zur Lösung des Hungerproblems geben darf. Dr. Klaus-Dieter Schumacher, Moderator der Diskussionsrunde hielt fest:

„Schlüsselfaktoren sind Armutsbekämpfung, stabile politische Rahmenbedingungen, Produktionsanreize und Marktzugang für Erzeuger in den Entwicklungsländern zu den globalen Märkten sowie die vorbehaltlose Nutzung von Produktivitätsfortschritten und geeigneter, standortgerechter und nachhaltiger Technologien“. Die Mitglieder des Grain Clubs sind sich ihrer Verantwortung bewusst und werden sich in diesem Sinne weiter an einem konstruktiven und differenzierten Austausch über die Sicherstellung der Welternährung beteiligen, so Jens Kaß abschließend.

Download der Meldung als PDF-Dokument

Download des Hintergrundpapiers "Welternährung" des Grain Clubs

Download des Programmflyers

Downlaod des Votrags von Prof. Matin Qaim

 

Filme und Pressebilder zu Ölsaaten und Pflanzenölen

Berlin, Februar 2012. Pflanzenöle aus Ölsaaten und Ölfrüchten wie Soja, Palm, Raps und Sonnenblumen sind eines der weltweiten Grundnahrungsmittel. Darüber hinaus spielen pflanzliche Öle und Fette im chemischen Bereich eine wichtige Rolle und ersetzen in immer mehr Produkten Mineralöle: bei Kunststoffen, Farben und Lacken oder in Kosmetika und Tensiden. Als nachwachsende Rohstoffe sind Pflanzenöle auch im Energiebereich eine klima- und umweltschonende Alternative zur endlichen und risikoreichen Erdölförderung: als nachhaltig produzierter Biodiesel oder zur Wärme- und Stromerzeugung.

Wie entstehen pflanzliche Öle und Fette? Wie sieht eine Produktionsanlage von innen aus und welchen Beitrag kann die ölsaatenverarbeitende Industrie in Deutschland zu Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltschutz leisten? OVID – der Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie hat die Branche in 3 Kurzfilmen dargestellt, die auf der Website sowie auf dem Youtube Kanal des Verbandes zu sehen sind:

Filme zur Branche der ölsaatenverarbeitenden Industrie:


Darüber hinaus stellt OVID für Redaktionen Pressebilder auf seiner Website zur Verfügung:

Download der Meldung als PDF-Dokument

 

Biokraftstoffe: Chancen, nicht nur Risiken betonen

Internationale Grüne Woche 2012 / Fachschau nature.tec:
Biokraftstoffe bleiben wichtigste alternative Energiequelle im Verkehrssektor

Berlin, 18. Januar 2012. Biokraftstoffe sind in Deutschland der wichtigste Absatzmarkt für heimische Pflanzenöle, 2011 wurden rund 2,4 Mio. Tonnen pflanzliche Öle in Form von Biodiesel getankt. Im Rahmen der Energiewende sind Pflanzenöle eine der maßgeblichen erneuerbaren Energiequellen. Eine zunehmende Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern ist umso dringlicher, da die Umwelt- und Klimaauswirkungen der Erdölförderung immer gravierender werden. Biodiesel aus Raps trägt außerdem zu einer diversifizierten Fruchtfolge und damit zum Erhalt des Ackerbodens und der ökologischen Vielfalt bei: Raps kann anders als andere Energiepflanzen nur alle drei Jahre auf demselben Feld angebaut werden. Gleichzeitig speichert Raps wichtige Nährstoffe im Boden, die von dem im darauf folgenden Jahr angebauten Getreide verwertet werden können – was gleichzeitig Dünger einspart und zu höheren Erträgen führt ...mehr

Gleichwohl vertritt die ölsaatenverarbeitende Industrie die Position: Förderung von Biokraftstoffen nicht um jeden Preis. „Angesichts der Herausforderung, über 7 Mrd. Menschen zu ernähren, gilt für uns bei hohen Preisen bzw. knappem Angebot auf dem Weltmarkt: ‚Food First’ “, erklärt Wilhelm F. Thywissen, Vorsitzender von OVID, dem Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland, zum Auftakt der nature.tec. Dazu gehöre ebenso, Notfallreserven aufzubauen, die als Puffer für die Nahrungsmittelproduktion dienen, um im Fall von Hungerkrisen schnell reagieren zu können. Ebenso ist es notwendig, Erträge zu steigern und in die Kultivierung von degradierten Flächen zu investieren.

„Grundsätzlich sind wir jedoch der Meinung, dass nicht nur die problematischen Seiten von Biokraftstoffen angesprochen werden sollten. In den letzten Jahren mussten Biokraftstoffe als Grund für zahlreiche Probleme wie hohe Lebensmittelpreise und hohe Preisschwankungen herhalten“, Thywissen weiter. OVID fordert hingegen eine differenzierte Betrachtungsweise, die auch die Chancen hervorhebt. Die Bekämpfung von Hunger und Armut muss Priorität haben. Ebenso sind Nachhaltigkeitsstandards wichtig, um Umwelt und Ökologie im Auge zu behalten, wie sie in Deutschland mit den Nachhaltigkeitsverordnungen sichergestellt werden. Auf der anderen Seite leisten Biokraftstoffe einen derzeit nicht zu ersetzenden Beitrag zur Sicherung der energetischen Versorgung auf erneuerbarer Basis und mindern die Abhängigkeit von Erdöl. Entwicklungspolitisch kann der Anbau von agrarischen Rohstoffen für Biokraftstoffe sowohl eine wichtige Einkommensquelle für Entwicklungsländer bilden als auch eine Markt regulierende Funktion übernehmen – indem sie die Weltmarktpreise für agrarische Rohstoffe nach oben und nach unten abfedern und somit Preisschwankungen ausgleichen können. „Diese positiven Aspekte werden oftmals nicht gesehen oder verschwiegen“, so Thywissen.

Sie finden OVID im Rahmen der Internationalen Grünen Woche auf der nature.tec – Fachschau für Bioenergie und nachwachsende Rohstoffe – in Halle 5.2a am Stand „Biokraftstoffe“ (116).

Download der Meldung als PDF-Dokument



Hier finden Sie aktuelle Daten & Grafiken

Hier finden Sie den aktuellen OVID-Brief zum Thema Welternährung