Meldungen

Hier finden Sie aktuelle Presseinformationen zum Verband, seinen Mitgliedern sowie den Themengebieten von OVID. 

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© OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland

 

Biosprit hilft Gabriel beim Klimaschutzziel 2020

Die Bundesregierung plant radikale Einsparungen bei den Treibhausgasemissionen. Der Verkehr soll 10 Millionen Tonnen zusätzlich einsparen. Biodiesel (B100) im Schwerlastverkehr kann helfen. Biosprit ist rund 50 Prozent klimafreundlicher.

Berlin, 02. Dezember 2014. Am Mittwoch berät sich Minister Gabriel mit Vertretern verschiedener Ministerien über das weitere Vorgehen beim Klimaschutz. Deutschland hat sich vorgenommen, die THG-Emissionen bis 2020 auf 750 Millionen Tonnen zu reduzieren. Derzeit liegt der Ausstoß bei etwa 950 Millionen Tonnen. Um das ehrgeizige Ziel zu erreichen, müssen die Emissionen in den nächsten Jahren drastisch um etwa 200 Millionen Tonnen sinken. ...mehr

Laut Zeitungsberichten, die auf ein internes Strategiepapier im Ministerium verweisen, plant Gabriel radikale Einsparungen. So soll der Verkehrssektor durch Biokraftstoffe weitere zehn Millionen Tonnen CO2 einsparen. OVID begrüßt diese Idee und schlägt vor, den Biodieselmarkt (B100) zu reaktivieren. Im Gegensatz zu herkömmlichen Diesel, der nur einen Bioanteil von 7 Prozent hat (B7), besteht B100 vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen.

„Würde der gesamte Schwerlastverkehr in Deutschland auf Biodiesel umgestellt, ließen sich theoretisch mit einem Schlag 43 Millionen Tonnen CO2 einsparen“, so W. Thywissen Vorsitzender von OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie.

Biokraftstoffe sind im Schnitt 50 Prozent klimafreundlicher als herkömmlicher Sprit – und sie werden immer besser. Im Gegensatz dazu verschlechtert sich die Klimabilanz von Erdöl, zum Beispiel durch den Abbau von Schieferölen, wie eine aktuelle Ecofys-Studie belegt.

Ab 2015 wird der Einsatz von Biokraftstoffen über die neue Treibhausgas-Quote von 3,5 Prozent geregelt. Thywissen dazu: „Unser Biokraftstoffe könnten schon heute deutlich mehr zum ambitionierten Klimaschutzziel der Bundesregierung beitragen.

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Weltklimagipfel in Lima: Erhöhung der Produktivität und Flächenschutz zur Treibhausgasreduzierung gehören zusammen

Grain Club fordert Strategien für nachhaltige Produktivitätssteigerungen

Berlin, 02. Dezember 2014. Auf dem gestern begonnenen UN-Weltklimagipfel in Lima werden die Weichen für einen Weltklimavertrag gestellt. Dabei ist der Flächenschutz eines der Schlüsselthemen. „Die nachhaltige Erhöhung der Produktivität auf bestehenden landwirtschaftlichen Anbauflächen ist der beste Flächenschutz und damit der Schlüssel nicht nur für die Begrenzung von Treibhausgasemissionen, sondern auch für eine Verbesserung der Welternährungssituation. Beides ist untrennbar miteinander verbunden“, erklärt Dr. Carl-Stephan Schäfer, Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Pflanzenzüchter e.V. für den Grain Club....mehr

Erst im vergangenen Monat haben Wissenschaftler vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) empfohlen, die Intensivierung der Landwirtschaft zum Schutz von Flächen mit hohem Kohlenstoffgehalt voranzutreiben. Der Grain Club erkennt diese Verantwortung beim Klimaschutz und fordert Strategien für nachhaltige Produktivitätssteigerungen.

„Damit die Anbauerträge stabilisiert und gesteigert werden können, müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Dazu gehört die Bereitstellung von leistungsfähigem Saatgut, um die Effizienz der Produktion unter verschiedensten klimatischen Bedingungen zu steigern. Hinzu kommt die Optimierung von regionalen und globalen Agrarhandelsstrukturen, die zusammen gehören und nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen“, führt Schäfer weiter aus.

Eine große Herausforderung bleibt die Verringerung der Nachernteverluste, so Schäfer: „Hier müssen insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern Investitionen in Verkehrs-, Verarbeitungs- und Lagerungsinfrastruktur zum Beispiel in Kühlanlagen getätigt werden.“ Als großes Problem, das die Landwirtschaft nicht alleine lösen kann, bezeichnete Schäfer die Verluste an nutzbaren Agrarflächen etwa durch Erosion, Urbanisierung und Versiegelung.

Die Pressemitteilung des Grain Clubs kann im Internet unter www.grain-club.de/presse/ abgerufen werden.

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UN-Ernährungskonferenz: Welthungerhilfe stellt sachlich falschen Zusammenhang von Biokraftstoffproduktion zu Nahrungsmittelpreisen her

Berlin, 21. November 2014. OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland hat heute die Behauptung der Welthungerhilfe anlässlich der UN-Ernährungskonferenz als sachlich vollkommen falsch zurückgewiesen, dass Nahrungsmittelpreise in Entwicklungsländern durch eine Quote für Biokraftstoffe in Deutschland steigen würden. Biokraftstoffe haben laut OVID keine preistreibende Wirkung auf agrarische Rohstoffe. Das ist ein Mythos, der von den tatsächlichen Einflussfaktoren auf die Agrarpreise und die Sicherung der Welternährung ablenkt....mehr

Wilhelm F. Thywissen, Präsident von OVID sagte dazu: „Raps wird nicht durch Bauern aus Entwicklungsländern nach Europa exportiert, sondern neben Kanada und Australien vornehmlich in Europa selber angebaut. Da der Bedarf an Rapsöl in Deutschland für die Ernährung weitgehend konstant ist und darüber hinaus erzeugtes Rapsöl nicht auf dem Weltmarkt abgesetzt werden kann, weil es im Vergleich zu Soja- und Palmöl zu teuer ist, wird es für die Biodieselproduktion genutzt.“

Wilhelm F. Thywissen erklärte weiter: „Bei der Herstellung von Biokraftstoffen fällt Rapsschrot als wertvolles und eiweißhaltiges Koppelprodukt an, das als proteinreiches Tierfuttermittel eingesetzt wird zur Erzeugung von tierischen Veredelungsprodukten wie Fleisch oder Milch. 2013 wurden in Deutschland ca. 1,6 Mio. Tonnen Rapsöl zu (ca. 1,6 Mio. Tonnen) Biodiesel weiterverarbeitet. Allein dank der Biodieselproduktion konnten Landwirte 2,4 Millionen Tonnen Rapsschrot an ihre Tiere verfüttern. Das heißt, die Biokraftstoffproduktion bedient mehr die Ernährungskette als den Mobilitätsbereich und trägt damit unmittelbar zur Ernährungssicherung bei.“

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Deutschland kann Eiweißlücke nicht allein schließen

Grain Club zeigt Herausforderungen bei der Futtermittelversorgung auf

Berlin, 13. November 2014. Vertreter des Grain Clubs haben sich heute im Deutschen Bundestag mit Abgeordneten zum Thema Rohstoffversorgung ausgetauscht. „Dank guter Ernten sind die Lager voll und die Preise niedrig. Dies darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir vor allem bei den für die Nutztierfütterung notwendigen Eiweißfuttermitteln vor großen Herausforderungen stehen“, erklärte Wilhelm F. Thywissen, Präsident von OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland für die Verbändeallianz Grain Club. ...mehr

Eiweiß ist besonders wichtig in der Geflügelzucht, aber auch in der Rinder- und Schweinehaltung. Der Selbstversorgungsgrad mit Eiweißfuttermitteln beträgt in der EU nur 30 Prozent – in Deutschland etwa 35 Prozent. Haupteiweißlieferant ist importiertes Soja vorrangig aus Ländern, die verstärkt auf den Anbau von gv (gentechnisch veränderten)-Pflanzen setzen.
 
Der Grain Club warnt vor falschen Erwartungen, die Eiweißlücke in Deutschland und Europa mit Eigenprodukten wie heimischen Körnerleguminosen oder durch Sojaanbau in den Donauanrainerländern schließen zu können: „Trotz aller züchterischer Anstrengung ist klar: Unser Klima in den gemäßigten Breiten wird kurz- und mittelfristig keine ausreichenden Ertragssteigerungen bei Eiweißpflanzen zulassen“, so Thywissen. Nur ein geringer Anteil an Proteinfuttermitteln könnte perspektivisch hinzugewonnen werden.
 
Thywissen: „Die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft braucht dauerhaft große Mengen an Eiweiß, die vom internationalen Markt bezogen werden müssen. Die heimischen Initiativen dürfen nicht dazu führen, dass unsere Äcker nicht mehr effizient genutzt werden. In punkto Wettbewerbsfähigkeit kann der heimische Leguminosenanbau nicht mit international produziertem Soja mithalten. Nicht zuletzt, weil Leguminosen auf gleicher Fläche weniger Eiweiß und Kohlenhydrate liefern als beispielsweise Weizen.“
 
Der Grain Club spricht sich dafür aus, eine ressourceneffiziente agrarische Produktion im Sinne der Wertschöpfung der Verarbeitung zu qualitativ hochwertigen Fleisch-, Milch- und Eierprodukten im Lande zu erhalten und Rechtssicherheit im Umgang mit GVO-Importen zu schaffen.

Die Pressemitteilung des Grain Clubs kann im Internet unter www.grain-club.de/presse/ abgerufen werden.

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Berufsperspektiven in der Ölmühlenindustrie – Karrieretag auf der EuroTier 2014

Jobs und Talente treffen sich erstmals auf der EuroTier 2014 in Hannover


Berlin, 31. Oktober 2014. Auf der EuroTier 2014 in Hannover bietet OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland erstmalig einen Karrieretag an. Auf der Leitmesse für Tierhaltungs-Profis können sich Absolventen von Fach- und Hochschulen sowie Young Professionals über den Berufseinstieg in die Ölmühlenbranche informieren und mit Unternehmensvertretern ins Gespräch kommen.

OVID vertritt 19 international agierende Unternehmen. Am Donnerstag, den 13. November 2014, sind in Halle 15, Stand F 22 in der Zeit von 9.00 bis 17.00 Uhr neben Personalverantwortlichen auch Trainees aus Ölmühlen vor Ort, um aus ihrem Alltag und der Ausbildung zu erzählen. Vorgestellt werden aktuelle Ausbildungsmöglichkeiten sowie Karrierechancen in der Ölmühlenindustrie.
Im Rahmen des Karrieretages findet am 13. November um 12.30 Uhr zudem eine Podiumsdiskussion mit aktuellen Themen rund um den Proteinpflanzenanbau und damit verbundene Nachhaltigkeitsaspekte statt.

Weitere Informationen stehen online unter www.proteinmarkt.de zur Verfügung.

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Hunger ist mehr als nur ein Verteilungsproblem

Nachhaltige Produktionssteigerung zur Sicherung der Welternährung weiterhin unverzichtbar

Bonn, 15.10.2014 „Der aktuelle Welthungerindex belegt, dass die Zahl Hunger leidender Menschen im letzten Jahr um vier Prozent auf 805 Millionen zurückgegangen ist. Die ausreichende Versorgung mit Nahrungsmitteln von prognostizierten neun Milliarden Menschen im Jahr 2050 bleibt dennoch die größte Herausforderung unserer Zeit“, erklärt Dr. Carl-Stephan Schäfer, Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Pflanzenzüchter e. V. (BDP) für den Grain Club.   ...mehr

Theoretisch werden derzeit weltweit ausreichend Nahrungsmittel produziert. Ungleich verteilte Nahrung, fehlendes Kapital, mangelnde Bildung, schlechte Infrastrukturen, gesellschaftliche und politische Instabilität sind aber nur einige der Gründe dafür, dass Hunger und Mangelernährung in den verschiedenen Regionen der Welt zum Alltag gehören. „Die Verteilung von Nahrungsmitteln ist das Problem von heute, die ausreichende Produktion ist die Herausforderung von morgen. Ertragssteigerung, eine deutliche Ausdehnung der Agrarforschung und Stärkung der regionalen Strukturen sind deshalb unerlässlich für die Verbesserung der weltweiten Ernährungssituation“, so Schäfer.   Die Mitgliedsverbände des Grain Clubs bekennen sich zur Verantwortung der gesamten landwirtschaftlichen Branche, ihren Beitrag zur Verbesserung der Versorgung mit Agrarrohstoffen und Nahrungsmitteln zu leisten: Dazu gehört die Bereitstellung von leistungsfähigem Saatgut, um die Effizienz der Produktion unter verschiedensten klimatischen Bedingungen zu steigern. Dazu kommen die Optimierung globaler und regionaler Agrarhandelsstrukturen, um Nachernteverluste zu verringern sowie eine angepasste und bedarfsgerechte Veredelung landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Die Ursachen für Hunger sind komplex und voneinander abhängig.  Branchenübergreifende und interdisziplinäre Projekte, die langfristig angelegt und nicht zuletzt durch die öffentliche Hand gefördert werden, sind der Schlüssel zur Sicherung der Welternährung. Der Grain Club setzt sich für einen konstruktiven Dialog ein und erwartet von Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft, dass dieser angenommen und ernsthaft geführt wird.

Die Pressemitteilung des Grain Clubs kann im Internet unter http://www.grain-club.de/presse/ abgerufen werden.

Forscher entschlüsseln Rapsgenom: Raps heute schon nachhaltiges Multitalent

Berlin, 28. August 2014. „Die ölsaatenverarbeitende Industrie hat das Potenzial von Raps als nachhaltiges Multitalent und essentieller Bestandteil der Fruchtfolge bereits vor Jahren erkannt“ sagt Wilhelm F. Thywissen, Präsident von OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland e. V. Die wenigsten wissen um die Vielseitigkeit von Raps: „Bei der Ölsaatenverarbeitung entstehen Rohstoffe, die u. a. in der häuslichen Küche, in der pharmazeutischen und Kunststoffindustrie, im technischen Bereich und als klimaschonender Energielieferant Anwendung finden“ führt Thywissen aus. Nach der Ernte beginnt für jedes einzelne Teil dieser wertvollen Pflanze eine Reise, die in Salatöl, Margarine, Lecithin für Schokolade oder Snacks, Tierfutter, Farben, Schmierfetten, Kosmetik, Glycerin, Biodiesel oder als ertragssteigernder Humusbildner auf dem Acker enden wird. Umweltfreundlicher Nebeneffekt: Die Rapspflanze hinterlässt keinen Abfall.  ...mehr

Dass sich der Raps zu einem nachhaltigen und ganzheitlich verwertbaren Rohstoff entwickelt hat, ist der Forschung und Züchtung sowie dem nachhaltigen Anbau in der Landwirtschaft zu verdanken: die Erträge von Raps konnten, bei nahezu gleichbleibender Anbaufläche, kontinuierlich gesteigert werden. 2014 rechnen die Experten mit einer Ernte von knapp über 6 Millionen Tonnen.

Die Wissenschaftler um die Gießener Forscher Birgit Samans und Rod Snowdon sprechen dem Raps noch ein weiteres großes Potenzial zur Änderung und weiteren Anpassung zu. Dadurch wird der Raps in Zukunft einen noch größeren Beitrag zu Nachhaltigkeit und Umweltschutz leisten können.

Rapsöl:

Rapsöl ist seit Jahren die unangefochtene Nummer eins in deutschen Küchen. Das beliebte Speiseöl ist ernährungsphysiologisch das gesündeste unter den Pflanzenölen: Es ist reich an Vitamin E, hat einen hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren und die im Rapsöl reichlich enthaltenen einfach ungesättigten Fettsäuren können den Cholesterinspiegel regulieren. Allein im Jahr 2013 verarbeiteten die OVID-Mitgliedsunternehmen in Deutschland 8,8 Millionen Tonnen Rapsöl und produzierten 5 Millionen Tonnen Rapsschrot

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Russischer Importstopp für Lebensmittel

Neben Fundamentalfaktoren sind politische Ereignisse die maßgeblichen Einflussfaktoren für Rohstoff- und Nahrungsmittelpreise

Berlin, 7. August 2014. Das von Russland verhängte Einfuhrverbot für Lebensmittel macht deutlich, welche Entwicklungen eine tatsächliche Auswirkung auf die Rohstoff- und Nahrungsmittelpreise haben. Auch wenn die ölsaatenverarbeitende Industrie zurzeit von den Sanktionen nicht betroffen ist, zeigt die aktuelle Situation, dass neben den Fundamentalfaktoren Wetterverhältnisse und Ernte(erwartung), den veränderten Konsumgewohnheiten sowie den steigenden Energiepreisen auch die politischen Rahmenbedingungen einen erheblichen Einfluss auf die Preise haben.


„Dass Biokraftstoffe eine preistreibende Wirkung auf agrarische Rohstoffe haben ist hingegen ein Mythos, der von den tatsächlichen Einflussfaktoren auf die Agrarpreise und die Sicherung der Welternährung ablenkt“, so Wilhelm F. Thywissen, Präsident von OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland. So stellen die Autoren der jüngst veröffentlichten Studie „Biofuels: Agricultural commodity prices, food security and resource use“ Prof. Dr. Dr. h.c. Harald von Witzke und Dr. Steffen Noleppa fest: „Es steht außer Frage, dass auch Biokraftstoffe die Nachfrage nach Agrarprodukten erhöhen. Die tatsächlichen Auswirkungen der Biokraftstofferzeugung und deren Verbrauch zu bestimmen, erfordert noch weitere Forschungsanstrengungen. Dennoch ist heute schon offensichtlich, dass der Effekt der Biokraftstoffe auf Preise und Beanspruchung von Ressourcen vergleichsweise gering ist.“

Im Fall der Ölsaaten ist der Preis maßgeblich von der Erntemenge und der Qualität des Rohstoffs abhängig. Das Preisniveau von Raps hat sich in den vergangenen zwei Jahren erheblich abgeschwächt, bei einer im Wesentlichen gleichbleibenden Biokraftstoffproduktion:

Tabelle: Rapspreise (im Erntemonat Juli, Quelle: MATIF / Euronext)

Jahr

16.7.2012

8.7.2013

1.7.2014

in € / t

504

406

340

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Infografik: Raps – nachhaltig von Kopf bis Fuß

Die Ernte ist in vollem Gange: wichtige Fakten über das wahre Multitalent Raps.

Berlin, 29. Juli 2014. Wenn gerade in Deutschland auf einer Fläche von rund 1,4 Mio. Hektar um die 5,9 Mio. Tonnen Raps geerntet werden, beginnt für jedes einzelne Teil dieser wertvollen Pflanze eine Reise, die in Salatöl, Margarine, Lecithin für Schokolade oder Snacks, Tierfutter, Farben, Schmierfetten, Kosmetik, Glycerin, Biodiesel oder als ertragssteigernder Humusbildner auf dem Acker enden wird. Die wenigsten wissen um die Vielseitigkeit von Raps, dessen Vorzüge von Saat bis Wurzel zu finden sind. Die Rapspflanze hat in puncto Nachhaltigkeit außerdem einen weiteren Vorteil: sie hinterlässt keinen Abfall.   ...mehr

Bei der Rapsverarbeitung fallen 40 % Öl und 60 % Schrot, das als proteinreiches Tierfuttermittel eingesetzt wird, an. 2013 wurden in Deutschland ca. 1,6 Mio. Tonnen Rapsöl zu (1,6 Mio. Tonnen) Biodiesel weiterverarbeitet. Allein dank der Biodieselproduktion konnten Landwirte 2,4 Millionen Tonnen Rapsschrot an ihre Tiere verfüttern. Diese Menge ist wichtig, weil Deutschland einen Selbstversorgungsgrad mit Proteinen aus heimischen Futtermitteln von nur 37 % hat.

2015 sollen jedoch in Deutschland neue gesetzliche Rahmenbedingungen für Biokraftstoffe gelten, die diesen gut funktionierenden und nachhaltigen Kreislauf in weiten Teilen bedrohen: Im Verkehrsbereich muss der Ausstoß von Treibhausgasen (THG) um 3,5 % reduziert werden. Die Mineralölindustrie erreicht dieses Ziel mit dem Einsatz von klimafreundlichen Biokraftstoffen. Dabei gilt, je besser die THG-Einsparung von Biokraftstoffen, desto weniger davon muss die Mineralölindustrie beimischen –  und umso mehr klimaschädliches Mineralöl kommt dann in den Umlauf. Obwohl der Gesetzgeber bei Biokraftstoffen eine THG-Einsparung von 35 % im Vergleich zu Mineralölen verlangt, kann die Branche Biodiesel mit einer THG-Einsparung von 55-60 % liefern. Dadurch können die THG-Emissionen im Verkehrsbereich sogar um 4 % gesenkt werden. Bleibt es hingegen bei der geplanten THG-Reduktion von 3,5 %, wird eine Gelegenheit zu mehr Umweltschutz verpasst und die Biokraftstoffbranche wird ihre aktuelle Produktion nicht mehr so gut absetzen können, was fatale Folgen auch für den Rapsanbau in Deutschland haben könnte.

Sinkt die Nachfrage nach nachhaltig produziertem Biodiesel auf Raps-Basis, könnten sich Landwirte für andere Kulturen entscheiden. Mangels des Rapsschrots für die Tierfütterung wird der Bedarf an Proteinimporten aus Übersee steigen.

Der kostenfreie Abdruck der Infografik ist unter Nennung des Copyrights „OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland e.V. / Anita Drbohlav, www.paneemadesign.com gestattet.

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Warum Biokraftstoffe nicht für alles Böse in der Welt verantwortlich sind – aber gern gemacht werden

Wieso passen Biokraftstoffe perfekt in das Beuteschema der Empörungskultur, selbst wenn die Fakten dagegen sprechen? Wie kommt es, dass sie für Regenwaldrodungen, Völkervertreibungen und Hunger verantwortlich gemacht werden? OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie sprach mit dem Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx über die Falle der Schuldzuweisung und darüber, warum Biokraftstoffe der perfekte Sündenbock sind.

Berlin, 13. Juni 2014. Publizist Matthias Horx erklärt, wie der Mensch, irregeleitet von Gehirnmechanismen und angetrieben von professioneller Hysterie, blind in der Psychofalle landet: Er konstruiere gerne Kausalitäten, wo gar keine seien. Schuld daran sei die Überlebensstrategie unserer Vorfahren, denn obwohl wir in einer Zivilisation leben, in der die alten Knapphalten und Mängel weitestgehend beseitigt sind, arbeite unser Alarm-Radar unentwegt weiter, sagt Horx. Komplexen Problemen stünden wir größtenteils ohnmächtig gegenüber, daher versuche unser Hirn, durch Schuldzuweisungen einen Verantwortlichen zu finden.  ...mehr

„Die Biokraftstoffbranche ist wahrhaftig nicht die einzige Branche, die unter diesem Schuld-Übertragungs-System leidet“, führt Horx aus. Die Gefahr, die von der pauschalen Schuldzuweisung ausgehe, sei groß: Raste die vermeintliche Kausalität erst einmal ein, so Horx, ließen wir nur noch Informationen an uns heran, die unser Vorurteil bestätigen. Eine sachliche Diskussion finde dann nicht mehr statt. „Wir brauchen als hochtechnische Gesellschaft ein gewisses Grundvertrauen, einen Willen zur Kooperation, zur Problemlösung. Die ständige Empörungs- und Angst-Bereitschaft könnte besonders fatale Nebenwirkungen haben, wenn wir mal wirklich eine Krise erleben“, so Horx. An die vielen „Krisen“ gewöhnt, könne der Mensch eine ernsthafte Bedrohung von einer konstruierten kaum noch unterscheiden.

Das zum Abdruck freigegebene Interview mit dem Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx finden Sie hier.

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Grain Club: Entscheidung der EU-Umweltminister erhöht Rechtsunsicherheit

Grain Club kritisiert Schwächung des einheitlichen Binnenmarktes


Berlin, 12. Juni 2014. Der Grain Club kritisiert die heutige Entscheidung der EU-Umweltminister, nach der künftig die Mitgliedsstaaten den Anbau von der EU genehmigter gentechnisch veränderten Pflanzen (GVO) auf eigenem Hoheitsgebiet nachträglich verbieten können – auch ohne wissenschaftliche Grundlage. Die Mitgliedsverbände des Grain Clubs sehen darin einen Tabubruch, der den europäischen Binnenmarkt schwächt und sich in anderen Bereichen wiederholen und nachteilig auf Innovationen und Fortschritt auswirken könne.  ...mehr

Die gefühlte Ablehnung der Bevölkerung gegenüber Gentechnik ist offenbar so groß geworden, dass wissenschaftliche Fakten und Argumente nun auch keine Rolle mehr bei politischen Entscheidungen spielen sollen. „Bisher hat Deutschland alle Initiativen der EU-Kommission insbesondere mit Verweis auf die Beeinträchtigung des gemeinschaftlichen Binnenmarktes zu Recht zurückgewiesen“, kommentiert Wilhelm F. Thywissen, amtierender Präsident des Grain Clubs, die heutige Abstimmung, bei der sich die Bundesregierung nunmehr klar für die Möglichkeit von Anbauverboten für gentechnisch veränderte Pflanzen in Deutschland entschieden hat.

Der Grain Club vertritt hingegen die Position, anstatt den Stellenwert wissenschaftlicher Genehmigungsverfahren von Produkten zu schwächen, sollten vielmehr die Handlungsfähigkeit von Unternehmen durch Schaffung rechtssicherer technischer Lösungen für den Umgang mit unbeabsichtigten GVO-Spuren gestärkt werden.

Der nun von den EU-Umweltministern verabschiedete Vorschlag der griechischen Ratspräsidentschaft muss im nächsten Schritt ein Trilogverfahren durchlaufen, bevor er von den einzelnen Mitgliedsstaaten in nationale Gesetzesentwürfe umgesetzt werden kann.

Die Pressemitteilung des Grain Clubs kann im Internet unter http://www.grain-club.de/presse/ abgerufen werden.

Über den Grain Club
Der Grain Club ist eine Allianz von Verbänden der Lebens- und Futtermittel-wirtschaft. Die Mitglieder des Grain Clubs repräsentieren die verschiedenen Stufen der Getreide-, Futtermittel- und Ölsaatenwirtschaft. In der Wertschöpfungskette der Agrar- und Ernährungswirtschaft sind die Mitgliedsunternehmen dieser Verbände in den der Landwirtschaft vor- und nachgelagerten Bereichen Verarbeitung, Herstellung und Handel tätig. Zum Grain Club gehören: Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft e. V., Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e. V., Deutscher Raiffeisenverband e. V., Deutscher Verband des Großhandels mit Ölen, Fetten und Ölrohstoffen e. V., Deutscher Verband Tiernahrung e. V., OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland e. V., Verband Deutscher Mühlen e. V. sowie der Verein der Getreidehändler der Hamburger Börse e. V.

Kontakt Grain Club:
Sekretariat bis 30.06.2014:
OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland e. V.
Am Weidendamm 1a, 10117 Berlin
Tel: +49 (0) 30 726 259 -30, Fax: +49 (0) 30 726 259 99
E-Mail:  karotki@ovid-verband.de
Internet Grain Club: www.grain-club.de

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Futtermittel: Einheitliche Standards für mehr Sicherheit und Transparenz – Ölmühlenindustrie begrüßt wichtigen Schritt von europäischen Zertifizierungssystemen

Berlin, 6. Mai 2014. Seit Mai gelten vergleichbare Standards der europäischen Zertifizierungssysteme für Futtermittelsicherheit EFISC sowie AIC, GMP+, OVOCOM und QS; diese Anerkennung teilten die Standardgeber Anfang des Monats mit. Aus Sicht der ölsaatenverarbeitenden Industrie ist damit eine wichtige Lücke für mehr Transparenz und Sicherheit bei Futtermitteln geschlossen worden.

„Vergleichbare Standards und eine Zusammenarbeit zwischen den europäischen Zertifizierungssystemen verbessern die Qualitätskontrolle von Futtermitteln und erleichtern den Unternehmen entschieden den Handel im europäischen Markt“, so Wilhelm F. Thywissen, Präsident von OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland.  ...mehr

Das europäische Zertifizierungssystem für Futtermittelsicherheit EFISC (European Feed Ingredients Safety Certification) wurde von der europäischen Öl- und Proteinfutterindustrie gemeinsam mit der europäischen Stärkeindustrie mit dem Ziel einer Verbesserung der Futtermittelsicherheit in Europa entwickelt.

Seit seinem Start 2010 findet es breite Zustimmung in der Branche, mittlerweile sind 76 Unternehmen aus 13 EU Ländern dem freiwilligen Zertifizierungssystem beigetreten. Mehr Informationen zu:

- EFISC: Europäisches Zertifizierungssystem für Futtermittelsicherheit, www.efisc.eu
- AIC: Europäisches System für Sicherheit in der Agrarzulieferkette (Ursprung: UK) www.aictradeassurance.org.uk
- GMP+: Weltweites tätiges Zertifizierungssystem für Futtermittelsicherheit (Ursprung: NL) www.gmpplus.org
- OVOCOM: Belgisches Zertifizierungssystem für Futtermittelsicherheit, www.ovocom.be
- QS: Qualität und Sicherheit GmbH, Prüf- und Qualitätssicherungssystem für die Herstellung, Verarbeitung und Vermarktung von Lebensmitteln, www.q-s.de

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Welternährung: Leistungsstarke Partner aus der Agrarwirtschaft erforderlich

Ertragssteigerungen vor Ort sind Schlüssel im Kampf gegen Hunger

Berlin, 6. Mai 2014. Wenn ab morgen der Leitungsrat der Neuen Allianz für Er-nährungssicherheit im nigerianischen Abuja zusammentritt, wird eines schnell deutlich werden: Kleinbäuerliche Strukturen allein können die Armut auf der Welt nicht besiegen. Um die wachsende Weltbevölkerung ernähren und der Landbevölkerung in Entwicklungsländern eine stabile Perspektive bieten zu können, bedarf es leistungsstarker Partner. „Produktivität und Ertragssteigerungen, eine funktionierende Infrastruktur und nicht zuletzt Knowhow, beispielsweise bei der Bewässerung oder Düngung, sind der Schlüssel, um vor Ort die wirtschaftliche und gesundheitliche Situation der Menschen zu verbessern. Dazu leisten Kooperationen von Unternehmen und Genossenschaften im Agrarbereich im Schulterschluss mit Organisationen der Zivilgesellschaft, der lokalen Bevölkerung und nicht zuletzt der Politik einen entscheidenden Beitrag“, betont  Wilhelm F. Thywissen, amtierender Präsident des Grain Clubs.   ...mehr

Der Grain Club weiß, wovon er spricht. Der Zusammenschluss von acht der bedeutendsten Verbände aus den Bereichen Pflanzenzüchtung, Agrarhandel und Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse hat gerade erst in Koope-ration mit dem F.A.Z.-Forum eine Welternährungskonferenz ausgerichtet, auf der nicht nur Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt der Landwirt-schaft in Deutschland mit ihrer Effizienz und Ertragsstärke den Rücken stärkte.

Auch der Wissenschaftler Dr. Matin Qaim, Professor für Welternährung und Rurale Entwicklung an der Georg-August-Universität Göttingen, zeigt ange-sichts einer Weltbevölkerung von neun Milliarden Menschen im Jahr 2050 und einer erwarteten Zunahme der Nahrungs- und Futtermittelnachfrage von 70 Prozent der Ausrichtung der Politik auf eine extensive Landwirtschaft die rote Karte. „Wir können nicht mit ökologischer Landwirtschaft, die übrigens global betrachtet nicht nachhaltig ist, die Welt von heute und morgen ernähren! Diese romantischen Vor-stellungen müssen wir überwinden. Das erfordert nicht zuletzt ein gesellschaftliches Umdenken“, fordert der Experte.

Angesichts des Treffens des Leitungsrates der Neuen Allianz für Ernährungs-sicherheit weist der Grain Club auch auf die Bedeutung branchenübergrei-fender und interdisziplinärer Projekte hin. Beispielhaft nennt die deutsche Agrarallianz Kooperationen in Äthiopien, die als Ziel die Steigerung von Nahrungsmitteln aus einheimischer Produktion haben. Neue Pflanzensorten, die Bereitstellung und der Verleih moderner Landmaschinen sowie ein Weiterbil-dungszentrum für 1.500 Absolventen stärken die Innovationsfähigkeit der äthiopischen Partner vor Ort. Eine Nachhaltigkeit, die sowohl die wirtschaftlichen als auch die sozialen und ökologischen Faktoren berücksichtigt.

Die Pressemitteilung des Grain Clubs kann im Internet unter http://www.grain-club.de/presse/ abgerufen werden.

Über den Grain Club
Der Grain Club ist eine Allianz von Verbänden der Lebens- und Futtermittel-wirtschaft. Die Mitglieder des Grain Clubs repräsentieren die verschiedenen Stufen der Getreide-, Futtermittel- und Ölsaatenwirtschaft. In der Wertschöpfungskette der Agrar- und Ernährungswirtschaft sind die Mitgliedsunternehmen dieser Verbände in den der Landwirtschaft vor- und nachgelagerten Bereichen Verarbeitung, Herstellung und Handel tätig. Zum Grain Club gehören: Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft e. V., Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e. V., Deutscher Raiffeisenverband e. V., Deutscher Verband des Großhandels mit Ölen, Fetten und Ölrohstoffen e. V., Deutscher Verband Tiernahrung e. V., OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland e. V., Verband Deutscher Mühlen e. V. sowie der Verein der Getreidehändler der Hamburger Börse e. V.

Kontakt Grain Club:
Sekretariat bis 30.06.2014:
OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland e. V.
Am Weidendamm 1a, 10117 Berlin
Tel: +49 (0) 30 726 259 -30, Fax: +49 (0) 30 726 259 99
E-Mail:  karotki@ovid-verband.de
Internet Grain Club: www.grain-club.de

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Raps: Nachhaltig von Kopf bis Fuß!

Berlin, 28.04.2014. Die Rapsblüte ist in vollem Gange und es wird Zeit, mit dem Vorwurf, Raps sei eine Monokultur, aufzuräumen. Im Gegenteil: Der Raps kann nur alle drei bis vier Jahre auf derselben Fläche angebaut werden (Fruchtfolge). Es sind Jahr für Jahr andere Felder, die sich im Frühling gelb einfärben.

Der Rapsanbau hat hierzulande eine langjährige erfolgreiche Tradition. Deutschland ist ein idealer Standort für Raps, der sich in tonreichen Böden am wohlsten fühlt. Diese Vorliebe teilt der Raps mit dem Weizen. Beide Kulturen verbindet aber noch mehr: Wird Weizen auf einer Fläche angebaut, auf der im Jahr zuvor Raps gediehen hat, erhöht sich sein Ertrag um bis zu 11 % im Vergleich zu Weizen, der auf Weizen folgt. Raps leistet damit einen natürlichen und nachhaltigen Beitrag zur Ertragssteigerung pro Hektar....mehr

Doch warum ist Raps eine so wertvolle Pflanze? Die wenigsten wissen um die Vielseitigkeit von Raps, dessen Vorzüge von Kopf bis Fuß, das heißt von Saat bis Wurzel, zu finden sind. Die Rapspflanze hat in puncto Nachhaltigkeit außerdem einen weiteren Vorteil: sie hinterlässt keinen Abfall.

Die Rapsblüte ist mit ihrer Farbe und ihrem Duft ein Liebling der Bienen.

Die Pfahlwurzel der Rapspflanze lockert den Boden auf und dient als Stickstoffspeicher, was für die darauffolgende Ackerfrucht einen geringeren Düngemitteleinsatz notwendig macht sowie zur Verbesserung der Fruchtfolge dient.

Besonders gut tut das dem Weizen.Aus der Rapssaat wird ca. 40 % wertvolles Öl und 60 % Schrot gewonnen, ein heimisches und hochwertiges Proteinfuttermittel, das die Abhängigkeit von Tierfutter-Importen verringert.

Das Rapsstroh kann als idealer Humusbildner auf dem Acker verbleiben

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Vielseitiger Raps: Vom gelben Feld ab in die Zahnpasta

Nicht nur zum bunten Salat: Ölsaat dient als heimisches Tierfutter wie auch als Inhaltsstoff für Kosmetik

Berlin, 22.04.2014. Da kommt kaum eine Ackerpflanze mit: Die Rapspflanze ist mit ihrem gesunden Öl nicht nur ernährungsphysiologisch das perfekte wie auch bei den Deutschen das beliebteste Speiseöl, sondern wird nach der Ernte von diversen Branchen umworben. So kann man das Pflanzenöl eben nicht nur als Speiseöl essen und braten, als Schokoladenguss naschen oder als Grillmarinade schlecken, sondern kann seine Nebenprodukte als natürlichen Feuchtigkeitsspender in Lippenstiften, Zahnpasten und Kaugummis entdecken oder als natürliche Schaumbremse für Waschmittel verwenden.  ...mehr

Wenn jetzt auf circa 1,4 Mio. Hektar die Rapsfelder blühen, reifen in den vierzähligen Blüten die schwarzen Rapskörner heran, die im Sommer geerntet werden. Was viele nicht wissen: Nur der kleinere Teil des Rapskorns wird in Ölmühlen zu Öl verarbeitet; sein Ölgehalt liegt bei rund 40 Prozent. Der mit 60 Prozent größere Anteil wird als Schrot für hochwertiges und heimisches Tierfutter zur Verfügung gestellt.

Aus dem Öl werden rund 10 Prozent Lecithin sowie in weiteren Verarbeitungsschritten Glycerin gewonnen. Lecithin sorgt beispielsweise für eine knusprige Kruste beim Brotbacken, bringt Schokolade zum Glänzen und hilft, Kaffee und Kakao in Instantpulver zu verwandeln. Glycerin dient vor allem der Kosmetik- und Pharmaindustrie als Feuchtigkeitsspender.

Sind alle wertvollen Stoffe, wie eben Lecithin und Glycerin, dem Rapsöl entzogen, kann das verbleibende Restöl außerdem als mobiler Energieträger eingesetzt werden: Methylester aus Raps und anderen Pflanzenölen ersetzen schon heute rund 6 Prozent der fossilen Kraftstoffe in Deutschland.

Geernet wird die Rapssaat in den Monaten Juli und August, wenn das Rapsfeld nicht mehr leuchtet, sondern von der Sonne goldbraun verfärbt ist. In diesen Frühlingstagen aber gehören die gelben Blüten erst einmal den Bienen. Die machen auch etwas aus der Pflanze: Honig natürlich.

Und noch ein Produkt geht auf das Konto der Rapspflanze: Der Vorbote des Sommers verbreitet sofort und auch noch gratis gute Laune für alle.

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Hier finden Sie aktuelle Daten & Grafiken

Hier finden Sie den aktuellen OVID-Brief zum Thema Welternährung