Meldungen

Hier finden Sie aktuelle Presseinformationen zum Verband, seinen Mitgliedern sowie den Themengebieten von OVID. 

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Biokraftstoffe: Berichte über Ausweitung falsch

EU plant Obergrenze ohne Bestandsschutz anstelle verpflichtender Quote 

Berlin, 12.12.2013. In den Medien ist im Zusammenhang mit der Tagung des EU Energie- und Umweltrates am 12. und 13. Dezember häufig von einer „Ausweitung der Quote für Biokraftstoffe“ die Rede. Die stellvertretende Vorsitzende des Umweltausschusses (ENVI) im Europäischen Parlament Christa Klaß spricht von einem Missverständnis: „Zur Debatte steht nicht die Ausweitung konventioneller Biokraftstoffe. Ganz im Gegenteil: Der europäische Gesetzgeber wird eine Deckelung beschließen, die weder Bestandsschutz der Produktion noch Absatzgarantie einräumt“.  ...mehr

Die Minister wollen sich auf eine veränderte Zielsetzung bei Biokraftstoffen in Europa einigen. Unabhängig vom konkreten Ergebnis scheint es unumstritten, dass es zu einer Reduzierung der Verwendung von Biokraftstoffen in der EU kommen wird: Das vereinbarte EU-Ziel, 10 % Erneuerbare Energien im Verkehrsbereich im Jahr 2020 einzusetzen, bleibt unberührt. Nur die Anreizsysteme innerhalb dieser Vorgabe werden derart angepasst, dass Biokraftstoffe der ersten Generation der Lückenfüller sind.

Innerhalb der 10 %-Vorgabe konkurrieren diverse Biokraftstoffe untereinander: Der litauische Kompromissvorschlag sieht für Biokraftstoffe der ersten Generation eine maximale Obergrenze von 7 % vor (im Englischen: „cap“). Für Biokraftstoffe der zweiten Generation (z. B. aus Algen oder Stroh) hingegen ist ein verbindlicher Mindestwert (Quote) von 2,5 % vorgesehen. Innerhalb der 10 %-Vorgabe sollen auch noch auf Abfall- und Reststoffen basierte Biokraftstoffe doppelt und Elektromobilität 2,5-fach (Schiene) bis 5-fach (Straße) angerechnet werden. Durch diesen Rechentrick wird der Druck von oben auf das „cap“ noch verstärkt, d. h. es können am Ende auch beispielsweise nur 6 % oder 3 % für Biokraftstoffe der ersten Generation übrig bleiben; mit allen Konsequenzen wie auch dem damit einhergehenden Rückgang des Rapsanbaus in der EU.

Eine maximale Obergrenze („cap“) von 7 % gewährt keine Sicherheit für  Produktion und Absatz im Sinne der Bestandsschutzregelung. Der Anteil konventioneller Biokraftstoffe kann durch die Mitbewerber reduziert werden. Biokraftstoffe der ersten Generation werden damit zum Lückenfüller in der
10 %-Vorgabe.

Status Quo in der EU
Bis 2020 sollen im Verkehrssektor 10 % der Energie aus erneuerbaren Quellen stammen.

Status Quo der Umsetzung in Deutschland
- 6,25 %-Quote (energetisch): Die Mineralölwirtschaft ist verpflichtet, 6,25 % des von ihr in Umlauf gebrachten Kraftstoffs auf Basis von Biokraftstoffen zu verwenden. Bei Nicht-Einhaltung drohen der Mineralölwirtschaft Strafzahlungen.
- B7: Fossilem Kraftstoff darf seit 2009 bis zu 7 % Biodiesel (Volumen) beigemischt werden (DIN EN 590). B7 ist der geltende Diesel-Regelkraftstoff.

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NDR 1: Politiker planen mit iLUC ein Bürokratiemonster

Mecklenburg-Vorpommern ist Deutschlands Rapsanbaugebiet Nummer 1. Kein Wunder, dass die NDR-Landeswelle genau hinguckt, wenn Brüssel jetzt die Gesetzeslage für Biodiesel ändern will. Was die geplante Installation sogenannter iLUC-Faktoren (iLUC, englische Abkürzung für indirekte Landnutzungsänderungen) zum Nachteil von Rapsöl als Rohstoff für Biodiesel bedeuten würde und was Wissenschaftler, Landwirte und OVID kritisieren, hören Sie in dem Radio-Mitschnitt vom 27.9.2013.

Zeitungen: Rapsbauern fassungslos über EU-Kurs bei Biodiesel

Die EU will den Einsatz von Biodiesel beschränken und plant, mit der Einrechnung sogenannter indirekter Landnutzungsänderungen, den Rapsanbau in Europa für Regenwaldrodungen abzustrafen. Das wäre das Ende von Rapsöl als Basis für Biodiesel. Niedersachsens Landwirte verstehen die Welt nicht mehr. Die Braunschweiger Zeitung sowie fünf andere Zeitungen der Region berichten.

Hier der Artikel 27.9. 2013 mit der Überschrift "Wir wollen unseren Raps behalten"


Rapsöl ist mit 60%-Anteil am inländischen Konsum von Pflanzenölen weiterhin die Nummer 1 in Deutschland

Deutschland hat einem Anteil von nur 2% am weltweiten Palmölkonsum

Berlin, 11. 9. 2013
Der weltweite Konsum von Pflanzenöl ist aufgrund der wachsenden Bevölkerungszahl im vergangenen Jahr von 145 Mio. Tonnen in 2011 auf 158,8 Mio. Tonnen in 2012 gestiegen. Nach wie vor sind Palmfrüchte, Sojabohnen und Rapssaaten weltweit die bedeutendsten Pflanzenöllieferanten: Von einer Gesamtproduktion von 161,2 Mio. Tonnen im Jahr 2012 entfallen 53,7 Mio. Tonnen (33%) auf Palm-, 41,7 Mio. Tonnen (26%) auf Soja- und 24,5 Mio. Tonnen (15%) auf Rapsöl, was auch dem Verbrauch entspricht, wie die heute von OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland veröffentlichten Zahlen und Grafiken zeigen.  ...mehr

In Deutschland sieht die Gewichtung anders aus. Bei den rund 5,2 Mio. Tonnen Pflanzenöl, die 2012 hierzulande verbraucht wurden, ist das Rapsöl weiterhin die unschlagbare Nummer 1 mit einem Anteil von rund 60%. „Rapsöl ist reich an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren und zählt ernährungsphysiologisch zu den gesündesten Ölen“, so Petra Sprick, Geschäftsführerin von OVID. Neben der Verwendung als Speiseöl wird Rapsöl auch im industriell-technischen Umfeld genutzt und zu Biodiesel weiter verarbeitet.

An dem weltweiten Palm- und Palmkernölkonsum ist Deutschland lediglich mit einem Anteil von 2% beteiligt. In Indonesien, Indien und China wird mit 39% der Löwenanteil an Palmöl verbraucht. Palmöl als weltweit wichtigstes Pflanzenöl ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Erzeugerländern wie Indonesien und Malaysia und für die Ernährungsindustrie aufgrund seiner hervorragenden Struktureigenschaften unverzichtbar. Unter den Ölpflanzen hat die Ölpalme den mit Abstand höchsten Ertrag: So wird aus 6% der weltweiten Anbaufläche für Ölpflanzen 39% des Pflanzenöls gewonnen. Die aktuellen Daten und Grafiken finden Sie auf der OVID-Website.

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Gespaltenes Biokraftstoff-Votum im EU-Parlament: OVID setzt nun Hoffnung auf Ministerrat

Sanktionierung indirekter Landnutzungsänderungen konnte Plenum in Straßburg nicht überzeugen

Berlin, 11. 9. 2013 „Das Europäische Parlament hat bewiesen, dass es sich trotz massiven Drucks von Nichtregierungsorganisationen nicht zu Kurzschlussaktionen hinreißen lässt“, kommentiert OVID-Präsident Wilhelm F. Thywissen die heutige Abstimmung im Plenum über die Zukunft von konventionellen Biokraftstoffen. Die gespaltene Haltung der Abgeordneten über die Sanktionierung sogenannter indirekter Landnutzungsänderungen zeige, dass die Politiker von den modellhaften Annahmen nicht überzeugt sind.  ...mehr

Das Europäische Parlament hat heute der Berichterstatterin und iLUC-Fürsprecherin Corinne Lepage kein Mandat zur direkten Verhandlungsaufnahme mit dem Ministerrat erteilt. Nun müssen sich Kommission und Ministerrat zunächst einigen, bevor das Verfahren wieder zurück ans Parlament geht.

OVID lehnt die Einführung von iLUC-Faktoren zur Abstrafung der Biokraftstoffindustrie ab. „Die ilUC-Theorie fußt weder auf einer wissenschaftlichen Grundlage, noch ist sie gegenüber dem erwiesenermaßen nachhaltigen europäischen Rapsanbau und der insgesamt nachhaltig arbeitenden Biodieselverarbeitungskette fair“, erneuert Wilhelm F. Thywissen seine Kritik. Führende Ökobilanz-Experten wie Professor Mathias Finkbeiner von der TU Berlin vergleichen die iLUC-Methode mit dem „Blick in die Kristallkugel“. Biodiesel, das in Europa vor allem auf Basis von Raps produziert wird, ist schon heute in seiner Klimabilanz weit über 50 Prozent besser als fossiler Diesel.

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Palmöl: Deutsche Ernährungsindustrie Vorreiter bei Nachhaltigkeitszertifizierung

Berlin, 30. August 2013. Die deutsche Ernährungsindustrie ist Vorreiter bei der Zertifizierung von nachhaltig erzeugtem Palmöl. Sie stellt beim Round Table on Sustainable Palmoil (RSPO) die größte Mitgliedergruppe und spricht sich für den Einsatz von nachhaltigem Palmöl aus. Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie und ihre Mitgliedsverbände halten deshalb die in der Ökotest-Ausgabe vom 30. August 2013 vorgenommenen kritische Beurteilung der Nachhaltigkeit beim Bezug von Palmöl für nicht gerechtfertigt.  ...mehr

Derzeit bestehen im Rahmen des Round Table on Sustainable Palmoil (RSPO) verschiedene Handelsoptionen, um nachhaltiges Palmöl zu beziehen. Alle im RSPO vorgesehenen Handelsoptionen – sowohl „Book and Claim“ als auch „Mass Balance“, „Segregated“ und „Identity Preserved“ – setzen eine nachhaltige Erzeugung von Palmöl voraus und unterliegen einheitlichen Nachhaltigkeitskriterien. Je mehr zertifiziertes Palmöl eingesetzt wird, desto nachhaltiger ist die Palmölproduktion in den Erzeugerländern – unabhängig davon, welche Handelsoption gewählt wird. Ökotest hat jedoch im aktuellen Margarine-Test die gewählten Handelsoptionen als entscheidendes Kriterium für die Produktabwertung herangezogen. Diese Vorgehensweise ist unsachgemäß und wird von den Branchenverbänden scharf kritisiert. „Alle getesteten Margari-nehersteller beziehen nachhaltig zertifiziertes Palmöl. Eine Abwertung ist nicht nachvollziehbar“, kommentiert Karl-Heinz Legendre, Geschäftsführer des Deutschen Margarineverbands, das Testergebnis.

Die unterschiedlichen Handelsoptionen bei nachhaltigem Palmöl sorgen für eine schnelle Marktdurchsetzung von nachhaltigem Palmöl; die Zertifikate-Handelsoption (Book and Claim) ermöglicht zum Beispiel einen günstigeren Bezug von nachhaltigem Palmöl, da keine getrennte Logistik erforderlich ist. „Definiert man die Kriterien von Anfang an zu ehrgeizig, tun sich die Marktteilnehmer erfahrungsgemäß schwer mit der Umsetzung und nachhaltiges Palmöl würde ein Nischenprodukt bleiben“, erklärt Petra Sprick, Geschäftsführerin des Verbands der ölsaatenverarbeitenden Industrie (OVID).

Weitere Informationen zum Thema Palmöl entnehmen Sie bitte dem aktuellen BVE-Positionspapier sowie dem Informationsangebot von OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie (OVID Brief zu Palmöl) und des Margarineverbands www.margarine-institut.de.

Das BVE-Positionspapier finden Sie unter:
http://www.bve-online.de/presse/positionspapiere-reden

Für Rückfragen:
BVE
Tel. +49 30 200786-0
bve@bve-online.de

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OVID-Kritik an EU-Plänen für Biodiesel auf Antenne Brandenburg

Brandenburgs Rapsbauern fürchten um ihre gelben Felder, sollte die EU die Kehtwende in Sachen Biodiesel beschliessen. Die RBB-Welle Antenne Brandenburg - reichweitenstärkster Sender der Region - portraitierte am 20.8. einen Landwirt mit seinen Sorgen und sendete OVIDs Kritik an der EU-Politik.

Hier der Radio-Mitschnitt vom 20.8.2013.

OVID-Präsident im Interview mit der Zeit

Unter der Überschrift "Wir nehmen keinem das Essen vom Teller" wehrt sich OVID-Präseident Wilhelm F. Thywissen gegen die Kritik an Biokraftstoffen.

Hier das vollständige Interview vom 7.8.2013.

 

 

Neue Westfälische warnt vor ILUC-Konsequenzen

In der großen nordrhein-westfälischen Regionalzeitung zeigt OVID-Präsident Wilhelm F. Thywissen die Gefahr auf, die eine Anrechnung indirekter Landnutzungsänderungen für den heimischen Rapsanbau hätten. Hintergrund sind entsprechende Bestrebungen auf EU-Ebene.

Hier der Artikel vom 5.8.2013.

 

 

Bundesweiter Streik der Schleusenwärter: „Stillstand schadet Agrar- und Ernährungswirtschaft!“

Berlin, 25. Juli 2013. Der Grain Club warnt vor den folgenschweren Aus-wirkungen des heute begonnenen Streiks der Schleusenwärter. Er wird massive Behinderungen des Schiffstransports und dadurch erhebliche zusätzliche Kosten für die Agrar- und Ernährungswirtschaft zur Folge haben....mehr

Durch den Stillstand auf Deutschlands Wasserstraßen werden die Agrarunternehmen vermehrt auf Schiene und LKW ausweichen müssen, was eine deutliche Beeinträchtigung der Logistik darstellt. Die Situation dürfte sich angesichts der gerade begonnenen überdurchschnittlichen Ernte von über 50 Mio. t Getreide und Ölsaaten in Deutschland deutlich verschärfen. Aber nicht nur die hiesige Ernte ist betroffen: Auch importierte Agrarrohstoffe und die Verarbeitungsprodukte Pflanzenöl und Futtermittel werden über inländische Wasserwege transportiert. Können diese bei Fortdauer des Streiks nicht genutzt werden, ist eine Verlagerung der Transporte auf die urlaubsbedingt ohnehin stark frequentierten Straßen unumgänglich.

Der Grain Club appelliert an die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und das für die Umstrukturierung der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung verantwortliche Bundesverkehrsministerium, die Verhandlungen unverzüglich wieder aufzunehmen. „Während der Erntezeit muss der Transport des Erntegutes und dringend benötigter Lebens- und Futtermittel über die Wasserstraßen uneingeschränkt gewährleistet sein. Eine zusätzliche Belastung des Straßenverkehrs in der Ferienzeit ist für die Agrar- und Ernährungswirtschaft, aber auch für die Urlauber unzumutbar“, so Manfred Nüssel, Präsident des Deutschen Raiffeisenver-bandes e.V. (DRV) und derzeitiger Sprecher des Grain Clubs.

Über den Grain Club
Der Grain Club ist eine Allianz von Verbänden der Lebens- und Futtermittelwirt-schaft. Die Mitglieder des Grain Clubs repräsentieren die verschiedenen Stufen der Getreide-, Futtermittel- und Ölsaatenwirtschaft. In der Wertschöpfungskette der Agrar- und Ernährungswirtschaft sind die Mitgliedsunternehmen dieser Verbände in den der Landwirtschaft vor- und nachgelagerten Bereichen Verarbeitung, Herstel-lung und Handel tätig. Zum Grain Club gehören: Bundesverband der Agrargewerbli-chen Wirtschaft e.V., Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e.V., Deutscher Raiffeisenverband e.V., Deutscher Verband des Großhandels mit Ölen, Fetten und Ölrohstoffen e.V., Deutscher Verband Tiernahrung e.V., Verband der ölsaatenverar-beitenden Industrie in Deutschland e.V., Verband Deutscher Mühlen e.V. sowie der Verein der Getreidehändler der Hamburger Börse e.V.

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Umweltausschuss des Europäischen Parlaments sendet fatales Signal

Die Zukunft der europäischen Biokraftstoffe wird durch wissenschaftlich ungesicherte Vorgaben gefährdet

Berlin 11. Juli 2013. „Geht es nach dem EP-Umweltausschuss, soll eine nachhaltig arbeitende Branche im Sinne eines vermeintlichen Umweltschutzes geopfert werden. Leider haben die EU-Parlamentarier es heute versäumt, wirkungsvolle Maßnahmen zur Vorbeugung und Linderung von indirekten Landnutzungsänderungen zu beschließen.“ So fasst Wilhelm F. Thywissen, Präsident von OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland, die Ergebnisse des heutigen Votums des Umweltausschusses im Europäischen Parlament zusammen....mehr

Der EP-Umweltausschuss schlägt vor, iLUC-Faktoren als Nachhaltigkeitskriterium in die Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED) und in die Kraftstoffqualitätsrichtlinie (FQD) aufzunehmen. Damit würde der CO2-Ausstoß von Regenwaldrodungen in Zukunft die Klimabilanz des europäischen Rapsanbaus belasten. „Im Hinblick auf Umweltverträglichkeit würde Biodiesel aus Raps schlechter gerechnet, als fossile Kraftstoffe. Und das auf der Basis eines Modells, das wissenschaftlich nicht belastbar ist“ so der OVID-Präsident weiterhin.

Setzt sich dieser Ansatz durch, könnte Biodiesel bald der Vergangenheit angehören. Damit verbunden wären mittelfristig der Verlust von 220.000 Arbeitsplätzen, die Abschreibung von Investitionen in Milliardenhöhe von Unternehmen der gesamten Wertschöpfungskette sowie ein branchenübergreifender Vertrauensverlust in das europäische Investitionsklima.

Was die Parlamentarier auch nicht bedacht haben: Sinkt die Nachfrage nach Biodiesel auf Rapsöl-Basis, entsteht ein Defizit an Proteinfuttermitteln – proteinreiches Rapsschrot ist ein Koppelprodukt der Biodiesel-Herstellung –, das Europa von Soja-Importen abhängiger macht.

Im September soll sich das Plenum des Europäischen Parlaments mit der Ausrichtung der europäischen Biokraftstoffpolitik befassen. „Wir appellieren nun an alle Europaparlamentarier, die strenge Umsetzung der Nachhaltigkeitskriterien durch die europäische Biokraftstoffbranche zu würdigen und sich, in Anlehnung an die Vorschläge des Industrieausschusses, im Herbst für eine höhere Quote für Biokraftstoffe erster Generation auszusprechen. Auf den Einsatz des wissenschaftlich fragwürdigen iLUC-Rechenmodells sollte gänzlich verzichtet werden“, so OVID-Präsident Thywissen.

Pressekontakt:
OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden
Industrie in Deutschland e.V.
Julia M. Hofmann / Claudia Hamboch
Kommunikation & PR
Am Weidendamm 1A, 10117 Berlin
Tel: 030 - 72 62 59 30
hofmann@ovid-verband.de

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Europäische Biokraftstoffpolitik: Mit gutem Gewissen an Biokraftstoffen festhalten

EU-Biokraftstoffe nicht verantwortlich für Hunger und Waldrodungen

Berlin 10. Juli 2013
. OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland appelliert an die Europaparlamentarier des Umweltausschusses, morgen für die Fortführung der aktuellen europäischen Biokraftstoffpolitik zu stimmen.

„Mit ihrem Votum über die Zukunft der europäischen Biokraftstoffe stimmen die Abgeordneten außerdem über die Versorgung Europas mit Tierfuttermitteln ab“, so OVID-Präsident Wilhelm F. Thywissen. Angekurbelt durch die Biodiesel-Nachfrage wurden in den letzten Jahren zusätzliche Mengen Proteinfuttermittel auf den Markt und damit indirekt in die Lebensmittelproduktion gebracht. Vor dem Hintergrund der Teller-und-Tank-Debatte muss dieser Beitrag zur Sicherung der Welternährung im politischen Kontext als entlastend berücksichtigt werden. Ohne die Biodieselproduktion würden allein in Deutschland 3,2 Mio. Tonnen Rapsschrot ausfallen und müssten mit 2,5 Mio. Tonnen Soja-Importen kompensiert werden. Dafür müsste eine neue Anbaufläche in der Größe Mecklenburg-Vorpommerns angelegt werden....mehr

Entgegen dem Eindruck, der insbesondere von NGOs erweckt wird, ist der Einfluss europäischer Biokraftstoffe auf die Agrarrohstoffpreise nachweislich minimal. Vielmehr leistet die zusätzliche Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten einen entscheidenden Beitrag zur Armutsbekämpfung: das von den Vereinten Nationen im Jahr 2000 selbst gesteckte Millenniumsziel, die Armut bis 2015 gegenüber 1990 zu halbieren, ist heute schon erreicht. In der EU wird Biodiesel überwiegend aus Raps hergestellt. Außerdem ist die europäische Biokraftstoffbranche als Einzige per Gesetz an strenge Nachhaltigkeitskriterien gebunden. Im Klartext: Soweit Palmöl für die Biodieselproduktion in der EU verwendet wird, ist es entlang der gesamten Wertschöpfungskette als nachhaltig zertifiziert und kann nicht für Regenwaldrodungen verantwortlich gemacht werden. Für die Lebensmittel- und die Oleochemiebranche gibt es, im Gegensatz zur Biokraftstoffbranche, keine rechtlichen Vorgaben bezüglich einer Nachhaltigkeitszertifizierung. „Die von OVID vertretenen Ölmühlen besitzen seit Jahren das notwendige Instrumentarium für Nachhaltigkeitszertifizierungen und sind bereit, zertifizierte Ware auch den anderen Branchen zur Verfügung zu stellen“, so Thywissen.  

OVID wendet sich gegen das von der EU-Kommission auf der Grundlage der IFPRI-Studie ins Spiel gebrachte Rechenmodell der sogenannten indirekten Landnutzungsänderungen (iLUC), das wissenschaftlich nicht belastbar und willkürlich ist. Selbst der Autor der Studie, David Laborde (IFPRI), verkündete in der vergangenen Woche gemeinsam mit Prof. Lahl von der TU Darmstadt, dass die Ermittlung von indirekten Landnutzungsänderungen herausfordernd und mit vielen Unsicherheiten verbunden sei.

Mit der Einführung von iLUC-Faktoren würde der durch Regenwaldrodungen verursachte CO2-Ausstoß auch die Klimabilanz des europäischen Rapsanbaus belasten. Damit wäre Biodiesel aus Rapsöl hinsichtlich seiner Umweltwirkung schlechter gerechnet als Mineralöl und als Basis für Biodiesel ausgemustert. Bereits in der vergangenen Woche warnte der Grain Club vor dem damit verbundenen Verlust von 220.000 Arbeitsplätzen und der Abschreibung von Investitionen in Milliardenhöhe. Nicht nur Unternehmen der Biokraftstoffbranche, sondern der Saatgutwirtschaft, der Landwirtschaft und der Verarbeitung, haben sich auf die geltenden gesetzlichen Vorgaben eingestellt und hohe Investitionen getätigt. Thywissen ergänzt: „Das Vertrauen in stabile politische Rahmenbedingungen ist eine Voraussetzung für Investitionen und Innovation. Ein derartiger politischer Zick-Zack-Kurs würde ein fatales Signal an Drittländer senden, was das Investitionsklima in der EU betrifft“.

Pressekontakt:
OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden
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Grain Club: Geplante Reform der europäischen Biokraftstoffpolitik - „iLUC gefährdet Rapsanbau und Proteinversorgung in Deutschland!“

Berlin, 4. Juli 2013. Am 10. Juli 2013 wird sich der federführende Um-weltausschuss des Europäischen Parlaments mit der Zukunft der euro-päischen Biokraftstoffpolitik befassen. In einem Brief appelliert der Grain Club an die Europaparlamentarier, gegen den umstrittenen iLUC-Richtlinienvorschlag zu stimmen.

„iLUC bedeutet das Ende der Produktion von Biokraftstoffen der 1. Generation, den Verlust von 220.000 Arbeitsplätzen und die Abschreibung von Investitionen in Milliardenhöhe“, so der Grain Club. „Ohne die Tankstellen als Absatzmarkt wären zudem Europas Futtertröge nicht mehr mit Rapsschrot zu füllen. Die Landwirtschaft müsste den Import von Sojaschrot deutlich steigern“, führen die Verbände weiter aus....mehr

Angekurbelt durch die Biodiesel-Nachfrage wurden in den letzten Jahren zusätzliche Mengen Proteinfuttermittel auf den Markt und damit indirekt in die Lebensmittelproduktion gebracht. Dieser Zusatznutzen muss im politischen Kontext berücksichtigt werden. Bei den plakativ in den Fokus der politischen Diskussion gestellten Landnutzungsänderungen in Form von Regenwaldrodungen in Südostasien und Südamerika handelt es sich um illegale Praktiken, die nur vor Ort zu bekämpfen sind und die sich der Steuerbarkeit durch europäisches Nachfrageverhalten entziehen.

Über den Grain Club
Der Grain Club ist eine Allianz von Verbänden der Lebens- und Futtermittelwirtschaft. Die Mitglieder des Grain Clubs repräsentieren die verschiedenen Stufen der Getreide-, Futtermittel- und Ölsaatenwirtschaft. In der Wertschöpfungskette der Agrar- und Ernährungswirtschaft sind die Mitgliedsunternehmen dieser Verbände in den der Landwirtschaft vor- und nachgelagerten Bereichen Verarbeitung, Herstellung und Handel tätig. Zum Grain Club gehören: Bundesverband der Agrargewerblichen
Wirtschaft e.V., Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e.V., Deutscher Raiffeisenverband e.V., Deutscher Verband des Großhandels mit Ölen, Fetten und Ölrohstoffen e.V., Deutscher Verband Tiernahrung e.V., Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland e.V., Verband Deutscher Mühlen e.V. sowie der Verein der Getreidehändler der Hamburger Börse e.V..

Das Schreiben des Grain Clubs an die deutschen Europaparlamentarier und das Positionspapier zum iLUC-Richtlinienvorschlag finden Sie unter www.grain-club.de.

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EU-Abstimmungsrunde: Mit gutem Gewissen an Biokraftstoffen festhalten

Berlin, 20. 6. 2013. In Brüssel liegt das Schicksal der konventionellen Biokraftstoffe jetzt auf dem Tisch. Heute (20.6.) stimmt der Industrie-Ausschuss des Europäischen Parlaments über die von der Kommission geforderte Kehrtwende ab, am 10. Juli folgt der federführende Umwelt-Ausschuss.

Vor dem Hintergrund der Teller-und-Tank-Debatte ermutigt OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland die Abgeordneten, neben verführerischen Botschaften auch klare Fakten sprechen zu lassen. „Die Politik kann mit gutem Gewissen für die Beibehaltung ihrer erst 2009 installierten Erneuerbare-Energien-Richtlinie stimmen. Unsere Biokraftstoffe machen uns unabhängiger vom Mineralöl, sorgen für saubere Luft und bieten der Landwirtschaft vor allem eine neue Perspektive. Denn der europäische Raps liefert mit dem Öl für die Biodieselproduktion parallel auch das Schrot
als dringend benötigtes, heimisches Proteinfuttermittel“, sagt OVID-Präsident Wilhelm F. Thywissen im Vorfeld der Abstimmung. „Wer glaubt, mit der politischen Verbannung von Raps die Menschen auf der Welt besser ernähren zu können, ist auf dem Holzweg. Das Gegenteil ist der Fall“, so Thywissen, der außerdem vor dem Verlust von 225.000 Arbeitsplätzen in der EU warnt. ...mehr

Geht es nach dem Vorschlag der EU-Kommission, sollen Pflanzen auf Basis von Nahrungs- und Futtermittelstoffen wie eben Raps als Biokraftstoffausgedient haben. Kritiker konventioneller Biokraftstoffe führen den Konkurrenzgedanken „Teller-Tank“ ins Feld. Ein Argument, das einer Überprüfung nicht standhält. Denn:In Ländern außerhalb der EU dienen meist weniger als 1 % der landwirtschaftlichen Flächen dem Zweck der Kraftstoffherstellung. Ausnahmen sind Argentinien (3%) und Paraguay (4%). Quelle: Ecofys-Studie/ Report for the European Commission, September 2012.

Nur 4,6 % des weltweiten Verbrauchs an Pflanzenölen wird in der EU zu Biodiesel verarbeitet. Quelle: Eigene Berechnungen OVID/ Ecofys-Studie / Report for the European Commission, September 2012.

Europa tankt vor allem Biodiesel aus Raps und füllt damit parallel seine Futtertröge. Das bei der Biodieselherstellung anfallende Rapsschrot ist ein wertvolles, dringend gebrauchtes Proteinfuttermittel für Hühner, Schweine und Rinder.Ohne die Biodieselproduktion würden 3,2 Mio Tonnen Rapsschrot allein für Deutschland ausfallen. Sie müssten kompensiert werden mit 2,5 Mio Tonnen Soja-Importen, deren Bohnen auf einer Fläche so groß wie Mecklenburg-Vorpommern angebaut werden müssten. Quelle: OVID.

„Wir wollen der Debatte um die Ursachen von Hunger und Armut schon deshalb nicht aus dem Weg gehen, weil wir Teil der Lösung sind“, so OVID-Präsident Wilhelm F. Thywissen. Die eigentliche Herausforderung für die Landwirtschaft besteht darin, genügend Futtermittel für die Nahrungskette zu produzieren, um den prognostizierten erhöhten Fleischkonsum von aufstrebenden Ländern wie China decken zu können.

OVID wendet sich gegen die von der Kommission ins Spiel gebrachten sogenannten indirekten Landnutzungsänderungen (ilUC). Akzeptieren die Abgeordneten die Theorie, nach der der Rapsanbau wegen der Biokraftstoffproduktion für Regenwaldrodungen mitverantwortlich ist, unterschreiben sie damit das Aus für den Rapsanbau in Europa zum Zweck der Biodieselerzeugung. Mit der Einführung von ilUC würde Raps in seiner Klimabilanz mit einem CO2-Malus bestraft. Damit wäre Raps hinsichtlich seiner Umweltwirkung schlechter als Mineralöl gestellt und wäre als Basis für Biodiesel ausgemustert. Führende Klimabilanzexperten, wie Prof. Matthias Finkbeiner von der TU Berlin, lehnen die iLUC-Theorie als wissenschaftlich unhaltbar ab.

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Erwartungen an die zukünftige Bundespolitik „Agribusiness hohen Stellenwert einräumen!“

Berlin, 27. Mai 2013. Der Grain Club hat im Vorfeld der kommenden Bundestagswahl seine Erwartungen an die Politik der Bundesregierungin der Legislaturperiode 2013 bis 2017 im Hinblick auf die Rohstoffsicherung für die heimische Verarbeitung und die Verantwortung für die Deckung der Nahrungsmittelnachfrage von Importländern formuliert.

Angesichts der enormen ökonomischen und gesellschaftlichen Leistungen des Agribusiness als Teil der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft muss die Bundespolitik diesem Bereich der Wirtschaft den ihm zustehenden Stellenwert einräumen. ...mehr

Der Grain Club repräsentiert große Teile der Verarbeitungsstufen des Agribusiness, das die zuverlässige Versorgung von Landwirtschaft und Bevölkerung mit qualitativ hochwertigen und sicheren Lebens- bzw. Futtermitteln gewährleistet. Zahlreiche Länder innerhalb der Europäischen Union, aber auch in Afrika und dem Nahen Osten, sind auf deutsche Agrarexporte aus unterschiedlichen Bereichen angewiesen. „Durch diese Einbindung in den internationalen Handel trägt Deutschland auch weltweit maßgeblich zur Versorgungssicherheit bei“, so Manfred Nüssel, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes e.V. (DRV). „Diese Leistungen müssen von der Politik anerkannt werden und sich in angemessenen und zuverlässigen gesetzlichen Rahmenbedingungen widerspiegeln“. Der Grain Club erwartet, dass Rohstoffbeschaffung, Verarbeitung und globaler Handel in der kommenden Legislaturperiode nicht gefährdet werden und die internationale Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Agribusiness gesichert wird“.

Über den Grain Club

Der Grain Club ist eine Allianz von Verbänden der Lebens- und Futtermittelwirtschaft. Die Mitglieder des Grain Clubs repräsentieren die verschiedenen Stufen der Getreide-, Futtermittel- und Ölsaatenwirtschaft. In der Wertschöpfungskette der Agrar- und Ernährungswirtschaft sind die Mitgliedsunternehmen dieser Verbände in den der Landwirtschaft vor- und nachgelagerten Bereichen Verarbeitung, Herstellung und Handel tätig. Zum Grain Club gehören: Bundesverband der Agrargewerblichen
Wirtschaft e.V., Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e.V., Deutscher Raiffeisenverband e.V., Deutscher Verband des Großhandels mit Ölen, Fetten und Ölrohstoffen e.V., Deutscher Verband Tiernahrung e.V., Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland e.V., Verband Deutscher Mühlen e.V. sowie der Verein der Getreidehändler der Hamburger Börse e.V..

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Grain Club: Erwartungen an die Politik

Hier finden Sie aktuelle Daten & Grafiken

Hier finden Sie den aktuellen OVID-Brief zum Thema Welternährung