Meldungen

Hier finden Sie aktuelle Presseinformationen zum Verband, seinen Mitgliedern sowie den Themengebieten von OVID. 

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© OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland

 

EU-Kommission veröffentlicht Statement zu Transfetten

Bereits seit 2009 gelten Transfett-Gehalte in Deutschland als unbedenklich. Zwei Drittel aller Transfette entfallen auf tierische Produkte. Darüber verliert der Bericht kaum ein Wort. OVID fordert die Abschaffung der Härtungskennzeichnung.

Berlin, 04. Dezember 2015. Die Europäische Kommission hat gestern einen Bericht zu Transfetten veröffentlicht und den EU-Mitgliedstaaten die Option für einen gesetzlichen Grenzwert unterbreitet....mehr

Transfette gehören zu den unerwünschten Bestandteilen unserer Nahrung. Sie steigern das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, weniger als 1 % der Nahrungsenergie in Form von Transfetten aufzunehmen. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung wurde dieses Ziel in Deutschland bereits 2009 erreicht. 2013 lag der Wert bei 0,66 Energie-Prozent.

„Das ist ein toller Erfolg. Die ölsaatenverarbeitende Industrie bekämpft Transfette schon seit Jahren. Wir fordern nun aber auch die sinnlose Härtungskennzeichnung abzuschaffen“, so OVID-Präsident Wilhelm Thywissen. Die Art der Härtungskennzeichnung gibt keinen Aufschluss über den Gehalt an Transfetten in Lebensmitteln. Sie verwirrt den Verbraucher anstatt aufzuklären.

Transfette entstehen bei der Teilhärtung von Pflanzenölen oder im Magen von Wiederkäuern. Sie sind Bestandteil von Milchprodukten oder dem Fleisch von Rind und Schaf. Sie kommen zum Beispiel in Butter, Milch, Pommes, Back-, und Süßwaren sowie Fertiggerichten vor. Deutsche nehmen Transfette zu etwa zwei Dritteln aus tierischen Fetten auf, die aber im Gegensatz zu industriell teilgehärteten Produkten in dem Bericht der EU-Kommission kaum vorkommen und von einer gesetzlichen Regelung ausgenommen wären.

„Das ist höchst erstaunlich. Schließlich finden sich die hohen Transfettgehalte vor allem in tierischen Produkten“, so Wilhelm Thywissen abschließend.

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OVID tritt dem Verein "Forum Nachhaltiges Palmöl" bei

OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland unterstützt den Einsatz von nachhaltigem Palmöl und ist Gründungsmitglied des Vereins „Forum Nachhaltiges Palmöl e.V." (FONAP).

Ziel der am 11. November 2015 in Berlin gegründeten Initiative von Wirtschaft, Bundesregierung und Nichtregierungsorganisationen ist die Nutzung von ausschließlich zertifiziertem Palmöl in Deutschland. Die 38 Mitglieder (siehe Foto) unterstreichen damit ihr Bekenntnis zu einer nachhaltigen Palmölproduktion in Anbauländern wie Malaysia und Indonesien. ...mehr

Um den Bezug nachhaltigen Palmöls zu dokumentieren, nutzen Unternehmen Zertifizierungen, die sicherstellen, dass fest definierte Nachhaltigkeitskriterien eingehalten worden sind. Im international anerkannten Zertifizierungsstandard "RSPO - Round Table on Sustainable Palm Oil", der 2004 von Wirtschaft und Nichtregierungsorganisationen gegründet wurde und den OVID seit Beginn an unterstützt, bilden deutsche Unternehmen die größte Mitgliedergruppe.

Gruppenfoto

EU-Ausschuss gegen nationale Alleingänge

OVID begrüßt das Votum des EU-Umweltausschusses gegen die sogenannte “Opt-Out“-Regelung zur Verwendung gentechnisch veränderter Produkte.

Berlin, 15.10.2015. Am Dienstag hat der Umweltausschusses des EU-Parlaments gegen die geplante „Opt-Out“-Regelung zur Verwendung von gentechnisch veränderten Futtermitteln gestimmt. Damit ist das Vorhaben der EU-Kommission im federführenden Ausschuss des EU-Parlaments klar gescheitert, erklärte heute OVID-Präsident Wilhelm Thywissen....mehr

Die EU-Kommission hatte Anfang des Jahres vorgeschlagen, dass EU-Mitgliedstaaten über die Verwendung von gentechnisch veränderten Importprodukten wie Soja-Futtermittel im Alleingang entscheiden können.
Die Europäische Union kann ihre Eiweiß-Futtermittelversorgung nicht allein aus heimischem Anbau decken. Jährlich werden rund 30 Millionen Tonnen Soja importiert, das zu 90 Prozent gentechnisch verändert ist.

„Einseitige Importverbote von Futtermitteln gefährden die Versorgung der Nutztiere in den Mitgliedsstaaten. Außerdem widerspricht der Vorschlag, wonach EU-Staaten einseitig und ohne fachlichen Grund die Verwendung von Importprodukten untergraben können, dem Prinzip eines gemeinsamen EU-Binnenmarktes“, so Thywissen weiter.

Mit der Entscheidung des Umweltausschusses verbindet OVID die Erwartung, dass jetzt auch das Plenum des EU-Parlaments den Vorstoß des Präsidenten der EU-Kommission Juncker endgültig zu Grabe trägt.

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Deutschland importiert Raps

3,8 Millionen Tonnen Rapssaaten hat Deutschland im letzten Jahr importiert. Auf heimischen Feldern wuchsen 6,2 Millionen Tonnen. Dieses Jahr wird es weniger sein.

Berlin, 05. August 2015. Deutschlands Ölmüller verarbeiteten im letzten Jahr mit 9,6 Millionen Tonnen mehr Rapssaaten als heimische Äcker hergaben. 2014 wuchsen rund 6,2 Millionen Tonnen der Ölsaat auf 1,4 Millionen Hektar. Zusätzlich importierte Deutschland rund 3,8 Millionen Tonnen. Ein Großteil der Ware stammte aus Ländern wie Frankreich oder Polen. ...mehr

Je nach Witterung wird Raps im Juli und August geerntet. Während die Ernte in Süddeutsch-land nahezu abgeschlossen ist, beginnt sie in der größten Rapsanbauregion Mecklenburg-Vorpommern gerade erst. Aktuell gehen Experten davon aus, dass Deutschland gegenüber 2014 mit rund fünf Millionen Tonnen etwa eine Million Tonnen weniger erntet. Gründe sind unter anderem die um etwa 80.000 Hektar geringere Anbaufläche, die schlechte Witterung und der vermehrte Befall mit Schädlingen infolge des Verbotes insektizider Beizmittel (Neonicotinoide). Weltweit dürfte sich die Ernte von 69 Millionen Tonnen (2014) auf geschätzte 64 Millionen (2015) reduzieren. Vor allem Kanada wird voraussichtlich zwei Millionen Tonnen Raps weniger ernten.

In Deutschland produzierten die Pflanzenölhersteller 2014 rund 4,2 Millionen Tonnen Rapsöl, etwa ein Fünftel ging in den Export. Ein Teil des Rapsöles endet als Speiseöl beim Verbraucher. Mit einem Marktanteil von rund 40 Prozent war Rapsöl laut Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) im letzten Jahr das beliebteste Speiseöl der Deutschen. Auf Platz zwei folgten Sonnenblumenöl mit 30 Prozent und Olivenöl mit 18 Prozent.

Neben Rapsöl entsteht bei der Ölgewinnung Rapsschrot. Das hochwertige Eiweißfuttermittel wird vorwiegend an Rinder und Schweine verfüttert. In 2014 produzierten die Ölmühlen 5,4 Millionen Tonnen Rapsschrot und exportierten etwa ein Viertel davon. „Raps ist immens wichtig für Deutschland. Er liefert begehrtes Speiseöl, hochwertiges Futter und kurbelt ganz nebenbei die heimische Wirtschaft kräftig an“, so OVID-Präsident Wilhelm F. Thywissen.

 

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Hans-Josef Fell macht BUND für Umweltzerstörung verantwortlich

Laut Fell blockiert der BUND saubere Biokraftstoffe, unterstützt aber Waldrodungen, Erdölbohrungen und den Klimawandel. Sein Austritt ist konsequent und richtig.

Berlin, 04.08.2015. Der ehemalige Bundestagsabgeordnete der Grünen Hans-Josef-Fell ist vor wenigen Tagen aus dem BUND ausgetreten. Gegen den Umweltverband erhebt er schwere Vorwürfe. Laut Kündigungsschreiben verhindere der BUND den Ausbau ökologisch sauberer Biokraftstoffe in Europa, sei mitverantwortlich für die Entwaldung der Erde und unterstütze durch Erdölbohrungen den Klimawandel. ...mehr

OVID-Präsident Wilhelm F. Thywissen: “Herr Fell hat recht. Unsere Biokraftstoffe werden seit Jahren von den Umweltverbänden diskriminiert. Dabei ist Biodiesel aus Raps rund 60 Prozent klimafreundlicher als fossiler Sprit. Die Alternativen sind Erdöl aus konventionellen Quellen oder noch klimaschädlichere Ölsande und Ölschiefer aus Nordamerika.“

Biodiesel aus Raps ist derzeit neben Ethanol die einzig wirtschaftlich funktionierende und ökologische Alternative zu fossilen Kraftstoffen. Raps ist ein heimischer Rohstoff und liefert neben Biodiesel auch Schrot als hochwertiges Eiweißfutter. Seit dem 1. Januar 2011 gelten strenge Nachhaltigkeitskriterien für die EU. Für die Produktion von Biokraftstoffen dürfen keine schützenswerten Flächen wie Regenwälder zerstört werden.

Hans-Josef Fell war von 1998 bis 2013 Mitglied im Deutschen Bundestag. Er zählt neben Hermann Scheer zu den Gründervätern des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und war jahrzehntelang Mitglied im Bayerischen Landesverband des BUND.

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Die Kennzeichnung des Härtungsprozesses auf Lebensmitteln gehört abgeschafft

Die USA haben Transfetten den Kampf angesagt. Auch die EU will deren Verzehr eindämmen. In Deutschland verwirrt dagegen die Praxis der Lebensmittelkennzeichnung.

Berlin, 19. Juni 2015. Die amerikanische Lebensmittelbehörde (FDA) hat teilgehärteten Fetten den Status entzogen: „Allgemein als sicher anerkannt“ (Generally recognized as safe). Damit dürfen so hergestellte Lebensmittel ab 2018 nicht mehr auf den US-Markt. Hintergrund sind die bei der Teilhärtung entstehenden ungesunden Transfette....mehr

Auch in Deutschland werden Pflanzenöle gehärtet, allerdings vollständig durchgehärtet. Damit werden Pflanzenöle und Fette in ihrer Konsistenz verfestigt. Für viele Lebensmittel, wie zum Beispiel Brotaufstriche oder Margarine, ist das eine nützliche Eigenschaft. Bei der demnächst in den USA verbotenen Teilhärtung entstehen die unerwünschten Transfette, bei der Vollhärtung werden sie hingegen entfernt.

OVID-Präsident Wilhelm Thywissen unterstrich in diesem Zusammenhang, dass sich die deutsche Lebensmittelindustrie bereits 2012 entschlossen hat, die Transfettgehalte zu minimieren, indem auf Teilhärtung verzichtet wird. Dennoch stehe europaweit laut Lebensmittelinformations-Verordnung im Zutatenverzeichnis auf der Verpackung, ob ein Lebensmittel teil- oder ganz gehärtetes Pflanzenöl enthält. Diese Kennzeichnung sei daher überflüssig, zumal damit auch die Bewertung fehle, welches die bedenkliche bzw. unbedenkliche Variante sei, so Thywissen und erklärt weiter: „Das kapiert doch kein Verbraucher. Diese Art der Kennzeichnung schafft Verwirrung, anstatt aufzuklären. Die aktuelle Härtungskennzeichnung gehört daher abgeschafft“.

Für Deutschland hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) im Hinblick auf den Transfettverzehr grundsätzlich Entwarnung gegeben. Etwa 90 Prozent der Bevölkerung liegen unter der von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Höchstmenge. Dennoch will auch die Europäische Kommission den Transfetten an den Kragen. Ein entsprechender Bericht ist längst überfällig und wird Ende Juni erwartet. Wahrscheinlich wird die Kommission einen neuen Höchstwert für Transfette in Lebensmitteln vorschlagen. Die Härtungskennzeichnung wäre dann überflüssig.

Transfette entstehen auch auf natürliche Art und Weise im Magen von Wiederkäuern. Sie sind somit im Fleisch von Rind, Schaf und Ziege sowie Milchprodukten enthalten. Aus diesen Quellen stammen etwa zwei Drittel der in Deutschland aufgenommenen Transfette.

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Minister Schmidt hat recht

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt warnt vor nationalen Verboten bei der Einfuhr von gentechnisch veränderten Futtermitteln.

Berlin, 05. Juni 2015. Die EU-Kommission plant, die Verwendung von gentechnisch veränderten Futtermitteln den EU-Mitgliedstaaten zu überlassen. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt sprach sich während eines Treffens der EU-Landwirtschaftsminister in Riga nun dagegen aus. OVID begrüßt diesen Schritt. ...mehr

Sollten die Pläne umgesetzt werden, könnten EU-Mitgliedstaaten im Alleingang Rohstoffimporte von gentechnisch veränderten Produkten verbieten trotz Zulassung durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Die Entscheidung wäre dann der politischen Willkür und nicht mehr seriösen wissenschaftlichen Bewertungen ausgesetzt.

„Die Pläne der EU sind absurd. Damit nimmt die Kommission Abschied vom gemeinsamen EU-Binnenmarkt. Bundesminister Schmidt hat also vollkommen recht. Für Deutschland als Handelsnation wäre das ein Schritt zurück ins 20. Jahrhundert. Dann können wir auch gleich wieder die D-Mark einführen“, so Wilhelm F. Thywissen, Präsident von OVID.

Der Vorschlag der EU-Kommission kollidiert mit dem internationalen Handelsrecht. Er gefährdet Arbeitsplätze und die Betriebe in den EU-Ländern, deren Regierungen Verwendungsverbote erlassen, warnt Thywissen. Am 16. Juni wollen die EU-Landwirtschaftsminister über den neuen EU-Kommissionsvorschlag beraten. OVID erwartet, dass die EU-Agrarminister diesem Vorschlag eine klare Absage erteilen.

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Raps ist vielseitig und macht glücklich

200 Honiggläser, 1740 Flaschen Speiseöl und Jahresfutter für drei Milchkühe – das leistet ein Hektar Raps. Die Rapsblüte startet durch und OVID lobt Fotowettbewerb aus.

Berlin, 27. April 2015. Auf einem Hektar Raps - etwas größer als ein Fußballfeld - ernten Bienen pro Saison etwa 100 Kilogramm Rapshonig. Das entspricht 200 Honiggläsern. Die Rapsblüte ist ein Liebling der Bienen. Raps ist reich an Blüten und liefert viel Nektar und Pollen. Eine erste wichtige Nahrungsgrundlage für Bienen nach einem langen Winter.....mehr

Nicht nur die Bienen profitieren vom Raps. Aus der Pflanze entstehen auch Lebensmittel und hochwertiges Tierfutter. Ein Hektar Raps liefert etwa 1600 Kilogramm Rapsöl. Das sind umgerechnet 1740 Flaschen Speiseöl, das reich an Vitamin E ist, zu einem ausgewogenen Cholesterinspiegel beiträgt und Herzkrankheiten vorbeugt. Zusätzlich 2100 Kilogramm proteinreiches Rapsschrot fallen pro Hektar für Nutztiere an. Genug, um damit drei Milchkühe ein Jahr lang zu versorgen.

Rapsöl ist auch wichtiger Rohstoff für die Produktion von Biodiesel, Cremes, Seifen, Kunst- und Schmierstoffen. Aber bevor die Rapsernte im Juli ansteht, ist die Blüte eine tolle Gelegenheit, die Rapsfelder zu genießen. Von Fehmarn in Holstein bis zum Rheintal in Baden leuchtet es jetzt gelb. Das sorgt für gute Laune, weil die Farbe Gelb glücklich macht.

OVID möchte diese Momente festhalten und ruft zu einem Fotowettbewerb auf. Alle Erwachsenen ab 18 Jahren können bis zum 15. Juni ihr schönstes Rapsfoto auf www.rapsfoto.de hochladen und andere Fotos bewerten. Der Verband kürt im Juni aus den zehn beliebtesten Fotos die Gewinner. Mitmachen lohnt sich, denn für ein tolles Motiv winken mit ein wenig Glück attraktive Preisgelder: Der Sieger erhält 500 Euro, der Zweit- und Drittplatzierte jeweils 300 beziehungsweise 200 Euro. Mehr Informationen erhalten Sie unter www.rapsfoto.de.

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Europäische Kommission kehrt dem EU-Binnenmarkt den Rücken zu

Re-Nationalisierung von Entscheidungen über GVO-Rohstoffimporte gefährdet Proteinversorgung in Europa

Berlin, 23. April 2015. OVID hat heute mit völligem Unverständnis auf Pläne aus Brüssel reagiert, die Entscheidung über den Import von gentechnisch veränderten Rohstoffen (GVO) den EU-Mitgliedstaaten zu überlassen. OVID-Geschäftsführerin Petra Sprick erklärt dazu: „Die Europäische Kommission kehrt damit einem gemeinsamen EU-Binnenmarkt den Rücken zu und betreibt eine Re-Nationalisierung der Handelspolitik.“ ...mehr

Sollten die Pläne umgesetzt werden, könnten EU-Mitgliedstaaten im Alleingang Rohstoffimporte von gentechnisch veränderten Produkten verbieten trotz Zulassung durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Die Entscheidung wäre dann der politischen Willkür und nicht mehr seriösen wissenschaftlichen Bewertungen ausgesetzt.

Weiter sagt Petra Sprick: „Die Europäische Union kann zudem ihre Proteinfuttermittelversorgung nur maximal zu einem Drittel aus eigener Produktion decken. Deshalb müssen in die EU unter anderem jährlich rund 30 Millionen Tonnen Soja importiert werden, das zu ca. 90 Prozent gentechnisch verändert ist. Wenn diese Mengen ausbleiben, weil einzelne EU-Länder Importverbote erlassen, wäre die tierische Veredelungsproduktion in Europa massiv gefährdet. OVID appelliert an die EU-Mitgliedstaaten, dem Vorhaben der Europäischen Kommission eine klare Absage zu erteilen.“

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Pläne der Europäischen Kommission zum Import von gentechnisch veränderten Rohstoffen bedrohen EU-Binnenmarkt

Grain Club befürchtet Flickenteppich in der EU und warnt vor negativen Folgen für die Agrar- und Ernährungswirtschaft

Bonn, 15. April 2015. Der Grain Club hat heute den Plan der Europäischen Kommission scharf kritisiert, die Entscheidung über den Import von gentechnisch veränderten Rohstoffen (GVO) den EU-Mitgliedstaaten zu überlassen, analog zum länderspezifischen optionalen Verbot des Anbaus von GVO-Pflanzen („Opt-out“). Die Allianz von acht deutschen Verbänden aus der Agrarwirtschaft warnt eindringlich vor den dramatischen Konsequenzen für die gesamte Agrar- und Ernährungswirtschaft, vor allem für die Branchen Ölsaaten und Futtermittel sowie für die gesamte europäische Logistik (Lkw, Binnen- und Seeschifffahrt, Umschlags- und Lagerbetriebe) ....mehr

„Nationale Verbote sind nicht mit dem internationalen Handelsrecht vereinbar und führen zu Wettbewerbsverzerrungen. Das Vorhaben, durch das EU-Länder im Alleingang und ohne wissenschaftlich gestützte Begründung den Import von agrarischen Rohstoffen verbieten können, widerspricht den Grundsätzen des freien EU-Binnenmarktes und untergräbt darüber hinaus die Kompetenz der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA)“, betont Dr. Hermann-Josef Baaken, Geschäftsführer des Deutschen Verbandes Tiernahrung e. V. für den Grain Club.
 
Die deutsche Verarbeitungs- und Veredlungsindustrie ist mit einem Selbstversorgungsgrad von circa 35 Prozent auf den Import von wertvollen Protein- und Aminosäurequellen, wie beispielsweise Soja, angewiesen. „Eine wettbewerbsfähige Veredlungswirtschaft ist ohne diese Importe von gentechnisch veränderten Agrarprodukten nicht möglich“, erläutert Baaken weiter. Kurzfristig würden die Verbraucherpreise für tierische Erzeugnisse aus Deutschland steigen, da das Futtereiweiß deutlich teurer würde als in Wettbewerbsländern.
 
Mittelfristig käme es zu Wettbewerbsverzerrungen innerhalb der EU. Denn die Produktion tierischer Lebensmittel würde sich in andere EU-Mitgliedstaaten oder sogar aus der EU heraus verlagern, befürchtet der Grain Club. „Dies kann nicht im Sinne einer wettbewerbsfördernden Politik liegen, wie sie von der EU-Kommission unter Präsident Jean-Claude Juncker angestrebt wird“, so Baaken.

Die Pressemitteilung des Grain Clubs kann im Internet unter www.grain-club.de/presse/ abgerufen werden.

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Biokraftstoffe verursachen keinen Welthunger

Seit 2011 fallen die Preise für Nahrungsmittel und Agrarrohstoffe. Die Produktion von Biokraftstoffen steigt dagegen an. Viele NGO’s poltern dennoch. Warum eigentlich?

Berlin, 06. März 2015. Die Welternährungsorganisation FAO veröffentlicht jeden Monat im Internet den sogenannten Nahrungsmittel-Preisindex (Food Price Index). Daraus geht hervor, dass weltweit die Lebensmittelpreise seit 2011 um 22 Prozent gefallen sind. Im gleichen Zeitraum ist aber die Produktion von Biokraftstoffen um 29 Prozent gestiegen. Dennoch machen Nichtregierungsorganisationen immer noch Biokraftstoffe für den Hunger in der Welt verantwortlich....mehr

Dazu OVID-Präsident W. Thywissen: „Biokraftstoffe verursachen keinen Welthunger. Das ist ein Ammenmärchen, das sich gut verkauft und die Spendenbereitschaft vieler Mitbürger erhöhen soll. So besteht Biodiesel größtenteils aus Raps. Der ist zu 60 Prozent Futterpflanze und mitverantwortlich für den Sonntagsbraten der Deutschen“.

Zahlreiche Faktoren beeinflussen den Food Price Index. Darunter fallen zum Beispiel Naturkatastrophen, Missernten, politische Krisen oder Import- bzw. Exportbeschränkungen einzelner Länder wie derzeit zwischen Russland und der EU. Der Index der Vereinten Nationen beschreibt die Entwicklung der Weltmarktpreise von insgesamt 55 Agrarrohstoffen und Nahrungsmitteln.

Ein viel größeres Problem bei der Hungerbekämpfung ist laut Thywissen die Lebensmittelverschwendung. Laut eines aktuellen Berichtes der Organisation Waste and Resource Action Programme (WRAP) entfallen hierauf etwa ein Drittel der gesamten Nahrungs-mittelproduktion. Die Kosten belaufen sich pro Jahr auf etwa 400 Milliarden Dollar. Während in westlichen Gesellschaften Lebensmittel oft im Müll landen, verderben Nahrungsmittel in Entwicklungsländern häufig bereits in Lagerhäusern oder auf dem Weg zum Konsumenten.

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EU-Parlamentarier wollen Biokraftstoffen den Hahn zu drehen

Der Umweltausschuss des Europäischen Parlamentes fällt heute sein Urteil zu Biokraftstoffen. Geplant ist die Einführung eines negativen Klimafaktors.

Berlin, 24. Februar 2015. Heute stimmt der Umweltausschuss des Europäischen Parlamentes in zweiter Lesung über die Zukunft europäischer Biokraftstoffe ab. Es ist geplant, die Klimabilanz der Biokraftstoffe schlechter zu machen, als sie in Wirklichkeit ist. Biokraftstoffe sollen demnächst zusätzliche Treibhausgas-Emissionen aufgebrummt bekommen. Begründet wird dieser negative Klimafaktor über indirekte Landnutzungsänderungen (ILUC) zum Beispiel mit Regenwaldrodungen für Palmöl....mehr

Dabei besteht Biodiesel zu rund 73 Prozent aus Rapsöl, 17 Prozent aus Altspeisefetten und nur zu 3 Prozent aus Palmöl, wie eine Mitgliederumfrage des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) ergab.

Bereits 2013 geißelte eine Studie von Professor Finkbeiner ILUC als unseriös und wissenschaftlich nicht belastbar. Auch der Weltklimarat (IPCC) stufte 2014 Berechnungen zur Landnutzungsänderung als unsicher und nicht überprüfbar ein.

Der geplante negative Klimafaktor hätte dramatische Folgen auf die Biodieselbranche und die deutschen Bauern. „ILUC macht Biodiesel mit einem Schlag klimaschädlicher als fossilen Sprit. Das ist unser Todesurteil. Unter solchen Umständen ist eine Produktion überhaupt nicht mehr möglich“, so Wilhelm F. Thywissen, Präsident der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland.

Biodiesel aus Raps ist rund 60 Prozent klimafreundlicher als fossiler Sprit und derzeit neben Ethanol die einzig wirtschaftlich funktionierende und ökologische Alternative zu fossilen Kraftstoffen. Seit dem 1. Januar 2011 gelten strenge Nachhaltigkeitskriterien für die gesamte EU, sodass für die Produktion von Biokraftstoffen keine schützenswerten Flächen wie etwa Regenwälder zerstört werden dürfen.

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Biokraftstoffe tragen zur Sicherung der Welternährung bei

Oxfam betreibt vor Entscheidung im Europäischen Parlament Stimmungsmache gegen Biokraftstoffwirtschaft

Berlin, 21. Februar 2015. OVID Verband der ölsaatenverarbei-tenden Industrie in Deutschland reagiert mit Verwunderung auf die Stimmungsmache von Oxfam gegen die Biokraftstoffwirtschaft vor der Entscheidung über die Zukunft der europäischen Biokraftstoffe im Europäischen Parlament am kommenden Dienstag. Die Entwicklungshilfeorganisation liegt vollkommen falsch mit ihrer Behauptung, dass Biokraftstoffe den Hunger in der Welt verschärfen würden, sagte Wilhelm F. Thywissen, Präsident von OVID....mehr

Bei der Biodieselproduktion werden nur die Pflanzenöle verwendet, die im Lebensmittelbereich weltweit nicht abgesetzt werden“, erklärte Thywissen und führte weiter aus: „Entscheidend aber ist, dass in jedem Fall ca. 60 Prozent des Rapses dem Ernährungsbereich zu Gute kommt, indem das Kuppelprodukt Rapsschrot als proteinreiches Futtermittel für die Herstellung von Milch, Käse, Eiern und Fleisch verwendet wird. Daneben entsteht wertvolles Glycerin für den Ernährungs- und Pharmabereich.“

Weiter sagte der Präsident von OVID: „Entgegen dem Eindruck, der insbesondere von Nichtregierungsorganisationen erweckt wird, ist der Einfluss von Biokraftstoffen auf die Agrarrohstoffpreise minimal, weil es bei den Speiseölen keine Knappheit gibt. Seit 2011 befinden sich die Nahrungsmittelpreise laut der Organisation der Vereinten Nationen, FAO, im Sinkflug, obwohl die Biodieselproduktion in dem Zeitraum weltweit sogar angestiegen ist.“

Hunger sei ein Verteilungs- und kein Kalorienproblem. Seine Ursachen würden insbesondere in einer mangelhaften Infrastruktur und einer ineffizienten Produktion vor allem in Entwicklungsländern liegen, so Thywissen weiter: „Es ist daher vollkommen kontraproduktiv, Biokraftstoffe auf dem politischen Parkett zu bekämpfen. Das Hauptaugenmerk zur Sicherung der Welternährung muss stattdessen in Entwicklungs- und Schwellenländern auf der Steigerung von Anbauerträgen und Sicherung der Ernte liegen. Dies gelingt etwa durch leistungsfähiges Saatgut, durch Investitionen in Bildung und in die Straßeninfrastruktur sowie in Lagerkapazitäten zur Verringerung der Nachernteverluste

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Großes nachhaltiges EU-Rohstoffpotential für Biokraftstoffe

Niederländische Studie belegt: Mehr Klimaschutz, keine negativen Effekte.

Modellregionen der Studie, Bildquelle:Eurostat/Wikipedia

Berlin, 03. Februar 2015. Wissenschaftler der Universität Utrecht kommen in einer neuen Studie für die niederländische Regierung zu dem Ergebnis, dass in der Europäischen Union (EU) ein großes Rohstoffpotential für Biodiesel und Bioethanol besteht. Durch Ertragssteigerungen oder die Nutzung von wenig bewirtschafteten Flächen lassen sich deutlich mehr Rohstoffe für Biokraftstoffe nachhaltig und ohne unerwünschte Nebeneffekte produzieren, als bisher angenommen. ...mehr

Laut Studie könnte die Europäische Union im Jahr 2020 bereits 13 Prozent des Erneuerbaren Energiebedarfs im Verkehrssektor mit Biokraftstoffen decken, die einzig aus den drei untersuchten Modellregionen der Länder Polen, Ungarn und Rumänien stammen. Diese Flächen stehen aber nur für sechs Prozent der gesamten Ackerfläche in der EU. Das Potential nachhaltiger Biokraftstoffe aus der gesamten Europäischen Union ist somit enorm.

Kritiker äußern immer wieder, dass die Treibhausgasbilanz von Biodiesel und Bioethanol aufgrund von indirekten Landnutzungsänderungen (iLUC) schlechter als die von fossilen Kraftstoffen sei. Die Wissenschaftler belegen dagegen, dass sich die damit angesprochenen möglichen Verdrängungseffekte mit einer höheren Produktivität und effizienteren Nutzung der Ressourcen vermeiden lassen.

„Dass Biokraftstoffe zu indirekten Landnutzungsänderungen führen, ist kein Naturgesetz. Die jetzt vorliegende Studie zeigt einmal mehr, auf welch tönernen Füßen die pauschale Kritik der Biokraftstoffgegner steht“, so Wilhelm Thywissen, Vorsitzender von OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland.

Auch der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) begrüßte die Ergebnisse der neuen Studie. „Unser nachhaltig produzierter Biodiesel aus Raps ist aktuell rund 60 Prozent klimafreundlicher als fossiler Kraftstoff“, sagte VDB-Präsident Robert Figgener. „Die Politik sollte die in der Studie dargestellten Chancen nutzen: europäische Biokraftstoffe können auch nach dem Jahr 2020 fossiles Erdöl ersetzen, ohne iLUC-Effekte hervorzurufen.“

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Grain Club zur Grünen Woche: Produkte und Lebensmittel aus heimischer Landwirtschaft sind gefragt - ihre Erzeuger verdienen Anerkennung

Berlin, 16. Januar 2015. Der Grain Club bekennt sich anlässlich des Auftakts der Grünen Woche zu Erzeugern und Erzeugnissen der heimischen Landwirtschaft. Initiativen, die unter dem Motto „Wir haben es satt“ mit unhaltbaren Aussagen Stimmung gegen die heimische Agrar- und Ernährungswirtschaft machen, schaden hingegen dem Ansehen dieses wichtigen Produktionszweiges. „Unsere hervorragenden landwirt-schaftlichen Produkte und Lebensmittel „Made in Germany“ sind im In- und Ausland gefragt und liefern das Fundament für den gesellschaftlichen Wohlstand in Deutschland“, erklärt Dr. Hermann-Josef Baaken, Geschäftsführer des Deutschen Verbandes Tiernahrung e.V. für den Grain Club. ...mehr

„Eine Schwächung der landwirtschaftlichen Leistungsfähigkeit in Deutschland, etwa durch die gesetzliche Vorgabe zur Stilllegung produktiver Flächen, führt dagegen zu weniger Erträgen“, sagt  Baaken weiter. In der Konsequenz würde dies unweigerlich zu Landnutzungsänderungen führen, da die fehlenden Mengen auf anderen Flächen erzeugt werden müssten. Das wäre alles andere als nachhaltig.

Baaken erklärt: „Das Agrarbündnis fordert eine Agrarpolitik, die keinerlei Mehrwert für den Verbraucher schafft. Ganz im Gegenteil strebt es eine Agrarwirtschaft des vergangenen Jahrhunderts mit weniger Qualität und geringeren Erträgen an. Entscheidend ist mit Blick auf globale Herausforderungen wie Ernährungssicherung und Klimawandel aber eine nachhaltigere und effizientere Produktion auf bestehenden Flächen. Dazu sind auch Offenheit und Aufgeschlossenheit für Innovationen und neue Technologien notwendig und auch das Bewusstsein dafür, dass internationale Handelsströme maßgeblich die Versorgung der Welt mit Agrarprodukten verbessern.“

Die bestehenden Umwelt- und Qualitätsstandards in der Land- und Ernährungswirtschaft in Deutschland seien weltweit mit die höchsten und ein Vorbild für Drittstaaten, so Baaken: „Die Unternehmen in der Wertschöpfungskette von der Pflanzenzucht, über die Weiterverarbeitung bis hin zum internationalen Handel, stehen im internationalen Wettbewerb und gehören zu den modernsten und besten weltweit. Darauf können wir stolz sein.“

Der Grain Club begrüßt die Aktion von Landwirten „Wir machen Euch satt!“, die sich für einen Dialog mit der modernen Landwirtschaft einsetzt. Damit werde deutlich gemacht, dass unsere Agrarwirtschaft verantwortungsvoll arbeitet und mit Engagement hochwertige und nachhaltige Produkte für die Verbraucher erzeugt.

Die Pressemitteilung des Grain Clubs kann im Internet unter www.grain-club.de/presse/ abgerufen werden.

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Hier finden Sie den aktuellen OVID-Brief zum Thema Welternährung