OVID-Briefe
Mit unseren „OVID-Briefen“ möchten wir Daten, Fakten und Hintergründe zu unseren Themen vermitteln. Wir wollen vor allem den Dialog hierüber zwischen den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen, namentlich der Politik, der Wirtschaft, den Medien und verschiedenen Organisationen verstärken. Jeder OVID-Brief widmet sich einem Schwerpunktthema. Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen, Kommentare und Einschätzungen.
Ausgabe 1/10
Die zwei Seiten des Palmöls
Kein anderer agrarischer Rohstoff wird derartig emotional diskutiert wie Palmöl: den einen Umwelt zerstörender Fluch durch die Abholzung von Regenwäldern und die Zerstörung von natürlichem Lebensraum, den anderen klimafreundlicher Segen durch die Chance zu emissionsarmer Energieproduktion und der Versorgung der Weltbevölkerung. In der hitzigen und oftmals polemischen Diskussion um Palmöl gehen mitunter die Fakten unter. Bestehenden Lösungsansätzen und Möglichkeiten für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Umwelt und Klima bei der Erfüllung der Bedürfnisse einer wachsenden und sich entwickelnden Weltbevölkerung wird kaum Beachtung geschenkt.
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Ausgabe 3/09
Welthandel und Null-Toleranz: umsetzbare Rahmenbedingungen, die die Realitäten des Weltmarktes einbeziehen
Die Grüne Gentechnik wird in der Öffentlichkeit viel und scharf diskutiert, oft auch polemisch ideologisiert. Von Gentechnik-Gegnern werden dabei Verbraucherängste geschürt. So ist es nicht verwunderlich, dass bei Politikern eine sachorientierte und alle Aspekte umfassende Auseinandersetzung mit dem Thema eher unbeliebt ist. Unabhängig von dieser Pro-Contra-Diskussion müssen Deutschland und die Europäische Union jedoch einen angemessenen Umgang mit den Realitäten am Weltmarkt finden. – Wo die Gentechnik großflächig und in großem Maßstab eingesetzt wird und Einzug in das Alttagsleben der Verbraucher gefunden hat. Die Politik darf sich auch in Zeiten von Wahlkampf und Wiederwahl nicht wegducken, wenn Handlungsbedarf besteht, und dadurch die deutsche und europäische Wirtschaft ins Abseits katapultieren.
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Ausgabe 2/09
Nachhaltigkeit für einen effektiven und wirkungsvollen Klimaschutz
Die Europäische Kommission und die Bundesregierung haben alle notwendigen Schritte eingeleitet, ein neues gesetzliches Regelwerk in Gang zu setzen, um Nachhaltigkeits-Zertifizierungen für agrarische Produkte festzulegen, die für Bioenergie und Biokraftstoffe verwendet werden. So sollen Klimaschutz, und hier vor allem der Schutz bedrohter Regenwälder in Anbaugebieten und die Ökonomie besser in Einklang gebracht werden. Der Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (OVID) und die beteiligte Wirtschaft begrüßen ausdrücklich eine Regierungsinitiative für Nachhaltigkeit und für einen besseren Klimaschutz. Die Festlegung auf bestimmte Nachhaltigkeitskriterien und Ansätze einer Zertifizierung von agrarischen Rohstoffen und des Treibhausgas-Minderungspotentials sind hier wirksame Instrumente.
Jedoch: Wenn die Rodung von Regenwäldern, die weltweit eine große Bedeutung als CO2-Speicher haben, in großem Maßstab verhindert und wenn ein nachhaltiger Anbau von landwirtschaftlichen Rohstoffen unter Wahrung von Naturschutzregionen und der Biodiversität gewährleistet werden soll, reicht es nicht aus, nur die Verwendung im Bereich Bioenergie (3 bzw. 5 Prozent) zu reglementieren. Notwendig ist vielmehr ein globaler und flächendeckender Ansatz, sowohl in der EU als auch in Drittländern.
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Ausgabe 1/09
Bioenergie: Teller, Trog und Tank!
Die Preise für Ölsaaten und Getreide sind seit den Höchstständen im 1. Halbjahr 2008 um mehr als 40 Prozent gesunken. Die Ursache dafür sind signifikante Produktionsausweitungen als Antwort auf die vorübergehend aufgetretene Engpass-Situation. Missernten, erhöhter Fleischkonsum in Indien und China, Spekulationen auf den Agrar-märkten sowie die Nachfrage nach Bioenergie hatten zu starken Preisschüben geführt. Diese kehren sich jetzt in ihr Gegenteil um, womit auch klar ist: Der oftmals behauptete Zusammenhang zwischen erhöhtem Bioenergiebedarf und höheren Rohstoffpreisen existiert in dieser Form nicht.
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