Positionen

OVID vertritt die Interessen einer traditionsreichen und zugleich innovativen Branche, deren Produkte zentraler Bestandteil eines bewussten und modernen Lebens sind. Hier finden Sie in Kürze unsere Positionen zu aktuellen Diskussionen.

 

RED II: Position der deutschen Biokraftstoff-Wertschöpfungskette

Für nachhaltige Biokraftstoffe aus der Landwirtschaft

Die deutsche Land- und Biokraftstoffwirtschaft bekennen sich zur Nachhaltigkeit und zur stetigen Verbesserung der Treibhausgas (THG)-Bilanz von Biokraftstoffen. 2015 konnten die THG-Emissionen um durchschnittlich mehr als 70 % im Vergleich zu Diesel bzw. Benzin reduziert werden. Mit Nutzungskaskaden und der Verwertung von Koppelprodukten lassen sich Ernährung, Lieferung von Bioenergie und stoffliche Nutzung bestmöglich verbinden. Die Nutzungsketten Raps-Biodiesel-Rapsschrot oder Zuckerrübe/Getreide-Ethanol-DDGS sind hierfür exemplarisch. Die Koppelprodukte aus der Verarbeitung von Anbaubiomasse zu Biokraftstoffen liefern einen bedeutenden Beitrag zur heimischen Versorgung mit Eiweißfuttermitteln und tragen damit erheblich zur Wertschöpfung in ländlichen Regionen bei. Die verstärkte Nutzung von Reststoffen und Nebenprodukten kann dies ergänzen, aber nicht ersetzen.

Download des vollständigen Positionspapiers als PDF-Dokument

OVID-Position: „10-Punkte-Plan für eine zukunftsfähige Ölmühlenwirtschaft“

Als Sprachrohr der deutschen Ölmühlenwirtschaft hat OVID mit Blick auf die nächste Legislaturperiode folgende zentrale Anliege

  1. Vielfalt der deutschen Agrarwirtschaft befördern statt begrenzen!
  2. Rolle des internationalen Agrarhandels würdigen!
  3. Rohstoffversorgung sichern - Importmärkte offenhalten!
  4. Heimische Proteinversorgung: Rapsanbau aufrechterhalten!
  5. Verkehrswende mit Biokraftstoffen aus Pflanzenölen gestalten!
  6. Fortschritte in der Pflanzenzüchtung nicht blockieren!
  7. Biobasierte Wirtschaft für mehr Ressourcen- und Umweltschutz fördern!
  8. Verbraucherverunsicherung bekämpfen, wissensbasierte Risikobewertung betreiben!
  9. Gesunde Ernährung: Verbraucher aufklären statt bevormunden!
  10. Agrarwirtschaftliche Kompetenz in einer Hand erhalten!

Download des vollständigen Positionspapiers als PDF-Dokument

Grain Club Position zur Versorgung mit Eiweißfuttermitteln

Deutschland verfügt über eine hochmoderne tierische Veredlungswirtschaft, die in der Lage ist, die deutsche und europäische Ernährungswirtschaft sowie die globalen Märkte mit Produkten in ausreichenden Mengen, hoher Qualität und zu wettbewerbsfähigen Preisen zu versorgen. Verarbeitete Spezialitäten wie beispielsweise Fleischprodukte „made in Germany“ werden weltweit hoch geschätzt und rege nachgefragt. Um die Wertschöpfung aus der tierischen Veredlungswirtschaft dauerhaft im Land zu halten, ist eine gesicherte Versorgung der Tierhaltung mit qualitativ hochwertigen Eiweißfuttermitteln eine wesentliche Voraussetzung. Basis hierfür ist eine an die jeweiligen natürlichen und wirtschaftlichen Rahmenbindungen angepasste Landwirtschaft. Bezüglich der Rohstoffbereitstellung bedeutet dies, dass nicht jedes Land, nicht jede Region alles selbst erzeugen kann und auch nicht muss. Vielmehr kommt hier einer funktionierenden internationalen Arbeitsteilung – und als Bindeglied dem Agrarhandel – eine bedeutende Rolle zu.

Download des vollständigen Positionspapiers als PDF-Dokument

Grain Club Position zu iluc

iLUC bedeutet das Ende der Produktion von Biokraftstoffen der 1. Generation, den Verlust von 220.000 Arbeitsplätzen und die Abschreibung von Investitionen in Milliardenhöhe. Nicht nur Unternehmen der Biokraftstoffbranche, sondern der Saatgutwirtschaft, der Landwirtschaft und der Verarbeitung haben sich auf die gesetzlichen Vorgaben eingestellt und hohe Investitionen getätigt.

Das durch iLUC drohende Aus für den Rapsanbau in Europa zum Zwecke der Biodieselherstellung hätte zudem massive negative Konsequenzen für die Futtermittelversorgung und die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten europäischen Landwirtschaft. Wird Rapsöl als Basis für Biodiesel ausgemustert, geht damit der selbstgewählte Verzicht auf dringend benötigtes, hochwertiges heimisches Proteinfuttermittel einher. Die Rapspflanze liefert mehr Schrot für Rinder, Schweine und Hühner als Öl für die Tankstellen. Aber ohne die Tankstellen als Absatzmarkt wären Europas Futtertröge nicht mehr mit Rapsschrot zu füllen. Die Landwirtschaft müsste den Import von Sojaschrot deutlich steigern. Allein in Deutschland würden 3,2 Mio. Tonnen Rapsschrot fehlen.

Download des vollständigen Positionspapiers als PDF-Dokument

Grain Club Position zum Greening innerhalb der EU GAP-Reform

Versorgungssicherheit nicht leichtfertig gefährden!

  • Der Grain Club hält die von der Kommission vorgelegte Greening-Konzeption für nicht zielführend
  • Die Einführung ökologischer Vorrangflächen kommt einer Flächenstilllegung gleich und ist nicht nachhaltig
  • Es bestehen zu große Unterschiede innerhalb der EU, die Pauschallösungen nicht zulassen
  • Eine Einschränkung des Anbaus in Europa würde eine Produktionslücke aufreißen, die in anderen Ländern der Welt nicht mit der gleichen Flächeneffizienz wie in Europa kompensiert werden könnte

Download des vollständigen Positionspapiers als PDF-Dokument

Eiweißstrategie Futtermittel: Die Rolle von Soja und Raps als Proteinfuttermittel in Deutschland und Europa

Derzeit beschäftigen sich agrarpolitische Diskussionen verstärkt mit den weltweiten agrarischen Flächennutzungskonkurrenzen und deren Auswirkungen. Im Zentrum der Kritik steht u. a. die starke Abhängigkeit von Sojaimporten zur Sicherstellung der Proteinfuttermittelversorgung in Europa und den damit verbundenen ökologischen und sozialen Folgen in den Herkunftsländern. Hintergrund der Kritik ist die ablehnende Haltung gegenüber GVO-Soja, das per se als nicht nachhaltig eingestuft wird. Die Sojaproduktion in Südamerika wird vor allem mit der Regenwaldzerstörung und mit hohen Pestizidaufwendungen in Verbindung gebracht. Diese Stoßrichtung wird durch die Etablierung des Labels „Ohne Gentechnik“ im Lebensmittelsektor und die daran geknüpften Kriterien verstärkt. Die Anti-Soja-Stimmung verfängt immer mehr auf politischer Ebene und schlägt sich bereits in entsprechenden politischen Initiativen nieder.

Um eine globale und langfristige Betrachtung bemüht und unter Berücksichtigung mitunter nicht dargestellter Zusammenhänge kommt OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland e.V. zu folgenden Schlussfolgerungen:

1. Ölsaaten wie Sojabohnen, Rapssaaten und Sonnenblumenkerne sind Rohstoff für die Produktion hochwertiger pflanzlicher Öle. Bei der Ölherstellung liefern sie als Kuppelprodukte eiweißreiche Ölschrote. Diese Ölschrote stellen eine wesentliche Säule der Versorgung mit Proteinfuttermitteln in Europa dar. Sojaschrot ist weiterhin das wichtigste in der europäischen Tierfütterung eingesetzte Proteinfuttermittel. Zugleich trägt Rapsschrot in den letzten Jahren zur deutlichen Steigerung des Anteils einheimisch produzierter Eiweißfuttermittel bei.

2. Einheimische Körnerleguminosen hingegen tragen aufgrund fehlender ökonomischer Attraktivität nur marginal zur Versorgung mit Proteinfuttermitteln bei. Sie sind trotz tierernährerischer Wertschätzung in ihrer Eiweißwertigkeit Raps- und Sojaschrot unterlegen. Sie verfügen aufgrund ihrer hohen Anfälligkeit gegenüber Pilzerkrankungen und Pflanzenschädlingen über eine zu geringe Ertragsstabilität und sind großen Schwankungen in den jährlichen Ertragserwartungen unterworfen.

3. Aufgrund pflanzenbaulicher Beschränkungen lässt sich eine europäische „Eiweißlücke“ daher nicht durch die Ausweitung des Anbaus von Körnerleguminosen schließen.

4. Eine Steigerung der Erzeugung von Körnerleguminosen müsste aufgrund begrenzter Flächen zu Lasten europäischer Hochertragskulturen gehen. Hierzu zählen insbesondere Weizen- und Rapsstandorte. Für diese Kulturen stellt Europa als vorzügliche Gunstlage die wichtigste Anbauregion mit den weltweit höchsten Flächenerträgen dar.

5. Eine Einschränkung des Weizenanbaus in Europa zugunsten von Körnerleguminosen würde in eine Weizenproduktionslücke und damit in eine Verringerung des EU-Exportpotenzials münden. Eine Weizenproduktionslücke könnte nicht mit der gleichen Flächeneffizienz wie in Europa durch den Anbau in anderen Ländern der Welt kompensiert werden.

6. In einer hochgradig arbeitsteilig organisierten Weltwirtschaft sichert die internationale Spezialisierung bei der Produktion von Hochertragskulturen eine effiziente Flächennutzung und die Ausschöpfung der Produktionspotenziale.

7. Voraussetzung hierfür ist ein nachhaltiger Anbau, der einen verantwortungsvollen Umgang mit wertvollen Ökosystemen sicherstellt. Mit Hilfe von Zertifizierungssystemen wie ISCC, RTRS oder Soja Plus kann beispielsweise eine nachhaltige Produktion von Soja vorangetrieben werden.

Download des vollständigen Positionspapiers als PDF-Dokument

 

Preisvolatilität und Regulierung der Märkte für Agrarrohstoffe

Warenterminmärkte bilden dabei traditionell ein seit Jahrzehnten bewährtes Schlüsselinstrument zur Absicherung der unternehmerischen Risiken. Dies gilt im Bereich Ölsaaten sowohl für Warenterminbörsen als auch für OTC-Märkte. Mit einer grundsätzlichen Beschränkung dieser Absicherungsmechanismen würde der Branche ein zentrales und bewährtes Element des Ölmühlengeschäfts genommen.

Die Branche begrüßt die politische Zielsetzung, die Funktionsfähigkeit der Agrarmärkte durch mehr Transparenz zu stärken. Agrarmärkte sind aufgrund der Ernteabhängigkeit naturgemäß volatil. Die seit den 90er Jahren eingeschlagene Politik einer stärkeren Marktorientierung sowie weitere Faktoren haben zu einer darüber hinaus gehenden, größeren Volatilität der Märkte geführt, mit der es für alle Beteiligten umzugehen gilt. Entwicklungs- und Schwellenländer sind besonders stark betroffen; hier bedarf es einer abgestimmten Agrar- und Entwicklungspolitik, um eine schnelle Hilfe für diese Länder zu ermöglichen.

Bei der Betrachtung der Warenterminmärkte für agrarische Rohstoffe ist jedoch zwischen Preisvolatilität und Preisniveau zu differenzieren. In der politischen wie öffentlichen Diskussion wird eine hohe Preisvolatilität fälschlicherweise oftmals mit einem hohen Preisniveau, d. h. hohen Preisen von Agrarrohstoffen und Nahrungsmitteln gleichgesetzt und entsprechende Forderungen auf Basis dieser Missdeutung formuliert.

Download des vollständigen Positionspapiers als PDF-Dokument

 

Hier finden Sie aktuelle Daten & Grafiken