15. September 2011 09:06 Alter: 6 Jahr/e

Preisvolatilität und Regulierung der Märkte für Agrarrohstoffe

Warenterminmärkte bilden dabei traditionell ein seit Jahrzehnten bewährtes Schlüsselinstrument zur Absicherung der unternehmerischen Risiken. Dies gilt im Bereich Ölsaaten sowohl für Warenterminbörsen als auch für OTC-Märkte. Mit einer grundsätzlichen Beschränkung dieser Absicherungsmechanismen würde der Branche ein zentrales und bewährtes Element des Ölmühlengeschäfts genommen.

Die Branche begrüßt die politische Zielsetzung, die Funktionsfähigkeit der Agrarmärkte durch mehr Transparenz zu stärken. Agrarmärkte sind aufgrund der Ernteabhängigkeit naturgemäß volatil. Die seit den 90er Jahren eingeschlagene Politik einer stärkeren Marktorientierung sowie weitere Faktoren haben zu einer darüber hinaus gehenden, größeren Volatilität der Märkte geführt, mit der es für alle Beteiligten umzugehen gilt. Entwicklungs- und Schwellenländer sind besonders stark betroffen; hier bedarf es einer abgestimmten Agrar- und Entwicklungspolitik, um eine schnelle Hilfe für diese Länder zu ermöglichen.

Bei der Betrachtung der Warenterminmärkte für agrarische Rohstoffe ist jedoch zwischen Preisvolatilität und Preisniveau zu differenzieren. In der politischen wie öffentlichen Diskussion wird eine hohe Preisvolatilität fälschlicherweise oftmals mit einem hohen Preisniveau, d. h. hohen Preisen von Agrarrohstoffen und Nahrungsmitteln gleichgesetzt und entsprechende Forderungen auf Basis dieser Missdeutung formuliert.

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