Verarbeitung

Schritt für Schritt zum wertvollen Rohstoff

In den deutschen Ölmühlen kommt modernste Technik zum Einsatz, um aus den verschiedenen Ölsaaten schrittweise den wertvollen Rohstoff zu gewinnen: Zunächst werden die Saaten gründlich gereinigt und getrocknet. Anschließend erfolgt das so genannte Brechen. Dabei werden die erwärmten Körner zerkleinert und gewalzt. Das Öl wird danach aus dem Zellgewebe gelöst.

Reinheit ist oberstes Gebot

Bei der Extraktion des Öls bleiben die entölten Schrote übrig, die in so genannten Toastern mit Wasserdampf behandelt werden. Nach Abkühlung und Trocknung sind die Schrote gebrauchsfertige Futtermittel für die Landwirtschaft. Für die gewonnenen Rohöle und -fette schließt sich ein Veredelungsprozess an. Bei dieser so genannten Raffination werden für die beabsichtigte Verwendung unerwünschte Stoffe entfernt.

In Form gebracht

Der letzte Schritt der Ölgewinnung ist damit getan. In den folgenden Prozessen geht es darum, die Nähr- und Anwendungseigenschaften der Öle und Fette weiter zu verbessern und damit maßgeschneiderte Lösungen für die Bedürfnisse der Lebensmittelunternehmen zu schaffen. Im Rahmen der Hydrierung beispielsweise werden Öle gehärtet, das heißt, in halbfeste und feste Fette umgewandelt. Außerdem kommen Verfahren zum Einsatz, mit denen man die Schmelzeigen- schaften und Streichfähigkeit der Endprodukte verbessert.

Wichtige Kuppelprodukte

Vor allem bei der Verarbeitung von Sojabohnen wird in Ölmühlen Lecithin gewon- nen. Diese organische Verbindung erlaubt das Vermischen von Fetten und Wasser und ist deshalb ein wichtiger Emulgator in Lebens- und Futtermitteln. Das Gros des industriell hergestellten Lecithins findet in der Ernährungswirtschaft Verwendung. So kommt die Verbindung unter anderem bei der Herstellung klebearmer Teige zum Einsatz. Als Bestandteil in Schokolade sorgt Lecithin für die richtige Konsistenz und das typische Aroma. Der zur Gruppe der Phospolipide gehörende Stoff übernimmt aber auch in Kosmetika wichtige Funktionen. So reguliert Lecithin den pH-Wert der Haut und unterstützt den natürlichen Schutz- mantel gegen aggressive Umwelteinflüsse. Bei der Entölung von Rapssorten mit spezieller Fettsäurezusammensetzung wird beispielsweise Erucasäure gewonnen, die unter anderem zur Herstellung von Emulgatoren und von oberflächenaktiven Substanzen wie beispielsweise Tensiden – ein Bestandteil von Waschmitteln – verwendet wird.

Der Warenfluss

Von der Erzeugung bis zum Endverbaucher