27. April 2017 09:52 Alter: 205 Tage

Einladung zum Fachgespräch mit Frühstück

Mittwoch, 03. Mai 2017 | 09:00 - 10:00 Uhr
Hopfingerbräu im Palais (neben Brandenburger Tor)
Berlin | Eberstraße 24

 

VERKEHRSWENDE 2030 – OHNE BIOKRAFTSTOFFE  UND LANDWIRTSCHAFT?

Deutschland gilt als einer der führenden Schrittmacher der globalen Klimaschutzpolitik. Die Bundesregierung konkretisierte im Rahmen der Klimakonferenz in Marrakesch (COP22) die Erfüllung des 2-Grad-Ziels mit der Vorlage des Klimaschutzplans 2050. Um eine nahezu vollständige Dekarbonisierung im Jahr 2050 zu erreichen, muss der Verkehrssektor einen erheblichen Beitrag leisten. Heute emittiert der Verkehr rund 160 Mio. Tonnen CO2. Bis 2030 soll diese Menge um rund 42 Prozent gesenkt werden (auf 95 Mio. t CO2). 2015 wurde in Deutschland mithilfe der Treibhausgasquote ein technologie- und rohstoffoffener Wettbewerb für Klimaschutz im Straßenverkehr etabliert. Die Quote hat dazu geführt, dass die individuelle Treibhausgaseinsparung der Biokraftstoffe deutlich angestiegen ist: mit weniger Biokraftstoffmenge wird ein Maximum an Klimaschutz erreicht. Die Treibhausgasquote ist nicht nur in der EU, sondern global einmalig.

Ende November 2016 hat die EU-Kommission ihren Entwurf zur Weiterentwicklung der Erneuerbaren-Energien-Richtlinie vorgelegt – mit drastischen Folgen für die Biokraftstoffbranche, die Landwirtschaft und für die heimische Eiweißfuttermittelversorgung. Geht es nach dem Willen der EU-Kommission, sollen Biokraftstoffe aus Getreide, Raps und Zuckerrüben zukünftig praktisch keinen Beitrag mehr zum Klimaschutz im Verkehr leisten. Würde Deutschland tatsächlich auf konventionelle Biokraftstoffe verzichten, gingen jährlich rund 6,7 Millionen Tonnen CO2-Einsparungen verloren. Für die Landwirtschaft würde der Rapsanbau wirtschaftlich uninteressant, weil das Rapsöl zur Biodieselherstellung das wichtigste Element für die Erzeugerpreisbildung ist. Raps ist zugleich die bedeutendste heimische Eiweißquelle und einzige Kulturart, die als Blühpflanze flächendeckend die Getreidefruchtfolgen auflockert. Rund 3,1 Millionen Tonnen proteinreiche Futtermittel würden fehlen bzw. müssten aus Drittstaaten importiert werden.

Nur Biokraftstoffe unterliegen einer verbindlichen Nachhaltigkeitszertifizierung. Sie können bereits heute im gesamten Fahrzeugbestand eingesetzt werden und sind mittelfristig der einzige nennenswerte Beitrag zur Dekarbonisierung der Antriebsenergie im Straßenverkehr.

Vor diesem Hintergrund laden wir Sie herzlich zu einem Fachgespräch ein, um mit Ihnen folgende Fragen zu diskutieren:

  • Welche Folgen hätte die Abkehr von Biokraftstoffen für die Wertschöpfungskette von der Landwirtschaft über die Verarbeitung bis zum Biokraftstoffproduzenten?

  • Ist bei ambitionierten Klimazielen Deutschlands ein Verzicht auf Biokraftstoffe realistisch?

  • Welche Rolle haben konventionelle Biokraftstoffe ab 2020 in Deutschland bzw. in Europa?

  • Welche ordnungsrechtlichen Rahmenbedingungen müssten geschaffen bzw. weiterentwickelt werden?

Als Impulsgeber wird Professor Dr. Jürgen Zeddies (Universität Hohenheim, Institut für Landwirtschaftliche Betriebslehre) die Ergebnisse seiner Studie „Auswirkungen politischer Beschlüsse auf Biokraftstoffe und Rohstoffmärkte“ präsentieren und im Anschluss für eine gemeinsame Diskussion zur Verfügung stehen. Die Zusammenfassung der Studie finden Sie über den folgenden Link: bit.ly/Zeddies-Zusammenfassung.

Weitere Gesprächsthemen und -partner sind:

  • Stephan Arens - Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen, UFOP
  • Gerhard Brankatschk - OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland
  • Elmar Baumann - Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie, VDB

Bitte bestätigen Sie Ihre Teilnahme bis zum 27.04.2017.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und verbleiben mit besten Grüßen.

Presseeinladung (PDF)