Glossar

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Aminosäuren

Aminosäuren sind organische Verbindungen und die Bausteine von Proteinen (Eiweißen). In Eiweißverbindungen finden sich regelmäßig etwa 20 verschiedene Aminosäuren. Menschen und Tiere sind auf die Zufuhr bestimmter Aminosäuren mit der Nahrung angewiesen. In diesem Fall spricht man von essentiellen Amino- säuren. Übrigens haben die Aminosäuren aus dem Sojaschrot bei landwirtschaft- lichen Nutztieren die höchste Dünndarmverdaulichkeit aller pflanzlichen Eiweiß- futtermittel. 

Biodiesel

Biodiesel, oder auch Raps-Methyl-Ester (RME/FAME, Fatty Acid Methyl Esther), ist ein Kraftstoff, der aus Pflanzenöl gewonnen wird. Der in Deutschland meist aus Rapsöl hergestellte Energieträger bietet zahlreiche Vorteile. Biodiesel ist eine zukunftsweisende Alternative für Mensch und Natur.

Bioenergie

Bioenergie beschreibt die energetische Nutzung von Biomasse und steht für eine ökologische Energiequelle. Die Bioenergie stellt eine der fünf Säulen der Erneuerbaren Energien dar. Während für Strom und Wärmebereich alle alter- nativen Energieträger in Frage kommen, stützt sich der Kraftstoffbereich bisher nur auf flüssige Biokraftstoffe. 

Biomasse

Bei der Bildung von Biomasse wird die Energie der Sonnenstrahlung durch die Pflanzen mittels Photosynthese genutzt. Verwendet werden jegliche Art von pflanzlichen Stoffen wie Ölpflanzen, Holz, Stroh oder Zuckerpflanzen aber auch tierische Bestandteile. Biomasse in Form von Brennholz stellt hierbei die be- deutendste Energiequelle dar. Von Vorteil ist die kohlendioxidneutrale Verbren- nung. Dies bedeutet, dass nur soviel CO2 entsteht, wie zuvor von den Pflanzen aufgenommen wurde. 

Cross Compliance

Unter Cross Compliance werden all jene Regelungen zusammengefasst, die Landwirte seit 2005 einzuhalten haben, wenn sie in den Genuss von Direkt- zahlungen kommen wollen. Die Prämienzahlungen sind an die Einhaltung bestimmter Auflagen in den Bereichen Umwelt- und Naturschutz, Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit sowie Tiergesundheit gekoppelt. Bei Nichteinhaltung dieser Regelungen können die Direktzahlungen gekürzt, bei schweren Verstößen sogar vollständig gestrichen werden. 

Eiweißfuttermittel

Sind Futtermittel mit einem hohen Rohproteingehalt und kommen in der landwirtschaftlichen Tierhaltung zum Einsatz, um die Eiweißversorgung unter anderem von Rindern, Schweinen und Geflügel sicherzustellen. Soja- und Rapsschrot sind hierzulande zweifellos die wichtigsten pflanzlichen Eiweiß- futtermittel. Deren Proteine sind gut verdaulich und enthalten besonders wertvolle Aminosäuren. 

Energiepflanzen

Pflanzen, deren Energiegehalt besonders groß ist, da sie durch rasches Wachstum große Mengen an energetisch nutzbarer Biomasse erzeugen. Besonders bekannt sind die stark ölhaltigen Saaten von Raps und Soja. 

Extraktion

Bei der Extraktion von Ölsaaten wird das Öl von den restlichen Bestandteilen der Saat mit Hilfe eines Lösungsmittels getrennt. Das Lösungsmittel selbst wird anschließend durch Destillation wieder vollständig aus dem Öl entfernt. 

FEDIOL

Federation of Seed Crushers and Oil Processors in the EU oder Fédération de l'industrie de l'huilerie de l’EU – das ist der Dachverband der europäischen Ölmühlen, der 1957 in Brüssel gegründet wurde. 

Fettsäuren

Ist eine Gruppenbezeichnung für Monocarbonsäuren. Das sind organische Verbindungen, die unter anderem aus unterschiedlich langen Kohlenwasser- stoffketten bestehen. Fettsäuren, die keine Doppelbindungen zwischen Kohlenstoff-Atomen aufweisen, nennt man gesättigte Fettsäuren. Hierzu zählen z. B. Ameisensäure und Essigsäure. Ungesättigte Fettsäuren hingegen besitzen eine Doppelbindung, mehrfach ungesättigte Fettsäuren haben zwei oder mehr dieser Verbindungen zwischen den Kohlenstoffatomen. Übrigens sind einige ungesättigte Fettsäuren wie beispielsweise Omega-3-Fettsäuren für den Menschen essentiell, also lebensnotwendig und müssen mit der Nahrung auf- genommen werden. Pflanzliche Öle und Fette enthalten einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren und sind deshalb besonders wertvoll. 

FOSFA

“The Federation of Oils, Seeds and Fats Assocations”. FOSFA ist mit 830 Mit- gliedern in 76 Ländern eine internationale Institution, die sich im internationalen Handel mit Fragen rund um Ölsamen, Ölen und Fetten befasst. 

Fruchtfolge

Unter Fruchtfolge versteht man die geordnete Aufeinanderfolge der auf einer landwirtschaftlichen Fläche im Verlauf der Vegetationsperiode und der Jahre an- gebauten Nutzpflanzenarten. Im Rahmen der Agrarrefrom aus dem Jahr 2005 wird den landwirtschaftlichen Betrieben heute eine dreijährige Fruchtfolge vorgeschrie- ben. Eine sinnvoll gestaltete Fruchtfolge wirkt sich positiv auf die Fruchtbarkeit der Böden aus und führt zu einer deutlichen Verminderung des Krankheitsdrucks in den Nutzpflanzenkulturen. Entsprechend weniger Dünger und Pflanzenschutzmittel werden benötigt. Und: Gesunde Pflanzen, die auf nährstoffreichen Böden wachsen, bringen letztlich mehr Ertrag. 

Futtermittel

In der Regel ist dies ein Sammelbegriff für alle Arten von Nahrung für landwirt- schaftliche Nutztiere und umfasst auch einzelne Futterkomponenten, aus denen die Futtermittelindustrie tierbedarfsgerechte Mischfutterprodukte herstellt. Ausge- sprochen wichtige Lieferanten solcher Futterkomponenten sind die Ölmühlen. Im Zuge der Ölgewinnung aus Ölsaaten fallen dort verschiedene Ölschrote an, die bis zu 45 Prozent Eiweiß mit besonders wertvollen Aminosäuren enthalten und deren Inhaltsstoffe sich durch eine gute Verdaulichkeit auszeichnen. 

Glycerin

Glycerin ist chemisch betrachtet ein Alkohol und Bestandteil aller pflanzlichen und tierischen Fette. Die bei der Herstellung von Fettsäuren und bei der Biodieselpro- duktion anfallende Substanz ist ausgesprochen vielseitig verwendbar. So kommt Glycerin in Kosmetika als Feuchtigkeitsspender, aber auch als Frostschutzmittel, Schmierstoff und Weichmacher zum Einsatz. Darüber hinaus wird Glycerin bei der Herstellung von Zahnpasta benötigt und ist als Lebensmittelzusatzstoff in Kaugummi enthalten. 

Gute fachliche Praxis

Die „Gute fachliche Praxis" ist so etwas wie die „goldene Regel" eines Berufs- standes. Sie beschreibt, wie verantwortungsbewusste Landwirte, Forstwirte oder Fischer ihren Beruf vor allem in Hinblick auf die Schonung von Natur und Umwelt auszuüben haben. So sind im Rahmen der Bewirtschaftung eine Reihe von Mindeststandards einzuhalten, die in verschiedenen Gesetzen und Verordnungen – darunter die Düngemittelverordnung und das Bundesnaturschutzgesetz – näher definiert sind. Die landwirtschaftliche Bewirtschaftung muss beispielsweise standortangepasst erfolgen und dabei eine nachhaltige Bodenfruchtbarkeit sowie langfristige Nutzbarkeit der Flächen gewährleisten. Darüber hinaus sollte die Tier- haltung in einem ausgewogenen Verhältnis zum Pflanzenbau stehen. Schädliche Umweltauswirkungen im Rahmen der Tierhaltung sind selbstverständlich zu vermeiden. Zur guten fachlichen Praxis gehört auch der Schutz von Biotopen. Und schließlich ist der Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln gewissenhaft zu dokumentieren. 

Grüne Gentechnik

Die Bezeichnung steht für den Anbau und die Nutzung gentechnisch veränderter Pflanzen in der Landwirtschaft. Ziel ist es, durch einen Eingriff in das Erbgut die  Pflanze zu optimieren. Die weltweit am häufigsten angebauten gentechnisch veränderten Pflanzen sind Soja, Baumwolle, Mais und Raps. 

Konditionierung

Auch Wärmebehandlung genannt: Die Ölsaat wird vor dem Pressen in einem Konditionierapparat erhitzt und befeuchtet. Hierdurch werden noch intakte Zell- wände geöffnet. Die Ölgewinnung wird somit erleichtert: Enzyme werden inaktiviert, das im Gewebe eingeschlossene Öl wird dünnflüssiger und läuft rascher ab. Jede Saat muss auf ihre optimale Temperatur und Feuchte eingestellt werden. 

Lecithin

Gehört als fettähnlicher Stoff zur Gruppe der Phospholipide und besitzt die Fähigkeit Wasser und Fett zu verbinden. Lecithin wird überwiegend aus Soja- bohnen gewonnen. Aber auch Sonnenblumen, Raps, Erdnüsse, Mais und Eigelb können Rohstoffe für die Herstellung von Lecithin sein. Die Verbindung bietet vielfältige Verwendungsmöglichkeiten. So kommt Lecithin bei der Lebensmittel- und Futtermittelherstellung zum Beispiel als Emulgator oder Antioxidationsmittel zum Einsatz. Mit von der Partie ist Lecithin darüber hinaus bei der Herstellung bestimmter Kosmetika. 

Monokultur

Monokultur ist eine Form der Bodenbewirtschaftung, bei der auf land- oder forst- wirtschaftlich genutzten Flächen über Jahre hinweg nur eine Nutzpflanzenart angebaut wird. Langfristig birgt die Monokultur unter anderem für den Boden erhebliche Nachteile. Im Rapsanbau ist Monokultur kein Thema, denn Raps kann als so genannte selbstunverträgliche Pflanze auf derselben Fläche nur alle vier Jahre angebaut werden. 

Nachwachsende Rohstoffe

Bezeichnung für land- und forstwirtschaftlich erzeugte erneuerbare Ressourcen, die außerhalb des Nahrungs- und Futterbereiches verwendet werden. 

Ölgewinnung

Die Ölgewinnung bei pflanzlichen Ölen kann entweder durch reines Abpressen (Vor- und Fertigpressen), Vorpressen und nachfolgender Extraktion oder direkte Extraktion ohne Vorpressen erfolgen. Da heute eine möglichst hohe Ölausbeute angestrebt wird, wird meist eine Extraktion angewendet. Bei sehr hohen Ölgehalten der Saaten ist die Kombination von Pressen und Extrahieren am wirtschaftlichsten. 

Ölmühlen

In Ölmühlen werden die so genannten Ölsaaten zu Ölen und Fetten sowie Ölschroten verarbeitet. Diese werden dann im Lebensmittelbereich, als Futtermittel, in der Oleochemie, im technischen Bereich oder als Kraftstoffe eingesetzt. 

Ölpflanzen/Ölfrüchte

Pflanzen, deren Samen oder Früchte zur Herstellung von Pflanzenöl und Fetten genutzt werden. Man unterscheidet zwischen Ölpflanzen, bei denen das Fruchtfleisch genutzt wird (Olivenbau, Ölpalme) und Ölfrüchten, bei denen die Samen genutzt werden (Soja, Sonnenblumen, Raps). 

Ölsaaten

Samen von Pflanzen, die zur Herstellung von Pflanzenöl und Fetten verwendet werden. Die wichtigsten Ölsaaten sind Raps, Sojabohnen, Sonnenblumen, Ölpalme, Kokosnuss, Rizinusbohnen und Lein. 
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Ölschrote

Bezeichnung für die Restmasse, die bei der Verarbeitung von Ölsaaten zu Ölen und Fetten übrig bleibt. Aufgrund ihres hohen Eiweißgehaltes sind Ölschrote wertvolle und unverzichtbare Futtermittel für die Landwirtschaft. 

Pflanzenöl

Pflanzenöle oder pflanzliche Öle werden aus dem Fruchtfleisch oder den Samen der Ölpflanzen gewonnen. 

Raffination

Durch Raffination werden bei der Herstellung von Ölen und Fetten aus rohen Pflanzenölen Stoffe entfernt, welche die Qualität (Geschmack, Haltbarkeit, technische Weiterverarbeitung, Geruch, Farbe) beeinträchtigen. 

Rapsschrot

Entsteht in Ölmühlen bei der Gewinnung von Rapsöl aus Rapssaat und ist eine wertvolle Komponente bei der Herstellung von Futtermitteln für Mastbullen, Milchkühe und Schweine. Rapsschrot enthält viel Protein, wertvolle Aminosäuren und weist eine optimale Fettsäuren- und Kohlenhydratzusammensetzung auf. 

Round Tables für Nachhaltigkeit

Die Weichen für einen zukunftsfähigen Anbau von Ölpflanzen in Drittländern richtig stellen – diese Aufgabe haben zwei Roundtable-Initiativen fast gemeistert. RSPO steht für Roundtable on Sustainable Palm Oil und ist eine weltweit aktive Initiative der Interessensgruppen für den nachhaltigen Anbau von Ölpalmen. Mitglieder des RSPO sind Ölpalmenpflanzer, Palmölverarbeiter und -händler; Konsumgüter- hersteller, aber auch Banken sowie Umwelt- und Naturschutzorganisationen. Analog zum RSPO engagiert sich der Roundtable on Responsible Soy (RTRS) weltweit für den nachhaltigen Anbau von Sojabohnen. Beide Initiativen wurden unter anderem vom World Wide Fund For Nature, kurz WWF, einer der weltweit größten Naturschutzorganisationen ins Leben gerufen. OVID ist, vertreten durch den Dachverband der europäischen Ölmühlen (FEDIOL), Mitglied in beiden Roundtables. Damit unterstützen die deutschen Ölmühlen rund um den Globus aktiv die Entwicklung zukunftsfähiger Anbauregeln für ölhaltige Pflanzen. 

Saatverarbeitung

In den deutschen Ölmühlen kommt modernste Technik zum Einsatz, um aus den verschiedenen Ölsaaten schrittweise den wertvollen Rohstoff zu gewinnen: Zunächst werden die Saaten gründlich gereinigt und getrocknet. Anschließend erfolgt das so genannte Brechen. Dabei werden die erwärmten Körner fein zerkleinert und gewalzt. Das Öl wird danach aus dem Zellgewebe gelöst. Bei der Extraktion des Öls bleiben die entölten Schrote übrig, die in so genannten Toastern mit Wasserdampf behandelt werden. Nach Abkühlung und Trocknung sind die Schrote gebrauchsfertige Futtermittel für die Landwirtschaft. Für die gewonnenen Rohöle und -fette schließt sich ein mehrstufiger Reinigungs-Prozess, die so genannte Raffination an, bei der unerwünschte Stoffe völlig entfernt werden. 

Sojaschrot

Ist zweifellos das Eiweißfuttermittel Nummer Eins. Sojaschrot fällt in Ölmühlen bei der Verarbeitung von Sojabohnen zur Ölgewinnung an und enthält rund 43 bis 45 Prozent Rohprotein. Sojaschrot kann durchaus als das Universal-Eiweißfutter für die verschiedensten Tierarten bezeichnet werden, ist hierzulande aber in erster Linie ein wichtiger Bestandteil von Schweine- und Geflügelfuttermitteln. 

Toastverfahren

Im Toastverfahren werden die Schrote (Restmasse bei der Öl- und Fettgewinnung aus Ölsaaten) mittels einer Wasserdampf-Behandlung von Lösungsmitteln befreit, welche für die Herauslösung des Pflanzenöls aus den Ölsaaten verwendet wurden. Bei der Toastung werden antinutritive Stoffe abgebaut und damit die Schrote in ihrem Futterwert verbessert. 

Trans-Fettsäuren

Bei Trans-Fettsäuren handelt es sich um ungesättigte Fettsäuren mit einer speziellen räumlichen Struktur. Die Verbindungen entstehen unter anderem bei der Härtung pflanzlicher Öle. Trans-Fettsäuren können den Cholesteringehalt im Blut erhöhen. Durch die Umstellung der Härtungsbedingungen bei der Margarine- herstellung ist der menschliche Verzehr von Trans-Fettsäuren heute jedoch ausgesprochen gering. 

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