Presse

OVID-Statement

zum EFSA-Report „Risiken von 2-,3-MCPD- und Glycidyl-Fettsäureestern in Lebensmitteln auf die menschliche Gesundheit“

Berlin, 6. Mai 2016. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat am 03. Mai 2016 eine wissenschaftliche Stellungnahme über die Risiken von 2-, 3-MCPD- und Glycidyl- Fettsäureestern in Lebensmitteln veröffentlicht. Damit hat sie eine erste umfassende wissenschaftliche Aussage zu potentiellen Risiken vorgelegt. Die ölsaatenverarbeitende Industrie hatte der EFSA relevante Analysedaten zur Verfügung gestellt und sieht sich darin bestätigt, ihren Minimierungskurs mit vereinten Kräften fortzusetzen.

Bereits seit 2008 stellen sich die Pflanzenölhersteller der Problematik: gemeinsam mit Forschungseinrichtungen, Wirtschaftspartnern und Behörden sind Analyseverfahren entwickelt, Entstehungsmechanismen aufgeklärt und Minimierungsmaßnahmen erarbeitet worden. Ergebnis: die unerwünschten Substanzen konnten inzwischen minimiert werden und damit auch die Risiken für die Verbraucher. Die EFSA bestätigt in ihrer Veröffentlichung eine Halbierung der Gehalte von Glycidyl-Fettsäureestern in Palmöl von 2010 bis 2015....mehr...

2-, 3-MCPD- und Glycidyl-Fettsäureester sind unerwünschte Stoffe in Pflanzenölen, die innerhalb des Veredelungsprozesses (Raffination) von rohen Pflanzenölen entstehen können. Dieser Verarbeitungsschritt ist notwendig, um unerwünschte Rückstände wie Geschmacks- und Geruchsstoffe oder eventuell auch von Pflanzenschutzmitteln zu entfernen. Darüber hinaus werden die Pflanzenöle durch die Raffination hitzebeständig und haltbar gemacht.

Pflanzenöle sind unverzichtbarer Bestandteil einer gesunden Ernährung: sie liefern essentielle und damit lebensnotwendige Fettsäuren, die beispielsweise als Bausteine für unsere Körperzellen dienen. Darüber hinaus ermöglichen erst sie die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K.

Die im Rahmen der EFSA-Stellungnahme neu ermittelte tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (TDI) von 0,8 Mikrogramm je Kilogramm Körpergewicht bestärkt die Pflanzenölhersteller, ihren Kurs zur Minimierung mit Hochdruck fortzusetzen. Die Sicherheit und Qualität ihrer Produkte hat für die Branche oberste Priorität!

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Hintergrundinformationen zur Thematik haben wir hier für Sie zusammengestellt

Rapsöl – meistgekauft und kerngesund

Zum Weltgesundheitstag: Warum ist Fett eigentlich gesund?

Berlin, 7. April 2016. Heute ist Weltgesundheitstag. Mit Blick auf unsere Ernährung: Zeit für einen Ernährungscheck. Welches und wie viel Öl und Fett ist gesund?
Lange Zeit galten Fette generell als ungesunde Dickmacher. Zu Unrecht, denn erst sie ermöglichen die Aufnahme der im Salat und anderen Lebensmitteln enthaltenen fettlöslichen Vitamine A, D, E sowie K; überdies liefern sie lebensnotwendige Fettsäuren. Diese dienen beispielsweise als Bausteine für unsere Körperzellen und sind damit unverzichtbares „Mittel des Lebens“.


Aufgrund ihrer lebensnotwendigen Funktionen gehört der moderate Verzehr von Ölen und Fetten zu einer ausgewogenen Ernährung. Je nach körperlicher Aktivität sollte man bis zu 35 Prozent der täglichen Nahrungsenergie in Form von Ölen und Fetten aufnehmen, so aktuelle Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE). Für einen Erwachsenen entspricht das zwischen 60 und 80 Gramm am Tag. ...mehr...

Anlässlich des Weltgesundheitstages empfiehlt sich ein Blick auf die Zusammensetzung der Fette. Neben der Menge ist auch das Fettsäurespektrum von Bedeutung: zu unterscheiden ist zwischen gesättigten, einfach ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Jede Fettsäureart hat unterschiedlich positive Auswirkungen, die sich ergänzen. Unsere Nahrungsfette enthalten diese Fettsäuren in variierenden Anteilen. Insbesondere pflanzliche Öle wie Raps-, Soja-, Sonnenblumen-, Leinöl und Mischungen daraus bringen ernährungsphysiologische Vorteile.

Ein Vergleich der Ernährungsgewohnheiten in den vergangenen Jahren mit den Ernährungsempfehlungen offenbart, dass die deutsche Bevölkerung zu viele gesättigte und zu wenige mehrfach ungesättigte Fettsäuren zu sich nimmt. Daher empfiehlt die DGE, einen Teil der gesättigten Fettsäuren durch mehrfach ungesättigte Fettsäuren zu ersetzen. Dies gelingt, indem als Fettquelle beispielsweise Seefische und spezielle pflanzliche Öle – wie Rapsöl – bevorzugt werden.

Rapsöl ist ein gesundes Multitalent: Es eignet sich sowohl für die heiße Küche zum Frittieren oder Braten als auch für die kalte Küche im Salatdressing. Aufgrund seiner besonders geringen Gehalte gesättigter und hoher Anteile mehrfach ungesättigter Fettsäuren trägt Rapsöl zur Optimierung des Fettsäurespektrums sogar noch besser bei als das gesunde Olivenöl. OVID-Präsident Wilhelm F. Thywissen hierzu: „Die Versorgung mit Alpha-Linolensäure, einer essentiellen Omega-3-Fettsäure, kann Rapsöl deutlich besser bewerkstelligen als Olivenöl.“

Die Empfehlungen der DGE scheinen allmählich zu greifen: Rapsöl ist aufgrund seines Geschmacks und seiner ernährungsphysiologischen Vorteile inzwischen das meistgekaufte Speiseöl.

Das Klima in Mitteleuropa eignet sich hervorragend zur landwirtschaftlichen Erzeugung von Rapssaaten, aus denen das Rapsöl gewonnen wird. Hierfür stehen die deutschen Ölmühlen, die im letzten Jahr 4,2 Millionen Tonnen Rapsöl erzeugt haben und damit Spitzenreiter in der EU sind. Ein weiteres Produkt aus der Rapssaatenverarbeitung ist Rapsschrot, das wichtigste Eiweißfuttermittel in Deutschland.

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Download Infografik - Gesunde Fettsäuren des Rapsöles können Fettkonsum verbessern

69 Prozent der Deutschen bewerten Biokraftstoffe positiv

Laut einer aktuellen Infratest-Umfrage stehen mehr als zwei Drittel aller Deutschen Biokraftstoffen positiv gegenüber. Selbst viele Skeptiker würden Biokraftstoffe tanken, wenn ihnen die Nachhaltigkeit garantiert wird.

Berlin, 21. März 2016. 69 Prozent der Deutschen bewerten Biokraftstoffe grundsätzlich positiv. Dies hat eine repräsentative Umfrage von TNS Infratest ergeben. „Über zwei Drittel der Deutschen befürworten Biokraftstoffe. Die Politik kann auf diese klare Unterstützung der Bevölkerung bauen und Biokraftstoffe im Straßenverkehr für die Erreichung der Ziele des Pariser Klimagipfels nutzen“, sagte Elmar Baumann, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB)....mehr

39 Prozent begründen ihre positive Einstellung zu Biokraftstoffen damit, dass Biodiesel und Bioethanol umweltschonender sind als fossile Kraftstoffe. „Biokraftstoffe verringern den Ausstoß von Treibhausgasen erheblich. Je nach Rohstoff sparen sie zwischen 60 und 90 Prozent Treibhausgas-Emissionen ein im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen“, so Stephan Arens, Geschäftsführer der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP). Um möglichst hohe Reduktionswerte zu errei-chen, wird auf jeder Stufe der Produktionskette von Biokraftstoffen daran gearbeitet, die Prozesse weiter zu optimieren. „Die Biokraftstoffbranche ist Vorreiter in der Entwicklung von nachhaltigen Produktionsprozessen – auch in der Landwirtschaft. Biokraftstoffe sind damit ein wichtiger Baustein für die saubere Mobilität von Morgen“, sagte Arens.

Laut Erhebung ist nur jeder Vierte skeptisch gegenüber Biokraftstoffen eingestellt. Als Hauptgrund für eine ablehnende Haltung wird die Nutzung von Agrarrohstoffen zur Energiegewinnung genannt, was nach Ansicht der Skeptiker zu Hunger führe. Dazu sagte Petra Sprick, Geschäftsführerin von OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland: „Biokraftstoffe haben weder signifikante Auswirkungen auf die Weltagrarpreise noch verknappen sie Lebensmittel. Trotz weltweit steigender Biokraftstoffproduktion sind die Agrarpreise schon seit längerem im Keller und die Läger voll. Im Gegenteil: Bei der Herstellung von Biodiesel aus Raps fällt zu 60 Prozent Schrot an. Diese eiweißhaltige Tiernahrung ist ein wichtiger Baustein der tierischen Veredelungsproduktion und trägt zur Sicherung der Welternährung bei.

Etwa jeder zweite Skeptiker würde Biokraftstoffe tanken, wenn ihm die Nachhaltigkeit garantiert wird. Die ist bereits heute Standard und seit 2011 vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Zur Herstellung von Biokraftstoffen dürfen die Rohstoffe weder von Regenwaldflächen noch von umgebrochenem Grünland stammen: Stichtag ist der 1.1.2008. Dass Landwirte die Vorschriften einhalten, überprüfen unabhängige Auditoren, die wiederum von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung überwacht werden. Die Biokraftstoffindustrie hat mittlerweile Standards gesetzt, die auch andere Branchen zunehmend aufgreifen. Die Mehrheit der Deutschen schätzen Biokraftstoffe deshalb nicht nur als umweltschonend, sondern auch als nachhaltig ein.

Die repräsentative TNS-Infratest Umfrage wurde im Auftrag folgender Verbände der deutschen Biok-raftstoffbranche durchgeführt: der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP), dem Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) und dem Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (OVID).

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Raps toppt Soja

2015 verfütterten deutsche Landwirte erstmals mehr Raps- als Sojaschrot. Andere Eiweißfutter spielten kaum eine Rolle. Der Import von Soja bleibt weiterhin wichtig.

Berlin, 24.02.2016. Mit etwa 4,0 Millionen Tonnen lag der Verbrauch an Rapsschrot in Deutschland im vergangenen Jahr erstmals über dem von Sojaschrot mit 3,9 Millionen Tonnen. Landwirte setzen beide Ölschrote ein, um den Bedarf an hochwertigem Eiweiß von Rindern, Schweinen und Geflügel zu decken....mehr

Rapsschrot wird aus Rapssaaten gewonnen. Sie liefern zu 40 Prozent Öl und zu 60 Prozent Schrot. Der Verbrauch an Rapsschrot hat sich in Deutschland innerhalb von nur 10 Jahren verdoppelt. „Die Rapspflanze ist eine Erfolgsstory. Ihre Saaten liefern nicht nur wertvolles Rapsöl, sondern auch hochwertiges Tierfutter. Sie färbt unsere Landschaften im Mai gelb  und kurbelt die heimische Wirtschaft an", so OVID-Präsident Wilhelm F. Thywissen.

Während Raps überwiegend in Mitteleuropa gedeiht, stammt Soja größtenteils aus Nord- und Süd-Amerika. Seit einigen Jahren wird versucht, die Frucht auch in Europa anzubauen. In Deutschland wuchsen 2015 etwa 34.000 Tonnen Sojabohnen auf 17.000 Hektar. Das sind zwei Tonnen je Hektar. In Südamerika liegt der Ertrag bei rund drei Tonnen.

Zu den alternativen Eiweißfuttermitteln zählen Körnerleguminosen. Das sind zum Beispiel Futtererbsen, Ackerbohnen und Lupinen. Über die letzten zehn Jahre blieb deren Ernte in Deutschland nahezu unverändert bei knapp 0,3 Millionen Tonnen. Zuletzt brachten die Greening-Vorgaben neue Impulse zur Ausweitung des Anbaues. Thywissen dazu: „Körner-leguminosen spielen mengenmäßig eine untergeordnete Rolle. In der Fruchtfolge können sie positive Umweltwirkungen entfalten. Im Gegensatz zu Ölsaaten liefern sie von derselben Fläche aber kein Pflanzenöl. Sie sind daher eine kaum ernstzunehmende Alternative.“

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