Presse

ECHA-Bewertung: Glyphosat ist nicht krebserregend

Berlin, 15. März 2017. Die Europäische Chemikalienbehörde ECHA mit Sitz in Helsinki hat im Rahmen einer chemikalienrechtlichen Neubewertung Glyphosat als nicht krebserregend eingestuft. Dieses Ergebnis ist entscheidend für die anstehende EU-weite Wiedergenehmigung von Glyphosat als Pflanzenschutz-Wirkstoff....mehr

Der Grain Club erwartet nun eine zügige Fortsetzung des Genehmigungsverfahrens. Die EU-Kommission und die Bundesregierung sind aufgefordert, sich zu den gültigen wissenschaftlichen Prüfungsverfahren zu bekennen und entsprechend zu handeln.

  Im Jahr 2016 war das auf wissenschaftlichen Kriterien beruhende Genehmigungsverfahren auf massiven Druck öffentlichkeitswirksamer Kampagnen ins Stocken geraten. Auslöser dafür war, dass die der Weltgesundheitsorganisation (WHO) angegliederte Internationale Krebsagentur (IARC) Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend eingestuft hatte. Andere wissenschaftliche Einrichtungen wie das für die Pestizidbewertung zuständige Gremium (JMPR), ebenfalls der WHO angegliedert, sowie die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kamen zum Schluss, dass nach derzeitigem Stand der Wissenschaft bei bestimmungsgemäßer und sachgerechter Anwendung kein krebserregendes Risiko durch Glyphosat zu erwarten ist. Die mit der Zulassung betrauten Lebensmittelbehörden wurden daraufhin mit Kampagnen überzogen. Um die vorliegenden Bedenken einer weiteren, abschließenden Prüfung durch die Europäische Chemikalienbehörde zu unterziehen, verlängerte die EU-Kommission die Genehmigung – anstatt für 15 Jahre – nur um 18 Monate! Auf Basis der nun vorliegenden Erkenntnisse wäre eine Genehmigung für 15 Jahre angezeigt.

Glyphosat ist ein wichtiges ackerbauliches Werkzeug. Die Methode der konservierenden oder auch nicht wendenden Bodenbearbeitung ließe sich ohne Pflanzenschutzmittel wie den Glyphosat-haltigen Herbiziden derzeit kaum realisieren. In Getreidebeständen wird der Wirkstoff nur in Ausnahmefällen eingesetzt, wenn es in lagernden Beständen zu Unkrautdurchwuchs gekommen ist und sofern eine Beerntung ohne Unkrautbekämpfung nicht möglich ist.

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Vielseitigkeit von Raps unterschätzt

Berlin, 06. März 2017. Die Ölmühlenindustrie zeigt sich verwundert über die jüngsten Äußerungen von Bundesministerin Dr. Barbara Hendricks. Nach Auffassung von OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland offenbaren sie eine grundlegende Unkenntnis über die vielfältige Rolle und Nutzung von Ackerpflanzen. „Es gibt keine reinen Energiepflanzen. Die einseitigen Verlautbarungen von Frau Hendricks verkennen die Vielseitigkeit von Raps als wichtigsten Rohstoff für die deutsche Biokraftstoff- und Eiweißfuttermittelproduktion und als ideale Nahrungsquelle für Bienen“, erläutert OVID-Präsident Wilhelm F. Thywissen. ...mehr

Die ölsaatenverarbeitende Industrie hat das Potenzial von Raps als nachhaltiges Multitalent und wichtige Komponente der Fruchtfolge bereits vor Jahren erkannt. Die Bestandteile der goldgelb blühenden Ackerfrucht landen keinesfalls allein im Tank, sondern sind essentiell für die Versorgung mit hochwertigem Tierfutter. „Allein durch die Biokraftstoffproduktion ist es gelungen, Rapsschrot als Eiweißfuttermittel Nummer 1 zu etablieren. Damit kommen wir den Verbraucherwünschen für mehr heimische Eiweißfuttermittel nach“, so Thywissen. Neben Bioenergie und Eiweißfutter werden aus den Rapssaaten Salatöl und Margarine mit hohen Gehalten an lebensnotwendigen Omega-3-Fettsäuren, Lecithin für Schokolade oder Snacks, Farben, Schmierfette, Kosmetik und Glycerin gewonnen. Umweltfreundliche Nebeneffekte: Die Rapspflanze bringt Vielfalt auf den Acker, indem sie die Fruchtfolge auflockert und die Nährstoffeffizienz steigert. Zudem dient die auf dem Feld verbleibende Restpflanze der Humusbildung.

Bundesumweltministerin Hendricks verkennt zudem die Bedeutung von Raps als einzige blühende, marktrelevante Kulturpflanze für die Ernährung von Bienen. „Ohne Raps geht es den Bienen hierzulande schlecht. Allein aus einem Hektar lassen sich 100 Kilogramm Rapshonig gewinnen“, sagt Thywissen.

Bundesministerin Hendricks hatte kürzlich in einem Interview mit dem vom Umweltministerium finanzierten Magazin „MehrWERT“ gefordert, die Produktion von Energiepflanzen als „Irrweg der Energiewende“ zurückzudrängen. 2015 wurde mit rund 1,3 Millionen Hektar auf 11 Prozent der deutschen Ackerfläche Raps angebaut.

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Grain Club stellt fünf Forderungen zur Bundestagswahl vor: Vorfahrt für Innovationen und freier Zugang zu internationalen Märkten

Berlin, 1. März 2017. Nur eine international wettbewerbsfähige deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft trägt zur Ernährung der Weltbevölkerung mit hochwertigen Nahrungsmitteln sowie zu mehr Klima- und Ressourcenschutz bei. Damit dieser wichtige Auftrag des nachhaltigen Wirtschaftens erfüllt werden kann, muss die Bundespolitik in der 19. Wahlperiode innovationsfreundliche und verlässliche Rahmenbedingungen in Deutschland umsetzen und in der Europäischen Union mit Nachdruck vertreten. ...mehr

Mit einem Produktionswert von 445 Mrd. Euro ist das Agribusiness einer der größten Wirtschaftssektoren in Deutschland. Im Weltagrarhandel steht Deutschland sowohl bei den Einfuhren als auch bei den Ausfuhren an dritter Stelle. Die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Versorgung der wachsenden Weltbevölkerung. Global eingebunden macht sie eine effiziente und nachhaltige Ressourcennutzung möglich. Von der Politik in der Legislaturperiode 2017-2021 fordert der Grain Club:

 1. Vorfahrt für Innovationen!

Innovationen sind der Schlüssel zu einer ressourcenschonenden Agrarwirtschaft. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zum Erhalt der Biodiversität. Der Einsatz neuer Züchtungsmethoden, moderne Verfahren des Pflanzenschutzes und der Düngung sind ebenso notwendig wie die Präzisionslandwirtschaft auf Basis von Digitalisierung. Nur wenn die deutsche Agrarwirtschaft Innovationen nutzen und einsetzen kann, ist die ökonomisch effiziente Nutzung der begrenzt verfügbaren landwirtschaftlichen Flächen und die Sicherstellung der Erzeugung qualitativ hochwertiger Lebens- und Futtermittel möglich.

2. Europäischer Konsens statt nationaler Alleingänge!

Konzepte für den nachhaltigen, ökologischen und ökonomischen Einsatz von Betriebsmitteln, z. B. Pflanzenschutzmitteln, müssen im Konsens mit allen Wirtschaftsgruppen erarbeitet und umgesetzt werden. Dabei bilden wissenschaftliche Erkenntnisse die Grundlage für Gesetzesänderungen und neue Gesetzesvorhaben. Die Politik muss vergleichbare Rahmenbedingungen in allen Mitgliedstaaten sicherstellen. Nationale Alleingänge gefährden die Wettbewerbsfähigkeit der Agrarwirtschaft in Deutschland und untergraben die Planungssicherheit der Unternehmen.

3. Internationalen Agrarhandel weiter stärken!

Agrarprodukte sollten vorrangig dort produziert werden, wo die knappen Ressourcen am effizientesten genutzt werden können. Der internationale Agrarhandel schafft dafür den notwendigen Ausgleich zwischen Mangel und Überfluss. Zudem trägt er maßgeblich zur Begrenzung der Folgen des Klimawandels bei. Offene Märkte sind erforderlich, um die dynamisch wachsende Nachfrage in den Schwellenländern zu befriedigen. Den Rückzug aus dem globalen Agrarmarkt und Handelsbeschränkungen lehnt der Grain Club ab.

4. Freier Zugang zu den internationalen Märkten!

Eine wettbewerbsfähige deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft ist auf freien Zugang zu den internationalen Märkten und den verfügbaren Rohstoffen angewiesen. Zusammen mit dem heimischen Rohstoffangebot ist insbesondere der Import von ernährungsphysiologisch wertvollen Proteinen und freien Aminosäuren wesentlich, um die Futtermittelversorgung der Tierbestände sicherzustellen.

5. Nachhaltigkeitszertifizierung an globalen Standards ausrichten!

Die Agrar- und Ernährungswirtschaft bekennt sich zur freiwilligen Zertifizierung von Nachhaltigkeitskriterien. Für eine wirkungsvolle und praktikable Anwendung von Nachhaltigkeitsstandards sind übergreifende internationale Leitprinzipien als Orientierung unabdingbar. Sie schaffen Transparenz, erleichtern die Vergleichbarkeit und ermöglichen eine globale Lenkungswirkung. Bei der Entwicklung und Implementierung dieser Leitprinzipien braucht die Branche die verlässliche Unterstützung der Politik.

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OVID veröffentlicht Positionen zur Bundestagswahl 2017

Berlin, 24. Februar 2017. Exakt heute in sieben Monaten findet die Bundestagswahl statt. Die Ölmühlenindustrie hat dazu ihre wirtschaftspolitischen Forderungen in einem „10-Punkte-Plan für eine zukunftsfähige Ölmühlenwirtschaft“ zusammengefasst. Für die Handlungsfähigkeit der Branche sind aus Sicht von OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland besonders entscheidend: ein ungehinderter Zugang zu agrarischen Rohstoffen aus Drittstaaten, die Förderung des heimischen Rapsanbaus sowie die Fortsetzung der Produktion konventioneller Biokraftstoffe als Beitrag zum Klimaschutz. ...mehr

„Die Energiewende im Straßenverkehr wird ohne Biokraftstoffe nicht gelingen. Sie sind derzeit die einzig wirklich funktionierende Alternative für mehr Klimaschutz. Mit ihrem Verzicht würde Deutschland zusätzlich sieben Millionen Tonnen Treibhausgase in die Atmosphäre blasen. Das konterkariert das Pariser Klimaschutzabkommen“, so OVID-Präsident Wilhelm F. Thywissen

Ob Treibstoff, Kunststoff, Futtermittel oder Nahrungsmittel: Die Erzeugnisse der Ölmühlen sind vielfältig und in etwa 80 Prozent der Produkte des täglichen Bedarfes enthalten. Die Ölmühlenindustrie ist integraler Bestandteil der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft und intensiv in den internationalen Handel mit Ölsaaten, Ölen und Schroten eingebunden.

Die zehn OVID-Forderungen lauten:
1.    Vielfalt der deutschen Agrarwirtschaft befördern statt begrenzen!
2.    Rolle des internationalen Agrarhandels würdigen!
3.    Rohstoffversorgung sichern - Importmärkte offenhalten!
4.    Heimische Proteinversorgung: Rapsanbau aufrechterhalten!
5.    Verkehrswende mit Biokraftstoffen aus Pflanzenölen gestalten!
6.    Fortschritte in der Pflanzenzüchtung nicht blockieren!
7.    Biobasierte Wirtschaft für mehr Ressourcen- und Umweltschutz fördern!
8.    Verbraucherverunsicherung bekämpfen, wissensbasierte Risikobewertung betreiben!
9.    Gesunde Ernährung: Verbraucher aufklären statt bevormunden!
10.    Agrarwirtschaftliche Kompetenz in einer Hand erhalten!

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Kontakt

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Pressesprecher

Maik Heunsch
Telefon: +49 30 / 72625957

 

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