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OVID veröffentlicht Positionen zur Bundestagswahl 2017

Berlin, 24. Januar 2017. Exakt heute in sieben Monaten findet die Bundestagswahl statt. Die Ölmühlenindustrie hat dazu ihre wirtschaftspolitischen Forderungen in einem „10-Punkte-Plan für eine zukunftsfähige Ölmühlenwirtschaft“ zusammengefasst. Für die Handlungsfähigkeit der Branche sind aus Sicht von OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland besonders entscheidend: ein ungehinderter Zugang zu agrarischen Rohstoffen aus Drittstaaten, die Förderung des heimischen Rapsanbaus sowie die Fortsetzung der Produktion konventioneller Biokraftstoffe als Beitrag zum Klimaschutz. ...mehr

„Die Energiewende im Straßenverkehr wird ohne Biokraftstoffe nicht gelingen. Sie sind derzeit die einzig wirklich funktionierende Alternative für mehr Klimaschutz. Mit ihrem Verzicht würde Deutschland zusätzlich sieben Millionen Tonnen Treibhausgase in die Atmosphäre blasen. Das konterkariert das Pariser Klimaschutzabkommen“, so OVID-Präsident Wilhelm F. Thywissen

Ob Treibstoff, Kunststoff, Futtermittel oder Nahrungsmittel: Die Erzeugnisse der Ölmühlen sind vielfältig und in etwa 80 Prozent der Produkte des täglichen Bedarfes enthalten. Die Ölmühlenindustrie ist integraler Bestandteil der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft und intensiv in den internationalen Handel mit Ölsaaten, Ölen und Schroten eingebunden.

Die zehn OVID-Forderungen lauten:
1.    Vielfalt der deutschen Agrarwirtschaft befördern statt begrenzen!
2.    Rolle des internationalen Agrarhandels würdigen!
3.    Rohstoffversorgung sichern - Importmärkte offenhalten!
4.    Heimische Proteinversorgung: Rapsanbau aufrechterhalten!
5.    Verkehrswende mit Biokraftstoffen aus Pflanzenölen gestalten!
6.    Fortschritte in der Pflanzenzüchtung nicht blockieren!
7.    Biobasierte Wirtschaft für mehr Ressourcen- und Umweltschutz fördern!
8.    Verbraucherverunsicherung bekämpfen, wissensbasierte Risikobewertung betreiben!
9.    Gesunde Ernährung: Verbraucher aufklären statt bevormunden!
10.    Agrarwirtschaftliche Kompetenz in einer Hand erhalten!

 

 

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Grain Club: Agrarwirtschaft stärken – Klima schützen

Berlin, 19. Januar 2017. Die Welternährung und der Klimawandel gehören zu den großen Herausforderungen unserer Zeit. Wie werden wir zum Ende dieses Jahrhunderts zehn Milliarden Menschen ernähren sowie weitgehend emissionsfrei wirtschaften und leben können? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Pressekonferenz des Grain Clubs zum Auftakt der Internationalen Grünen Woche. ...mehr

Agrarhandel reduziert Klimaschäden um mehr als die Hälfte

Eine aktuelle Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) aus dem letzten Jahr bescheinigt dem Freihandel eine wichtige Rolle bei der Anpassung der Agrarwirtschaft an den Klimawandel. Die Studie hat die Folgen des Klimawandels für die Landwirtschaft untersucht. Danach können die zu erwartenden Klimaschäden bis zu 0,8 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung erreichen. Das wären ca. 2,5 Billionen US-Dollar zum Ende dieses Jahrhunderts. Prof. Dr. Hermann Lotze-Campen vom PIK wies auf die große Bedeutung des freien Agrarhandels für die Anpassung an den Klimawandel hin: „Die künftigen Klimaschäden können durch offene Handelsbeziehungen um mehr als die Hälfte reduziert werden“.

Klimaschutz ist eine gesamtgesellschaftliche und globale Herausforderung

Der Grain Club, die Allianz von Verbänden der Lebens- und Futtermittelwirtschaft, setzt sich für die Balance aus nationalem Klimaschutz und globaler Ernährungssicherung ein: „Bestehende Agrarflächen müssen klima- und ressourceneffizient genutzt werden! Der Schlüssel hierfür liegt in einer nachhaltigen Produktivitätssteigerung. Dafür brauchen wir jedoch weitere Fortschritte in der Präzisionslandwirtschaft und Pflanzenzüchtung“, erklärte Petra Sprick, Geschäftsführerin bei OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland. Peter Radewahn, Geschäftsführer des Deutschen Verbandes Tiernahrung, ergänzte: „Moderne ressourceneffiziente Tierernährung trägt maßgeblich zur Entlastung der Umwelt und zum Klimaschutz bei. Wir verbessern die Verwertung von Nährstoffen durch innovative Zusatzstoffe, verringern damit die Ausscheidungen und die Luft- und Bodenbelastung. Gezielte Aminosäureverwendung ermöglicht die Reduzierung von Protein im Futter und vermindert die Ammoniakbelastung“.

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Studie: Biokraftstoffe haben herausragende Bedeutung für Klimaschutz, Agrar- und Futtermittelwirtschaft

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Berlin, 10. Januar 2017. Biokraftstoffe haben einen großen Einfluss auf den Klimaschutz im Straßenverkehr, die heimische Tierfutterproduktion und den Absatz der deutschen Rapserzeuger. Durch die auf die Treibhausgasminderung ausgerichtete Gesetzgebung zu Biodiesel und Bioethanol beeinflusst die Politik auch Preise und Absatzchancen von Raps, Getreide und Zuckerrüben aus heimischem Anbau sowie die Futtermittelmärkte. Dies sind zentrale Ergebnisse der heute in Berlin vorgestellten Studie „Auswirkungen politischer Beschlüsse auf Biokraftstoffe und Rohstoffmärkte“ von Professor Dr. Jürgen Zeddies von der Universität Hohenheim. ...mehr

So verpflichtet die deutsche Treibhausgas (THG)-Quote die Mineralölindustrie, den Treibhausgasausstoß ihrer Kraftstoffe ab 2017 um vier Prozent zu senken – unter anderem durch den Einsatz von Biokraftstoffen. Die Quote steigt im Jahr 2020 auf sechs Prozent und verbleibt auf diesem Wert. Ein gleichmäßiges Ansteigen der Treibhausgasquote wäre nach den Ergebnissen der Studie dagegen sinnvoll, um eine plötzliche, sprunghafte Nachfragesteigerung zu vermeiden. Die vorgelegte Studie zeigt auf, dass sich Preise und Absatz im Rahmen der THG-Quote anhand der erzielten THG-Einsparungen bilden. Sie führt damit zu einer Verdrängung weniger effizienter Produkte und Herstellungsverfahren. Im Durchschnitt stoßen Biodiesel und Bioethanol 70 Prozent weniger Treibhausgase aus als fossile Kraftstoffe.

Nach den Ergebnissen der Studie entsteht ein wesentlicher Teil der Nachfrage nach Agrarrohstoffen der deutschen Landwirte durch die Biokraftstoffindustrie. 2015 verbrauchten Biodieselproduzenten rund 3,2 Mio. t Rapssaat, um daraus 1,3 Mio. t Biodiesel herzustellen; das war etwa ein Drittel der verarbeiteten Rapssaat in Deutschland. Bei der Verarbeitung von Rapssaaten in den Ölmühlen sind neben dem Pflanzenöl, aus dem Biodiesel hergestellt wird, zusätzlich 1,9 Mio. t Proteinfutter entstanden. „Die ohnehin schon angespannte Einkommenssituation vieler Landwirte dürfte sich noch einmal verschärfen, sollte die Nachfrage aus dem Biokraftstoffsektor aufgrund politischer Maßnahmen wegbrechen“, sagte Zeddies, der unter anderem viele Jahre Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Bundeslandwirtschaftsministeriums war.

In Deutschland sichern die politischen Rahmenbedingungen für Klimaschutz im Verkehr die bestehen-den Absatzmöglichkeiten von Agrarrohstoffen. Die Europäische Kommission hat dagegen in ihrem erst kürzlich vorgelegten Entwurf zur Reform der Erneuerbare-Energien-Richtlinie vorgeschlagen, den Absatz von Biokraftstoffen aus Agrarrohstoffen im Straßenverkehr bis 2030 mindestens zu halbieren. „Das wäre eine Katastrophe für die deutsche Landwirtschaft! Insbesondere die Rapsbauern stünden vor riesigen Problemen, denn Biodiesel wird in Deutschland zu rund 70 Prozent aus Raps hergestellt“, so Stephan Arens, Geschäftsführer der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP).

Im Falle der Umsetzung des Kommissionsvorschlags würde ebenso die heimische Futtermittel-produktion leiden, wie die Studie aufzeigt. Als Koppelprodukt der Biokraftstofferzeugung entstanden 2015 etwa 3,1 Mio. t Sojaschrotäquivalente für die Fütterung von Rindern, Schweinen und Geflügel, die damit rund 40 Prozent des Proteinfuttermittelbedarfs in Deutschland decken. Setzt sich die EU-Kommission mit ihren Vorschlägen durch, müsste Deutschland mehr Soja importieren. Die Folge wäre die Ausweitung des Sojaanbaus und damit steigender Flächendruck in umweltsensiblen Gebieten in Südamerika. „An der Ladentheke verlangen die Verbraucher immer häufiger heimische Produkte. Um den Bedarf an Proteinfutter zu decken, benötigen wir insbesondere Rapsschrot aus Deutschland. Nennenswerte Mengen in der erforderlichen Qualität können nur mit der Biokraftstoffproduktion entstehen. Die Pläne der Europäischen Kommission sind dagegen kontraproduktiv“, so Petra Sprick, Geschäftsführerin bei OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland.

Die Studie belegt: Ohne den Einsatz von Biokraftstoffen müssten mehr fossile Kraftstoffe verbraucht werden, konkret im Jahr 2015 etwa 2,9 Mio. t Benzin und Diesel. Zudem trägt jede Tonne Biokraftstoff mit 386 Euro zur Brutto-Wertschöpfung in Deutschland bei. Im Jahr 2015 leisteten sie insgesamt einen Beitrag von 1,3 Mrd. Euro. „Biokraftstoffe sind die einzige in größerem Umfang eingesetzte Alternative zu fossilen Kraftstoffen. Die Studie zeigt, dass sie darüber hinaus auch volkswirtschaftlich sinnvoll sind und massive Treibhausgaseinsparungen bringen. Wer sich von den heutigen Biokraftstoffen verabschieden will, wird Schwierigkeiten haben, die entstehenden Lücken zu schließen. Dies betrifft nicht nur die CO2-Minderung im Straßenverkehr, sondern auch die heimische Eiweißfuttermittelversorgung und nicht zuletzt Einkommen und rund 22.000 Arbeitsplätze im ländlichen Raum“, sagte Elmar Baumann, Geschäftsführer beim Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB).

Bisher wurde die THG-Quote lediglich in Deutschland rechtlich bindend eingeführt, so dass besonders klimafreundliche Biokraftstoffe hierher importiert werden. „Eine europaweite Einführung einer bindenden THG-Minderungspflicht würde dazu führen, dass Biokraftstoffe noch mehr Treibhausgase einsparen als heute. Je eher eine Harmonisierung erfolgt, desto weniger kommt es zu ineffizienten Umlenkungen von Handelsströmen mit Biokraftstoffen und ihren Rohstoffen“, unterstrich Zeddies.

Die Verbände UFOP, OVID und VDB haben die Studie „Auswirkungen politischer Beschlüsse auf Biokraftstoffe und Rohstoffmärkte“ in Auftrag gegeben.

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EU-Kommission dreht Biokraftstoffen den Hahn zu

Ölmühlen-Industrie lehnt Pläne entschieden ab. Entwurf konterkariert EU-Ziele einer nachhaltigen Landwirtschaft, gefährdet die europäische Eiweißfutterversorgung und führt zu weniger Klimaschutz im Straßenverkehr.

Berlin, 30. November 2016. Den heute von der Europäischen Kommission vorgelegten Entwurf der novellierten Erneuerbaren-Energien-Richtlinie weist OVID entschieden zurück. Die Pläne sehen eine stufenweise Absenkung des Anteils konventioneller Biokraftstoffe an den Erneuerbaren Energien im Verkehrssektor von derzeit 7 auf 3,8 Prozent bis 2030 vor. „Mit diesen Plänen hat sich die EU-Kommission erneut vor den Karren der Teller-Tank-Debatte spannen lassen und verkennt die Bedeutung von Biokraftstoffen als wichtigem Rückgrat einer nachhaltigen und ausgewogenen Landwirtschaft und einem bedeutenden Standbein der Ölmühlen“, sagt Wilhelm F. Thywissen, Präsident von OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland. ...mehr

Mit der Obergrenze von 7 Prozent für Biokraftstoffe aus pflanzlichen Ölen, Zucker und Stärke hat sich die EU im Jahr 2015 auf einen für alle Seiten verträglichen und angemessenen Rahmen geeinigt. Dabei war in langwierigen Debatten bereits allen ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekten Rechnung getragen worden. „Es bleibt unverständlich, warum die Kommission von diesem erst vor einem Jahr geschlossenen Kompromiss nun schon wieder abkehren will. Wir als Produzenten benötigen Planungssicherheit und keine Politik nach Gemütslage und Tagesform“, so Thywissen.

Ein Auslaufen konventioneller Biokraftstoffe wie Biodiesel hat fatale Folgen für Landwirtschaft und Klimaschutz. Raps als wichtiger Rohstoff liefert nicht nur Öl für Nahrungsmittel und Biodiesel sowie als Koppelprodukte Lecithin und Glycerin, sondern auch hochwertiges Eiweiß für die Fütterung von Rindern, Schweinen und Geflügel. Die Ackerfrucht verbessert darüber hinaus die Bodenqualität und ist damit unverzichtbar für eine nachhaltige Fruchtfolge. „Heimische, gentechnikfreie Eiweißfuttermittel stehen aktuell hoch im Kurs. Wenn die EU-Kommission Biokraftstoffe zum Auslaufmodell erklärt, sind zusätzliche Importe von Soja notwendig, um den Bedarf an Eiweißfuttermitteln zu decken – mit der Konsequenz von mehr Gentechnik im Tierfutter“, so Thywissen. Allein 2015 wurden durch die Verarbeitung von Raps zu Biodiesel mehr als 12 Millionen Tonnen Eiweißfuttermittel in Europa gewonnen. Das führt zu einem Selbstversorgungsgrad der Europäischen Union von 35 Prozent. Dieser wird zu mehr als der Hälfte von Rapsschrot getragen, in Deutschland sogar zu 80 Prozent. Im Falle eines kompletten Verzichts auf Biodiesel müsste die Europäische Union zusätzlich 14 Millionen Tonnen Sojabohnen aus Südamerika importieren, um die Eiweißfutter-versorgung zu decken. Das würde zu einer Ausweitung des Sojaanbaus führen mit entsprechenden Verlusten an wertvollen Regenwäldern.

Im Straßenverkehr sind Biokraftstoffe die derzeit einzig wirklich funktionierende Alternative beim Klimaschutz: 2015 ersparten sie der Atmosphäre 6,7 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Raps-Biodiesel stößt im Schnitt 70 Prozent weniger Treibhausgase aus als fossile Kraftstoffe.

„Setzt sich die EU-Kommission mit ihren realitätsfernen Plänen durch, führt das neben einem dramatischen Rückgang des Rapsanbaus zwangsläufig zum Aus wichtiger Ölmühlenstandorte in Deutschland mit entsprechenden Verlusten an Arbeitsplätzen und Wertschöpfung“, betont Thywissen. Ölmühlen sind moderne Bioraffinerien. Der vorgelegte Entwurf zur Erneuerbaren-Energien-Richtlinie läuft politischen Bestrebungen einer verstärkten biobasierten Wirtschaft auf europäischer und deutscher Ebene zuwider, bei denen Pflanzenöle fossile Rohstoffe mehr und mehr ersetzen sollen.

OVID fordert das Europäische Parlament sowie den Rat auf, sich in den nun anstehenden Verhandlungen für den Erhalt der 7 Prozent an konventionellen Biokraftstoffen bis 2030 einzusetzen – und damit eine ausreichende Versorgung an Eiweißfuttermitteln, mehr Klimaschutz im Straßenverkehr und eine zukunftsfähige Ölmühlenwirtschaft zu fördern.

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Kontakt

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Pressesprecher

Maik Heunsch
Telefon: +49 30 / 72625957

 

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