Presse

Soja-Moratorium in Brasilien jetzt dauerhaft

Zum Schutz brasilianischer Regenwälder wurde 2006 das Soja-Moratorium eingeführt und immer wieder verlängert. Nun gilt es unbefristet. OVID begrüßt die Entscheidung.

Berlin, 10.06.2016. Vor wenigen Wochen haben in Brasilien Pflanzenölindustrie (ABIOVE), Getreideexporteure (ANEC), Umweltministerium und Nichtregierungsorganisationen (u.a. Greenpeace und WWF) eine Vereinbarung für die unbefristete Verlängerung des Soja-Moratoriums unterzeichnet.

Das Soja-Moratorium wurde erstmals 2006 von den führenden Sojahändlern in Brasilien beschlossen, um den Raubbau im Amazonas Einhalt zu gebieten. ...mehr

Es untersagt den Handel, die Finanzierung und den Erwerb von Soja, das von Regenwaldflächen stammt, die nach Juli 2008 gerodet wurden. Auch Soja aus Indianerschutzgebieten sowie Formen der modernen Sklaverei sind tabu. Das Moratorium wurde nach 2006 immer wieder verlängert. Seit dem 9. Mai 2016 gilt es nun dauerhaft.

„Endlich ist die Hängepartie beendet. Soja aus Brasilien ist und bleibt nachhaltig. Das war überfällig. Bereits seit 10 Jahren beweist das Moratorium, dass Sojaanbau und Regenwald-schutz in Brasilien Hand in Hand gehen können“, so OVID-Präsident Wilhelm F. Thywissen.

Deutschland importierte 2015 etwa 1,3 Millionen Tonnen Sojabohnen und 1,6 Millionen Tonnen Sojaschrot aus Brasilien. Insgesamt ernteten die Brasilianer im letzten Jahr etwa 98 Millionen Tonnen Soja. Mit 40,1 Millionen Tonnen ging der größte Teil davon nach China. “

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Mehr als zwei Drittel des in Deutschland verwendeten Palmöls sind nachhaltig zertifiziert

Deutsche Wirtschaft setzt immer mehr nachhaltiges Palmöl ein und trägt damit zum Schutz des Regenwaldes und der Biodiversität bei.

Berlin, 03. Juni 2016. Fast 1,5 Millionen Tonnen Palmöl wurden in Deutschland 2013 verwendet. Davon sind mehr als zwei Drittel (68 Prozent) nachhaltig zertifiziert. Das geht aus einer Untersuchung von Meo Carbon Solutions hervor. Petra Sprick, OVID-Geschäftsführerin, sagte dazu: „Seit einigen Jahren gibt es Nachhaltigkeitszertifizierungen, die zusammen mit den freiwilligen Selbstverpflichtungen der deutschen Unternehmen bei der Verwendung von nachhaltigem Palmöl Früchte tragen.“ ...mehr

Von dem in Deutschland insgesamt eingesetzten Palmöl entfallen aktuell mehr als die Hälfte auf den Energiesektor (Transport/Strom). Diese mehr als 750.000 Tonnen sind ausschließlich nachhaltig und werden beispielsweise für die Produktion von Biodiesel verwendet. Laut Biostrom- und Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung darf das Palmöl für diesen Bereich nicht von Regenwäldern oder umgebrochenen Grünlandflächen stammen. Petra Sprick erklärte weiter: „Die deutsche Biokraftstoffindustrie hat damit Standards gesetzt, die zunehmend auch von anderen Branchen in Deutschland übernommen werden. Mittlerweile sind z.B. im Lebensmittelbereich bereits mehr als 185.000 Tonnen und damit mehr als 50 Prozent des in diesem Sektor verwendeten Palmöls nachhaltig zertifiziert. Diesen Trend gilt es fortzusetzen.“

Einen Verzicht auf Palmölimporte nach Deutschland, wie immer wieder gefordert, hält Petra Sprick dagegen nicht für zielführend. Durch einen Boykott würde Deutschland seinen positiven Einfluss auf den Regenwaldschutz aufgeben, und Kleinbauern in Entwicklungsländern würden zusammen mit ihren Familien ihre Lebensgrundlage verlieren. “

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OVID-Statement

zum EFSA-Report „Risiken von 2-,3-MCPD- und Glycidyl-Fettsäureestern in Lebensmitteln auf die menschliche Gesundheit“

Berlin, 6. Mai 2016. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat am 03. Mai 2016 eine wissenschaftliche Stellungnahme über die Risiken von 2-, 3-MCPD- und Glycidyl- Fettsäureestern in Lebensmitteln veröffentlicht. Damit hat sie eine erste umfassende wissenschaftliche Aussage zu potentiellen Risiken vorgelegt. Die ölsaatenverarbeitende Industrie hatte der EFSA relevante Analysedaten zur Verfügung gestellt und sieht sich darin bestätigt, ihren Minimierungskurs mit vereinten Kräften fortzusetzen.

Bereits seit 2008 stellen sich die Pflanzenölhersteller der Problematik: gemeinsam mit Forschungseinrichtungen, Wirtschaftspartnern und Behörden sind Analyseverfahren entwickelt, Entstehungsmechanismen aufgeklärt und Minimierungsmaßnahmen erarbeitet worden. Ergebnis: die unerwünschten Substanzen konnten inzwischen minimiert werden und damit auch die Risiken für die Verbraucher. Die EFSA bestätigt in ihrer Veröffentlichung eine Halbierung der Gehalte von Glycidyl-Fettsäureestern in Palmöl von 2010 bis 2015....mehr...

2-, 3-MCPD- und Glycidyl-Fettsäureester sind unerwünschte Stoffe in Pflanzenölen, die innerhalb des Veredelungsprozesses (Raffination) von rohen Pflanzenölen entstehen können. Dieser Verarbeitungsschritt ist notwendig, um unerwünschte Rückstände wie Geschmacks- und Geruchsstoffe oder eventuell auch von Pflanzenschutzmitteln zu entfernen. Darüber hinaus werden die Pflanzenöle durch die Raffination hitzebeständig und haltbar gemacht.

Pflanzenöle sind unverzichtbarer Bestandteil einer gesunden Ernährung: sie liefern essentielle und damit lebensnotwendige Fettsäuren, die beispielsweise als Bausteine für unsere Körperzellen dienen. Darüber hinaus ermöglichen erst sie die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K.

Die im Rahmen der EFSA-Stellungnahme neu ermittelte tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (TDI) von 0,8 Mikrogramm je Kilogramm Körpergewicht bestärkt die Pflanzenölhersteller, ihren Kurs zur Minimierung mit Hochdruck fortzusetzen. Die Sicherheit und Qualität ihrer Produkte hat für die Branche oberste Priorität!

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Hintergrundinformationen zur Thematik haben wir hier für Sie zusammengestellt

Rapsöl – meistgekauft und kerngesund

Zum Weltgesundheitstag: Warum ist Fett eigentlich gesund?

Berlin, 7. April 2016. Heute ist Weltgesundheitstag. Mit Blick auf unsere Ernährung: Zeit für einen Ernährungscheck. Welches und wie viel Öl und Fett ist gesund?
Lange Zeit galten Fette generell als ungesunde Dickmacher. Zu Unrecht, denn erst sie ermöglichen die Aufnahme der im Salat und anderen Lebensmitteln enthaltenen fettlöslichen Vitamine A, D, E sowie K; überdies liefern sie lebensnotwendige Fettsäuren. Diese dienen beispielsweise als Bausteine für unsere Körperzellen und sind damit unverzichtbares „Mittel des Lebens“.


Aufgrund ihrer lebensnotwendigen Funktionen gehört der moderate Verzehr von Ölen und Fetten zu einer ausgewogenen Ernährung. Je nach körperlicher Aktivität sollte man bis zu 35 Prozent der täglichen Nahrungsenergie in Form von Ölen und Fetten aufnehmen, so aktuelle Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE). Für einen Erwachsenen entspricht das zwischen 60 und 80 Gramm am Tag. ...mehr...

Anlässlich des Weltgesundheitstages empfiehlt sich ein Blick auf die Zusammensetzung der Fette. Neben der Menge ist auch das Fettsäurespektrum von Bedeutung: zu unterscheiden ist zwischen gesättigten, einfach ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Jede Fettsäureart hat unterschiedlich positive Auswirkungen, die sich ergänzen. Unsere Nahrungsfette enthalten diese Fettsäuren in variierenden Anteilen. Insbesondere pflanzliche Öle wie Raps-, Soja-, Sonnenblumen-, Leinöl und Mischungen daraus bringen ernährungsphysiologische Vorteile.

Ein Vergleich der Ernährungsgewohnheiten in den vergangenen Jahren mit den Ernährungsempfehlungen offenbart, dass die deutsche Bevölkerung zu viele gesättigte und zu wenige mehrfach ungesättigte Fettsäuren zu sich nimmt. Daher empfiehlt die DGE, einen Teil der gesättigten Fettsäuren durch mehrfach ungesättigte Fettsäuren zu ersetzen. Dies gelingt, indem als Fettquelle beispielsweise Seefische und spezielle pflanzliche Öle – wie Rapsöl – bevorzugt werden.

Rapsöl ist ein gesundes Multitalent: Es eignet sich sowohl für die heiße Küche zum Frittieren oder Braten als auch für die kalte Küche im Salatdressing. Aufgrund seiner besonders geringen Gehalte gesättigter und hoher Anteile mehrfach ungesättigter Fettsäuren trägt Rapsöl zur Optimierung des Fettsäurespektrums sogar noch besser bei als das gesunde Olivenöl. OVID-Präsident Wilhelm F. Thywissen hierzu: „Die Versorgung mit Alpha-Linolensäure, einer essentiellen Omega-3-Fettsäure, kann Rapsöl deutlich besser bewerkstelligen als Olivenöl.“

Die Empfehlungen der DGE scheinen allmählich zu greifen: Rapsöl ist aufgrund seines Geschmacks und seiner ernährungsphysiologischen Vorteile inzwischen das meistgekaufte Speiseöl.

Das Klima in Mitteleuropa eignet sich hervorragend zur landwirtschaftlichen Erzeugung von Rapssaaten, aus denen das Rapsöl gewonnen wird. Hierfür stehen die deutschen Ölmühlen, die im letzten Jahr 4,2 Millionen Tonnen Rapsöl erzeugt haben und damit Spitzenreiter in der EU sind. Ein weiteres Produkt aus der Rapssaatenverarbeitung ist Rapsschrot, das wichtigste Eiweißfuttermittel in Deutschland.

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Download Infografik - Gesunde Fettsäuren des Rapsöles können Fettkonsum verbessern

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Pressesprecher

Maik Heunsch
Telefon: +49 30 / 72625957

 

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