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Neuer OVID-Brief: Palmöl kann auch nachhaltig

Weltweit steigt der Bedarf an pflanzlichen Ölen und Fetten. Das resourceneffizienteste Pflanzenöl ist Palmöl. Die Verarbeitungsindustrie treibt dessen Nachhaltigkeit voran.


Berlin, 29.11.2017. Zertifizierung, Rückverfolgbarkeit, Dialog mit den Zulieferern oder Programme mit Kleinbauern vor Ort sind nur einige Beispiele für das Engagement von Unternehmen wie Cargill oder Olenex für nachhaltigeres Palmöl in den Lieferketten, wie im neuen OVID-Brief „Nachhaltiges Palmöl“ nachzulesen ist. Dazu Jürgen Keil, Vorsitzender des Nachhaltigkeitsausschusses von OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland: „Die vielen Eigeninitiativen der Firmen zeigen, dass die deutschen und europäischen Verarbeiter mit gutem Beispiel vorangehen. Wenn weitere Unternehmen, insbesondere in Drittstaaten, folgen, wird sich ein Wettbewerb mit Lenkungswirkung in Richtung flächendeckende und strengere Nachhaltigkeit ergeben“....mehr

Palmöl ist und bleibt weltweit begehrt: Innerhalb von 20 Jahren hat sich die Produktion von 16 auf 62 Millionen Tonnen nahezu vervierfacht. Deutschland importierte 2015 etwa 1,3 Millionen Tonnen des Rohstoffs. Weltweit wichtigster Importeur ist Indien mit rund 8 Millionen Tonnen.

Ölpalmen haben gegenüber allen anderen Ölpflanzen einen entscheidenden Vorteil: Keine Ölfrucht produziert auf der Fläche effizienter Pflanzenöl. Pro Hektar sind Erträge von 3,7 Tonnen Palmöl möglich. Zum Vergleich: Die Ölerträge von Raps liegen in Deutschland bei rund 1,7 Tonnen und für Sonnenblumen bei etwa 1 Tonne. „Wer Palmölverzicht fordert, denkt alles andere als nachhaltig. Die Substitution der Ölfrucht durch andere Pflanzenöle würde den Druck auf die Fläche noch steigern“, so Keil.

Statt eines kompletten Verzichts macht daher nur ein nachhaltiger Anbau Sinn. Bereits seit 15 Jahren setzt die Branche auf Zertifizierungen wie RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil) und ISCC (International Sustainability and Carbon Certification), die neben dem Schutz von Regenwäldern und Torfmooren auch auf Sozialstandards achtet. Außerdem können Firmen wie Cargill und Olenex mittlerweile fast 100 Prozent ihres Palmöls bis auf Ebene der Ölmühlen und zum Teil auch bis zu einzelnen Plantagen rückverfolgen. Darüber hinaus stellen die Unter-nehmen durch Schulungen, Workshops, Assessments und direkte Kontakte sicher, dass die Zulieferer in den Ursprungsländern über die Prinzipien der firmeneigenen Nachhaltigkeitspolitik Kenntnis haben sowie die notwendige Unterstützung erhalten, um diese in ihrem Geschäftsbetrieb zu implementieren. „Damit wollen wir das Bewusstsein für den nachhaltigen Anbau vor Ort schärfen und somit einen Transformationsprozess etablieren“, so Keil abschließend.

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Raffinierte Rapsöle überzeugen bei Öko-Test

Raffinierte Öle haben im Test insgesamt besser abgeschnitten als native. Laut Öko-Test sind 10 von 20 Ölen empfehlenswert. Erfreulich: Gutes Öl muss nicht teuer sein.

Berlin, 08.11.2017. Rapsöl ist immer noch das beliebteste Öl in deutschen Haushalten. Jährlich werden hierzulande 75 Millionen Liter verkauft, denn Rapsöl ist sowohl kalt für Salate und Marinaden gut geeignet sowie auch heiß zum Kochen und Braten. Die Zusammensetzung von Rapsöl mit einem hohen Anteil ungesättigter Fettsäuremuster und Omega-3-Fettsäuren, die sogar Entzündungsreaktionen im Körper hemmen können, ist darüber hinaus ernährungsphysiologisch empfehlenswert. Öko-Test hat 20 handelsübliche Rapsöle ausgewählt und die nativen, raffinierten und gedämpften Öle getestet....mehr

Besonders die raffinierten Öle fielen positiv auf. Insgesamt sind die Hälfte der getesteten Öle empfehlenswert, darunter sind allerdings nur zwei native Öle: Der Grund hierfür sind darin gefundene Verunreinigungen mit gesättigten Kohlenwasserstoffen. Diese finden sich eher bei nicht erhitzen, nativen Ölen, da sich die kurzkettigen Mineralölkohlenwasserstoffe bei hohen Temperaturen verflüchtigen, so die Annahme der Experten von Öko-Test.

„Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt bis zu 35 % der täglichen Nahrungsenergie in Form von Ölen und Fetten aufnehmen, je nach körperlicher Aktivität. Erst durch Öle und Fette kann der Körper fettlösliche Vitamine wie A, D, E und K nutzen!“, betont Petra Sprick, Geschäftsführerin von OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland. 50 Cent kostet ein halber Liter des raffinierten Testsiegers, für einen halben Liter nativen Öls in gleicher Qualität muss man 3,29 Euro zahlen. Kühl und trocken gelagert behält Rapsöl seine gute Qualität und ist der ideale Fettlieferant in der Küche.

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Biodieselimporte aus Argentinien: Marktverzerrungen lassen sich nicht unter den Teppich kehren

Trotz drastischer Senkung der Strafzölle auf argentinischen Biodiesel attestiert die EU-Kommission dem südamerikanischen Staat unfaire Handelspraktiken.

Berlin, 22.09.2017. Mit dem offiziellen Inkrafttreten der geänderten Strafzölle auf Einfuhren von argentinischem Biodiesel in die EU weist OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland noch einmal auf die verheerenden Auswirkungen der EU-Entscheidung auf die heimische Biodieselindustrie sowie die gesamte vorgelagerte Wertschöpfungskette hin. „Die marktverzerrenden staatlichen Eingriffe Argentiniens wurden trotz drastischem Absenken der Anti-Dumping-Zölle durch die EU-Kommission als solche aner-kannt“, erläutert Wilhelm F. Thywissen, Präsident von OVID. „Gerade Unternehmen, die seit Jahrzehnten im internationalen Handel tätig sind, wissen um den Schaden, den politische Eingriffe in das Marktgeschehen erzeugen können. Deshalb fordern wir seit Langem ein europaweites Vorgehen gegen solche marktverzerrende staatliche Praktiken und einen für alle Seiten fairen Marktzugang“....mehr

Durch die sogenannten „Differenzierten Exportsteuern“ (DETs) verschafft Argentinien der eigenen Biodieselindustrie einen unfairen Wettbewerbsvorteil. Soja als Rohstoff für die Bio-dieselproduktion wird dabei im Inland mit so hohen Exportsteuern belegt, dass eine Ausfuhr nicht wirtschaftlich ist. Gleichzeitig hält dieses Vorgehen die Sojapreise in Argentinien selbst auf einem Niveau, das etwa 30 Prozent unter dem Weltmarktpreis liegt. Somit können die heimischen Verarbeiter Soja zu weitaus günstigeren Preisen als am Weltmarkt beziehen. Da die Exportsteuern auf das Endprodukt Biodiesel niedrig sind, gelangen argentinische Biodieselexporte „gedumpt“ in den Weltmarkt. „Tatsache ist, dass die EU-Kommission eine erhebliche Marktstörung durch die DETs anerkannt hat, jedoch nicht wirkungsvoll gegen sie vorgehen kann, weil es schlichtweg keine passenden Regeln dafür im Rahmen der Welthandelsorganisation gibt“, betont Thywissen. Argentinien hatte zusammen mit Indonesien gegen die 2013 durch die EU erstmals verhängten Strafzölle gegen die DETs erfolgreich vor der Welthandelsorganisation (WTO) geklagt. Ein WTO-Schiedsgericht kritisierte in seiner Ent-scheidung die Einführung der EU-Strafzölle nicht grundsätzlich, sondern in ihrer nicht aus-reichenden Begründung für die Höhe der Zölle.

Der Biodieselmarkt in der Europäischen Union nimmt etwa zwei Drittel der Rapsölproduktion auf und ist damit der entscheidende Faktor, damit nachhaltig zertifizierter Raps als wichtigs-tes Fruchtfolgeglied und bedeutendste heimische Proteinquelle weiterhin angebaut wird. Fast zeitgleich zu den EU-Entwicklungen hat die USA Anti-Subventionsmaßnahmen gegen den argentinischen Biodiesel eingeführt. Weitere wichtige Wirtschaftsnationen wie China und Russland verfolgen die Entwicklungen auf WTO-Ebene mit höchster Aufmerksamkeit. Es steht zu befürchten, dass diese Länder dem Beispiel Argentiniens folgen und unlautere, aber WTO-rechtlich nicht greifbare Handelspraktiken auf andere Rohstoffe anwenden könnten.

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Sojaanbau in Deutschland auf Erfolgskurs: Importe weiter unverzichtbar

Der deutsche Sojaanbau steigt. Dennoch bleiben Importe die tragende Säule, um den Bedarf an Eiweißfuttermitteln zu decken.


Berlin, 17. August 2017.Zahlreiche Medien berichteten zuletzt über die großen Steigerungen der Sojaanbaufläche in Deutschland von 7.500 Hektar in 2013 auf 15.800 Hektar in 2016 und damit einer Verdopplung in nur drei Jahren. Diese Entwicklung zeigt die gestiegene Nachfrage nach heimischem, gentechnikfreiem Soja. Die Ölmühlenindustrie hat diesen Trend erkannt und Verarbeitungskapazitäten für gentechnikfreie Sojabohnen geschaffen. Aktuelle Zahlen von OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland geben einen Überblick zur erzeugten Sojamenge und des Bedarfs in Deutschland....mehr

Gegenwärtig verbraucht Deutschland 4,2 Millionen Tonnen Sojaschrot. Dies wird zum Großteil über Importe von Sojabohnen aus Nord- und Südamerika abgedeckt. In den deutschen Ölmühlen werden die Bohnen zu Öl und Schrot weiterverarbeitet. Das Schrot eignet sich besonders für die Fütterung von Schweinen und Geflügel, da es qualitativ hochwertiges Eiweiß mit wertvollen Aminosäuren sowie viel Energie liefert. Aus den in Deutschland selbst geernteten Mengen an gentechnikfreien Sojabohnen könnten nach Berechnungen von OVID rund 0,03 Millionen Tonnen Sojaschrot gewonnen werden. „Diese Mengen bilden damit einen neu geschaffenen Markt, um die Nachfrage nach „ohne Gentechnik“ im Tierfutter zu decken. Im Moment können sie aber nur etwa 1 Prozent unseres Gesamtbedarfes an Eiweißfuttermitteln hierzulande decken“, sagt Petra Sprick, Geschäftsführerin von OVID. „Und um es plastischer zu machen: Unsere Soja-verarbeitenden Ölmühlen bräuchten rein theoretisch gerade einmal vier Tage, um die deutsche Sojabohnenernte komplett zu verarbeiten“.

Gleichwohl stellt die Sojabohne vor allem in Süddeutschland für Landwirte eine zunehmend wirtschaftlich interessante Ackerkultur dar. Im Gegensatz zu anderen stickstoffbindenden Leguminosen liefert sie zusätzlich Öl. Durch die vorhandenen Ölmühlenkapazitäten für gentechnikfreies Soja stehen dem Landwirt – anders als bei Lupinen, Erbsen und Ackerbohnen – gesicherte Absatzwege zur Verfügung. Damit ist ein heimischer Markt für Futtermittel zur Erzeugung tierischer Lebensmittel „ohne Gentechnik“ entstanden.

In der Europäischen Union ist der Sojaanbau weiter voran geschritten. Im Jahr 2016 wurden nach Angaben von Oil World 2,5 Millionen Tonnen Sojabohnen geerntet. Dies entspricht 2,0 Millionen Tonnen Sojaschrot. Hauptanbauländer sind Italien, Frankreich und Rumänien; sie produzieren mehr als zwei Drittel der europäischen Ernte. Laut OVID könnte die komplette EU-Ernte etwa 48 Prozent des deutschen Sojabedarfs decken – sofern die Mengen vollständig dem deutschen Futtermittelmarkt zur Verfügung stehen würden.

Petra Sprick dazu: „Trotz Steigerungen beim deutschen Sojaanbau bleiben Importe weiterhin die tragende Säule für die Versorgung mit Eiweißfuttermitteln. Deshalb muss die Losung lauten: Bei importiertem Soja auf Nachhaltigkeit setzen! Dieser Realität sollte sich auch die Politik stellen und die Errungenschaften der agrarwirtschaftlichen Wertschöpfungskette mit ihren zahlreichen Nachhaltigkeitsinitiativen wie zum Beispiel den FEFAC-Leitlinien für mehr nachhaltig zertifiziertes Soja anerkennen“.

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