Meldungen
Hier finden Sie aktuelle Presseinformationen zum Verband, seinen Mitgliedern sowie den Themengebieten von OVID.
Biokraftstoffe: Chancen, nicht nur Risiken betonen
Internationale Grüne Woche 2012 / Fachschau nature.tec:
Biokraftstoffe bleiben wichtigste alternative Energiequelle im Verkehrssektor
Berlin, 18. Januar 2012. Biokraftstoffe sind in Deutschland der wichtigste Absatzmarkt für heimische Pflanzenöle, 2011 wurden rund 2,4 Mio. Tonnen pflanzliche Öle in Form von Biodiesel getankt. Im Rahmen der Energiewende sind Pflanzenöle eine der maßgeblichen erneuerbaren Energiequellen. Eine zunehmende Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern ist umso dringlicher, da die Umwelt- und Klimaauswirkungen der Erdölförderung immer gravierender werden. Biodiesel aus Raps trägt außerdem zu einer diversifizierten Fruchtfolge und damit zum Erhalt des Ackerbodens und der ökologischen Vielfalt bei: Raps kann anders als andere Energiepflanzen nur alle drei Jahre auf demselben Feld angebaut werden. Gleichzeitig speichert Raps wichtige Nährstoffe im Boden, die von dem im darauf folgenden Jahr angebauten Getreide verwertet werden können – was gleichzeitig Dünger einspart und zu höheren Erträgen führt ...mehr
Gleichwohl vertritt die ölsaatenverarbeitende Industrie die Position: Förderung von Biokraftstoffen nicht um jeden Preis. „Angesichts der Herausforderung, über 7 Mrd. Menschen zu ernähren, gilt für uns bei hohen Preisen bzw. knappem Angebot auf dem Weltmarkt: ‚Food First’ “, erklärt Wilhelm F. Thywissen, Vorsitzender von OVID, dem Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland, zum Auftakt der nature.tec. Dazu gehöre ebenso, Notfallreserven aufzubauen, die als Puffer für die Nahrungsmittelproduktion dienen, um im Fall von Hungerkrisen schnell reagieren zu können. Ebenso ist es notwendig, Erträge zu steigern und in die Kultivierung von degradierten Flächen zu investieren.
„Grundsätzlich sind wir jedoch der Meinung, dass nicht nur die problematischen Seiten von Biokraftstoffen angesprochen werden sollten. In den letzten Jahren mussten Biokraftstoffe als Grund für zahlreiche Probleme wie hohe Lebensmittelpreise und hohe Preisschwankungen herhalten“, Thywissen weiter. OVID fordert hingegen eine differenzierte Betrachtungsweise, die auch die Chancen hervorhebt. Die Bekämpfung von Hunger und Armut muss Priorität haben. Ebenso sind Nachhaltigkeitsstandards wichtig, um Umwelt und Ökologie im Auge zu behalten, wie sie in Deutschland mit den Nachhaltigkeitsverordnungen sichergestellt werden. Auf der anderen Seite leisten Biokraftstoffe einen derzeit nicht zu ersetzenden Beitrag zur Sicherung der energetischen Versorgung auf erneuerbarer Basis und mindern die Abhängigkeit von Erdöl. Entwicklungspolitisch kann der Anbau von agrarischen Rohstoffen für Biokraftstoffe sowohl eine wichtige Einkommensquelle für Entwicklungsländer bilden als auch eine Markt regulierende Funktion übernehmen – indem sie die Weltmarktpreise für agrarische Rohstoffe nach oben und nach unten abfedern und somit Preisschwankungen ausgleichen können. „Diese positiven Aspekte werden oftmals nicht gesehen oder verschwiegen“, so Thywissen.
Sie finden OVID im Rahmen der Internationalen Grünen Woche auf der nature.tec – Fachschau für Bioenergie und nachwachsende Rohstoffe – in Halle 5.2a am Stand „Biokraftstoffe“ (116).
Herausforderung Welternährung: Sündenbockrhetorik und Schwarz-Weiß-Malerei prägen die Debatte
- Aktueller OVID-Brief zum Thema unter: www.ovid-verband.de/presse/ovid-briefe
Berlin, 10. November 2011. Industrienationen verbrauchen im Mittelwert rund 3.400 kcal pro Tag / pro Kopf. In den ärmsten Entwicklungsländern müssen Menschen im Durchschnitt mit weniger als 2.000 kcal pro Tag auskommen, das sind gerade einmal 59 Prozent des Konsums in Industrieländern, oder weniger. Laut FAO bedarf es in Entwicklungsländern täglich durchschnittlich 2.400 kcal pro Person, um Unterernährung zu vermeiden. Dabei werden rein rechnerisch weltweit ausreichend Nahrungsmittel produziert, dass jedem Menschen 2.800 kcal pro Tag zur Verfügung stünden. Die Ursachen für Hunger und Armut sind komplex und miteinander vernetzt. Das World Food Programme der Vereinten Nationen machte kürzlich bewaffnete Konflikte für die schlimmsten Ernährungskrisen verantwortlich. Darüber hinaus spielen good governance, d. h. eine gute, demokratische Regierungsführung, und soziale Faktoren in Entwicklungsländern ebenso eine wichtige Rolle wie auch ökonomische Faktoren – etwa handelspolitisch verzerrte Märkte und starke Preisschwankungen – sowie unterschiedliche ökologische Bedingungen und durch Klimaextreme verursachte Missernten.....mehr
Wissenschaftler haben in jüngster Zeit verstärkt anerkannt, dass ein erfolgversprechender Ansatz zur Lösung der Welternährung nicht darin bestehen kann, Welternährung und Klimaziele – und damit die Verwendungsbereiche von agrarischen Rohstoffen – gegeneinander auszuspielen. Vielmehr gelte es, Strategien für nachhaltige Produktionssteigerungen zur Versorgung der Weltbevölkerung zu entwickeln, die die veränderten Lebens- und Ernährungsgewohnheiten sowie die Schaffung von Einkommensquellen gerade für die Bevölkerung in Entwicklungslän-dern einbeziehen und gleichzeitig auf einen nachhaltigen Ausbau der Agrarproduktion setzen.
Lösungsansätze müssen also auf das komplexe Zusammenspiel eingehen und auch den höheren Energiebedarf sowie durch steigenden Wohlstand veränderte Ernährungsgewohnheiten ein-beziehen, d. h. einen höheren Konsum von tierischen Produkten der Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern, deren Bevölkerungsanteil in den nächsten Jahrzehnten am stärksten steigen wird. Gleichzeitig steht bei uns die politische und gesellschaftliche Mehrheit hinter einer Energiewende und dem verstärkten Ausbau erneuerbarer Energien. Hiefür ist der Einsatz von Biomasse als bisher tragende Säule der erneuerbaren Energien in den nächsten Jahren unumgänglich. „Schwarz-Weiß-Malerei wie eine Teller-Tank-Diskussion hilft bei den zukünftigen Herausforderungen nicht weiter. Vielmehr muss die Agrarwirtschaft gestärkt werden, um die Produktion auf nachhaltige Weise in den nächsten Jahrzehnten weiter zu steigern; das betrifft Kleinbauern in Entwicklungsländern ebenso wie die Agrarindustrie, die Voraussetzungen für weltweiten Handel und Wettbewerb braucht“, so Wilhelm F. Thywissen, Vorsitzender von OVID – Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland. Daneben bedürfe es eines Bewusstseinswandels in Industrienationen über den Wert von Nahrungsmitteln!
Mehr zum Thema im aktuellen OVID-Brief: HERAUSFORDERUNG WELTERNÄHRUNG: Sündenbockrhetorik & Schwarz-Weiß-Malerei
Ein Verzicht auf Soja würde nicht zu einem Verzicht auf Fleisch führen
Tierische Produkte gehören zu einer vollwertigen Ernährung
Berlin, 19. Oktober 2011. Fleisch, Milch, Käse, Eier – tierische Produkte gehören wie Getreide und Gemüse und pflanzliche Öle/Fette zu einer vollwertigen Ernährung, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. „Mit der Entwicklung des Lebensstandards in Schwellenländern normalisieren sich auch die dortigen Ernährungsgewohnheiten – und damit der Konsum von tierischen Produkten“, sagt Wilhelm F. Thywissen, Vorsitzender von OVID – Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland.....mehr
Es ist somit ein Trugschluss, den bestehenden und wachsenden Fleischkonsum per se zu verteufeln und im nächsten Schritt daraus die Folgerung abzuleiten, die Importe von Soja(bohnen) in die EU wären Kern des vermeintlichen Problems und der Hebel für eine Lösung. Zum einen: Mit dem Verzicht auf Sojaimporte würde sich nicht der Fleischkonsum und folglich die Fleischproduktion reduzieren. Vielmehr würde allein die Wertschöpfung der Produktion in Länder wie Südamerika verlagert und das Fleisch von dort importiert – ohne die europäischen Qualitätsstandards sicher stellen zu können. Zum anderen: Es geht nicht allein um den Fleischkonsum: Proteinfuttermittel sind ein wesentlicher Bestandteil der Tierernährung – und damit ebenso essenziell für die Produktion von Milch, Milchprodukten und Eiern.
Deutschland und Europa können nicht auf Sojaimporte als hochwertige Proteinquelle verzichten. Deutschland verfügt nicht über die klimatischen Bedingungen, um ausreichend Proteinfuttermittel zu produzieren; eine intensive politische Förderung heimischer Leguminosen hat daran nichts geändert. Selbst der im letzten Jahrzehnt gestiegene Rapsanbau und das daraus gewonnene Rapsschrot reichen bei weitem nicht aus.
Zudem ist der weltweite Bedarf an Sojaöl nicht zu vernachlässigen. Weltweit ist Sojaöl neben Palmöl das bedeutendste Pflanzenöl, 2010 wurden rund 40 Mio. Tonnen produziert. Sojaöl wird besonders in den asiatischen Märkten nachgefragt und ist ein wichtiger Bestand-teil der Ernährung in den ärmsten Entwicklungsländern. Aus Sojabohnen werden rund 20 % Öl und 80 % Sojaschrot gewonnen, d. h. bei der Produktion von 1 Tonne Sojaöl fallen rund 4 Tonnen Sojaschrot an. Es geht beim Anbau von Soja also letztlich nicht allein um den Fleischkonsum in den Industriestaaten, sondern auch um die Versorgung von Schwellen- und Entwicklungsländern mit gesundem Sojaöl und einem höheren Anteil an tierischen Produkten. Die Verarbeitung von Sojabohnen in der EU zu Sojaöl und Sojaschrot als Futtermittel ist daher nicht Teil des Problems. Vielmehr leistet sie einen Beitrag zur weltweiten Versorgung.
Eine bewusste Ernährung ist erstrebenswert und Informationen zur richtigen Zusammensetzung sind wichtig. Die Entscheidung, welches und wie viel Fleisch oder Milchprodukte man essen möchte, liegt jedoch bei jedem Einzelnen. Vielmehr ist erforderlich, dass Soja wie auch andere Agrarprodukte nachhaltig angebaut werden, d. h. ohne Schutzgebiete zu zerstören. Der WWF hat mit dem RTRS (Round Table on Responsible Soy) selbst eine solche Initiative zu nachhaltigem Sojaanbau gestartet.
Freier Handel ist eine Voraussetzung für die Stabilisierung der Agrarmärkte
Warenterminbörsen für Agrarrohstoffe brauchen Transparenz und anerkannte Spielregeln, keine stärkeren Beschränkungen
Berlin, 27. September 2011. Die Herausforderung ist groß: In naher Zukunft müssen sieben Milliarden Menschen mit Nahrung versorgt werden. Gleichzeitig bedeutet ein verbesserter Lebensstandard der Entwicklungs- und Schwellenländer einen höheren Fleischkonsum sowie einen größeren Bedarf an Energie und energieintensiven Produkten. „Eine wachsende Weltbevölkerung mit Lebensgewohnheiten und Bedürfnissen, die nicht allein den Industrienationen vorbehalten bleiben dürfen, schürt die Angst und den Protektionismus, wer Anrecht auf die Verwendung von agrarischen Rohstoffen hat“, sagt Wilhelm F. Thywissen, Vorsitzender von OVID – Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland, im Vorfeld des Ölsaatenhandelstages, der diese Woche auf der Burg Warberg stattfindet....mehr
Freier Handel ohne handelspolitische Eingriffe wie Exportsubventionen oder Aus- und Einfuhrbeschränkungen ist eine Voraussetzung für das Funktionieren der Märkte und damit auch eine Chance für Entwicklungs- und Schwellenländer, an den Märkten teilzuhaben – selbstredend unterstützt durch Entwicklungspolitik und handelspolitische Zugeständnisse. „Gleichzeitig ist die vielseitige Verwendungsmöglichkeit von Agrarrohstoffen prinzipiell positiv: Absatzmöglichkeiten für agrarische Rohstoffe über die Ernährung hinaus, d. h. im chemischen, technischen und energetischen Bereich, können den Markt stabilisieren und die Rohstoffpreise nach unten und oben abfedern“, erklärt Thywissen. „Ein gutes Beispiel sind Ölsaaten. Pflanzliche Öle und Fette sind ein zentraler Baustein der weltweiten Ernährung, gleichzeitig können sie aber auch als Bioenergie, bei der Kunststoffherstellung sowie für technische Öle und Schmierfette eingesetzt werden.“
Warenterminbörsen sind ein traditionelles und bewährtes Instrument des freien Handels. Sie müssen jedoch transparent und nach anerkannten Spielregeln funktionieren. „Die Diskussion um eine Beschränkung und Gängelung der Märkte hingegen hilft nicht weiter“, so Thywissen. Transparenz sei wichtig, um eine Manipulation der Warenterminmärkte zu verhindern. Daran hätten gerade traditionelle Marktteilnehmer ein vitales Eigeninteresse. Dazu gehörten aber auch ausreichend Liquidität und damit Finanzinvestoren. „Es muss um eine Anpassung einzelner Warenterminmärkte gehen, um sie wieder mit dem physischen Handel in Einklang zu bringen, und nicht darum, den Handel an Agrarbörsen generell zu beschränken“, erklärt Thywissen.
OVID ist Kooperationspartner des Ölsaatenhandelstages, der am 27. und 28. September 2011 auf der Burg Warberg stattfindet und in diesem Jahr das Thema Agrarmärkte in den Mittelpunkt stellt. www.burg-warberg.de.
Weltweiter Bedarf an Pflanzenölen steigt
Produktion im letzten Jahr um 6,5 % auf 148 Mio. t gestiegen
Berlin, 23. September 2011. Der weltweite Bedarf an pflanzlichen Ölen und Fetten steigt. Allein im letzten Jahr ist die Produktion um 6,5 Prozent auf 148 Mio. Tonnen gestiegen. OVID – Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland e. V. hat die jüngsten Zahlen zur globalen Produktion der verschiedenen Pflanzenöle und Fette sowie den Verbrauch weltweit und in Deutschland veröffentlicht. Der weltweit größte Produktionsanstieg ist bei Soja- und bei Rapsöl zu verzeichnen: 2010 wurden im Vergleich zum Vorjahr mit 40,2 Mio. Tonnen 12 Prozent mehr Sojaöl hergestellt, die Produktion von Rapsöl stieg im gleichen Zeitraum um 11 Prozent von 21,5 auf 23,8 Mio. Tonnen. In den letzten zwei Jahren hat dabei insbesondere der Handel von Sojabohnen aus den USA und Südamerika nach China stark zugenommen (von rund 38 Mio. t 2008 auf rund 55 Mio. t 2010). Insgesamt ist weiterhin die Ölpalme der größte Pflanzenöllieferant mit über 51 Mio. Tonnen Palm- und Palmkernöl im Jahr 2010 – und zugleich die Ölpflanze mit den größten Hektarerträgen, d. h. dem geringsten Flächenverbrauch....mehr
„Aufgrund der wachsenden Bevölkerung und der veränderten Ernährungs- und Lebensgewohnheiten wird die Nachfrage nach Pflanzenölen und Fetten weiter zunehmen“, so Wilhelm F. Thywissen, Vorsitzender von OVID. „Beinahe 7 Mrd. Menschen müssen mit ausreichend Nahrung versorgt werden, dabei spielen pflanzliche Öle und Fette eine wichtige Rolle. Hinzu kommt das Bedürfnis nach einer umweltgerechten Alternative zu Mineralölen sowohl im Energie- als auch im chemischen oder technischen Bereich.“ So sind Pflanzenöle und Fette nicht nur Bestandteil von Nahrungsmitteln, sondern in 80 Prozent der Produkte des täglichen Bedarfes enthalten, etwa in Zahnpasta, Kosmetika, Seifen und Tensiden, Lacken und Farben, Hydrauliköle oder Linoleumböden sowie in Biokraftstoffen.
In Deutschland ist Rapsöl mit Abstand das bedeutendste pflanzliche Öl und macht 56 Prozent des Verbrauchs aus, gefolgt von Palm- und Palmkernöl (25 %) sowie Soja- und Sonnenblumenöl (6 % bzw. 5 %).
Die Grafiken zu den Statistiken finden Sie zum Download unter der Rubrik: Unsere Branche/Daten und Grafiken.
Markenzeichen für nachhaltiges Palmöl schafft Transparenz für Verbraucher
Berlin, 09. Juni 2011. In Kürze können Verbraucher sicher gehen, in welchen Supermarktprodukten wie Margarine, Kekse, Schokolade, Seife oder Kosmetik nachhaltiges, vom Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) zertifiziertes Palmöl enthalten ist, d. h. Palmöl, für das keine tropischen Regenwälder gerodet oder Torfmoore trocken gelegt wurden. Ab Juni 2011 können Lebensmittelhersteller und Handel das neue Markenzeichen für nachhaltiges Palmöl beim RSPO beantragen. Der RSPO verspricht sich von der neuen Kennzeichnung eine Steigerung der Nachfrage nach nachhaltigem Palmöl, da Firmen nun auf ihr Engagement in diesem Bereich aufmerksam machen können....mehr
„Palmöl gehört zu den umstrittensten agrarischen Rohstoffen, jedoch gehen in der Debatte oftmals die Fakten unter: Mit seinen extrem hohen Hektarerträgen kann Palmöl einen Großteil des bestehenden und v. a. wachsenden Bedarfs an Ölen und Fetten der Weltbevölkerung auf vergleichsweise geringer Fläche decken – Voraussetzung dafür ist aus unserer Sicht allerdings eine nachhaltige Produktion. Wenn Palmöl nach RSPO Standards nachhaltig, d. h. ohne Raubbau an Natur und Umwelt, produziert wird, kann es sogar einer Flächenkonkurrenz zwischen Nahrungsmitteln und Bioenergie entgegenwirken“, erklärt Petra Sprick, Geschäftsführerin des Verbandes der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland, OVID. Die Produktion von nachhaltigem Palmöl ist im letzten Jahr enorm gestiegen. Allein in den letzten drei Monaten, Anfang Februar bis Anfang Mai 2011, wurden 1 Million Tonnen nachhaltig zertifiziertes Palmöl produziert und damit die 5 Millionenmarke erreicht. Bis Ende des Jahres erwartet der RSPO, dass die 10 Millionen Marke überschritten wird. Das neue Markenzeichen kennzeichnet Produkte, in denen RSPO zertifiziertes Palmöl physisch enthalten ist, d. h. es kann für die Handelsoptionen „Segregation“ und „Massenbilanz“ eingesetzt werden.
Seit Anfang Juni steht ebenfalls eine aktualisierte Version des Web-Navigators „How to Begin?“ im Internet unter der Adresse www.rspo.eu zur Verfügung. Der Web-Navigator verdeutlicht u. a. die verschiedenen Handelsoptionen für nachhaltiges RSPO Palmöl: „Book & Claim“, „Massenbilanz“ und „Segregation“. Er erklärt in wenigen Schritten die Umstellung auf nachhaltiges Palmöl und erleichtert so Händlern, Herstellern und Einzelhandel der Einsatz von nachhaltig produziertem Palmöl.
Zweifelhafter Krisen-Aktionismus
Kommentar zu EHEC - Dioxin von Wilhelm F. Thywissen, Vorsitzender OVID
In diesen Tagen und Wochen fragt man sich, welchem Antrieb die Politik hierzulande folgt. Gurken aus Spanien, Gemüse aus Norddeutschland. Ursachen und Schuldige für die EHEC-Ausbrüche wurden von Ministerien und Behörden schnell ausgemacht. Nach ein paar Wochen stellte sich dies als falsche Fährte heraus. Der politische und wirtschaftliche Schaden ist immens – die Verstimmungen in Madrid und Brüssel sind im Grunde nachzuvollziehen, wenn vielleicht auch nicht hilfreich bei der Problemlösung; die Frage, wer für die entstandenen Schäden in Millionenhöhe aufkommt, bleibt erst einmal ungeklärt. Vor allem aber liegt der „Schaden“ bei den Verbrauchern. Die Verunsicherung der Bürger ist zu Recht groß, sie fühlen sich durch übereilte Aussagen und den Schlingerkurs von Ministerien und Behörden mehr verunsichert denn gut informiert. Der Glaube in eine souveräne und verlässliche Krisenpolitik dürfte weiter gesunken sein. ...mehr
Dabei ist eines unbestritten: Der Schutz der Gesundheit der Bürger muss im Vordergrund stehen. Von falschen Vorstellungen und Motiven geleiteter politischer Krisenaktionismus nützt den Verbrauchern jedoch wenig. Ebenso wenig ein Drängen auf möglichst noch schnellere Ergebnisse bei den bereits intensiv und Rund-um-die-Uhr arbeitenden wissenschaftlichen Einrichtungen.Zuweilen kann man den Eindruck gewinnen, dass sich schnelles Handeln um jeden Preis als oberstes Ziel bei Politikern zementiert hat. Dies mag durchaus einem gesellschaftlichen und medialen Druck auf die Politik geschuldet sein. Dennoch sind übereilte politische Manöver ohne fachliche Absicherung fehl am Platz. Es muss um den tatsächlichen Schutz der Bürger gehen. Ein gehetzter Krisen-Aktionismus, der auch bei dem Dioxin-„Skandal“ zum Jahresanfang die Oberhand gewann, darf sich nicht als Maxime politischen Handels etablieren.
Kriminelles Handeln soll und darf nicht toleriert werden. Daraus aber, wie im Dioxin-Fall, einen Verbraucherskandal hervorzurufen und die Wahrnehmung eines großen Gesundheitsrisikos zu stimulieren, obwohl zu keiner Zeit eine gesundheitliche Gefährdung vorlag, ist weder eine redliche, noch zielführende Politik. Vielmehr führt sie zu einer Fehlinformation der Verbraucher und in Folge zu Verunsicherung und angstgesteuertem Handeln. Ebenso wenig kann man Produzenten und Landwirte unter Generalverdacht mit einer Tendenz zur Verbrauchertäuschung stellen. Im Gegenteil: Sie sind besonders an einem funktionierenden Markt und der Aufdeckung der schwarzen Schafe interessiert.
Die gesetzgeberischen Maßnahmen, die nun im Lebens- und Futtermittelbereich umgesetzt werden, schießen am Ziel vorbei und führen nicht zur Beseitigung von krimineller Energie. Vielmehr beschwören sie ein Bürokratiemonster herauf, das unnötige Kosten (allein) für die deutsche Wirtschaft verursacht – das vor allem aber nicht zu mehr Sicherheit führt. Behörden alleine, d. h. ohne die Zusammenarbeit mit den Marktbeteiligten, können im Kompetenzgewirr zwischen Bund- und Länderzuständigkeiten, unzureichender Ausstattung sowie fehlender Detailkenntnis nicht erfolgreich sein.
Bei dem Dioxin-Fall ging es lediglich um eine messtechnische Grenzwertüberschreitung, ohne jede gesundheitsgefährdende Relevanz, wie auch das Bundesinstitut für Risikobewertung bestätigte. Von den EHEC-Bakterien hingegen geht eine reale und zuweilen lebensbedrohliche Gefahr aus. Ministerien und Behörden müssen schleunigst zu einem differenzierten Krisenmanagement übergehen, das nicht wie beim Dioxin das Kinde mit dem Bade ausschüttet, sondern bei einer tatsächlichen Gesundheitsgefährdung, wie im Fall von EHEC, verantwortungsvoll und koordiniert agiert.
Ölmühlen: Absatzfondsgelder an Genossenschaften und Agrarhandel bis zur Ernte abgewickelt
- Rückzahlung von Absatzfondsbeiträgen von Ölmühlen mit enormem Verwaltungsaufwand verbunden
- Auszahlung unterschiedlicher Quoten entsprechend der Rückzahlungsquote der BLE an die Ölmühlen
- Vorbereitungen der Rückanwicklung auf der Handelsstufe laufen
Berlin, 01. Juni 2011. Die erste Stufe der Rückabwicklung der Absatzfondsbeiträge für Raps- und Sonnenblumensaaten von den in OVID organisierten Ölmühlen an die Genossenschaften und den Agrarhandel sowie vereinzelt bei Direktbezug an Landwirte wird bis zur Ernte abgeschlossen. Alle Ölmühlen haben als Beitragsschuldner („Flaschenhalsbetriebe“) für den Zeitraum zweites Halbjahr 2006 bis einschließlich zweites Halbjahr 2008 7,2 Mio. Euro Absatzfondsbeiträge für Raps- und Sonnenblumensaat bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) eingezahlt. Von diesen Geldern hat die BLE 4,4 Mio. Euro zurückgezahlt....mehr
Die in OVID organisierten Ölmühlen haben je nach Einspruchlage unterschiedliche Quoten von der BLE zurückerhalten. Dementsprechend fällt auch die Quote der Rückzahlungen der Ölmühlen an Genossenschaften und Agrarhandel sowie bei Direktbezug an die Landwirte sehr unterschiedlich aus und liegt zwischen 40 und 100 Prozent; z. T. kann sie für bestimmte Zeiträume ohne Widerspruch im Einzelfall bei 0 Prozent liegen.
Die weitere Abwicklung von Handel und Genossenschaften zurück bis zum Landwirt ist allein aufgrund der Vielzahl der Beteiligten kompliziert und zeitaufwändig. Die Quote dürfte sich daher strukturbedingt weiter zersplittern; in einigen Fällen kann der Verwaltungsaufwand den Rückzahlungsbetrag übertreffen. Ab Sommer 2011 kann die Rückabwicklung seitens der Handelsstufe an die Landwirte in Form von Gutschriften beginnen.
Europäisches Zertifizierungssystem für Futtermittelsicherheit EFISC findet breite Zustimmung
Berlin, 24. Mai 2011. Das europäische Zertifizierungssystem für Futtermittelsicherheit EFISC (European Feed Ingredients Safety Certification), das von der europäischen Öl- und Proteinfutterindustrie gemeinsam mit der europäischen Stärkeindustrie entwickelt wurde, findet breite Zustimmung in der Branche. Immer mehr Unternehmen treten dem freiwilligen Zertifizierungssystem bei. Zuletzt wurde im Mai 2011 die ADM Hamburg Aktiengesellschaft – Werk Hamburg auf Basis der EFISC Richtlinien überprüft und damit die größte ölsaatenverarbeitende und ölraffinierende Anlage in Europa nach EFISC zertifiziert. ...mehr
EFISC hat sich die Verbesserung der Futtermittelsicherheit in Europa zum Ziel gesetzt. Das Europa-weite System etabliert eine einheitliche und verlässliche Zertifizierung von Managementsystemen für Futtermittelsicherheit in allen 27 EU Mitgliedsstaaten. „EFISC ist ein weiterer wichtiger Schritt für einheitliche Standards in der Qualitätssicherung von Futtermitteln in Europa“, erklärt Wilhelm F. Thywissen, Vorsitzender von OVID – dem Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland.
EFISC bildet eine Alternative zu den zahlreichen unterschiedlichen nationalen Systemen. Besonders in den osteuropäischen Ländern fehlen verlässliche Zertifizierungssysteme. Durch diese Harmonisierung wird auch ein besserer Warenfluss von Futtermitteln zwischen den 27 EU Mitgliedsstaaten ermöglicht. EFISC wurde federführend von FEDIOL, dem Verband der europäischen Öl- und Proteinfutterindustrie, und dem Verband der europäische Stärkeindustrie AAF im Rahmen der Europäischen Plattform für Futtermittelinhaltsstoffe EFIP entwickelt.
Merkblatt „Maßnahmen für den hygienischen Umgang mit Getreide, Ölsaaten und Leguminosen“
Berlin, 20. Mai 2011. Das Merkblatt „Maßnahmen für den hygienischen Umgang mit Getreide, Ölsaaten und Leguminosen“ wurde zur Ernte 2011 neu aufgelegt. An der redaktionellen Überarbeitung haben sich die Verbände der Getreide- und Ölsaatenwirtschaft beteiligt: neben OVID - dem Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland, der Deutsche Raiffeisenverband, der Deutsche Bauernverband, die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen, Deutscher Mälzerbund, der Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft, der Verband Deutscher Mühlen und der Deutsche Verband Tiernahrung sowie in Abstimmung mit dem Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung. Das Merkblatt enthält Hinweise zum Anbau, zum Transport sowie zur Lagerung und wird auch als Kunden-information vor der Ernte an Landwirte weitergegeben.
Das Merkblatt kann in der 22. KW über die beteiligten Verbände als Hardcopy angefordert oder als Download auf der jeweiligen Homepage im Internet heruntergeladen werden.
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„Stellvertreter-Diskussionen helfen nicht gegen Hunger und Armut in Entwicklungsländern“
Preisentwicklungen auf den Agrarmärkten
Berlin, 31. März 2011. Vor sechs Monaten zahlte Maria Gonzales 3,5 Pesos, umgerechnet rund 0,64 Euro, für drei Kilo Weizen in ihrer Heimatstadt General Pico in Argentinien. Heute kostet sie die gleiche Menge 4,3 Pesos. Auf der anderen Seite schwankten in den letzten Jahren ebenso die Preise, die argentinische Farmer für ihre Produkte auf den Märkten erhielten. Ein Vergleich der Marktpreise für argentinischen Weizen macht die Preisturbulenzen deutlich: Im April 2008 kostete die Tonne argentinischer Weizen am Weltmarkt 415 US-Dollar. Ein Jahr später war der Preis auf 212 US-Dollar gesunken und stieg bis April 2010 wieder leicht auf 216 US-Dollar. Aktuell wird eine Tonne argentinischer Weizen für April 2011 mit 355 US-Dollar gehandelt. Damit sind die Preise von 2008 auf 2009 um rund 50 % gefallen und in den zwei Folgejahren bis 2011 wieder um 68 % gestiegen. Dabei werden nicht allein stark steigende Preise zum Problem für die lokale Bevölkerung. Sinken die Preise für Agrarrohstoffe an den internationalen Märkten drastisch, fällt es den Farmern schwer, mit ihren Produkten noch ausreichend Gewinn zu erzielen, um Anbau und Düngung im nächsten Jahr zu finanzieren, ihre Familie zu versorgen und die Schulbildung ihrer Kinder zu bezahlen. ...mehr Die Ursache für die starken Preisschwankungen an den internationalen Märkten wurde zuletzt insbesondere Finanzinvestoren und den Mechanismen der Warenterminbörsen zugeschrieben. Die Bedeutung der Fundamentaldaten – klimatische und andere Faktoren, die die reale Produktion beeinflussen – hingegen fand in den jüngsten Diskussionen wenig Beachtung. „Die sensible Wechselwirkung von Fundamentaldaten, Angebot und Nachfrage und Preisentwicklung an den Märkten rückt oftmals erst wieder durch Naturkatastrophen, wie große Dürren oder gegenwärtig das Erdbeben und seine Folgen in Japan, in den Fokus“, kritisiert Thywissen. Darüber hinaus zeigen die aktuellen politischen Krisen in Nordafrika und im arabischen Raum, welchen Einfluss auch politische Verhältnisse auf die agrarischen Rohstoffmärkte haben. Zu den politischen Störfaktoren zählen ebenso handelspolitische Maßnahmen wie Ausfuhrverbote, wie sie u. a. von Russland im letzten Jahr und gegenwärtig von der Ukraine beschlossen wurden.
„Stellvertreter-Diskussionen, wer die ‘ursächlichste Schuld‘ an den Preisschwankungen auf den Agrarmärkten trägt, helfen niemandem weiter, vor allem nicht Entwicklungsländern. Die Diskussion um eine Beschränkung der Warenterminbörsen, um dadurch vermeintlich Preisschwankungen einzudämmen und den Anstieg der Nahrungsmittelpreise aufzuhalten, geht in die falsche Richtung. Gerade in Zeiten schwankender Märkte und hoher Preisvolatilität brauchen die Marktteilnehmer Warenterminbörsen zur Risikoabsicherung. Damit aber Warenterminmärkte über ausreichend Liquidität verfügen, braucht es im Übrigen auch Kapital von Finanzinvestoren“, erklärt Thywissen.
Um Hunger und Armut in Entwicklungsländern zu begegnen, muss vielmehr in die Landwirtschaft und die ländliche Infrastruktur investiert werden. Hier müssen die Versäumnisse in der Entwicklung der ländlichen Räume nachgeholt werden. Aus deutscher und europäischer Sicht ist dies vor allem eine Aufgabe der Entwicklungspolitik. Gemeinsam mit der Wirtschaft muss es darum gehen, Infrastruktur-Maßnahmen zu ergreifen, beispielsweise um Nachernteverluste in Entwicklungsländern zu verringern: Jährlich verderben 10 % bis 20 % der weltweiten Getreideernte aufgrund unsachgemäßer und unwirtschaftlicher Handhabung und Lagerung.
„Die Auswirkungen von Preisschwankungen auf den Weltmärkten für agrarische Rohstoffe setzen vor allem Entwicklungsländer unter Druck. In Industrienationen haben Preisturbulenzen an den Weltmärkten vergleichsweise kaum Auswirkungen auf die Versorgung der Bevölkerung“, so Wilhelm F. Thywissen, Vorsitzender von OVID, dem Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland. Ganz anders sieht das in Entwicklungsländern wie Bolivien oder auch Thailand aus. Hier bedrohen zu hohe aber auch zu niedrige Preise leicht die Existenz. Bei einem sehr niedrigen Preisniveau auf den Weltmärkten beispielsweise sind besonders für Kleinbauern wichtige Investitionen in Saat oder Maschinen nicht mehr möglich.
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Wer hat Angst vor den bösen Spekulanten?
Einschränkungen im Agrarhandel führen nicht zu Preisstabilität und Versorgungssicherheit
Berlin, 21. Januar 2011. "Die Rohstoffpreise steigen, die Suche nach den Schuldigen beginnt. Zunächst wurden Biokraftstoffe als vermeintliche Preistreiber identifiziert, nun sollen Spekulationen an den Agrarmärkten die Ursache für hohe Preise und in Folge für Hunger in Entwicklungs- und Schwellenländern sein", so Wilhelm F. Thywissen, Vorsitzender von OVID, dem Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland, zu der politischen Diskussion um eine Beschränkung der Agrarmärkte. Bundesministerin Ilse Aigner hat das Thema Spekulation mit landwirtschaftlichen Rohstoffen auf die Tagesordnung der Agrarministerkonferenz gesetzt, die während der Internationalen Grünen Woche an diesem Wochenende stattfindet. Hintergrund sind die steigenden Lebensmittelpreise, besonders in Entwicklungs- und Schwellenländern. ...mehr
"Die Sündenbock-Rhetorik, die in regelmäßigen Abständen bemüht wird, ist kurzsichtig. Die Tank-Teller Argumentation, der Einsatz von Biomasse jenseits der Lebensmittelproduktion, beispielsweise als Bioenergie, gehe auf Kosten der Entwicklungsländer, treibe die Preise nach oben und sei damit verantwortlich für den Hunger in der Welt, verzerrt die Realitäten ebenso wie der Ruf nach Einschränkungen der Börsengeschäfte beim Handel mit agrarischen Rohstoffen, um so für mehr Preisstabilität zu sorgen", erklärt der Vorsitzende von OVID. Vielmehr nutzten die meisten Marktteilnehmer die Börse, um durch Preisabsicherung ihr Risiko zu minimieren - beispielsweise wetterbedingte Ernteausfälle - und nicht, um die Preise nach oben zu treiben. Besonders das Einführen von Limits und das Begrenzen des Handelsvolumens, wie sie derzeit diskutiert werden, hätte schwerwiegende negative Konsequenzen für den Agrarhandel. Börsen funktionieren nur dann zur Absicherung der Rohstoffgeschäfte, wenn genügend Handelsvolumen vorhanden ist. Nur so ergeben sich ausreichend Verkaufs- und Kaufmöglichkeiten. Dafür braucht es neben den regelmäßigen Händlern aus dem Agrarbereich auch Finanzinvestoren, die gerade durch ihre großen Handelsvolumina die dringend benötigte Liquidität in den Markt bringen.
Schlüssel für die Bekämpfung des Hungers ist hingegen die Entwicklung der ländlichen Räume. Laut Experten gibt es jetzt und für die absehbare Zukunft ausreichend Nahrungsmittel. Hunger sei demnach nicht die Folge von zu wenig Nahrungsmitteln, sondern eine Folge von Armut, verursacht durch fehlende Beschäftigung und durch fehlende Demokratie, Sozial- und Rechtsstaatlichkeit. Arbeit und Einkommen von Kleinbauern sorgten dafür, dass Eltern ihre Familie ernähren und Kinder zur Schule gehen können. Der Anbau von Biomasse über die Lebensmitteproduktion hinaus kann das Einkommen sowie eine gewisse Energieautarkie von Kleinbauetrn sichern und in Phasen überschüssiger Agrarproduktion eine zusätzliche Einkommensquelle bilden. Gleichzeitig profitieren Kleinbauern von höheren Agrarpreisen, die einen Anreiz für die Steigerung der Produktion über die Subsistenzwirtschaft hinaus bilden. Voraussetzung muss jedoch eine nachhaltige Produktion von Biomasse sein.
Sie finden OVID im Rahmen der Internationalen Grünen Woche auf der nature.tec - Fachschau Nachwachsende Rohstoffe, Hallle 4.2 am Stand "Biokraftstoffe" (125)
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Markenzeichen für nachhaltiges Palmöl informiert ab 2011 Verbraucher
Berlin, 15. Dezember 2010. Ab 2011 haben Lebensmittelhersteller die Möglichkeit, mit einem neuen RSPO-Siegel auf der Verpackung Verbraucher auf einen Blick darüber zu informieren, wenn ihre Produkte nachhaltiges Palmöl enthalten. Der RSPO kündigte die neue Produktkennzeichnung im Rahmen seiner Jahresversammlung in Jakarta für Anfang 2011 an. „Das RSPO Markenzeichen gibt dem Verbraucher die Sicherheit, dass sie mit dem Produkt, das sie kaufen, einen nachhaltigen Anbau und eine nachhaltige Produktion von Palmöl unterstützen“, erklärte Jan Kees Vis, Präsident des RSPO. „Die RSPO Zertifizierung und das neue RSPO Markenzeichen bedeuten, dass das verwendete Palmöl weder den Raubbau an schützenswerten Regenwäldern vorantreibt, noch die Interessen der Menschen in den Anbauregionen übergeht.“ Der RSPO verspricht sich, dass durch die Möglichkeit einer klaren Verbraucherkennzeichnung mehr Firmen und Hersteller ermutigt werden, nachhaltiges Palmöl einzusetzen. Eine Reihe von Unternehmen hat im letzten Jahr bereits angekündigt, im den nächsten fünf Jahren auf nachhaltiges Palmöl umzustellen. ...mehr
Die Hälfte von verpackten Supermarktprodukten enthält Palmöl Mit einem extrem hohen Hektarertrag von durchschnittlich 4 Tonnen Öl/ha kann Palmöl auf vergleichsweise geringer Fläche einen hohen Anteil des bestehenden Bedarfs an Pflanzenölen decken. Damit bietet sich eine Chance, dem steigenden Bedarf an Ölen und Fetten der wachsenden Weltbevölkerung gerecht zu werden, der Flächenkonkurrenz zwischen Lebens- und Futtermitteln sowie Biomasse für die Energieproduktion entgegenwirken und gleichzeitig die Herausforderung für mehr Klima- und Umweltschutz anzunehmen. Die Voraussetzung dafür ist eine nachhaltige Produktion von Palmöl, wie sie der RSPO vorantreibt.
Weitere Informationen zum RSPO finden Sie unter www.rspo.eu
Palmöl ist in jedem zweiten verpackten Supermarktprodukt enthalten, und die Ölpalme ist weltweit der größte Pflanzenöllieferant. „Die weltweite Palmölproduktion hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt: von 20,6 Mio. Tonnen Palmöl und 2,6 Mio. Tonnen Palmkernöl im Jahr 1999 auf rund 45,4 Mio. Tonnen Palmöl und 5,3 Mio. Tonnen Palmkernöl im Jahr 2009. Die Produktion von nachhaltigem Palmöl steigt dabei kontinuierlich. Aber es braucht die Nachfrage von Seiten der Verbraucher und der Industrie, um Anreize in den Anbauländern zu setzen, auf eine nachhaltige Palmölproduktion umzustellen“, erläutert Jürgen Keil, Vorstandsmitglied von OVID auf dem 2. BVE-Rohstoffkongress in Berlin, auf dem er Anfang Dezember Möglichkeiten für eine nachhaltige Produktion und Verwendung von Palmöl vorstellte und u. a. das neue RSPO Markenzeichen in Deutschland präsentierte. Seit August 2008 wurden über 3 Millionen Tonnen RSPO zertifiziertes Palmöl produziert. In den letzten Monaten hat auch die Nachfrage nach RSPO Palmöl angezogen: rund 60 Prozent des in den ersten 10 Monaten 2010 nachhaltig produzierten Palmöls wurden bereits verkauft.
Trotz „Erfolgsstory Rapsschrot“: Eiweißstrategie ohne Soja in der EU unrealistisch
Berlin/Hannover, 18. November 2010. „Trotz enormer Qualitätsverbesserungen beim Rapsschrot ist eine Europäische Eiweißstrategie ohne Sojaschrot unrealistisch“, erklärt Dr. Jörg Eggers, stellvertretender Geschäftsführer von OVID, Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland, anlässlich einer Informationsveranstaltung auf der Fachmesse EuroTier in Hannover. Im Rahmen der Diskussion um die Ausgestaltung der Agrarpolitik nach 2013 wird derzeit auch eine europäische Eiweißstrategie erörtert und dabei das in der EU bestehende Proteindefizit negativ beurteilt. In Zusammenhang mit den Importen von Soja als Futtermittel fordern Stimmen aus der Politik verstärkt eine Konzentration auf heimische Futtermittel zur Eiweißversorgung in der Tierhaltung. Eine aktuelle Initiative der Grünen im Europäischen Parlament ist ein Beispiel dafür. „Obwohl Leguminosen in den letzen Jahren eine intensive politische Förderung erfahren haben, ist der Anbau in Deutschland weiter rückläufig. Deshalb ist die Annahme falsch, dass Deutschland und Europa auf Sojaimporte für die Tierernährung verzichten könnten“, kommentiert Eggers den Ansatz der Europa-Grünen auf der EuroTier 2010 in Hannover. ...mehr
„Eine Wirtschaft, die wie Deutschland in einem hohen Maße vom Außenhandel profitiert, kann sich Importen nicht verschließen“ erläuterte Eggers. „Es ist jedoch erforderlich, dass Soja – wie übrigens auch andere Agrarprodukte – nachhaltig angebaut werden, ohne Schutzgebiete zu zerstören.“ Im Bereich Soja wurde in Brasilien bereits vor Jahren ein sogenanntes Sojamoratorium etabliert. Das damit verbundene Ziel, für den Anbau von Soja keinen Regenwald mehr zu roden, wurde inzwischen in den grenzüberschreitenden runden Tisch zum nachhaltigen Sojaanbau übernommen, dem Round Table on Sustainable Soy. Die EU importiert derzeit ca. 22 Mio. Tonnen Sojaschrot und 13 Mio. Tonnen Sojabohnen, das entspricht einem Weltmarktanteil von ca. 16 %, Tendenz sinkend. In Deutschland werden derzeit 3,0 Mio. Tonnen Sojabohnen verarbeitet und insgesamt ca. 4,5 Mio. Tonnen Sojaschrot verfüttert. „Wenn man diese Menge mit heimischen Proteinpflanzen ersetzen wollte, würde man dafür mehr als 20 % der deutschen Ackerfläche benötigen, bei der derzeitigen Flächenkonkurrenz unrealistisch“, erläuterte Eggers. Darüber hinaus benötigt beispielsweise Geflügel eine besondere Versorgung mit essentiellen Aminosäuren aus dem Sojaschrot.
OVID begrüßt Ministerin Grotelüschen und US-Botschaftsrat Spencer beim Amerikanischen Abend auf der EuroTier 2010
Berlin/Hannover, 17. November 2010. Die Zusammenarbeit der deutschen ölsaatenverarbeitenden Industrie und der amerikanischen Sojaproduzenten hat bereits eine lange Tradition. In diesem Jahr veranstalten OVID, der Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland und die ASA, American Soybean Association – International Marketing gemeinsam mit der US-Botschaft erstmalig einen Amerikanischem Abend zu Thanksgiving. Die USA sind der wichtigste Sojaexporteur weltweit und traditionell ein wichtiger Handelspartner für die deutschen Ölmühlen. „Dieser Handel wurde allerdings in den letzten Jahren durch eine sogenannte Nulltoleranz gegenüber Spureneinträgen von gentechnisch veränderten Sorten, deren Zulassungsverfahren in der EU noch nicht abgeschlossen sind, extrem gefährdet“, sagte Wilhelm F. Thywissen, Vorsitzender von OVID vor etwa 120 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Medien im Rahmen der EuroTier 2010. Ehrengast war unter anderem die niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung, Astrid Grotelüschen. ...mehr
Frau Astrid Grotelüschen zeigte mit Verweis auf den am Montag in Brüssel diskutierten Kommissionsentwurf zur Einführung einer technischen Lösung im Bereich der GMO Nulltoleranz wenig Verständnis dafür, eine technische Lösung nur auf Futtermittel zu beschränken. „Es muss eine einheitliche Regelung für die Bereiche Futtermittel, Nahrungsmittel und Saatgut angewendet werden können – unterschiedliche Methoden und Grenzwerte sind technisch nicht praktikabel und fachlich nicht nachvollziehbar“ erörtere die Ministerin zum Auftakt des Abends. Beide Redner sahen die Verarbeitung von importierten Ölsaaten in Deutschland bedroht. „Bei der Verarbeitung von Ölsaaten entsteht immer beides, Schrot als Futtermittel und Öl als Lebensmittel. Deshalb hätte eine technische Lösung nur für Futtermittel zur Folge, dass in Deutschland und der EU praktisch keine importierten Ölsaaten mehr verarbeitet werden können. Dies würde die Wirtschaftlichkeit einiger Ölmühlen extrem schwächen“ betonte Thywissen.
Der neue US-Botschaftsrat für Landwirtschaft, Paul Spencer, erinnerte in seiner Ansprache daran, wie verflochten die Welt geworden sei. „Zum Beispiel sind die Vereinigten Staaten nicht nur der größte Sojabohnen Exporteur, sondern wertmäβig auch der weltweit größte Importeur von Lebensmitteln. Als Ergebnis haben amerikanische Verbraucher Zugang zu den besten Lebensmitteln der Welt“, unterstrich Spencer anlässlich des Thankgsgiving auf der EuroTier 2010.
Vor der Eröffnung des Buffets erläuterte der Europarepräsentant der ASA, Herr Mark Andersen, die Geschichte des Thanksgiving und leitete damit zum gemütlichen Teil des Abends über.
Keine grundlegenden Einschränkungen der Warenterminbörsen
Berlin, 4. November 2010. Die Überarbeitung der Richtlinien zu Märkten für Finanzinstrumente (MiFID) und Marktmissbrauch (MAD) sowie die geplante EU-Verordnung zu Derivaten wird derzeit in Deutschland und in Brüssel intensiv diskutiert. Ein besonderes Augenmerk fällt dabei auf den Handel mit agrarischen Rohstoffen. Der Agrarsektor bildet die Grundlage für die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und ist damit ein sensibler Bereich. Die Akteure im Agrarmarkt setzen den Börsenhandel jedoch nicht zu Spekulationszwecken ein, sondern zur Absicherung (Hedging) von Rohstoffgeschäften. Das gilt für die ölsaatenverarbeitende Industrie, den Handel und moderne Landwirtschaftsbetriebe gleichermaßen. „Börsengeschäfte mit agrarischen Rohstoffen sind leider in Verruf geraten. Zu Unrecht. Nutzen die meisten Marktteilnehmer die Börse doch, um durch Preisabsicherung ihr Risiko zu minimieren. Eine grundlegende Einschränkung des Warentermingeschäfts im Agrarhandel hätte schwerwiegende Konsequenzen“, warnt Wilhelm F. Thywissen, Vorsitzender von OVID – Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland. ...mehr
Warenterminbörsen funktionieren für Landwirte, Händler und die verarbeitende Industrie sowie für die Lebens- und Futtermittelindustrie nur dann zur Absicherung der Rohstoffgeschäfte, wenn hinreichend Liquidität am Markt, d. h. genügend Handelsvolumen an der Börse vorhanden ist. Nur so ergeben sich ausreichend Verkaufs- und Kaufmöglichkeiten. Dafür braucht es neben den regelmäßigen Händlern aus dem Agrarbereich, den sogenannten Commercials, auch Finanzinvestoren, die gerade durch ihre großen Handelsvolumina die dringend benötigte Liquidität in den Markt bringen. „Eine Politik der Begrenzung von Handelsvolumina, eine Mindesthaltepflicht für Termingeschäfte oder die Hinterlegung mit ausreichend physischen Rohstoffen sind kein gangbarer Weg für den Handel mit agrarischen Rohstoffen. Die bestehenden Börsenregelungen sehen bereits vor, dass z. B. Geschäfte mit ausreichend Liquidität hinterlegt werden müssen, um entstehende Preisdifferenzen jederzeit ausgleichen zu können. Zusätzliche grundlegende Limitierungen von Marktteilnehmern lähmten das Sicherungssystem der Warenterminbörsen und stellten es damit generell in Frage“, mahnt Thywissen. Das betrifft nicht nur den Handel an der Börse. Für die deutschen und europäischen Marktteilnehmer ist zudem entscheidend, dass auch außerbörsliche Warenterminmärkte (sogenannte „Papiermärkte“), wie beispielsweise der Papiermarkt für rohes Rapsöl, weiterhin funktionieren und zur Absicherung genutzt werden können. Anderenfalls würde Unternehmen die Möglichkeit zur Absicherung ihrer Geschäfte genommen, mit der Konsequenz, dass der Agrarhandel dann erst recht mehr und mehr zum „Spekulationsgeschäft“ würde – mit großen Unsicherheiten für die Lebensmittelproduzenten und damit auch die Konsumenten.
Mehr zum Thema im aktuellen OVID-Brief:
Hedging vs. Spekulation: Handel mit Agrarrohstoffen
Alleskönner Pflanzenöl
- Pflanzliche Öle sind wichtig für eine gesunde Ernährung – und darüber hinaus eine umweltschonende und klimagerechte Alternativen zu Erdöl im chemischen und technischen Bereich
Berlin, 01. November 2010. Öle und Fette aus Ölsaaten wie Raps, Soja, Sonnenblumen und Leinsaat finden auf ganz unterschiedlichen Wegen in unseren Haushalt. Als Speiseöle sind pflanzliche Öle und -fette bekannt. Sie sind wichtiger Bestandteil einer ausgewognen und gesunden Ernährung. Rapsöl zählt dabei ernährungsphysiologisch zu den gesündesten Ölen. Es hat einen sehr hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren und ein optimales Verhältnis von einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Das gilt bei Ernährungsexperten als besonders gesund. Aber Pflanzenöle und -fette könne mehr. Jedes dritte Produkt unseres alltäglichen Lebens enthält pflanzliche Öle und Fette aus der ölsaatenverarbeitenden Industrie. ...mehr
Durch die Raffination werden pflanzliche Rohöle zu maßgeschneiderten Ölen und Fetten für die Oleochemie und für den technischen Einsatz. Sie finden sich wieder in Cremes, Lippenstiften und Seifen, in Farben, Lacken und Bodenbelägen, und sie sind wichtiger Träger in Medikamenten. Dabei können Pflanzenöle und Pflanzenfette in vielen Bereichen auch Produkte aus Erdöl ersetzen. Pflanzliche Schmierstoffe, die weitestgehend biologisch abbaubar sind und von denen eine geringere Umweltgefahr ausgeht, werden beispielsweise in ökologisch sensiblen Gebieten eingesetzt, etwa in der Forstwirtschaft. Die Forschung ermöglicht zudem, dass immer mehr Kunststoffe auf pflanzlichen Ölen anstatt auf Mineralölen basieren. Als nachwachsender Rohstoff werden Ölsaaten somit eine immer wichtigere und vor allem auch umwelt- und klimaschonende Alternative zum begrenzt verfügbaren Erdöl.
Programmhinweis: Das ARD-Morgenmagazin beschäftigt sich vom 8. bis zum 12. November jeden Tag in drei Live-Schalten (6.45, 7.45 und 8.45) mit dem Thema Erdöl, den Umweltbedrohungen, die von ihm ausgehen – und seinen Alternativen.
Für weitere Informationen und die Vermittlung von Kontakten zu Experten wenden Sie sich bitte an OVID.
Futtermittellehrpfad informiert über Einsatz von Proteinfuttermitteln
Premiere auf der EuroTier 2010
Berlin, 13. Oktober 2010. Auf der EuroTier 2010 informiert ein Futtermittellehrpfad an fünf unterschiedlichen Stationen über neueste Erkenntnisse zum Einsatz von Proteinfuttermitteln, vermittelt Basisinformationen zum Produktionsprozess in Ölmühlen sowie wichtige Kennzahlen zur Fütterung. Der Futtermittellehrpfad wurde von den Experten des Informationsportals www.proteinmarkt.de entwickelt. Das Portal, auf dem Spezialisten täglich zu verschiedenen Themen rund um Fütterung, Markt und Tierhaltung schreiben, präsentiert sich zum ersten Mal auf der EuroTier. Auf dem Stand D 56 in Halle 15 stehen Experten aus der Beratung sowie der ölsaatenverarbeitenden Industrie auch im persönlichen Gespräch Rede und Antwort zu Fragen des Einsatzes von Eiweißfuttermitteln und Rationsgestaltung in der Nutztierfütterung und der Möglichkeit, neue Medien gezielt zur Marktbeobachtung auf den Futtermittelmärkten einzusetzen. ...mehr
Ein weiteres Highlight ist das ProteinMarkt-Gewinnspiel, bei dem ebenfalls Fragen zu Eiweißfuttermitteln im Fokus stehen: In Zusammenarbeit mit dem Rennstall von Sänger und Motorsportler Smudo („Die Fantastischen Vier“) verlost das Fachportal www.proteinmarkt.de eine exklusive Testfahrt mit dem BioConcept-Car 2 auf dem Nürburgring inklusive Übernachtung; zudem wird täglich ein iPad verlost.
Die Präsenz auf der EuroTier ist eine Gemeinschaftsaktion vom Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland e. V. (OVID), der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) und der American Soybean Association - International Marketing (ASA).
Weitere Informationen stehen auch online unter www.proteinmarkt.de zur Verfügung.
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Ölmühlen besorgt um ausreichende Versorgung mit marktfähigen Ölsaaten
Hamburg / Berlin, 16. September 2010. Die deutschen Ölmühlen sind zunehmend besorgt um eine rechtzeitige Versorgung mit zertifizierter Rapssaat. „Grund sind die auftretenden Verzögerungen im Zertifizierungsprozess und ungeklärte Fragen“, unterstreicht Dr. Jörg Eggers, stellvertretender Geschäftsführer des Verbandes der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (OVID). Die Ölmühlen und Biodieselanlagen als Flaschenhalsbetriebe sind zwar nahezu vollständig zertifiziert und damit handlungsfähig, Hauptengpass ist jedoch die erforderliche Zertifizierung von ca. 1500 Handelsfirmen. Die Zertifizierer benötigen ein bis zwei Tage pro Unternehmen, derzeit sind ca. 45 Ersterfasser zertifiziert.
Die deutsche Mineralölwirtschaft darf jedoch zum 1.1.2011 nur noch 100 prozentig zertifizierten Biodiesel vertreiben. Dies bedeutet, dass diese Ware möglichst bis Mitte Oktober in den Zolllägern der Mineralölindustrie sein muss. Spätestens zu diesem Zeitpunkt müssen alle Nachhaltigkeitsnachweise vorliegen. „Schon jetzt ist absehbar, dass es zum Jahresende ein großes Delta zwischen Nachfrage und Angebot an nachhaltig zertifizierter Ware geben wird“, betonte Eggers auf einer Pressekonferenz von OVID in Hamburg. Auch Landwirte sind verunsichert, eine notwendige Selbsterklärung hat bisher nur etwa die Hälfte der Landwirte unterzeichnet. Um die Beimischung von Biodiesel in Deutschland zu gewährleisten, wäre eine nahezu vollständige Zertifizierung der deutschen Rapsernte in Höhe von 5,6 Mio. Tonnen erforderlich, da systembedingt keine zertifizierten Rapsimporte zu erwarten sind. ...mehr
Auch der Sojamarkt ist immer noch von Versorgungsengpässen bedroht. Grund ist die GVO-Nulltolleranzregelung, die auch für solche Sorten gilt, die in den Anbauländern schon geprüft und zugelassen sind: kleinste Spuren oder Stäube von diesen GVOs haben zur Folge, das ganze Schiffsladungen Sojabohnen nicht verkehrsfähig sind, wenn die gefundenen Spuren nicht auch in der EU zugelassen sind – so geschehen in 2009 in Spanien. Aufgrund der Verzögerungen im Zulassungsverfahren der EU entsteht jedoch immer wieder eine enorme zeitliche Lücke zwischen der Zulassung in den Anbauländern und der EU. Die derzeit in Brüssel diskutierte Option, nur für Futtermittel eine sogenannte „technische Lösung“ zu etablieren, löst jedoch das Problem der Ölmühlen in Deutschland und der EU nicht. Aus den 3 Mio. Tonnen nach Deutschland importierten Sojabohnen wird neben dem Schrot auch Sojaöl und hochwertiges Sojalecithin für die Ernährungsindustrie gewonnen. Eine technische Lösung allein für Futtermittel würde die Rechtsunsicherheit für die Verarbeiter erhalten und zu einem schleichenden Export der Wertschöpfung aus der inländischen Verarbeitung agrarischer Rohstoffe in Drittländer führen.
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Ölsaatenverarbeitende Industrie arbeitet nachhaltig
- Ölsaatenverarbeitende Industrie hat Nachhaltigkeitsverordnungen weitgehend umgesetzt
- Derzeit noch nicht ausreichend zertifizierte Rohware zur Weiterverarbeitung auf dem Markt
Berlin, 2. August 2010. Die ölsaatenverarbeitende Industrie in Deutschland arbeitet nachhaltig und im Sinne eines verbesserten Klimaschutzes. Dies bescheinigen die vorliegenden Nachhaltigkeitsnachweise, die von anerkannten Zertifizierern nach den Kriterien der Nachhaltigkeitsverordnungen für Biostrom und Biokraftstoffe ausgestellt wurden. Demnach ist ein Großteil der industriellen Ölmühlen bereits zertifiziert. „Die ölsaatenverarbeitende Industrie hat in den letzten Monaten intensiv an dem Aufbau der Strukturen für die Zertifizierung und der Umstellung auf eine nachhaltige Produktion gearbeitet“, erklärt Petra Sprick, Geschäftsführerin von OVID, dem Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland. „Dieses Tempo ist auch notwendig, um im Herbst die Biokraftstoffhersteller und die Mineralölindustrie beliefern und damit den Stichtag 1. Januar 2011 halten zu können“, so Sprick weiter. ...mehr
Zertifiziert wurden insbesondere die Verarbeitung von Raps in den Ölmühlen und die Raffination von Palmöl. Damit wurden die Voraussetzungen von Seiten der ölsaatenverarbeitenden Industrie für den Einsatz von Pflanzenöle für Biokraftstoffe (v. a. Raps) und in Blockkraftheizwerken (Raps und Palmöl) geschaffen. Kritisch hingegen sieht die Branche die Verfügbarkeit von nachhaltiger Rohware auf dem Markt. „Die auf den Webseiten der beiden Zertifizierungssysteme ISCC und REDcert veröffentlichten Zertifikate beziehen sich vor allem auf Ölmühlen und Biokraftstoffhersteller, die vorgelagerten Stufen sind bislang nur zu einem Bruchteil zertifiziert. Wir hoffen, dass in diesem Teil der Kette die Zertifizierungen zur Ernte anziehen“, sagt Sprick. Ein noch gravierenderer Engpass besteht darin, dass die Vermarktung von nachhaltig deklarierter Rohware nur schleppend anläuft. Auch Agrarhandel und landwirtschaftliche Erzeuger müssen bereits jetzt für die neue Ernte die Nachhaltigkeitskriterien erfüllen und diese nachhaltig handeln, wenn sie in den Bioenergiebereich vermarkten wollen. Spätestens zum Herbst müsste der Agrarhandel dann auch seine Zertifizierung in der Kette nachreichen, damit die letzte Schnittstelle den Nachhaltigkeitsnachweis ausstellen und die Mineralölindustrie ihrer Beimischungspflicht nachkommen kann.
Veröffentlichung der Zertifizierungen:
ISCC: http://www.iscc-system.org/zert_stellen_u_zertifikate/zertifikate___konform_besch/index_ger.html
REDcert: http://www.redcert.org/index.php?option=com_content&view=article&id=83&Itemid=80〈=de
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Europäische Kommission und Mitgliedsstaaten stimmen Leitlinien für Futtermittelsicherheit zu
Brüssel, 14. Juli 2010. Der Verband der europäische Stärkeindustrie (AAF – European Starch Industry Association) und der Verband der europäischen Öl- und Proteinfutterindustrie (FEDIOL – EU Oil and Proteinmeal Industry) haben gemeinsam Leitlinien für eine gute Verfahrenspraxis zum hygienischen Umgang und den HACCP Grundsätzen für Gefährdungsanalyse in der Futtermittelindustrie entwickelt. Hintergrund ist die EU Verordnung zur Futtermittelhygiene von 2005, die die Formulierung von Leitlinien der einzelnen Branchen anregt. Die Europäische Kommission und die Mitgliedsstaaten haben nun den in diesem Sinne von AAF und FEDIOL erarbeiteten Leitlinien zum 1. Juli zugestimmt, wie die Kommission Anfang der Woche bestätigte. ...mehr
Die Leitlinien wurden im Rahmen der Europäischen Plattform für Futtermittelinhaltsstoffe (EFIP – European Feed Ingredients Platform) und in Abstimmung mit dem Europäischen Futtermittelverband FEFAC (European Feed Manufacturers Federation) erarbeitet. Sie geben eindeutige und transparente Richtlinien für Futtermittelhersteller in der EU vor. „Die in den beiden Verbänden organisierte Stärke- und ölsaateverarbeitende Industrie zeigt damit ihr Engagement, die Qualitätsstandards und die Futtermittelsicherheit im europäischen Markt weiter zu verbessern“, kommentiert Wilhelm F. Thywissen, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (OVID), die Bemühungen der beiden europäischen Dachverbände AAF und FEDIOL. AAF und FEDIOL repräsentieren gemeinsam rund 80 Prozent der beiden Sektoren, mit einem jährlichen Produktionsvolumen von circa 25 Mio. Tonnen Futtermittel.
Parallel zu den Leitlinien wurde ein Code für Futtermittelsicherheit sowie ein freiwilliges Zertifizierungssystem entwickelt, das von der European Feed Ingredients Safety Certification (EFISC) umgesetzt wird. Der Code sowie das Zertifizierungssystem haben in den letzten Monaten erfolgreich Testphasen in ölsaatenverarbeitenden und Stärke-Betrieben in Italien durchlaufen. Neben Verbesserungen in den Bereichen Futtermittelsicherheit hat sich EFISC zum Ziel gesetzt, den Warenfluss von Futtermitteln zwischen den 27 Ländern der EU zu verbessern. Dazu soll ein harmonisiertes System beitragen, das eine einheitliche und verlässliche Zertifizierung von Managementsystemen für Futtermittelsicherheit in ganz Europa sicherstellt.
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Web-Navigator für nachhaltiges Palmöl
Berlin, 30. Juni 2010. Die Produktion von nachhaltigem Palmöl steigt. Der Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) veröffentlichte jüngste Zahlen. Demnach werden jeden Tag über 5.000 (metrische) Tonnen RSPO zertifiziertes Palmöl hergestellt. Das entspricht täglich einem 3 km langen mit Palmöl beladenen Güterzug. Um Händlern, Herstellern und Einzelhandel den Einsatz von nachhaltig produziertem Palmöl zu erleichtern und insbesondere die verschiedenen Handelsoptionen zu verdeutlichen, hat der RSPO nun einen Web-Navigator entwickelt, der Unternehmen die Wahl vereinfachen soll und in wenigen Schritten die Umstellung auf nachhaltiges Palmöl erklärt. ...mehr
„Palmöl ist das weltweit meistgehandelte Öl und ein unverzichtbarer pflanzlicher Rohstoff, wenn man an die Versorgung der wachsenden Weltbevölkerung mit Nahrungsmitteln und Energie denkt“, erklärt Petra Sprick, Geschäftsführerin von OVID, dem Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland. „Umso wichtiger ist es, eine steigende Palmölproduktion auf eine nachhaltige Basis zu stellen, damit durch eine nachhaltige Landwirtschaft das Abholzen von Regenwäldern und die Trockenlegung von Torfmooren verhindert wird“, so Sprick.
OVID engagiert sich seit 2008 direkt im RSPO und arbeitet eng mit dem Kommunikationsbüro für Europa und anderen Stakeholdern zusammen.
Den Web-Navigator finden interessierte Unternehmen auf den EU-Seiten des RSPO: www.rspo.eu – www.rspo.eu/market/wie-anfangen/index.html. Er ist in den Sprachversio-nen Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch und Niederländisch verfügbar.
Weitere Hintergrundinformationen zur Produktion und zur Verwendung von Palmöl können Sie im OVID-Brief „Die zwei Seiten des Palmöls“ nachlesen.
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Start der ersten Zertifizierungen im REDcert-System
Bonn, 11. Juni 2010. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) hat das Zertifizierungssystem „REDcert“ mit Bescheid vom 02. Juni 2010 vorläufig anerkannt. Bereits in dieser Woche konnte nach Schulung der Zertifizierungsstellen die Zertifizierung von nachhaltiger Biomasse mit dem REDcert-System starten. ...mehr
Am 09.06.2010 und 11.06.2010 wurden die ersten Audits im Rahmen des REDcert-Systems durchgeführt. Aus dem Erfassungssektor, der in der Regel die erste Schnittstelle in der Nachhaltigkeitszertifizierung darstellt, wurde das Unternehmen Kleeschulte GmbH & Co. KG in Büren von der Zertifizierungsstelle DQS, Frankfurt a.M. und aus dem genossenschaftlichen Bereich die Raiffeisen Emscher-Lippe eG in Recklinghausen von der Zertifizierungsstelle AGRIZERT GmbH, Bonn erfolgreich auditiert. Der Anfang für die Umsetzung der Nachhaltigkeits-Verordnungen im REDcert-System ist damit kurzfristig gemacht.
Seit dem 07. Juni 2010 können sich Unternehmen, die an einer Teilnahme am Zertifizierungssystem REDcert interessiert sind, auf der Internetseite von REDcert (www.redcert.org/Registrierung) registrieren. Innerhalb kürzester Zeit haben sich eine Vielzahl von Unternehmen aus den verschiedenen Erfassungs-, Handels- und Verarbeitungsstufen bei REDcert registriert. Die Anfragen zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsverordnungen bzw. des Zertifizierungssystems sowie das Interesse an einer Systemteilnahme sind erwartungsgemäß sprunghaft gestiegen.
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Ernte 2010 muss ab sofort als nachhaltige Biomasse gehandelt werden
Markt reagiert unsicher auf Verschiebung des Scharfschaltens der Nachhaltigkeitsverordnungen für Bioenergie
Berlin, 20. Mai 2010. Die vom Kabinett beschlossene Verschiebung des Scharfschaltens der Nachhaltigkeitsverordnungen für Bioenergie findet breite Zustimmung in der Wirtschaft. Jedoch herrscht derzeit noch große Unsicherheit im Markt, was der neue Termin 1. Januar 2011 für die Zertifizierung der einzelnen Stufen und den Handel mit nachhaltiger Ware bedeutet. „Gegenwärtig lassen sich für die zweite Jahreshälfte 2010 so gut wie keine Kontrakte für zertifizierte Biomasse abschließen. Dabei bedeutet die Verschiebung mitnichten, dass Geschäfte bis zum Jahresende wie gehabt mit nicht-nachhaltiger Ware weiterlaufen können“, äußert sich Wilhelm F. Thywissen, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (OVID). ...mehr
„Um die Mineralölindustrie und die Blockkraftheizwerke termingerecht mit Biokraftstoffen bzw. Öl für das Jahr 2011 bedienen zu können, muss spätesten am 1. Oktober zertifizierte Ware in den Ölmühlen und Biokraftstoffanlagen verarbeitet werden. Das heißt, bereits jetzt muss die gesamte Ernte 2010 als nachhaltige Biomasse gehandelt werden“, mahnt Thywissen. Praktisch bedeutet die Terminverschiebung, dass für jeden Liter Biodiesel, der ab dem 1. Januar 2011 in Reinform oder konventionellem Diesel beigemischt in Deutschland getankt wird, ein Nachhaltigkeitsnachweis vorliegen muss. Diese Biokraftstoffe werden spätestens im Oktober produziert, um rechtzeitig Ende Oktober in den Zolllagern der Mineralölindustrie zu sein, damit sie am 1. Januar 2011 an den Tankstellen bereit stehen. Die Rohstoffe der Ernte 2010 müssen daher bereits jetzt entsprechend als nachhaltige Biomasse gehandelt werden. Der Engpass ist die Zertifizierung des aufkaufenden Landhandels und der Genossenschaften, rund 3.000 sogenannte Schnittstellen. Wenngleich eine Zertifizierung im Nachhinein möglich ist, müssen die vollständigen Dokumente jedoch spätestens im Oktober vorliegen, wenn die letzte Produktionsstufe – Ölmühle oder Biokraftstoffanlage – den Nachhaltigkeitsnachweis für die gesamte Kette ausstellt. Termine bei Zertifizierern sind derzeit kurzfristig nicht mehr zu bekommen, sondern bedürfen mehrerer Wochen oder Monate Vorlauf.
Der Termin für den Nachweis nachhaltiger Biomasse für die energetische Nutzung ist von der Regierungskoalition verschoben worden, damit die notwendigen Strukturen aufgebaut und die Vorarbeiten in der gesamten Versorgungskette von den Landwirten, über die Ersterfasser bis zu den Ölmühlen und Biokraftstoffproduzenten geleistet werden können. Dadurch soll sichergestellt werden, dass ausreichend nachhaltige Biomasse bis zum Scharfstellen der Verordnungen generiert werden kann. „Damit die Nachhaltigkeit bei Biokraftstoffen und Ölen reibungslos und wie in den Verordnungen vorgesehen umgesetzt werden kann, ist es enorm wichtig, dass alle Marktteilnehmer so früh wie möglich agieren“, erläutert Thywissen.
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Versorgung mit deutschem Rapsschrot gesichert
2009: 4,3 Millionen Tonnen Rapsschrot produziert
Berlin, 11. Mai 2010. Am deutschen Markt für Rapsschrot wird es mittelfristig keine Versorgungsengpässe geben. Diese Bewertung hat Uwe Fischer, Vorsitzender des Futtermittelausschusses vom Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland e.V. (OVID) gegenüber dem Informationsportal Proteinmarkt abgegeben. „Wir werden nach wie vor einer hohen Rapsschrotnachfrage nachkommen können. Der Markt ist trotz kurzfristiger Engpässe generell ausreichend versorgt“, erklärte Fischer weiter. ...mehr
Zwar werden durch einen Brand in einer Ölmühle am Oberrhein vorübergehend zwischen 12 und 15 Prozent der Saatverarbeitungskapazitäten in Deutschland für rund ein Jahr ausfallen, Engpässe gebe es deshalb mittelfristig aber nicht, berichtete Fischer. In Deutschland sind im vergangenen Jahr rund 4,3 Millionen Tonnen Rapsschrot produziert worden. Davon werden allerdings nur 3 Millionen Tonnen vom deutschen Markt aufgenommen, 1,3 Millionen Tonnen oder 30 Prozent mussten exportiert werden. Insgesamt sprechen die hohen Verarbeitungsmengen an Rapssaat in den vergangenen Jahren ebenfalls dafür, dass der Markt ausreichend versorgt ist. Eine Verarbeitung von 7,8 Millionen Tonnen Rapssaat jährlich geben nach seiner Einschätzung keinen Grund zur Sorge. Die kürzlich veröffentlichten Nachrichten, dass ein Viertel des in Deutschland verbrauchten Rapsschrotes nun nicht mehr verfügbar sei, konnte Fischer nicht bestätigen.
Aufgrund der guten Futtermitteleigenschaften und seiner hervorragenden Eignung als Eiweißträger ist Rapsextraktionsschrot ein wichtiger Baustein in der Proteinversorgung sowohl in der Milchvieh- als auch in der Schweinefütterung.
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