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© OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland
Erwartungen an die zukünftige Bundespolitik „Agribusiness hohen Stellenwert einräumen!“
Berlin, 27. Mai 2013. Der Grain Club hat im Vorfeld der kommenden Bundestagswahl seine Erwartungen an die Politik der Bundesregierungin der Legislaturperiode 2013 bis 2017 im Hinblick auf die Rohstoffsicherung für die heimische Verarbeitung und die Verantwortung für die Deckung der Nahrungsmittelnachfrage von Importländern formuliert.
Angesichts der enormen ökonomischen und gesellschaftlichen Leistungen des Agribusiness als Teil der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft muss die Bundespolitik diesem Bereich der Wirtschaft den ihm zustehenden Stellenwert einräumen....mehr
Der Grain Club repräsentiert große Teile der Verarbeitungsstufen des Agribusiness, das die zuverlässige Versorgung von Landwirtschaft und Bevölkerung mit qualitativ hochwertigen und sicheren Lebens- bzw. Futtermitteln gewährleistet. Zahlreiche Länder innerhalb der Europäischen Union, aber auch in Afrika und dem Nahen Osten, sind auf deutsche Agrarexporte aus unterschiedlichen Bereichen angewiesen. „Durch diese Einbindung in den internationalen Handel trägt Deutschland auch weltweit maßgeblich zur Versorgungssicherheit bei“, so Manfred Nüssel, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes e.V. (DRV). „Diese Leistungen müssen von der Politik anerkannt werden und sich in angemessenen und zuverlässigen gesetzlichen Rahmenbedingungen widerspiegeln“. Der Grain Club erwartet, dass Rohstoffbeschaffung, Verarbeitung und globaler Handel in der kommenden Legislaturperiode nicht gefährdet werden und die internationale Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Agribusiness gesichert wird“.
Das Positionspapier mit den politischen Erwartungen des Grain Clubs ist unter http://www.grain-club.de/positionspapiere/abzurufen.
Über den Grain Club
Der Grain Club ist eine Allianz von Verbänden der Lebens- und Futtermittelwirtschaft. Die Mitglieder des Grain Clubs repräsentieren die verschiedenen Stufen der Getreide-, Futtermittel- und Ölsaatenwirtschaft. In der Wertschöpfungskette der Agrar- und Ernährungswirtschaft sind die Mitgliedsunternehmen dieser Verbände in den der Landwirtschaft vor- und nachgelagerten Bereichen Verarbeitung, Herstellung und Handel tätig. Zum Grain Club gehören: Bundesverband der Agrargewerblichen
Wirtschaft e.V., Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e.V., Deutscher Raiffeisenverband e.V., Deutscher Verband des Großhandels mit Ölen, Fetten und Ölrohstoffen e.V., Deutscher Verband Tiernahrung e.V., Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland e.V., Verband Deutscher Mühlen e.V. sowie der Verein der Getreidehändler der Hamburger Börse e.V..
Wissenschaftler-Schelte für EU-Kommission: Ökobilanz-Experte deklassiert Kritik an Biokraftstoffen
Berlin, 14. Mai 2013. „Die Berechnungen, auf denen die derzeitige Kritik an Biokraftstoffen basiert, sind nicht faktengestützt und sollten nicht als Basis für die europäische Gesetzgebung dienen“, sagte Prof. Dr. Matthias Finkbeiner von der Technischen Universität Berlin. Er hat als erster Ökobilanzexperte die von der EU-Kommission gegen Biokraftstoffe ins Feld geführten sogenannten indirekten Landnutzungsänderungen (iLUC) wissenschaftlich untersucht....mehr
Eine Berufung auf solche Modellrechnungen ist aber nach den Ergebnissen der heute in Berlin vorgestellten Studie „Indirekte Landnutzungsänderungen in Ökobilanzen – wissenschaftliche Belastbarkeit und Übereinstimmung mit internationalen Standards“ aus wissenschaftlich-methodischer Sicht nicht zulässig. Finkbeiner ist Leiter des ISO-Ausschusses zu Ökobilanzen (Internationale Organisation für Normung).
Der Ökobilanz-Spezialist machte deutlich, dass sich die Politik auf Methoden beruft, die sich vor allem durch Willkür und „gewaltige Unsicherheiten“ auszeichnen. So schwanken die berechneten iLUC-Werte für Biokraftstoffe immens und sind davon abhängig, welche Annahmen getroffen werden. Diese können jedoch nicht in der Realität überprüft werden. Ein und derselbe Biokraftstoff weist in der Welt von iLUC deshalb größere Differenzen in der Ökobilanz auf als die Werte einer Erbse im Vergleich zu denen eines Rindersteaks.
Unlogisch ist für den Experten auch, warum laut EU-Kommission ausschließlich Biokraftstoffe für eine iLUC-Bilanz herangezogen werden sollen. „iLUC für alle oder für keinen muss die Devise lauten“, sagte Finkbeiner, da auch beim Häuserbau oder dem Anlegen eines Golfplatzes indirekte Effekte die Folgen wären. Vor allem aber bewegt sich die noch in den Kinderschuhen steckende iLUC-Berechnung ausschließlich in der Dimension einer Hypothese. „Indirekte Landnutzungsänderungen lassen sich weder beobachten noch messen. Da kann man auch in die Kristallkugel schauen“, sagte Finkbeiner, der dafür wirbt, stattdessen erprobte Methoden der Ökobilanzierung zu nutzen.
Die EU-Kommission wird mit einer Neuauflage der Erneuerbaren-Energien-Richtlinie über das Schicksal von konventionellen Biokraftstoffen entscheiden. Der Vorschlag der Kommission sieht unter anderem vor, heimische Agrarrohstoffe wie zum Beispiel europäischen Raps, durch die Anrechnung eines iLUC-Malus für Regenwaldrodungen in Mithaftung zu nehmen. Entscheidet sich Brüssel dafür, ist buchhalterisch die CO2-Bilanz für Rapsöl zu schlecht, um nach 2017 als Biokraftstoff in der EU eingesetzt werden zu können. Die iLUC-Theorie unterstellt, dass ein Hektar Rohstoffanbau für Biokraftstoffe zwangsläufig global zur Verschiebung von einem Hektar Nahrungsmittelproduktion, Regenwaldrodung und folglich zusätzlichen Treibhausgasemissionen führt.
Detlef Evers, Präsident des Verbands der Deutschen Biokraftstoffindustrie und Wilhelm F. Thywissen, Präsident von OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie, sehen die Studie als Bestätigung ihrer eigenen Kritik an der geplanten politischen Kehrtwende. „Die EU will ein Gesetz, das einen nachhaltig arbeitenden Wirtschaftszweig real in den Ruin treibt, auf Methoden stützen, die von der Wissenschaft als irreal belächelt werden. Das ist für uns als betroffene Industrie nicht hinnehmbar“, so OVID-Präsident Wilhelm F. Thywissen in Berlin. 67 Prozent des deutschen Rapsöls werden zu Biodiesel verarbeitet. Ohne die Nachfrage nach Biokraftstoffen würden die europäischen Ölmühlen ihren wichtigsten Absatzmarkt verlieren.
Beide Verbände sind sich einig, dass die angestrebte EU-Politik zwar den europäischen Rapsanbau ins Abseits befördert, aber keinen einzigen Baum im Regenwald rettet. Hintergrund: Nur fünf bis acht Prozent des weltweiten Palmöls werden für Biokraftstoffe verwendet.
„Wir lehnen iLUC-Faktoren als CO2-Malus aus gutem Grund in jeglicher Form ab, denn sie sind wissenschaftlich unseriös. Der EU-Kommission fehlt der Mut, wirksame Maßnahmen gegen Rodungen in den allseits bekannten Problemländern zu ergreifen“, betonte Evers.
Um Regenwaldrodungen zu stoppen, muss laut OVID und VDB Sorge dafür getragen werden, dass vorhandene Gesetze in den Ursprungsländern stringent umgesetzt und Verstöße sanktioniert werden.
Auch nachhaltige Produktivitätsfortschritte, die das Potenzial der vorhandenen Ackerfläche besser ausnutzen sind sinnvoller als die Abstrafung der weit entfernten europäischen Biodieselindustrie, die ohnmächtig zum Rechenexempel der EU-Kommission degradiert wird. Die beste Prophylaxe gegen Landnutzungsänderungen sind übrigens grundsätzlich nachhaltige Produktivitätssteigerungen.
Nach der iLUC-Theorie wird bereits bestehendes Ackerland für Biokraftstoffe genutzt, um gleichzeitig die bisherige Nachfrage zu bedienen, muss demnach die landwirtschaftliche Fläche weltweit ausgeweitet werden. Die dabei entstehenden Treibhausgasemissionen sollen den Biokraftstoffen als Malus angerechnet werden. In Mecklenburg-Vorpommern angebauter Raps würde dadurch für Regenwaldrodungen in Indonesien in Mithaftung genommen.
Elektronische Pressemappe:
- Pressemitteilung von OVID und VDB im PDF-Format
- Studie „Indirekte Landnutzungsänderungen in Ökobilanzen – wissenschaftliche Belastbarkeit und Übereinstimmung mit internationalen Standards“
- Kurzfassung der Studie
- CV Prof. Matthias Finkbeiner
- Grain Club Positionspapier zu iLUC
- FEDIOL: Food, Feed and Fuels - A Deeper Look
- FEDIOL: Food, Feed and Fuels - A Snapshot
- Stellungnahme von Copa-Cogeca zur Biokraftstoffpolitik der EU
English version
Palmöl statt Raps im Tank: Rapsölverarbeiter fordern von EU Rückhalt statt Ruin
Berlin, 8. Mai 2013. Das Ringen um die Gültigkeit von Nachhaltigkeitszertifizierungen bei deutschem Biodiesel zieht weitere Kreise. Jetzt machen die deutschen Rapsölverarbeiter mobil. Sie prognostizieren, dass nun importiertes Palmöl das heimische Rapsöl als Rohstoff für Biodiesel verdrängt...mehr
Wilhelm F. Thywissen, Präsident von OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland e.V., fordert die Politiker in Brüssel auf, ihr Handeln und ihre Positionen zu überdenken, bevor es für die gesamte deutsche Biodieselbranche zu spät ist: „Ausgerechnet unsere eigenen Politiker fallen uns in den Rücken. Statt die europäische Rapsölproduktion zu fördern, bewirken sie mit ungeschickten Verordnungen und konzeptionellen Fehlern, dass Raps gegenüber Palmöl chancenlos ist.“
Mit diesem Kurs der bürokratischen Benachteiligung von „Diesel von hier“ konterkariert die EU in Wahrheit ihre Klimaschutzziele.
Hintergrund: Deutschland bleibt aktuell auf seiner Rapsernte sitzen, da Brüssel die deutschen Nachhaltigkeitszertifizierungen nicht anerkennt. Weil das im vergangenen Jahr nachträglich eingeführte EU-Zertifizierungssystem ohne ausreichende Übergangsfristen kommuniziert wurde, wird das bereits umweltfreundlich in Deutschland produzierte Rapsöl nicht als nachhaltig anerkannt und dadurch auf dem Markt benachteiligt. Zusätzlich hat der europäische Gesetzgeber vor, die für den Absatz wichtige Treibhausgasbilanz für nachwachsende Rohstoffe zu verschlechtern: Raps aus Mecklenburg-Vorpommern und Bayern soll für Regenwaldrodungen in Mithaftung genommen werden. Mit einem Malus für sogenannte indirekte Landnutzungsänderungen (iLUC) könnte sich Biodiesel von hier nicht mehr als Alternative zu Erdöl qualifizieren. Dass Raps bei der Biokraftstoffproduktion mit seinem Schrot gleichzeitig wertvolles Tierfutter liefert und damit die Importabhängigkeit verringert, wird der Pflanze dagegen kaum gutgeschrieben. Auch dagegen wehrt sich der Verband, der die Interessen der Ölmühlen vertritt.
„Mit ihrem Zick-Zack-Kurs gefährdet die EU nicht nur den Ölsaatenanbau mit Rapsöl- und Rapsschrotproduktion, sondern vergiftet das Investitionsklima in Europa insgesamt. Mit Klimaschutz hat all das nichts zu tun“, so OVID-Präsident Wilhelm F. Thywissen. Die EU hatte erst 2009 mit der Erneuerbare-Energien-Richtlinie die Branche zu Investitionen in der Biodieselproduktion beflügelt.
OVID-Medienecho
Berlin, 22. April 2013. Klassik Radio berichtete bundesweit über die Zukunft von Biokraftstoffen und damit auch über das Schicksaal des Rapsanbaus. Stellvertretend für die Branche legte OVID seine Position im Interview dar. Den Beitrag können Sie hier hören.
Greening der Direktzahlungen - „Öko-Vorrangflächen sind nicht nachhaltig!“
Berlin, 19. März 2013. Der Grain Club warnt im Vorfeld der voraussichtlich im April beginnenden finalen Verhandlungen zur Reform der EU-Agrarpolitik vor den Konsequenzen der Einführung ökologischer Vorrangflächen im Rahmen des sog. Greenings in der Landwirtschaft. Danach sollen ab 2014 als Voraussetzung für den Erhalt von Direktzahlungen drei Prozent der Fläche pro Betrieb als ökologische Vorrangfläche zur Verfügung gestellt werden – ab 2016 sollen es bereits fünf Prozent sein....mehr
Die Einführung ökologischer Vorrangflächen kommt einer Flächenstilllegung gleich und gefährdet die Versorgungssicherheit mit agrarischen Rohstoffen. „Mit Blick auf die Herausforderung, zukünftig neun Milliarden Menschen zu ernähren und mit nachhaltiger Energie zu versorgen, ist dieses Konzept nicht zu verantworten. Es schränkt das Angebot an agrarischen Rohstoffen ein und verhindert eine nachhaltige weltweite Versorgungssicherheit“, so Manfred Nüssel, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes e.V. (DRV).
Die deutsche und die europäische Agrar- und Ernährungswirtschaft sind eng in die globalen Wirtschaftsströme eingebunden. Europa ist aufgrund der günstigen klimatischen und ackerbaulichen Gegebenheiten ein Hochertragsstandort für Kulturen wie Weizen, Gerste und Raps. Einschränkungen im europäischen Getreideexport hätten negative Auswirkungen auf die weltweite Nahrungsmittelversorgung.
„Die durch einen Produktionsverzicht entstehende Angebotslücke müsste in Ländern ausgeglichen werden, die ein deutlich niedrigeres Ertragsniveau für die genannten Kulturarten als die Europäische Union haben: Die gleiche Produktionsmenge vorausgesetzt, müsste in Drittländern viel mehr Fläche bewirtschaftet werden, was den Greening-Gedanken konterkarieren würde“, erklärt Petra Sprick, Geschäftsführerin des OVID Verbandes der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland e.V.
Der Grain Club unterstützt Schritte zur stärkeren Verankerung von Umweltaspekten innerhalb der Gemeinsamen Agrarpolitik und befürwortet insbesondere weitere Maßnahmen innerhalb der 2. Säule, die dem nachhaltigen Anbau Rechnung tragen und langfristig sowohl Bodenfruchtbarkeit als auch Biodiversität gewährleisten. Gerade im Hinblick auf ertragreiche Standorte wie die Europäische Union ist beispielsweise eine Vernetzung von Biotopen eine wesentlich sinnvollere ökologische Maßnahme als eine pauschale Flächenstilllegung.
Über den Grain Club
Der Grain Club ist eine Allianz von Verbänden der Lebens- und Futtermittelwirtschaft. Die Mitglieder des Grain Clubs repräsentieren die verschiedenen Stufen der Getreide-, Futtermittel- und Ölsaatenwirtschaft. In der Wertschöpfungskette der Agrar- und Ernährungswirtschaft sind die Mitgliedsunternehmen dieser Verbände in den der Landwirtschaft vor- und nachgelagerten Bereichen Verarbeitung, Herstellung und Handel tätig. Zum Grain Club gehören: Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft e.V., Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e.V., Deutscher Raiffeisenverband e.V., Deutscher Verband des Großhandels mit Ölen, Fetten und Ölrohstoffen e.V., Deutscher Verband Tiernahrung e.V., Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland e.V., Verband Deutscher Mühlen e.V. sowie der Verein der Getreidehändler der Hamburger Börse e.V.
Mit Biodiesel auch mehr Nahrungsmittel
Berlin, 24. Januar 2013. Durch den Absatzmarkt Bioenergie ist der Rapsanbau zwischen 2000 – 2012 in Deutschland stark gestiegen. In Folge wurde nicht nur mehr Rapsöl produziert, sondern v. a. auch mehr Rapsschrot, das ein wichtiges Proteinfuttermittel in der Tierernährung ist. Rapssaat wird verarbeitet zu ca. 40 % Rapsöl und ca. 60 % Rapsschrot. Bei Soja ist der prozentuale Anteil der Sojabohne, der als Schrot in die Ernährungsschiene geht, sogar noch größer: ca. 20 % Sojaöl zu 80 % Sojaschrot. ...mehr
Der Ausbau des Biokraftstoffmarktes hat generell zu einer Ausdehnung der Anbauflächen der verwendeten Agrarrohstoffe geführt; die EU Kommission und die Bundesregierung haben mit verbindlichen Kriterien sichergestellt, dass der Anbau der Rohstoffe nachhaltig sein muss, d. h. nicht zu Lasten von ökologisch wertvollen Gebieten geht. Biodiesel steht nicht, wie oftmals behauptet, in Konkurrenz zur Sicherung der Welternährung, sondern hat vielmehr durch zusätzliche Mengen Proteinfuttermittel für eine höhere Produktion von Milch, Käse, Eiern und Fleisch gesorgt. In Deutschland wurde der Rapsanbau auf Flächen ausgedehnt, die zuvor nicht genutzt wurden. Damit wurde durch den Anstieg der Rapsverarbeitung für die Biodieselproduktion auch der Selbstversorgungsgrad mit Eiweißfutter in Deutschland von 2000 bis 2012 um knapp ein Drittel gesteigert und die Importabhängigkeit von Soja verringert: Während vor dem Ausbau der Bioenergie in Deutschland im Jahr 2000 lediglich 460.000 Tonnen Rapsschrot anfielen, waren es 2012 etwa 3,2 Mio. Tonnen. Aus diesen 3,2 Mio. Tonnen Rapsschrot werden ca. 1,1 Mio. Tonnen Rohprotein gewonnen – die etwa 2,5 Mio. Tonnen Sojaschrot ersetzen können.
Die ölsaatenverarbeitende Industrie bedient die verschiedenen Märkte: Der Lebensmittelmarkt ist das Kerngeschäft der Branche, darüber hinaus sind pflanzliche Öle und Fette aber auch im Bereich der Erneuerbaren Energien / Biokraftstoffe, in der stofflichen Nutzung – etwa für Kosmetika, Seifen und Waschmittel, Farben und Lacke – sowie im technischen Bereich als umweltschonende Alternative zu Mineralölen nachgefragt.
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"Ohne das Agribusiness geht Nichts!"
Versorgung mit Lebens- und Futtermitteln
Berlin, 21. Januar 2013. Die heimische Landwirtschaft ist ein wesentliches Glied der Wertschöpfungskette der Agrar- und Ernährungswirtschaft. "Ohne das Agribusiness wäre jedoch die zuverlässige Versorgung der Bevölkerung mit qualitativ hochwertigen und sicheren Lebensmitteln undenkbar." Zu diesem Schluss kamen heute Christof Buchholz, Geschäftsführer des Hamburger Vereins der Getreidehändler der Hamburger Börse e. V. und des Deutschen Verbandes des Großhandels mit Ölen, Fetten und Ölrohstoffen e. V., Berharnd Krüsken, Geschäftsführer des Deutschen Verbandes Tiernahrung e. V., und Jan Lahde, Geschäftsführender Gesellschafter der Hansa Landhandel GmbH, bei einer Talk-Runde auf der Internationalen Grünen Woche 2013. Eingeladen hatte die Verbände-Allianz "Grain Club", um unter dem Titel "Agribusiness - Ernährung ist mehr als Landwirtschaft!" die Bedeutung und den Stellenwert des Agribusiness zu beleuchten.
Die vollständige Pressemitteilungen finden Sie hier zum Downlaod
Europäische Sündenböcke
Berlin, 24. Oktober 2012. In seinem Beitrag „Tankstopp“ vom 23.10.2012 gibt Autor Hendrik Kafsack einmal mehr die gängigen Meinungen zahlreicher NGOs wieder, ohne sie auch nur ansatzweise in Frage zu stellen oder gar inhaltlich zu vertiefen! Dabei ist schon ein Blick auf die internationalen Rohstoffpreise aufschlussreich: Während fossiler Diesel in diesen Wochen mit USD 950 / t notiert, ist Palmöl für nur USD 830 / t zu haben. Ergebnis: Zwar nehmen die Nahrungsmittelmärkte aufgrund steigender Nachfrage jährlich an die 1,5 bis 2,5 Mio. t zusätzliche Palmölmengen auf, etwa das Doppelte, d. h. 3 bis 4 Mio. t, drängen jedoch inzwischen in die Energiemärkte, sie gehen weltweit in den Tank, auch gänzlich ohne staatliche Förderung! Die globalen Fettkeller sind voll, sie laufen quasi über, wodurch sich auch die Teller-Tank-Diskussion enttarnt. Solange aber die Palmölpreise unter den Dieselpreisen liegen, werden auch Regenwaldrodungen leider kaum zu verhindern sein, zumal sich die Palmölproduktion auch schon ab ca. USD 400 / t rechnen würde. ...mehr
Daran wird auch die neue EU-Klimaschutz-Politik nichts ändern, die nach einer euphorischen Aufbauphase nunmehr das Aus der europäischen Biokraftstoffindustrie einleitet. Sie will europäische Biokraftstoffe für durch indirekte Regenwaldrodungen verursachte Klimaschäden mit einem Malus in Form von zusätzlichen Treibhausgasemissionen bestrafen und damit deren Marktfähigkeit untergraben. Das obwohl das zur Biokraftstoffproduktion importierte Palmöl nur von nachweislich nicht gerodeten Flächen kommen darf. Im Sinne der „Gleichbehandlung“ bekommen auch die nachhaltigen heimischen Rohstoffe wie Raps den Palmöl-Malus auferzwungen. Dies alles, obwohl die in unseren gemäßigten Breiten zur Biokraftstoffproduktion eingesetzten Palmölmengen wegen ihrer schlechter Kälteeigenschaften mit z. B. gerade einmal 0,5 % in Deutschland viel zu gering sind, um irgendeine Lenkungswirkung erzielen zu können.
Sind Regenwaldrodungen damit schicksalhaft und unabwendbar? Natürlich nicht: Anstatt indirekte Klimaeffekte mit wissenschaftlich zweifelhaften Methoden bei den falschen Adressaten verhindern zu wollen, sollte die EU-Kommission besser das Übel bei der Wurzel packen und in Gesprächen mit den Verursacherländern für klimaschonende Gesetzgebungen vor Ort werben. Da das zugegebenermaßen ein schwieriger, langwieriger Prozess werden dürfte, hilft vorerst nur Eines: Landnutzungsänderungen müssen direkt und für alle Verwendungen gleichermaßen „abgestraft“ werden, eben nicht nur für bescheidene Mengen an Palmöl im Mobilitätssektor in der EU, sondern auch für deren Einsatz in Lebensmitteln, in Waschmitteln und Kosmetika. Nur so kann die EU ein klares Signal setzen. Alles andere ist Sündenbockpolitik und Heuchelei, die keinem anderen Zweck dient, als dem Druck der Umweltaktivisten nachzugeben!
Mit ihrer neuen, vermeintlich „klimaschonenden“, Biokraftstoffpolitik will sich die EU-Kommission zu Lasten der europäischen Verarbeitungskette einschließlich der Landwirtschaft ein gutes Gewissen erkaufen, nicht mehr. Der Preis indes ist hoch, nämlich ein Vertrauensverlust in den Energiestandort Europa. Die großen Bioenergieproduzenten der Welt wie Brasilien und die USA verfolgen das Brüsseler Geschehen in diesen Tagen nur noch mit Erstaunen!
EU Politik bei Biokraftstoffen: Doppel- und Vierfachanrechnung zur Erreichung des 10%-Ziels Erneuerbare Energien ist ein buchhalterischer Trick
- Begrenzung von Biodiesel und Bioethanol auf 5 % erschüttert Unternehmer-vertrauen in Umweltpolitik
- Rückgang der Biodieselproduktion in Europa hätte Einbruch der Selbstver-sorgung mit Proteinfuttermittel für die Produktion von Milch, Eiern und Fleisch und damit eine größere Importabhängigkeit von Soja zur Folge
Berlin, 18. Oktober 2012. „Die von den EU Kommissaren Oettinger und Hedegaard vorgelegten Vorschläge zur Neugestaltung der Biokraftstoffgesetzgebung gehen an ihrer Zielsetzung vorbei und werden nicht erreichen, dass Regenwaldrodungen verhindert werden“, kritisiert Petra Sprick, Geschäftsführerin von OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland, die am Mittwoch in Brüssel vorgestellten Pläne. Das EU Ziel 10 % Erneuerbare Energien soll laut EU Kommission erreicht werden, indem Biokraftstoffe, die aus Rest- und Abfallstoffen hergestellt werden, 2- bzw. 4-fach angerechnet werden können. „Das ist ein buchhalterischer Trick, der weder zu mehr Klimaschutz noch zur Minimierung der Abhängigkeit von Erdöl beiträgt.“ Biokraftstoffe der sogenannten 1. Generation sind derzeit und in naher Zukunft die einzige Alternative zu fossilen Kraftstoffen. Mit der Kehrtwende in der europäischen Energiepolitik, wie jetzt in Brüssel vorgestellt, schlägt Europa einen politischen Zickzackkurs ein, der auch falsche Signale an potenzielle Investoren zukünftiger Biokraftstoffe sendet. „Drittstaaten wie USA und Brasilien werden weiter auf Biodiesel und Bioethanol setzen, die Kommission hat mit der aktuellen Gesetzesvorlage hingegen eine klare Entscheidung zu Gunsten von Mineralöl getroffen und die Biokraftstoffinvestitionen zu Ruinen erklärt“, so Sprick. ...mehr
Vielmehr treffen die Vorschläge im Wesentlichen europäische Unternehmen und die hiesige Landwirtschaft. Mit ihrem Vorschlag, den Anteil von Biokraftstoffen bei der Erreichung des EU 10%-Ziels auf 5 % zu deckeln, will die EU Kommission die 1. Generation Biokraftstoffe einstampfen und Anreize für die 2. und 3. Generation schaffen. Damit sollen die globalen Landnutzungsänderungen für die Herstellung von Biokraftstoffen begrenzt werden. Dabei wird bereits heute Palmöl auf dem Weltmarkt immer rentabler unterhalb der internationalen Preise für Diesel angeboten und verstärkt außerhalb der EU eingesetzt.
Gleichzeitig geben die EU Kommissare vor, die Neuregelungen böten Bestandsschutz für Investitionen der europäischen Wirtschaft. „Ein Limit von 5 % für Biodiesel und Bioethanol auf Basis von Ackerfrüchten ist eindeutig zu wenig! Damit kann weder das 10%-Ziel gehalten, noch ein Be-standsschutz für die deutsche Industrie gewährleistet werden: Geltende Gesetzeslage in Deutschland ist bereits ein Anteil von 6,25 % Biokraftstoffen“, so Sprick. Eine Drosselung der Biodieselproduktion hätte zur Folge, dass der bedeutendste Pflanzenölmarkt der EU einbräche.
Zudem wird von der Kommission, wie bei der Teller-Tank-Diskussion grundsätzlich, ein zentraler Aspekt der Biokraftstoffproduktion nicht mit einkalkuliert: Bei der Biodieselproduktion wird nur ein kleiner Teil der für energetische Zwecke angebauten Rapspflanze tatsächlich für den Energiesektor verwendet – das pflanzliche Öl (ca. 40 %). Den größeren Teil stellt das Kuppelprodukt Ölschrot (ca. 60 %) dar, das als proteinhaltiges Futtermittel in der Tierernährung für die Produktion von Milch, Käse, Eiern und Fleisch gebraucht wird und somit dem Lebensmittelmarkt zur Verfügung steht! Diese Tatsache führt de facto zu einer entschieden besseren Ökobilanz von Biodiesel als derzeit von der Kommission und leider auch von vielen Studien angenommen. Während vor dem Ausbau der Bioenergie in Deutschland im Jahr 2000 lediglich 460.000 Tonnen Rapsschrot anfielen, werden es 2012 etwa 3,2 Mio. Tonnen sein; das entspricht einer Versechsfachung. Allein durch den Anstieg der Rapsverarbeitung für die Biodieselproduktion konnte der Selbstversorgungsgrad mit Eiweißfutter in Deutschland im Zeitraum 2000 bis 2012 um knapp ein Drittel gesteigert und damit die Importabhängigkeit von Soja verringert werden.
Teller – Tank: Mit Bioenergie haben wir mehr, nicht weniger auf dem Teller
Berlin, 12. Oktober 2012. In der Debatte Bioenergie vs. Welternährung wird ein zentrales Argument nicht wahrgenommen: Bei der Produktion von Biodiesel wird nur ein kleiner Teil der Rapspflanze tatsächlich für den Energiesektor verwendet: das pflanzliche Öl (ca. 40 %). Den größeren Teil stellt das gewonnene Ölschrot dar (ca. 60 %), das als proteinhaltiges Futtermittel in der Tierernährung für die Produktion von Milch, Käse, Eiern und Fleisch gebraucht wird und somit zusätzlich dem Lebensmittelmarkt zur Verfügung steht. Biodiesel steht somit nicht in Konkurrenz zur Sicherung der Welternährung, er hat vielmehr in Deutschland durch die Ausdehnung der Anbauflächen für Raps aufgrund der Biodieselnachfrage zusätzliche Mengen Futtermittel in die Lebensmittelschiene gebracht. In Konsequenz bedeutet das: Ohne die Biodieselproduktion hätten wir weniger auf dem Teller, nicht mehr! ...mehr
Am Beispiel des Biodiesels in Deutschland wird zudem deutlich: Die Biokraftstoffproduktion sichert die Eiweißversorgung mit heimischen Eiweißfuttermitteln für die Tierernährung und mindert somit die Importabhängigkeit:
Rapsschrot zählt neben Sojaschrot zu den mit Abstand wichtigsten Eiweißfuttermitteln. Während vor dem Ausbau der Bioenergie in Deutschland im Jahr 2000 lediglich 460.000 Tonnen Rapsschrot anfielen, werden es 2012 etwa 3,2 Mio. Tonnen sein; das entspricht einer Versechsfachung. Allein durch den Anstieg der Rapsverarbeitung für die Biodieselproduktion konnte der Selbstversorgungsgrad mit Eiweißfutter in Deutschland im Zeitraum 2000 bis 2012 um knapp ein Drittel gesteigert und damit die Importabhängigkeit von Soja verringert werden. In Zahlen heißt das konkret: Durch die 3,2 Mio. Tonnen Rapsschrot werden ca. 1,1 Mio. Tonnen Rohprotein gewonnen – wodurch etwa 2,5 Mio. Tonnen Sojaschrot ersetzt werden können.
Während im Jahr 2000 1,74 Mio. Tonnen Rapsschrot in der Tierfütterung verbraucht wurden, werden es in 2012 ca. 3,2 Mio. Tonnen sein. Durch den steigenden Einsatz von Biodiesel als Alternative zu Mineralöl hat sich das Verhältnis Raps- zu Sojaschrot in dieser Zeit von 33 % auf 42 % zugunsten des Rapsschrotes verschoben.
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Für Ölsaaten, Pflanzenöle und Schrote bleibt internationaler Handel unverzichtbar
Berlin, 13. September 2012. Die weltweiten Märkte für Ölsaaten, Pflanzenöle und -schrote sind eng miteinander verwoben. Das machen die Handelskarten für Raps, Soja und Palm deutlich, die OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland aktuell veröffentlicht hat. Aus deutscher und europäischer Perspektive ist Raps die wichtigste heimische Ölsaat. Soja und Palm werden hingegen aus Süd- und Nordamerika bzw. Südostasien importiert, um den Bedarf in der EU zu decken. ...mehr
Raps ist die Ölsaat Nr. 1 in Europa: 2011 wurden 20,6 Mio. Tonnen Raps in der EU geerntet. Um den europäischen Bedarf nach Raps zu decken, wurde im letzten Jahr zusätzlich vor allem aus Australien (1,7 Mio. Tonnen) und aus der Ukraine (1 Mio. Tonnen) Rapssaat importiert. Ein traditioneller Handelspartner der EU für Raps ist auch Kanada, wenngleich 2011 nur in geringem Maße.
Soja entwickelt die weltweit größten Handelsströme, mit Süd- und Nordamerika als Hauptproduzenten. Südamerika exportiert vor allem nach Asien: China führte 2011 aus den vier wichtigsten südamerikanischen Anbauländern Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay knapp 32 Mio. Tonnen Sojabohnen ein; ein Anstieg von ca. 5 Prozent gegenüber 2010. Gleichzeitig ist im letzten Jahr der Export von Nordamerika nach China zurück gegangen: von 24,3 Mio. Tonnen in 2010 auf 20,9 Mio. Tonnen. Neben China und Japan ist auch die EU ein wichtiger Markt für Soja aus Nord- und Südamerika: 2011 importierten die Länder der EU ca. 8 Mio. Tonnen Sojabohnen aus Süd- und 4 Mio. Tonnen aus Nordamerika. Diese Sojabohnenimporte werden in Europa zu Pflanzenöl und Schrot als Proteinfuttermittel verarbeitet, darüber hinaus ist die EU zusätzlich auf Importe von Sojaschrot angewiesen: 22,6 Mio. Tonnen benötigte die EU 2011; davon stammten allein 21,6 Mio. Tonnen aus den vier genannten südamerikanischen Ländern. Sojaöl hingegen wird nur in geringen Mengen in die EU exportiert (2011: 0,5 Mio. Tonnen).
Bei Palmöl wird weltweit das Rohöl gehandelt und in dem jeweiligen Importland raffiniert und veredelt. Anders als bei Sojabohnen und Rapssaat müssen die Palmölfrüchte binnen weniger Tage zu Palmrohöl verarbeitet werden, damit sie nicht verderben. Hauptproduzentenländer sind weiterhin mit Abstand Indonesien und Malaysia. Der Import von Palmöl in die EU ist 2011 im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen: von 4,8 auf 4,3 Mio. Tonnen. Hauptabnehmer für Palmöl auf dem Weltmarkt bleiben Indien und China mit 6,8 Mio. Tonnen bzw. 6,4 Mio. Tonnen in 2011.
Minimierung von trans-Fettsäuren: Überarbeitung der Europäischen Rechtslage notwendig
Kennzeichnung von trans-Fettsäuregehalten anstelle überflüssiger
Härtungskennzeichnung
Berlin, 26. Juni 2012. „Die Anwender von Ölen und Fetten müssen beim Einkauf ihrer Rohwaren im Groß- und Einzelhandel das TFA-arme Produkt erkennen können. Nur so könnte sichergestellt werden, dass auch vermehrt auf TFA-arme Produkte zurückgegriffen wird. Genau dies wird jedoch durch die aktuell gültige europäische Rechtslage verhindert“, so Petra Sprick, Geschäftsführerin von OVID. Nach derzeitiger Lebensmittelinformations-Verordnung und Verordnung über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben darf die positive Eigenschaft geringer TFA-Gehalte nicht auf dem Produkt deklariert werden. Die Verbände Der Backzutatenverband, Verband der deutschen Margarineindustrie und OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland fordern daher eine Änderung der geltenden Vorschriften. ...mehr
Nach Ansicht der Verbände muss vom Gesetzgeber die Möglichkeit geschaffen werden, den TFA-Gehalt auszuweisen, damit die Verbraucher in die Lage versetzt werden, in den Regalen die TFA-armen Produkte von denen mit hohem TFA-Gehalt unterscheiden zu können. „Um für mehr Transparenz für den Verbraucher zu sorgen, sind diese Änderungen unbedingt erforderlich“, so Christof Crone, Geschäftsführer des Backzutatenverbandes.
Statt der TFA-Gehalte muss jedoch die Fetthärtung gekennzeichnet werden, wobei nicht zwischen vollständiger- und Teil-Härtung unterschieden wird. Dies ist nicht zielführend, denn wenn der Prozess der Fetthärtung vollständig durchgeführt wird, entstehen gar keine trans-Fettsäuren; nur bei der Teilhärtung kann dies der Fall sein. Grundsätzlich stellt die vollständige Fetthärtung damit auch eine wichtige Schlüsseltechnologie zur TFA-Minimierung dar. „Die derzeitige Pflichtangabe der Härtung ohne Differenzierung zwischen Teil- und vollständiger Härtung steht somit dem Erfolg der TFA-Minimierung im Wege und sollte daher zugunsten einer freiwilligen und zielgerichteten Angabe der TFA-Mengen entfallen“, so Karl-Heinz Legendre, Geschäftsführer des Margarineverbandes.
Trans-Fettsäuren (TFA) kommen von Natur aus in Milchprodukten sowie in pflanzlichen Ölen und Fetten vor. Die durchschnittliche TFA-Aufnahme in Deutschland liegt heute unterhalb des von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlenen Aufnahmewertes von maximal 1 % der Nahrungsenergie. Ein sehr hoher Verzehr von trans-Fettsäuren, gleich welcher Herkunft – tierischer oder pflanzlicher – kann jedoch laut Europäischer Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) negative Effekte auf den Cholesterinspiegel haben. Das staatliche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sieht die mittlere TFA-Aufnahme durch Lebensmittel in Deutschland derzeit als gesundheitlich unbedenklich an: Auf Basis von Verzehrsdaten der Jahre 2005 - 2006 und Messdaten der Lebensmittelüberwachung von 2008 - 2009 betrug die durchschnittliche Aufnahme von trans-Fettsäuren zwischen 0,77 und 0,92 Energie-Prozent, wobei laut Bundesregierung zwei Drittel aus tierischen, und ein Drittel aus pflanzlichen Quellen stammten.
Die drei Verbände haben sich federführend in einer gemeinsamen Initiative der deutschen Lebensmittelwirtschaft und des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) engagiert und Minimierungsstrategien für trans-Fettsäuren pflanzlicher Herkunft aufgezeigt. Die in diesem Zusammenhang gemeinsam entwickelte Rahmen-Leitlinie sowie sieben Produkt-Leitlinien für verschiedene Produktkategorien pflanzlicher Öle und Fette wurden in der vergangenen Woche der Öffentlichkeit vorgestellt.
Geringere trans-Fettsäuregehalte in Lebensmitteln
Verbände für Backzutaten, Margarine sowie pflanzliche Öle und Fette erarbeiten Leitlinien zur weiteren Minimierung von trans-Fettsäuren
Berlin, 20. Juni 2012. Trans-Fettsäuren (TFA) kommen von Natur aus in Milchprodukten sowie in pflanzlichen Ölen und Fetten vor. Die durchschnittliche TFA-Aufnahme in Deutschland liegt heute unterhalb des von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlenen Aufnahmewertes von maximal 1 % der Nahrungsenergie. Ein sehr hoher Verzehr von trans-Fettsäuren, gleich welcher Herkunft – tierischer oder pflanzlicher – kann jedoch laut Europäischer Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) negative Effekte auf den Cholesterinspiegel haben. ...mehr Das staatliche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sieht die mittlere TFA-Aufnahme durch Lebensmittel in Deutschland derzeit als gesundheitlich unbedenklich an: Auf Basis von Verzehrsdaten der Jahre 2005 - 2006 und Messdaten der Lebensmittelüberwachung von 2008 - 2009 betrug die durchschnittliche Aufnahme von trans-Fettsäuren zwischen 0,77 und 0,92 Energie-Prozent, wobei laut Bundesregierung zwei Drittel aus tierischen, und ein Drittel aus pflanzlichen Quellen stammten. In einer Bevölkerungsgruppe war ein erhöhter Aufnahmewert festzustellen: bei jungen Männern zwischen 14 und 34 Jahren.
Nach Einschätzung einer Arbeitsgruppe der Verbände Der Backzutatenverband, Verband der deutschen Margarineindustrie und OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland konnten die TFA-Gehalte pflanzlicher trans-Fettsäuren in Lebensmitteln durch Minimierungsmaßnahmen der Unternehmen weiter gesenkt werden. „Hierdurch dürfte die durchschnittliche Aufnahme von trans-Fettsäuren aktuell unter den amtlichen Zahlen liegen“, so Christof Crone, Geschäftsführer des Backzutatenverbandes.
OVID, Der Backzutatenverband sowie der Verband der deutschen Margarineindustrie haben sich federführend in einer gemeinsamen Initiative der deutschen Lebensmittelwirtschaft und des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) engagiert und Minimierungsstrategien für trans-Fettsäuren pflanzlicher Herkunft aufgezeigt und in Leitlinien festgeschrieben. „Damit wurden die bereits 1995 für pflanzliche Öle und Fette begonnenen, freiwilligen Reduzierungen der TFA-Gehalte weitergeführt. Konkret konnten beispielsweise die trans-Fettsäuren in Haushaltsmargarinen und pflanzlichen Streichfetten inzwischen auf unter 2 % gesenkt werden“, so Karl-Heinz Legendre, Geschäftsführer des Margarineverbandes.
Heute hat das BMELV die gemeinsam entwickelte Rahmen-Leitlinie sowie sieben Produkt-Leitlinien vorgestellt. „Mit den Leitlinien zur Minimierung von trans-Fettsäuren in Lebensmitteln existiert für verschiedene Produktkategorien pflanzlicher Öle und Fette ein weiteres wirkungsvolles Instrument zur Beherrschung der trans-Fettsäurethematik“, so Petra Sprick, Geschäftsführerin von OVID.
„Es geht um Rechtssicherheit durch einheitliche Analyse-methoden, nicht um eine Aufweichung von Regelungen“
Grüne Gentechnik - Nulltoleranz
Berlin, 12. Juni 2012. In der aktuellen EU-politischen Diskussion um die Grüne Gentechnik und gentechnisch veränderte Organismen (GVO) geht es, anders als derzeit in den Medien berichtet wird, nicht um die Einführung eines Toleranzwertes für in der EU noch nicht vollständig genehmigter GVO bei Lebensmitteln und ein Aufweichen der geltenden Regelungen, sondern um eine Vereinheitlichung der Analysemethoden zum verlässlichen Nachweis von GVO-Spuren. Problematisch für den europäischen Agrar- und Ernährungssektor ist das Fehlen eines solchen analytischen Standards: ...mehr
Bei GVO, die in Drittländern zugelassen sind und bereits in großem Maßstab angebaut, verarbeitet und über komplexe Warenströme global gehandelt werden, für die das Genehmigungsverfahren in der EU aber noch nicht abge-schlossen ist, führt jeder noch so geringe Spurennachweis in Europa zur Aberkennung der Verkehrsfähigkeit der jeweiligen Rohstoffe. Im schlimms-ten Fall drohen Rückrufe und Vernichtungen von sicheren Lebensmitteln. Dadurch stehen Unternehmen vor einer massiven Rechts- und Planungsun-sicherheit. Das gilt auch für Hersteller von Ökoprodukten. Daher fordert der Grain Club verbindliche Vorgabe von Analyse- und Nachweismethoden, die GVO zuverlässig aber erst oberhalb der technischen Nachweisgrenze von 0,1 Prozent darstellen können – analog der bestehenden Regelung für Futter-mittel. Die Nulltoleranz bliebe bei dieser „technischen Lösung“ weiterhin bestehen, aber unzuverlässige Analyseergebnisse unterhalb von 0,1 Prozent würden nicht mehr berücksichtigt.
„Das wäre ein notwendiger Schritt in die richtige Richtung. Importe von Agrar-rohstoffen würden auf eine stabile Rechtsgrundlage gestellt und die Wettbe-werbsfähigkeit der deutschen Lebensmittelwirtschaft gesichert“, so Christof Buchholz, vorsitzender Geschäftsführer des Grain Clubs. „Wir begrüßen daher die Ankündigung der EU-Kommission, einen Vorschlag vorzulegen und fordern von der Bundesregierung, den Koalitionsvertrag in diesem Punkt umzusetzen."
Europäische Körnerleguminosen als Ersatz für Sojaimporte nicht nachhaltig
Berlin, 1. Juni 2012. "Soja als Eiweißfuttermittel durch Körnerleguminosen wie Futtererbsen, Ackerbohnen oder Lupinen zu ersetzen, ist weder ökonomisch sinnvoll noch ökologisch nachhaltig”, fasst Wilhelm F. Thywissen, Vorsitzender von OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland, das aktuelle Papier des Verbandes zur Eiweißstrategie für Futtermittel zusammen. ...mehr Soja- und Rapsschrot sind in Deutschland und Europa die zwei wichtigsten Säulen der Proteinversorgung in der Tierernährung. 2010 wurden 32,4 Mio. t Sojaschrot und 12,8 Mio. t Rapsschrot in der EU bzw. 4,6 Mio. t Sojaschrot und 3,1 Mio. t Rapsschrot in Deutschland verfüttert. Dabei ist der Selbstversorgungsgrad in der EU-27 mit heimischen Proteinfuttermitteln, vornehmlich Raps, in den letzten Jahren gestiegen: von 2004 bis 2010 von 21 % auf 30 %. Importiertes Soja liefert weiterhin die größten Proteinmengen. Diese Mengen durch den Anbau von einheimischen Leguminosen zu ersetzen, hätte einen erheblichen zusätzlichen Flächenbedarf zur Folge.
Eine Ausweitung des Anbaus von Körnerleguminosen müsste aufgrund begrenzter Flächen zu Lasten europäischer Hochertragskulturen gehen, d. h. neben Mais vor allem Weizen und Raps. Europa ist für diese Kulturen die wichtigste Anbauregion mit den weltweit höchsten Flächenerträgen. Eine Einschränkung des Weizenanbaus in Europa zugunsten von Körnerleguminosen beispielsweise würde eine Weizenproduktionslücke aufreißen, die in anderen Ländern der Welt nicht mit der gleichen Flächeneffizienz wie in Europa kompensiert werden könnte. Da weltweit nur begrenzt Flächen für die Landwirtschaft zu Verfügung stehen, wäre die Konsequenz, dass global gesehen insgesamt weniger agrarische Rohstoffe zur Versorgung der Weltbevölkerung zur Verfügung stünden. „In einer hochgradig organisierten Weltwirtschaft sichert die internationale Arbeitsteilung wie auch der nach Gunstregionen spezialisierte Anbau von Ackerfrüchten die effizienteste Nutzung der vorhandenen Fläche“, so Thywissen. „Angesichts der Herausforderung, 7 Mrd. und in Zukunft 9 Mrd. Menschen zu versorgen, wäre eine Kirchturmpolitik höchst fragwürdig.“ Vor diesem Hintergrund sieht der Verband auch die „Greening“-Vorschläge der EU Kommission mit 7 % Flächenstilllegung kritisch: Die aktuellen Pläne sehen vor, dass 7 % der landwirtschaftlichen Nutzflächen in der EU aus der Produktion genommen werden sollen.
Darüber hinaus sind Körnerleguminosen anfällig gegenüber Pilzerkrankungen und Pflanzenschädlingen und damit großen Ertragsschwankungen unterworfen, was den Anbau für Landwirte ökonomisch riskant macht. Aufgrund pflanzenbaulicher Einschränkungen können Körnerleguminosen sinnvoll nur auf maximal 20 % der Ackerfläche in Deutschland angebaut werden. Soja als Proteinfuttermittel zu ersetzen, wäre deshalb schon allein flächenmäßig nicht möglich.
Ölsaaten wie Soja und Raps haben gegenüber Proteinfuttermitteln wie Körnerleguminosen im Übrigen einen entscheidenden wirtschaftlichen Vorteil: Neben dem Futtermittel wird gleichzeitig wertvolles Pflanzenöl gewonnen.
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Merkblatt „Maßnahmen für den hygienischen Umgang mit Getreide, Ölsaaten und Leguminosen“
Berlin, Mai 2012. Das Merkblatt „Maßnahmen für den hygienischen Umgang mit Getreide, Ölsaaten und Leguminosen“ wurde zur Ernte 2012 neu aufgelegt. Das Merkblatt enthält aktuelle Hinweise zum Anbau, zum Transport sowie zur Lagerung und wird auch als Kundeninformation vor der Ernte an Landwirte weitergegeben. ...mehr An der redaktionellen Überarbeitung haben sich die Verbände der Getreide- und Ölsaatenwirtschaft - Deutscher Raiffeisenverband, Deutscher Bauernverband, Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen, Deutscher Mälzerbund, Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft, Verband Deutscher Mühlen, Deutscher Verband Tiernahrung, OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland - in Abstimmung mit dem Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung beteiligt.
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Palm-, Soja- und Rapsöl sind weltweit die wichtigsten Pflanzenöle
In Deutschland ist weiterhin Rapsöl die Nummer 1, mit rund 60 % des Pflanzenölverbrauchs
Berlin, 15. Mai 2012. Rapssaaten, Sojabohnen und Palmfrüchte sind die weltweit bedeutendsten Ölsaaten bzw. Ölfrüchte: Rund 80 % des Pflanzenöls wird aus diesen drei Pflanzen gewonnen. Insgesamt ist der globale Pflanzenölverbrauch auch im letzten Jahr weiter gestiegen, wie die aktuell veröffentlichten Grafiken von OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland zeigen: Wurden 1991 noch 57 Mio. Tonnen Pflanzenöl weltweit verbraucht, stieg der Verbrauch 2001 auf 89 Mio. Tonnen und erreichte 2011 145 Mio. Tonnen; d. h. allein in den letzten 10 Jahren ist der Pflanzenölverbrauch um 63 % gestiegen. ...mehr
Dabei ist die Ölpalme mittlerweile der wichtigste Pflanzenöllieferant, 2011 wurden ca. 56 Mio. Tonnen Palmöl und Palmkernöl aus der Palmölfrucht gewonnen. Die Palmölproduktion verzeichnet auch das größte Wachstum: 2011 ist rund 10 % mehr Palm- und Palmkernöl produziert worden als im Vorjahr. Asien – allen voran Indien, gefolgt von Indonesien und China – ist der größte Markt für Palmöl. Der Anteil der EU am weltweiten Palmöl-/Palmkernölverbrauch ist mit 10 % relativ gering. „Palmöl ist nicht nur das wichtigste Pflanzenöl für die Versorgung der Weltbevölkerung mit Ölen und Fetten, mit den höchsten Erträgen von bis zu 7 Tonnen Palmöl pro Hektar und zusätzlich maximal 0,8 Tonnen Palmkernöl pro Hektar braucht die Ölpalme auch weniger Fläche als andere Ölsaaten. Erfreulicherweise wird immer mehr nachhaltig produziertes und zertifiziertes Palmöl im Markt nachgefragt; damit werden ökologisch wertvolle Gebiete geschützt“, so Petra Sprick, Geschäftsführerin von OVID.
In Deutschland ist der Pflanzenölverbrauch 2011 leicht gesunken, auf 5,6 Mio. Tonnen. Im Gegensatz zum Weltmarkt ist hierzulande Rapsöl das mit Abstand wichtigste Pflanzenöl und macht rund 60 % des gesamten Verbrauchs in Deutschland aus. Rapsöl wird als Speiseöl und in der Ernährungsindustrie eingesetzt und ist zudem Rohstoff für die Oleochemie, für technische Anwendungen sowie für Biodiesel.
Daten und Grafiken zu Produktion, Handel und Verbrauch von Pflanzenölen weltweit und in Deutschland finden Sie zum Download auf der OVID Homepage: www.ovid-verband.de/unsere-branche/daten-und-grafiken/
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Wer ernährt das globale Dorf?
Herausforderung Welternährung: Nachhaltige Produktionssteigerung und internationaler Agrarhandel sind Schlüsselelemente
Berlin, 28. März 2012. Über die Frage nach dem richtigen Weg zu einer nachhaltigen Versorgung der Weltbevölkerung mit Nahrungsmitteln wird sowohl in der Fachwelt als auch in der medialen Öffentlichkeit kontrovers gestritten. Dabei scheinen die gegensätzlichen Positionen mitunter unüberbrückbar und die Fronten verhärtet. Impulse zur Auflösung dieser Fronten wurden heute in Berlin auf dem Grain-Club-Symposium „Wer ernährt das globale Dorf?“ gegeben und zwischen Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft diskutiert und hinterfragt. ...mehr
Die ausreichende Versorgung mit Nahrungsmitteln von derzeit sieben Milliarden Menschen und prognostizierten neun Milliarden im Jahr 2050 stellt die Agrar- und Ernährungswirtschaft vor enorme Herausforderungen. Während mehr Menschen versorgt werden müssen und sich die Ernährungs- und Lebensgewohnheiten besonders in den Entwicklungs- und Schwellenländern verändern, wird gleichzeitig der Ruf nach Generationengerechtigkeit sowie klimagerechter und nachhaltiger Agrarproduktion laut. Was aber ist nachhaltig, was gerecht? „Die Herausforderung in den nächsten Jahren und Jahrzehnten sind groß, aber eine nachhaltige Versorgung von neun Milliarden Menschen ist machbar. Denn die unterschiedlichen Ansätze in der Agrar- und Ernäh-rungswirtschaft schließen sich nicht wirklich aus. Vielmehr liegt der Schlüssel zur wirksamen Hungerbekämpfung in einer sinnvollen Kombination der unterschiedlichen Produktionsweisen. Eine internationale Arbeitsteilung in der Agrarproduktion und weltweiter Agrarhandel sind hier zwei Schlüsselfaktoren“, so Jens Kaß, Vorsitzender von Grofor (Deutscher Verband des Großhandels mit Ölen, Fetten und Ölrohstoffen e. V.), zur Sichtweise des Grain Clubs.
Prof. Dr. Matin Qaim, Professor für Welternährungsökonomie und ländliche Entwicklung an der Universität Göttingen, betonte in seinem Vortrag die Notwendigkeit Europas, durch eine produktive Landwirtschaft zur Sicherung der globalen Versorgung mit Nahrungsmitteln beizutragen. Er plädierte für eine intelligente Kombination von modernen Technologien mit verstärkter Agrarforschung. Armutsbekämpfung und die Sicherung des Zugangs zu Nahrungsmitteln sind zentrale Aspekte, der beispielsweise durch die Förderung des Kleinbauernsektors in Entwicklungsländern gelöst werden muss. Bei der Wahl der Methoden und Technologien muss Prof. Qaim zufolge pragmatisch vorgegangen werden; dogmatisches Schwarz-Weiß-Denken sei fehl am Platz.
Einen anderen Aspekt brachte Prof. Dr. Norbert Bolz, Professor für Medienwissenschaft an der TU Berlin, ins Spiel, der hinter der fachlich-technischen Fragestellung eine grundsätzliche politische und mediale Auseinandersetzung um die Rolle und das zukünftige Modell von Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung ausmacht. Bolz sieht einen fundamentalen Unterschied zwischen den klassischen Massenmedien, die Themen nicht argumentieren, sondern emotionalisieren und skandalisieren, und den neuen sozialen Medien, die Meinungen sichtbar machen und eine offenere Diskussion ermöglichen können. Darin liegt seiner Meinung nach eine Chance für die gesellschaftliche Auseinandersetzung und der Verfolgung neuer, pragmatischer Lösungsansätze.
In der sich den Vorträgen anschließenden Diskussion wurde vor allem auch die Bedeutung der Bioenergieproduktion und des weltweiten Anstiegs des Verbrauchs von tierischen Produkten kontrovers diskutiert. Einig waren sich alle Diskutanten darin, dass es keine Patentrezepte und monokausale Herangehensweisen zur Lösung des Hungerproblems geben darf. Dr. Klaus-Dieter Schumacher, Moderator der Diskussionsrunde hielt fest:
„Schlüsselfaktoren sind Armutsbekämpfung, stabile politische Rahmenbedingungen, Produktionsanreize und Marktzugang für Erzeuger in den Entwicklungsländern zu den globalen Märkten sowie die vorbehaltlose Nutzung von Produktivitätsfortschritten und geeigneter, standortgerechter und nachhaltiger Technologien“. Die Mitglieder des Grain Clubs sind sich ihrer Verantwortung bewusst und werden sich in diesem Sinne weiter an einem konstruktiven und differenzierten Austausch über die Sicherstellung der Welternährung beteiligen, so Jens Kaß abschließend.
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Download des Hintergrundpapiers "Welternährung" des Grain Clubs
Downlaod des Votrags von Prof. Matin Qaim
Filme und Pressebilder zu Ölsaaten und Pflanzenölen
Berlin, Februar 2012. Pflanzenöle aus Ölsaaten und Ölfrüchten wie Soja, Palm, Raps und Sonnenblumen sind eines der weltweiten Grundnahrungsmittel. Darüber hinaus spielen pflanzliche Öle und Fette im chemischen Bereich eine wichtige Rolle und ersetzen in immer mehr Produkten Mineralöle: bei Kunststoffen, Farben und Lacken oder in Kosmetika und Tensiden. Als nachwachsende Rohstoffe sind Pflanzenöle auch im Energiebereich eine klima- und umweltschonende Alternative zur endlichen und risikoreichen Erdölförderung: als nachhaltig produzierter Biodiesel oder zur Wärme- und Stromerzeugung.
Wie entstehen pflanzliche Öle und Fette? Wie sieht eine Produktionsanlage von innen aus und welchen Beitrag kann die ölsaatenverarbeitende Industrie in Deutschland zu Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltschutz leisten? OVID – der Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie hat die Branche in 3 Kurzfilmen dargestellt, die auf der Website sowie auf dem Youtube Kanal des Verbandes zu sehen sind:
Filme zur Branche der ölsaatenverarbeitenden Industrie:
Darüber hinaus stellt OVID für Redaktionen Pressebilder auf seiner Website zur Verfügung:
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Biokraftstoffe: Chancen, nicht nur Risiken betonen
Internationale Grüne Woche 2012 / Fachschau nature.tec:
Biokraftstoffe bleiben wichtigste alternative Energiequelle im Verkehrssektor
Berlin, 18. Januar 2012. Biokraftstoffe sind in Deutschland der wichtigste Absatzmarkt für heimische Pflanzenöle, 2011 wurden rund 2,4 Mio. Tonnen pflanzliche Öle in Form von Biodiesel getankt. Im Rahmen der Energiewende sind Pflanzenöle eine der maßgeblichen erneuerbaren Energiequellen. Eine zunehmende Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern ist umso dringlicher, da die Umwelt- und Klimaauswirkungen der Erdölförderung immer gravierender werden. Biodiesel aus Raps trägt außerdem zu einer diversifizierten Fruchtfolge und damit zum Erhalt des Ackerbodens und der ökologischen Vielfalt bei: Raps kann anders als andere Energiepflanzen nur alle drei Jahre auf demselben Feld angebaut werden. Gleichzeitig speichert Raps wichtige Nährstoffe im Boden, die von dem im darauf folgenden Jahr angebauten Getreide verwertet werden können – was gleichzeitig Dünger einspart und zu höheren Erträgen führt ...mehr
Gleichwohl vertritt die ölsaatenverarbeitende Industrie die Position: Förderung von Biokraftstoffen nicht um jeden Preis. „Angesichts der Herausforderung, über 7 Mrd. Menschen zu ernähren, gilt für uns bei hohen Preisen bzw. knappem Angebot auf dem Weltmarkt: ‚Food First’ “, erklärt Wilhelm F. Thywissen, Vorsitzender von OVID, dem Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland, zum Auftakt der nature.tec. Dazu gehöre ebenso, Notfallreserven aufzubauen, die als Puffer für die Nahrungsmittelproduktion dienen, um im Fall von Hungerkrisen schnell reagieren zu können. Ebenso ist es notwendig, Erträge zu steigern und in die Kultivierung von degradierten Flächen zu investieren.
„Grundsätzlich sind wir jedoch der Meinung, dass nicht nur die problematischen Seiten von Biokraftstoffen angesprochen werden sollten. In den letzten Jahren mussten Biokraftstoffe als Grund für zahlreiche Probleme wie hohe Lebensmittelpreise und hohe Preisschwankungen herhalten“, Thywissen weiter. OVID fordert hingegen eine differenzierte Betrachtungsweise, die auch die Chancen hervorhebt. Die Bekämpfung von Hunger und Armut muss Priorität haben. Ebenso sind Nachhaltigkeitsstandards wichtig, um Umwelt und Ökologie im Auge zu behalten, wie sie in Deutschland mit den Nachhaltigkeitsverordnungen sichergestellt werden. Auf der anderen Seite leisten Biokraftstoffe einen derzeit nicht zu ersetzenden Beitrag zur Sicherung der energetischen Versorgung auf erneuerbarer Basis und mindern die Abhängigkeit von Erdöl. Entwicklungspolitisch kann der Anbau von agrarischen Rohstoffen für Biokraftstoffe sowohl eine wichtige Einkommensquelle für Entwicklungsländer bilden als auch eine Markt regulierende Funktion übernehmen – indem sie die Weltmarktpreise für agrarische Rohstoffe nach oben und nach unten abfedern und somit Preisschwankungen ausgleichen können. „Diese positiven Aspekte werden oftmals nicht gesehen oder verschwiegen“, so Thywissen.
Sie finden OVID im Rahmen der Internationalen Grünen Woche auf der nature.tec – Fachschau für Bioenergie und nachwachsende Rohstoffe – in Halle 5.2a am Stand „Biokraftstoffe“ (116).
Herausforderung Welternährung: Sündenbockrhetorik und Schwarz-Weiß-Malerei prägen die Debatte
- Aktueller OVID-Brief zum Thema unter: www.ovid-verband.de/presse/ovid-briefe
Berlin, 10. November 2011. Industrienationen verbrauchen im Mittelwert rund 3.400 kcal pro Tag / pro Kopf. In den ärmsten Entwicklungsländern müssen Menschen im Durchschnitt mit weniger als 2.000 kcal pro Tag auskommen, das sind gerade einmal 59 Prozent des Konsums in Industrieländern, oder weniger. Laut FAO bedarf es in Entwicklungsländern täglich durchschnittlich 2.400 kcal pro Person, um Unterernährung zu vermeiden. Dabei werden rein rechnerisch weltweit ausreichend Nahrungsmittel produziert, dass jedem Menschen 2.800 kcal pro Tag zur Verfügung stünden. Die Ursachen für Hunger und Armut sind komplex und miteinander vernetzt. Das World Food Programme der Vereinten Nationen machte kürzlich bewaffnete Konflikte für die schlimmsten Ernährungskrisen verantwortlich. Darüber hinaus spielen good governance, d. h. eine gute, demokratische Regierungsführung, und soziale Faktoren in Entwicklungsländern ebenso eine wichtige Rolle wie auch ökonomische Faktoren – etwa handelspolitisch verzerrte Märkte und starke Preisschwankungen – sowie unterschiedliche ökologische Bedingungen und durch Klimaextreme verursachte Missernten.....mehr
Wissenschaftler haben in jüngster Zeit verstärkt anerkannt, dass ein erfolgversprechender Ansatz zur Lösung der Welternährung nicht darin bestehen kann, Welternährung und Klimaziele – und damit die Verwendungsbereiche von agrarischen Rohstoffen – gegeneinander auszuspielen. Vielmehr gelte es, Strategien für nachhaltige Produktionssteigerungen zur Versorgung der Weltbevölkerung zu entwickeln, die die veränderten Lebens- und Ernährungsgewohnheiten sowie die Schaffung von Einkommensquellen gerade für die Bevölkerung in Entwicklungslän-dern einbeziehen und gleichzeitig auf einen nachhaltigen Ausbau der Agrarproduktion setzen.
Lösungsansätze müssen also auf das komplexe Zusammenspiel eingehen und auch den höheren Energiebedarf sowie durch steigenden Wohlstand veränderte Ernährungsgewohnheiten ein-beziehen, d. h. einen höheren Konsum von tierischen Produkten der Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern, deren Bevölkerungsanteil in den nächsten Jahrzehnten am stärksten steigen wird. Gleichzeitig steht bei uns die politische und gesellschaftliche Mehrheit hinter einer Energiewende und dem verstärkten Ausbau erneuerbarer Energien. Hiefür ist der Einsatz von Biomasse als bisher tragende Säule der erneuerbaren Energien in den nächsten Jahren unumgänglich. „Schwarz-Weiß-Malerei wie eine Teller-Tank-Diskussion hilft bei den zukünftigen Herausforderungen nicht weiter. Vielmehr muss die Agrarwirtschaft gestärkt werden, um die Produktion auf nachhaltige Weise in den nächsten Jahrzehnten weiter zu steigern; das betrifft Kleinbauern in Entwicklungsländern ebenso wie die Agrarindustrie, die Voraussetzungen für weltweiten Handel und Wettbewerb braucht“, so Wilhelm F. Thywissen, Vorsitzender von OVID – Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland. Daneben bedürfe es eines Bewusstseinswandels in Industrienationen über den Wert von Nahrungsmitteln!
Mehr zum Thema im aktuellen OVID-Brief: HERAUSFORDERUNG WELTERNÄHRUNG: Sündenbockrhetorik & Schwarz-Weiß-Malerei
Ein Verzicht auf Soja würde nicht zu einem Verzicht auf Fleisch führen
Tierische Produkte gehören zu einer vollwertigen Ernährung
Berlin, 19. Oktober 2011. Fleisch, Milch, Käse, Eier – tierische Produkte gehören wie Getreide und Gemüse und pflanzliche Öle/Fette zu einer vollwertigen Ernährung, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. „Mit der Entwicklung des Lebensstandards in Schwellenländern normalisieren sich auch die dortigen Ernährungsgewohnheiten – und damit der Konsum von tierischen Produkten“, sagt Wilhelm F. Thywissen, Vorsitzender von OVID – Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland.....mehr
Es ist somit ein Trugschluss, den bestehenden und wachsenden Fleischkonsum per se zu verteufeln und im nächsten Schritt daraus die Folgerung abzuleiten, die Importe von Soja(bohnen) in die EU wären Kern des vermeintlichen Problems und der Hebel für eine Lösung. Zum einen: Mit dem Verzicht auf Sojaimporte würde sich nicht der Fleischkonsum und folglich die Fleischproduktion reduzieren. Vielmehr würde allein die Wertschöpfung der Produktion in Länder wie Südamerika verlagert und das Fleisch von dort importiert – ohne die europäischen Qualitätsstandards sicher stellen zu können. Zum anderen: Es geht nicht allein um den Fleischkonsum: Proteinfuttermittel sind ein wesentlicher Bestandteil der Tierernährung – und damit ebenso essenziell für die Produktion von Milch, Milchprodukten und Eiern.
Deutschland und Europa können nicht auf Sojaimporte als hochwertige Proteinquelle verzichten. Deutschland verfügt nicht über die klimatischen Bedingungen, um ausreichend Proteinfuttermittel zu produzieren; eine intensive politische Förderung heimischer Leguminosen hat daran nichts geändert. Selbst der im letzten Jahrzehnt gestiegene Rapsanbau und das daraus gewonnene Rapsschrot reichen bei weitem nicht aus.
Zudem ist der weltweite Bedarf an Sojaöl nicht zu vernachlässigen. Weltweit ist Sojaöl neben Palmöl das bedeutendste Pflanzenöl, 2010 wurden rund 40 Mio. Tonnen produziert. Sojaöl wird besonders in den asiatischen Märkten nachgefragt und ist ein wichtiger Bestand-teil der Ernährung in den ärmsten Entwicklungsländern. Aus Sojabohnen werden rund 20 % Öl und 80 % Sojaschrot gewonnen, d. h. bei der Produktion von 1 Tonne Sojaöl fallen rund 4 Tonnen Sojaschrot an. Es geht beim Anbau von Soja also letztlich nicht allein um den Fleischkonsum in den Industriestaaten, sondern auch um die Versorgung von Schwellen- und Entwicklungsländern mit gesundem Sojaöl und einem höheren Anteil an tierischen Produkten. Die Verarbeitung von Sojabohnen in der EU zu Sojaöl und Sojaschrot als Futtermittel ist daher nicht Teil des Problems. Vielmehr leistet sie einen Beitrag zur weltweiten Versorgung.
Eine bewusste Ernährung ist erstrebenswert und Informationen zur richtigen Zusammensetzung sind wichtig. Die Entscheidung, welches und wie viel Fleisch oder Milchprodukte man essen möchte, liegt jedoch bei jedem Einzelnen. Vielmehr ist erforderlich, dass Soja wie auch andere Agrarprodukte nachhaltig angebaut werden, d. h. ohne Schutzgebiete zu zerstören. Der WWF hat mit dem RTRS (Round Table on Responsible Soy) selbst eine solche Initiative zu nachhaltigem Sojaanbau gestartet.
Freier Handel ist eine Voraussetzung für die Stabilisierung der Agrarmärkte
Warenterminbörsen für Agrarrohstoffe brauchen Transparenz und anerkannte Spielregeln, keine stärkeren Beschränkungen
Berlin, 27. September 2011. Die Herausforderung ist groß: In naher Zukunft müssen sieben Milliarden Menschen mit Nahrung versorgt werden. Gleichzeitig bedeutet ein verbesserter Lebensstandard der Entwicklungs- und Schwellenländer einen höheren Fleischkonsum sowie einen größeren Bedarf an Energie und energieintensiven Produkten. „Eine wachsende Weltbevölkerung mit Lebensgewohnheiten und Bedürfnissen, die nicht allein den Industrienationen vorbehalten bleiben dürfen, schürt die Angst und den Protektionismus, wer Anrecht auf die Verwendung von agrarischen Rohstoffen hat“, sagt Wilhelm F. Thywissen, Vorsitzender von OVID – Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland, im Vorfeld des Ölsaatenhandelstages, der diese Woche auf der Burg Warberg stattfindet....mehr
Freier Handel ohne handelspolitische Eingriffe wie Exportsubventionen oder Aus- und Einfuhrbeschränkungen ist eine Voraussetzung für das Funktionieren der Märkte und damit auch eine Chance für Entwicklungs- und Schwellenländer, an den Märkten teilzuhaben – selbstredend unterstützt durch Entwicklungspolitik und handelspolitische Zugeständnisse. „Gleichzeitig ist die vielseitige Verwendungsmöglichkeit von Agrarrohstoffen prinzipiell positiv: Absatzmöglichkeiten für agrarische Rohstoffe über die Ernährung hinaus, d. h. im chemischen, technischen und energetischen Bereich, können den Markt stabilisieren und die Rohstoffpreise nach unten und oben abfedern“, erklärt Thywissen. „Ein gutes Beispiel sind Ölsaaten. Pflanzliche Öle und Fette sind ein zentraler Baustein der weltweiten Ernährung, gleichzeitig können sie aber auch als Bioenergie, bei der Kunststoffherstellung sowie für technische Öle und Schmierfette eingesetzt werden.“
Warenterminbörsen sind ein traditionelles und bewährtes Instrument des freien Handels. Sie müssen jedoch transparent und nach anerkannten Spielregeln funktionieren. „Die Diskussion um eine Beschränkung und Gängelung der Märkte hingegen hilft nicht weiter“, so Thywissen. Transparenz sei wichtig, um eine Manipulation der Warenterminmärkte zu verhindern. Daran hätten gerade traditionelle Marktteilnehmer ein vitales Eigeninteresse. Dazu gehörten aber auch ausreichend Liquidität und damit Finanzinvestoren. „Es muss um eine Anpassung einzelner Warenterminmärkte gehen, um sie wieder mit dem physischen Handel in Einklang zu bringen, und nicht darum, den Handel an Agrarbörsen generell zu beschränken“, erklärt Thywissen.
OVID ist Kooperationspartner des Ölsaatenhandelstages, der am 27. und 28. September 2011 auf der Burg Warberg stattfindet und in diesem Jahr das Thema Agrarmärkte in den Mittelpunkt stellt. www.burg-warberg.de.
Weltweiter Bedarf an Pflanzenölen steigt
Produktion im letzten Jahr um 6,5 % auf 148 Mio. t gestiegen
Berlin, 23. September 2011. Der weltweite Bedarf an pflanzlichen Ölen und Fetten steigt. Allein im letzten Jahr ist die Produktion um 6,5 Prozent auf 148 Mio. Tonnen gestiegen. OVID – Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland e. V. hat die jüngsten Zahlen zur globalen Produktion der verschiedenen Pflanzenöle und Fette sowie den Verbrauch weltweit und in Deutschland veröffentlicht. Der weltweit größte Produktionsanstieg ist bei Soja- und bei Rapsöl zu verzeichnen: 2010 wurden im Vergleich zum Vorjahr mit 40,2 Mio. Tonnen 12 Prozent mehr Sojaöl hergestellt, die Produktion von Rapsöl stieg im gleichen Zeitraum um 11 Prozent von 21,5 auf 23,8 Mio. Tonnen. In den letzten zwei Jahren hat dabei insbesondere der Handel von Sojabohnen aus den USA und Südamerika nach China stark zugenommen (von rund 38 Mio. t 2008 auf rund 55 Mio. t 2010). Insgesamt ist weiterhin die Ölpalme der größte Pflanzenöllieferant mit über 51 Mio. Tonnen Palm- und Palmkernöl im Jahr 2010 – und zugleich die Ölpflanze mit den größten Hektarerträgen, d. h. dem geringsten Flächenverbrauch....mehr
„Aufgrund der wachsenden Bevölkerung und der veränderten Ernährungs- und Lebensgewohnheiten wird die Nachfrage nach Pflanzenölen und Fetten weiter zunehmen“, so Wilhelm F. Thywissen, Vorsitzender von OVID. „Beinahe 7 Mrd. Menschen müssen mit ausreichend Nahrung versorgt werden, dabei spielen pflanzliche Öle und Fette eine wichtige Rolle. Hinzu kommt das Bedürfnis nach einer umweltgerechten Alternative zu Mineralölen sowohl im Energie- als auch im chemischen oder technischen Bereich.“ So sind Pflanzenöle und Fette nicht nur Bestandteil von Nahrungsmitteln, sondern in 80 Prozent der Produkte des täglichen Bedarfes enthalten, etwa in Zahnpasta, Kosmetika, Seifen und Tensiden, Lacken und Farben, Hydrauliköle oder Linoleumböden sowie in Biokraftstoffen.
In Deutschland ist Rapsöl mit Abstand das bedeutendste pflanzliche Öl und macht 56 Prozent des Verbrauchs aus, gefolgt von Palm- und Palmkernöl (25 %) sowie Soja- und Sonnenblumenöl (6 % bzw. 5 %).
Die Grafiken zu den Statistiken finden Sie zum Download unter der Rubrik: Unsere Branche/Daten und Grafiken.
Markenzeichen für nachhaltiges Palmöl schafft Transparenz für Verbraucher
Berlin, 09. Juni 2011. In Kürze können Verbraucher sicher gehen, in welchen Supermarktprodukten wie Margarine, Kekse, Schokolade, Seife oder Kosmetik nachhaltiges, vom Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) zertifiziertes Palmöl enthalten ist, d. h. Palmöl, für das keine tropischen Regenwälder gerodet oder Torfmoore trocken gelegt wurden. Ab Juni 2011 können Lebensmittelhersteller und Handel das neue Markenzeichen für nachhaltiges Palmöl beim RSPO beantragen. Der RSPO verspricht sich von der neuen Kennzeichnung eine Steigerung der Nachfrage nach nachhaltigem Palmöl, da Firmen nun auf ihr Engagement in diesem Bereich aufmerksam machen können....mehr
„Palmöl gehört zu den umstrittensten agrarischen Rohstoffen, jedoch gehen in der Debatte oftmals die Fakten unter: Mit seinen extrem hohen Hektarerträgen kann Palmöl einen Großteil des bestehenden und v. a. wachsenden Bedarfs an Ölen und Fetten der Weltbevölkerung auf vergleichsweise geringer Fläche decken – Voraussetzung dafür ist aus unserer Sicht allerdings eine nachhaltige Produktion. Wenn Palmöl nach RSPO Standards nachhaltig, d. h. ohne Raubbau an Natur und Umwelt, produziert wird, kann es sogar einer Flächenkonkurrenz zwischen Nahrungsmitteln und Bioenergie entgegenwirken“, erklärt Petra Sprick, Geschäftsführerin des Verbandes der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland, OVID. Die Produktion von nachhaltigem Palmöl ist im letzten Jahr enorm gestiegen. Allein in den letzten drei Monaten, Anfang Februar bis Anfang Mai 2011, wurden 1 Million Tonnen nachhaltig zertifiziertes Palmöl produziert und damit die 5 Millionenmarke erreicht. Bis Ende des Jahres erwartet der RSPO, dass die 10 Millionen Marke überschritten wird. Das neue Markenzeichen kennzeichnet Produkte, in denen RSPO zertifiziertes Palmöl physisch enthalten ist, d. h. es kann für die Handelsoptionen „Segregation“ und „Massenbilanz“ eingesetzt werden.
Seit Anfang Juni steht ebenfalls eine aktualisierte Version des Web-Navigators „How to Begin?“ im Internet unter der Adresse www.rspo.eu zur Verfügung. Der Web-Navigator verdeutlicht u. a. die verschiedenen Handelsoptionen für nachhaltiges RSPO Palmöl: „Book & Claim“, „Massenbilanz“ und „Segregation“. Er erklärt in wenigen Schritten die Umstellung auf nachhaltiges Palmöl und erleichtert so Händlern, Herstellern und Einzelhandel der Einsatz von nachhaltig produziertem Palmöl.
